Donovan | ¿Trevellian oder Flammen über Bangkok: Kriminalroman | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Donovan ¿Trevellian oder Flammen über Bangkok: Kriminalroman


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7389-6718-0
Verlag: Uksak E-Books
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

ISBN: 978-3-7389-6718-0
Verlag: Uksak E-Books
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Die Schreie der Gefolterten gellten durch die Nacht. Jeremy Holden warf einen mitleidlosen Blick auf die halb nackten, ausgemergelten Männer. Sie waren an Bambuskreuze gefesselt und wurden von Uniformierten mit rot glühenden Zangen gemartert. Holden deutete mit einer Kinnbewegung auf die armen Kerle, die hilflos ihren Folterern ausgesetzt waren. »Was sind das für Typen?« General Loi, der neben seinem amerikanischen Gast stand, lachte zynisch. »Oh, das sind Opiumbauern, die nicht genug Erträge geliefert haben. Das muss bestraft werden. Denn wenn diese Dreckskerle nicht spuren, verdienen wir schließlich nichts, nicht wahr?« Der thailändische Rebellengeneral und der amerikanische Drogenhändlerfielen wie auf Kommando in ein gemeines Lachen ein...

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?Trevellian oder Flammen über Bangkok: Kriminalroman
Franklin Donovan

