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E-Book, Deutsch, 220 Seiten

Dohme Forsetas

Das Erbe der Lusitania
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8476-9833-3
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Das Erbe der Lusitania

E-Book, Deutsch, 220 Seiten

ISBN: 978-3-8476-9833-3
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



1915. Der Luxusdampfer Lusitania wird von dem Unterseeboot U-20 vor der irischen Küste angegriffen. An Bord befinden sie die junge Lærke Bennet und ihr Mann, der Wissenschaftler Thomas Bennet. Zusammen sind sie auf dem Weg nach Großbritannien, im Gepäck eine Erfindung, welche die entscheidende Wende in dem in Europa tobenden Krieg bringen soll. 2014. Der kanadische Ozeanograph Richard Boyle wird mit seinem Team nach Dänemark entsandt, um dort Forschungsarbeiten für ein Windkraftunternehmen durchzuführen. Richard will die Gelegenheit nutzen, um in der rauen Schönheit der dänischen Westküste ein paar entspannte Wochen im Kreise seiner Familie zu verbringen. Soweit der Plan. Als er auf die Geheimnisse eine der größten Schiffskatastrophen des 20. Jahrhunderts, den Untergang der Lusitania stößt, stolpert Richard von einem Abenteuer in das Nächste. Es entbrennt ein Kampf auf Leben und Tod. Die Familie gerät zwischen die Fronten von skrupellosen Bankern, Waffenhändler, Terroristen und Geheimdiensten. Mit Forsetas - Das Erbe der Lusitania hat die Gecko-Publishing ein klassisches Konzept der Romanliteratur aufgegriffen, das uns in den letzten Jahrzehnten verloren gegangen schien, obwohl es zu den schönsten Formen des geschriebenen Wortes zählt - dem Abenteuerroman. Erinnern Sie sich noch, als es beim Spiel draußen auf dem Hof oder im Wald darum ging, wer Winnetou oder James Bond, Pippi Langstrumpf oder Catwoman sein durfte? Sie sind jetzt zwar ein paar Jahre älter, aber es macht noch genauso viel Spaß, in die Rolle der Helden unserer Kindheit zu schlüpfen. Wenn Sie Ihre Familie dabei haben möchten - kein Problem. Sie werden im Buch genügend kleine und große Helden vorfinden. Mit dem Schriftsteller Carsten Dohme haben wir einen Autor gefunden, der in der Lage ist, die 'alte' und die 'neue' Welt im wahrsten Sinne des Wortes miteinander zu vernetzen, Fiktion und Wirklichkeit miteinander verschmelzen zu lassen, das Meer, die Strände und die Menschen Dänemarks zu einem Teil der Kulisse für die Romanhandlung werden zu lassen. Museen liefern Fakten. Forsetas regt die Fantasie an. Mit dem Roman können Sie als Leser wahlweise am Nordseestrand liegen oder im geistigen Gewand von Richard Boyle mit einem Tauchboot das Wrack von U-20 untersuchen. Sie können in ein jütländisches Fischlokal gehen oder einen Zeitsprung in den prunkvollen Speisesaal der Lusitania unternehmen. Sie können im Bunkermuseum von Hanstholm die Informationstafeln zu den Exponaten lesen oder als Svenja Jacobson für den dänischen Geheimdienst Ihre Gegenspieler durch Gänge und Tunnel jagen.

Carsten Dohme wurde 1965 in Sulingen, in Norddeutschland geboren. An der Universität Bremen hat er Geographie, Biologie und Geologie studiert. Nach der Mitarbeit in verschiedenen Forschungsprojekten, machte er sich einen Namen in der Projektentwicklung für Tourismusorganisationen. In zahlreichen Veröffentlichungen bei namhaften Verlagen verbindet er seine wissenschaftliche Ausbildung mit einer gehörigen Portion Abenteuerlust, die sich in seinen Geschichten widerspiegelt.
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PIER 54, NEW YORK CITY - 1. MAI 1915


Die mit Tausenden von Nieten besetzte Stahlwand erhob sich wie ein Wolkenkratzer über dem Kopf von Lærke und Thomas Bennet. Das Weiß der Decksaufbauten verschwamm mit dem Nebel, der den Hudson River hinaufzog. So, als schwebe die in einem Wolkenmeer.

