Drake | Jägerin der Nacht - Dawnbreaker | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 03, 432 Seiten

Reihe: Jägerin-der-Nacht-Reihe

Drake Jägerin der Nacht - Dawnbreaker


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8025-8898-3
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 03, 432 Seiten

Reihe: Jägerin-der-Nacht-Reihe

ISBN: 978-3-8025-8898-3
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Naturi bereiten sich auf das letzte Opfer vor, das die Grenzen zwischen den Welten niederreißen soll. Der Erde droht die endgültige Vernichtung. Die Einzigen, die das noch verhindern können, sind die Vampirin Mira und der Vampirjäger Danaus. Beide sehen sich in Machu Picchu einer Konfrontation von apokalyptischen Ausmaßen gegenüber. Doch es gibt Hoffnung: Eine Prinzessin der Naturi stellt sich unerwartet auf ihre Seite. Kann es Mira und Danaus mit ihrer Hilfe gelingen, das Gleichgewicht der Kräfte zu verschieben und die Zerstörung der Erde aufzuhalten?



Jocelynn Drake ist in Cincinnati aufgewachsen, wo sie noch heute mit ihrer Familie lebt. Bereits in ihrer Kindheit begann sie zu schreiben. Zu ihren Einflüssen zählt sie Raymond Feist, die Batman-Comics der 90er Jahre, Oscar Wilde und Ernest Hemingway.

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1

Die Reifen quietschten.

Wir rasten mit fast hundert Sachen um die Kurve und kamen ins Schleudern. Ich stemmte mich gegen den Fahrersitz und biss die Zähne zusammen, um einen erneuten Fluch zu unterdrücken, als Knox uns weiter durch das Wohngebiet jagte und dabei knapp ein parkendes Auto verfehlte. Ein zweiter Satz quietschender Reifen war uns dicht auf den Fersen, während ein Ford Mustang mit wachsender Geschwindigkeit hinter uns herbrauste.

„Schaff uns aus der Stadt raus, verdammt!“, schrie ich Knox an. Bei dieser Geschwindigkeit mussten wir bald jemanden rammen, aber da die Naturi aufholten, konnten wir es nicht riskieren, langsamer zu werden. Wir mussten aus der Stadt raus, bevor wir jemanden umbrachten oder die Cops von Savannah doch noch auf die beiden Autos aufmerksam wurden, die da mit halsbrecherischer Geschwindigkeit durch die Stadt rasten.

„Wenn das so einfach wäre!“, brüllte Knox zurück. Er hielt das Lenkrad mit beiden Händen so fest umklammert, dass die Knöchel weiß hervortraten. „Als wir die Innenstadt hinter uns hatten, hast du gesagt, ich soll sie abschütteln, nicht dass ich die Stadt verlassen soll.“

„Schön, dann sag ich es jetzt. Fahr, zum Teufel noch mal, aus der Stadt raus. Sonst bringst du noch jemanden um“, blaffte ich.

„Und zwar uns“, fügte Amanda vom Rücksitz aus hinzu. Neben der blonden Nachtwandlerin saß Tristan, der das Ganze ziemlich locker zu nehmen schien. Aber Tristan war mit mir natürlich schon in viel schlimmere Situationen geraten und hatte es überlebt.

„Ich bringe uns schon nicht um“, knurrte Knox, während er eine weitere Kurve viel schneller nahm, als es ratsam gewesen wäre. „Das hier ist ein BMW M3. Ein Rennauto für die Reichen und Gelangweilten. Der Wagen hält das aus.“

„Nein, Knox, sag deine Meinung ruhig freiheraus“, fauchte ich. Der BMW war mein Auto. Ich hatte beschlossen, Knox fahren zu lassen, als ich bemerkt hatte, dass die Naturi uns auf dem River Walk verfolgten – mir war klar, dass ich möglicherweise freie Hände brauchte, wenn es uns nicht gelingen würde, sie abzuschütteln. Ich zog meine Pistole aus dem Handschuhfach und überprüfte das Magazin.

„Du weißt schon, wie ich’s meine.“ Der Nachtwandler warf mir einen raschen Blick zu und verzog den Mundwinkel zu einem schwachen Grinsen.

„Reich und gelangweilt“, wiederholte ich trocken.

„Müssen wir das wirklich ausgerechnet jetzt diskutieren?“, flehte Amanda, als Knox um die nächste Kurve schlitterte und das Nummernschild eines parkenden Autos abriss.