Die Schreie der Gefolterten gellten durch die Nacht. Jeremy Holden warf einen mitleidlosen Blick auf die halb nackten, ausgemergelten Männer. Sie waren an Bambuskreuze gefesselt und wurden von Uniformierten mit rot glühenden Zangen gemartert. Holden deutete mit einer Kinnbewegung auf die armen Kerle, die hilflos ihren Folterern ausgesetzt waren. »Was sind das für Typen?« General Loi, der neben seinem amerikanischen Gast stand, lachte zynisch. »Oh, das sind Opiumbauern, die nicht genug Erträge geliefert haben. Das muss bestraft werden. Denn wenn diese Dreckskerle nicht spuren, verdienen wir schließlich nichts, nicht wahr?« Der thailändische Rebellengeneral und der amerikanische Drogenhändlerfielen wie auf Kommando in ein gemeines Lachen ein… *** General Lois Hauptquartier, Goldenes Dreieck, Thailand Jeremy Holden holte ein großes Taschentuch hervor und wischte sich damit über Stirn und Nacken. ’ Der Amerikaner spürte immer noch die drückende, feuchte Hitze der Bergwälder. Und das, obwohl die Sonne schon vor Stunden über der Grenze zu Laos versunken war. Jeremy Holden rang nach Atem und steckte das Taschentuch zurück in die Hosentasche seines leichten Leinenanzugs. Der große, hagere Verbrecher mit dem grau melierten Haar litt unter der Hitze. »Ja, unser thailändisches Klima hat es in sich«, grinste der Gastgeber. Er sprach ein kehliges, aber gut verständliches Englisch. Im Gegensatz zu dem hoch gewachsenen Yankee war General Loi ein gedrungenes, breitschultriges Kraftpaket. Der Rebellengeneral trug eine grüne Fantasieuniform mit goldenen Epauletten. Seine ständig grienende Visage erinnerte an einen bösartigen Frosch. Vor allem der Anblick der Gefolterten schien ihn königlich zu amüsieren. Holden beglückwünschte sich innerlich dazu, dass General Loi sein Geschäftspartner und nicht sein Feind war. Der Thai machte eine einladende Handbewegung. »Wenn Sie mir folgen möchten?« Seine Höflichkeit wirkte angesichts der gemarterten Bauern doppelt fehl am Platz. Es waren arme Schlucker, die durch Geldnot zum Opiumanbau gezwungen wurden. Hier oben, in den Bergwäldern Thailands zwischen den Grenzen zu Laos und Myanmar, waren die Felder klein und die Missernten häufig-Natürlich konnten die. Bauern Bergreis statt Opium anbauen. Doch die Erträge waren zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. Und weil das so war, lieferten sie sich gewissenlosen Drogenbaronen wie General Loi aus. Jeremy Holden kannte diese Zusammenhänge. Er war ein kluger Mann, was allerdings seine Bösartigkeit nicht schmälerte. Im Gegenteil. Doch während General Loi eine gemeine Freude beim Quälen seiner Mitmenschen empfand, ging Holden nur über Leichen, wenn etwas für ihn dabei heraussprang. Dann aber völlig hemmungslos. »Leider sind Sie ja erst bei Einbruch der Dunkelheit eingetroffen«, sagte General Loi, während er die Führung durch sein Hauptquartier fortsetzte. »Allzu viel Licht kann ich Ihnen nicht bieten. Aus Sicherheitsgründen, Sie verstehen. Aber morgen werden Sie feststellen, dass sich unser Lager wirklich sehen lassen kann…« »Machen Ihnen die Regierungstruppen Probleme?« »Die Thais?« General Loi lachte hämisch. »Nein, die haben hier im Norden keine Chance. Und selbst wenn sie mir auf den Pelz rücken - dann ziehe ich mich eben mit meinen Leuten nach Laos zurück. Oder nach Myanmar. Dort haben wir ebenfalls befestigte Lager.« Er bemerkte Holdens verständnislosen Blick. »Myanmar. Das ist unser Nachbarland im Nordwesten. Es wurde früher Burma genannt.« »Ach so.« Holden wischte sich schon wieder den Schweiß aus dem Nacken. »Haben Sie Ihre Malariatabletten genommen?«, fragte General Loi besorgt. Allerdings nicht aus menschlichem Mitgefühl, denn dazu war er nicht fähig. Nein, Jeremy Holden war der Abgesandte einer mächtigen Gruppe amerikanischer Drogendealer. Sie waren Lois beste Kunden. Wenn Holden krank wurde oder gar starb, konnten die Geschäfte des Rebellengenerals dadurch empfindlich gestört werden. »Ja, und ich habe auch schon in den Staaten alle Impfungen über mich ergehen lassen. - Wer bedroht Sie denn nun, General?« »Ein paar Stümper, die mir ins Handwerk pfuschen wollen«, antwortete der Thai widerwillig. Andere Kriegsherren also, die in diesem gesetzlosen Gebiet selber mit Drogen handelten. Holden hatte sich so etwas gedacht. Doch er hielt sich an General Loi, da dieser der Mächtigste und Stärkste unter seinesgleichen war. »Aber Ihr Hauptquartier ist gut gesichert, nehme ich an.