Lærke war unbehaglich zumute, wie sie mit Thomas dastand und auf diesen aus Stahl gegossenen Hochmut blickte, mit dem die Industriegesellschaft einfache Menschen wie sie zu verhöhnen schien. In der wogenden Menschenmenge am fühlte sie sich, als würde sie im Sturm der Zeitgeschichte hin und her geworfen. Die einzige Person, die sie schützen konnte, war ausgerechnet der Mensch, den sie in Kürze verraten sollte.

Ein Zeitungsjunge brüllte diese Meldung aus der New York Times immer und immer wieder heraus. Mitarbeiter der Cunard Line kamen auf Lærke und Thomas zu, gefolgt von einer Schar sensationslustiger Reporter und Fotografen.

»Lass uns gehen, Thomas!«

Thomas nahm Lærke an die Hand, und sie eilten los zur Gangway für die erste Klasse. Über ihre Köpfe hinweg schwebten massive Holzkisten an den Ladekränen.

»Schau Lærke, in einer von denen ist bestimmt auch meine Laborausrüstung. Wenn wir zurückkehren, habe ich genügend Geld, und wir kaufen uns ein Automobil. Damit fahren wir dann an den Wochenenden zu den schönsten Badeorten der Ostküste.«

Sie folgte den Kisten mit ihren Augen – und erschrak. Es war, als schnüre ihr jemand die Kehle zu. Oben an der Reling stand ihre Kontaktperson und blickte auf sie herab. Lærke zögerte. Am liebsten hätte sie Thomas alles gebeichtet, ihn gegriffen und wäre mit ihm zurück in ihr bescheidenes Heim geflüchtet. Sobald sie auf dem Schiff waren, würde es zu spät sein. Im Grunde genommen war es das bereits. Sie konnte sich ihm jetzt unmöglich noch anvertrauen. Er würde es nicht verstehen.

»Komm, wir holen uns die Schlüssel zu unserer Kabine, du wirst Augen machen«, sagte Thomas.

Am Empfang ging alles erstaunlich zügig, der Vorteil eines Erste-Klasse-Tickets. Hinter dem aus schwerem Mahagoniholz gearbeiteten Empfang mit kunstvoll geschmiedeten Messingverzierungen begrüßte sie der Chefstewart in einem tadellos aufgebügelten und gestärkten weißen Jackett.

»Herzlich willkommen an Bord der , Mr Bennet.

Mrs Bennet. Sie haben einen First Class State Room Deluxe gebucht, Sir?«

»Das ist richtig.«

Lærke merkte ihrem Mann an, dass er sich nicht ganz so sicher fühlte, wie er sich gab. Ihm fehlte die lässige Arroganz der Reichen, die sich täglich auf derart prunkvollem Terrain bewegten, und wie sie es in den Vorzimmern des Bankhauses, in dem sie arbeitete, erlebt hatte. Besser gesagt, ertragen musste.

»Ich habe eine Frage. In dem Zimmer befindet sich doch ein Safe, oder?«

»Ja Sir, wie von Ihnen bestellt. Sollte die Größe nicht ausreichen, können Sie Wertgegenstände gern bei unserem Zahlmeister abgeben.«

Lærke spürte die Blicke des Concierge auf sich. Offenbar fand er nicht, wonach er suchte. Keine kostbaren Colliers oder anderen Schmuck, und auch das Kleid war wie der Anzug ihres Mannes von minderer Qualität. Das Unbehagen in ihr wuchs von Minute zu Minute.

»Was kostet das Zimmer?«, flüsterte sie Thomas zu.