„Knox!“

„Mira!“, schrie er zurück. „Lass mich fahren, oder mach es selbst!“

Aber dafür war es zu spät. Die Naturi kamen mit jeder Biegung näher. Ihnen war es egal, ob sie auf dem Weg jemanden rammten, und genau darum mussten wir sie aus der Stadt lotsen.

Ich entspannte mich etwas, als wir in die Montgomery Street einbogen. Die Ausfahrt zum Highway 16 befand sich ganz in der Nähe. Endlich würden wir die Stadt hinter uns lassen und offenes Gelände gewinnen.

„Mira“, sagte Tristan gedämpft und suchte im Rückspiegel meinen Blick. „Ist es wirklich klug, die Stadt zu verlassen?“

Etwas von der Anspannung in meinen Schultern mochte sich gelöst haben, aber die Besorgnis lag mir immer noch schwer im Magen. Ich wusste, worauf seine Frage abzielte. Wir verließen die vergleichsweise sichere Stadt und riskierten einen Kampf auf dem Territorium der Naturi, wenn wir ins offene Land hinausfuhren. Naturbeherrschung war ihre Stärke.

Tristan hatte schon einmal im Wald mit mir gegen die Naturi gekämpft, und der Kampf war nicht allzu gut ausgegangen. Er war beinahe von einem Naturi des Tierclans in Stücke gerissen worden, und mich hatten Angehörige des Wind- und Erdclans beinahe aufgespießt. Und dieses Mal hatten wir weder Danaus noch Sadira dabei, die uns den Hintern retten würden.

„Uns bleibt einfach keine andere Wahl“, räumte ich ein und sah ihn mitleidig an, weil ich seine Furcht verstehen konnte. „Ich habe nicht die Absicht, diesen Krieg vor den Augen der Menschen auszufechten, wie es die Naturi gerne hätten.“

„Kannst du sie nicht anzünden oder so?“, drängte Amanda und zappelte unruhig auf dem Rücksitz herum. Die Nachtwandlerin war ganz wild darauf, sich endlich in den Kampf zu stürzen. Weglaufen war einfach nicht ihr Stil. Klauen und Zähne einzusetzen war ihr allemal lieber, und dabei hinterließ sie regelmäßig zerfetztes Fleisch und Seen von Blut. Das machte sie zu einer guten Einpeitscherin bei unseren Neulingen, aber nicht gerade zur allerverlässlichsten Nachtwandlerin, weil gründliches Abwägen einfach nicht ihre Stärke war.

„Ich muss das, was ich in Brand stecke, erspüren oder sehen können, und die Naturi kann ich nicht spüren“, sagte ich und sah statt mitleidig nun wütend und entnervt drein.

„Und was ist mit dem Auto?“

„Nur die Teile, die ich sehen kann.“

„Na dann die Reifen. Zünde die Reifen an. Das wird sie aufhalten.“

„Könnte funktionieren“, nickte ich und ließ mit einem beinahe lautlosen elektrischen Summen mein Fenster herunter. „Wer hat den Naturi überhaupt beigebracht, so zu fahren? Oder einen Wagen kurzzuschließen?“, grummelte ich halblaut, aber in diesem Auto voller Nachtwandler hörte mich trotzdem jeder.

„Im Internet findet man die unglaublichsten Informationen“, sagte Knox sarkastisch.

„Internet?“ Ich setzte auch das noch auf die Liste der Dinge, die mir Bauchschmerzen machten. „Das sind Geschöpfe der Alten Welt. Die schließen keine Autos kurz oder fahren wie der Teufel oder surfen im Netz.“

Zu meiner Überraschung lachte Tristan leise und hielt mich fest, als ich nach der Außenseite der Tür griff. „Es gibt Momente, in denen du echt wie von vorgestern klingst, Mira. Das ist doch auch nicht komischer als eine Nachtwandlerin in deinem Alter, die all diese Dinge tut und noch einiges mehr.“

„Halt die Klappe, Tristan.“ Ich war gerade mal sechshundert Jahre alt. Kein Alter für eine Frau.