« Holden gab sich diplomatisch. »Davon können Sie ausgehen«, entgegnete Loi eifrig. »Die Posten auf den Wachtürmen sind mit Nachtsichtgeräten ausgestattet. Die Umgebung wird innerhalb eines Zehn-Meilen-Radius durch Wärmemelder abgetastet. Sobald sich etwas regt, das größer ist als ein Affe, gibt es Alarm. Außerdem durchstreifen meine Patrouillen Tag und Nacht die Umgegend.« Holden nickte. In der Dunkelheit konnte er die Wachttürme nur erahnen. Aber die nagelneuen Kettenfahrzeuge und die erstklassigen amerikanischen MPis der Wachen bewiesen das, was Holden schon längst wusste. General Loi war ein absoluter Profi. Er sparte weder an Waffen noch an Ausrüstung. Wahrscheinlich waren seine Männer der regulären thailändischen Armee haushoch überlegen - nicht zahlenmäßig, aber waffentechnisch. Drogenhändler schwammen eben im Geld… »Ihr Hauptquartier hier ist also völlig abgelegen?«, fragte Holden. Er hatte sich jedenfalls auf dem Hubschrauberflug hierher überhaupt nicht orientieren können. Außer ein paar Dörfer im Süden hatte er meilenweit nur die menschenleeren Bergwälder sehen können. »Fast, Mr. Holden. In der Nähe befindet sich ein Kloster. Wir Thais sind fast alle Buddhisten, wie Ihnen vielleicht bekannt ist.« Der amerikanische Superdealer hob die linke Augenbraue. »Ein Kloster? Befürchten Sie da nicht lästige Zeugen?« Der General griente zynisch. »Oh, die Mönche wollen nichts wissen von der Welt. Sie sind harmlos. Sie würden uns nicht anzeigen. Bei wem denn auch? Die thailändische Armee und Polizei traut sich ohnehin nicht hierher. - Aber wenn Sie sich außerhalb des Lagers die Beine vertreten und einen Mönch treffen, sollten Sie ihm ein paar Dollar in seine Bettelschale werfen!« »Wieso?«, fragte Holden verständnislos. »Weil Sie damit etwas Gutes tun! Das besagt jedenfalls der buddhistische Glaube. Den Mönchen was zu spenden bringt Segen - und Ihnen eine bessere Wiedergeburt. Damit können Sie Ihre bösen Taten ausgleichen…« Holden musste an die unzähligen Junkies denken, die an seinem Stoff bereits krepiert waren. »Da müsste ich aber mindestens eine Million Dollar in die Bettelschale schmeißen!« Holden lachte dreckig. Auch General Loi geierte wieder los. Dann fasste er seinen amerikanischen Gast am Ellenbogen. »Hier entlang, wenn ich bitten darf. Ich könnte Ihnen jetzt noch die Fabrikationsstätte für das Rohopium zeigen. Aber da Sie ja ein paar Monate bei uns bleiben wollen, hat das gewiss noch Zeit bis morgen.« Jeremy Holden nickte. Schon vor längerer Zeit hatte das Drogen-Kartell der amerikanischen Ostküste beschlossen, eine Art Koordinator nach Thailand zu schicken. Er sollte mithelfen, die Transportwege für die tödliche Fracht noch besser zu organisieren. Die Wahl war auf Holden gefallen. Er war einfach der beste Mann für diesen Job. Intelligent, skrupellos und erfahren. Außerdem war ihm das FBI dicht auf den Fersen gewesen. Da konnte es nicht schaden, wenn der Dealer eine Zeit lang im Ausland untertauchte.. *** Sunnyside Hotel, Lower Eastside, New York Ich stoppte meinen roten Sportwagen XKR vor dem schäbigen Gebäude. Einst war das Sunnyside Hotel eine normale Touristenherberge der unteren Preiskategorie gewesen. Aber seit einigen Jahren hausten hinter den schmierigen, ungeputzten Fenstern immer mehr schräge Vögel, die jede Menge zu verbergen hatten. Brave Urlauber verirrten sich kaum noch in diese Gegend. Mein Freund und Dienstpartner Milo Tucker hockte auf dem Beifahrersitz. Er musterte den grellen Neonschriftzug SUNNYSIDE HOTEL, der auf der grauen Fassade des Gebäudes reichlich deplatziert wirkte. Wer hier sein Dasein fristete, stand bestimmt nicht auf der Sonnenseite des Lebens. »Die Umgebung würde jedenfalls zu Reeve passen, Jesse. Ratten fühlen sich nun mal im Dreck am wohlsten.« Ich nickte. Aus Milos Worten sprach unterdrückter Zorn. Und wenn ein G-man sich auch nicht von seinen Gefühlen leiten lassen darf, konnte ich meinen Freund verstehen. Ich empfand nämlich genauso. Wir waren beide stinksauer. Rocco Reeve verkaufte Drogen an Schulkinder. Der gewissenlose Dealer war dabei, ein richtiges Vertriebsnetz an den New Yorker Schulen aufzuziehen. Das mussten wir vom FBI natürlich verhindern. Ich öffnete die...



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