»400 Dollar, und man nennt es Kabine, meine Liebste.«

»400 Dollar? Das ist fast ein Jahreslohn.«

»Nicht mehr lange, meine Liebe. Für wen sollte ich mein Erspartes ausgeben, wenn nicht für meine wunderschöne Frau?«

Lærke fuhr zusammen, als sie den Mann von der Reling neben sich bemerkte. Ein Hüne, der bestimmt zwei Meter maß, hatte wortlos neben den beiden Position bezogen. Thomas’ aufgesetztes Selbstbewusstsein bröckelte, und er fragte mit nervöser Stimme: »Kann ich Ihnen helfen?«

»Zu Ihren Diensten, Sir. Mein Name ist Alexander. Ich bin Ihr Stewart. Wenn Sie mir den Gepäckschein und die Zimmerschlüssel aushändigen, lasse ich die Koffer in Ihre Kabine bringen. Möchten Sie mir schon einmal Ihre Aktentasche geben, Sir?«

»Nein! Nein, die trage ich selbst …«

Alexander blickte über die Schulter und schnippte zweimal mit den Fingern. Ein Page, kaum älter als vierzehn Jahre, kam herbeigeeilt und nahm den Gepäckschein entgegen.

»Möchten Sie ein Glas Champagner?«, fragte der Stewart.

»Bitte, bedienen Sie sich. Ein Willkommensgruß der Cunard Line.«

Minuten später schwang die Tür zu ihrer Suite auf. »Mein Gott, die Kabine ist ja größer als unsere Wohnung.«

»Wo finde ich den Safe, Alexander?«

»Dort drüben am Schreibtisch, Mr Bennet.«

Lærke löste sich vom Arm ihres Mannes und durchquerte das Wohnzimmer mit dem angeschlossenen Essraum, das Schlaf-, das Ankleide- und Badezimmer. Sie ließ die Hand über die Badewanne gleiten und konnte dem Drang nicht widerstehen, den Warmwasserhahn aufzudrehen und die Toilettenspülung zu betätigen. Alles war so elegant, so neu, so …

»Mrs Bennet, Sie tun das Richtige.« Alexander griff nach ihrer Hand und drückte sie sanft.

»Sie schaffen das! Lassen Sie mich wissen, wenn niemand in Ihrer Nähe ist. Verlangen Sie nach mir persönlich. Sie erhalten dann weitere Instruktionen.«

Lærke konnte seinem Blick nicht standhalten. Sie wischte sich eine Träne aus dem Auge und warf einen Blick über ihre Schulter zu Thomas. Der beschäftigte sich immer noch mit dem Safe.

»Wie funktioniert das Ding hier?«

»Ich bin sofort bei Ihnen, Sir.« Alexander schwang herum und ging auf Thomas zu.

»Möchten Sie die im Safe deponieren?« Er machte eine Handbewegung in Richtung der Aktenmappe.

Thomas wich einen Schritt zurück. »Danke, das mache ich selbst. Erklären Sie mir einfach, wie ich die Kombination einstelle.«

Nun gib ihm doch einfach die verdammte Tasche, hätte Lærke ihn am liebsten angeschrien. Ihre Hände ballten sich zu einer Faust. Sie presste ihre frisch manikürten Nägel fest in die zarte Haut ihrer Handballen. Es half. Der Schmerz lenkte sie ab. Thomas bekam von alldem nichts mit. Er drückte Alexander einen Silberdollar in die Hand und wies ihm die Tür.

»Danke, Alexander.«

»Ich danke Ihnen, Sir. Wenn Sie etwas brauchen, Sir, ich stehe jederzeit gern zu Ihrer Verfügung.«

Der mögliche Kriegseintritt der USA und die lauernde Gefahr durch deutsche U-Boote waren überall an Bord das Thema Nummer eins. Natürlich auch bei den Offizieren. Nur der Kapitän wusste, dass ihre Befehle nicht mehr von der Reederei, sondern direkt von der englischen Admiralität kamen. Kapitän William Thomas Turner schritt auf die Brückennock und ließ seinen Blick über das Vordeck der schweifen. Genau genommen war er jetzt Kommandant eines Kriegsschiffes, eines Hilfskreuzers. Er sah auf den Funkspruch in seiner Hand. »Mr Bestic, berechnen Sie den Kurs zum an der Südwestecke Irlands. Dort erreichen wir Kriegsgewässer und werden von dem Kreuzer Juno nach eskortiert.«

»Was sagen Sie zu der Anzeige in der New York Times, Sir? Meinen Sie, dass sie als eine Warnung für unser Schiff zu verstehen ist?«

»Die Deutschen rasseln nur mit den Säbeln. Selbst wenn sie es auf uns abgesehen haben,...



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