Ich wandte meine Aufmerksamkeit wieder Knox zu und sagte: „Fahr mal ein bisschen langsamer und sorg dafür, dass das Auto nicht so schlingert.“ Ich packte die Außenseite der Autotür, zog mich aus dem Fenster und hockte mich in den Rahmen. Dort hielt ich zwar nur mit etwas Mühe das Gleichgewicht, aber so war es für mich leichter, die Reifen des roten Ford Mustang anzuvisieren, der uns folgte. Ich zielte in Gedanken darauf, und Vorder- und Hinterreifen der Beifahrerseite fingen Feuer. Der Wagen brach zweimal aus, bevor er sich endlich am Straßenrand überschlug und auf dem Dach liegen blieb.

Ich rutschte zurück ins Auto und schnappte mir meine Pistole vom Boden. „Fahr rechts ran. Wir müssen das zu Ende bringen.“

Meine Füße berührten den mit Kies bestreuten Randstreifen, noch bevor Knox auf die Bremse treten konnte. Ich entsicherte den Browning, der inzwischen mein ständiger Begleiter war, und hielt beim Anblick der Waffe, die mit der identisch war, die Danaus mir in Venedig gegeben hatte, kurz inne. Nachtwandler trugen für gewöhnlich keine Schusswaffen – die meisten unserer Feinde waren durch eine Kugel sowieso nicht zu verletzen, und wenn man auf sie schoss, machte sie das meistens nur sauer. Aber Naturi konnte man durch einen gut gezielten Schuss umbringen, also war ich neuerdings, wo ich ging und stand, außer mit einem Messer auch mit einer Pistole ausgerüstet. Meine Gefährten hatten sich das allerdings nicht alle zur Gewohnheit gemacht.

Tristan? Ich tastete im Geist nach ihm.

Ich habe eine Pistole, bestätigte er, ohne dass ich fragen musste. Der junge Nachtwandler war bei mir gewesen, als ich in England gegen die Naturi gekämpft hatte, und dann noch einmal, als die Naturi in Venedig aufgetaucht waren. Er wusste nur zu gut, was nötig war, um mit diesen zähen Bastarden fertigzuwerden.

„Knox“, rief ich und sicherte die Pistole wieder. „Nimm die hier.“ Ich warf ihm die Pistole vorsichtig über das Autodach zu, als er sich aufrichtete. „Pass auf, dass du nicht mich erwischst, so beschissen, wie du zielst.“ Das musste ich gerade sagen. Wir waren alle erbärmliche Schützen. Keiner von uns hatte sich je die Mühe gemacht, das Schießen zu lernen. Aber vor fünfhundert Jahren waren Pistolen auch noch nicht so zuverlässig gewesen – und das war das letzte Mal gewesen, dass Nachtwandler es regelmäßig mit den Naturi zu tun bekommen hatten. Die Zeiten änderten sich, und wir mussten lernen, uns anzupassen.

Ich zog ein Messer aus der Scheide an meiner Hüfte und ging zu der Stelle, an der das Auto auf dem Dach hin- und herschaukelte. Drei Naturi waren schon herausgekrochen, während der vierte noch immer reglos hinter dem Steuerrad klemmte. Sie hatten Schnittwunden und Prellungen, erholten sich aber bereits von dem kleinen Blechschaden. Die Naturi hatten die Fähigkeit, sich von Verletzungen fast so schnell zu erholen wie ein Nachtwandler. Eine Kugel in den Kopf schaltete sie allerdings sicher aus. Eine Kugel ins Herz hielt sie immerhin lange genug auf, um nachzuladen und einen zweiten, besser gezielten Schuss anzubringen.

„Wo ist Rowe?“, rief ich, als ich mich dem ersten Naturi bis auf ein paar Meter genähert hatte.

„Ist dir auf den Fersen, Feuermacherin“, antwortete der Naturi.

Ich ließ das Messer in der Hand kreisen, sodass das Licht der nahen Straßenlaterne auf der langen silbernen Klinge funkelte....


Drake, Jocelynn
Jocelynn Drake ist in Cincinnati aufgewachsen, wo sie noch heute mit ihrer Familie lebt. Bereits in ihrer Kindheit begann sie zu schreiben. Zu ihren Einflüssen zählt sie Raymond Feist, die Batman-Comics der 90er Jahre, Oscar Wilde und Ernest Hemingway.

Jocelynn Drake ist in Cincinnati aufgewachsen, wo sie noch heute mit ihrer Familie lebt. Bereits in ihrer Kindheit begann sie zu schreiben. Zu ihren Einflüssen zählt sie Raymond Feist, die Batman-Comics der 90er Jahre, Oscar Wilde und Ernest Hemingway.



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