Duesberg | Die vertauschten Leben | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 486 Seiten

Reihe: tredition GmbH

Duesberg Die vertauschten Leben


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-347-63309-4
Verlag: tredition GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 486 Seiten

Reihe: tredition GmbH

ISBN: 978-3-347-63309-4
Verlag: tredition GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Als die Feen-Prinzessin Fay-Alinn in Tír na nÓg geboren wird, erhält sie zu ihrem Wiegenfest von zwölf weißen Feen Geschenke. Doch eine dreizehnte Fee, die dunkle Fianeg, erscheint ungeladen und zwingt der Prinzessin die zweifelhafte Gabe auf, ab ihrem siebten Lebensjahr Mensch zu werden. Zur selben Zeit wird ein Freudenfest bei den Nymphen des Nachbarreichs gefeiert, wo die junge Königin ihr erstes Kind erwartet. Fianeg, die jahrelang vergeblich um den König gefreit hatte, dringt auch hier ungeladen ein und tötet die Königin. Um seine ungeborene Tochter Glenna nicht auch noch zu verlieren, muss der König sie auf die Erde in einen Menschenleib versetzen. Damit verliert er zwar sein Kind aus Tír na nÓg, rettet es aber vor dem Tod. Ihrer Taten wegen wird Fianeg aus Tír na nÓg vertrieben und auf die Erde verbannt. Fay-Alinn und Glenna wachsen zusammen in einem kleinen Ort auf, besuchen dieselbe Schule und werden beste Freundinnen. Nach einer glücklichen Kinder- und Jugendzeit fangen sie gemeinsam ein Hochschulstudium an. Da erfahren sie, dass Fay-Alinns einstmals blühende Heimat in Trümmern liegt und ihre Eltern ins Exil fliehen mussten. Fay-Alinns Freundin Niëv, mit der die Prinzessin das Leben getauscht hatte, und die statt ihrer als Tochter des Königspaares und spätere Regentin bei den Leimoniaden lebte, war das Opfer falscher Ratgeber geworden und hatte sich durch Nachlässigkeit und Schwäche die Herrschaft abnehmen lassen. Als sie ihren Fehler erkannte, war es bereits zu spät; sie wurde verfolgt und musste fliehen. Während sich Niëv in ein neues Menschsein flüchtet, beschließen Fay-Alinn und Glenna, in die Anderswelt zurückzukehren und Fay-Alinns Reich zu befreien. Durch das Tor des Todes gelangen sie nach Tír na nÓg und erreichen, was sie sich vorgenommen haben: Die Widersacher werden vertrieben und das Königspaar aus dem Exil in die Heimat zurück geleitet. Fay-Alinn und Glenna müssen erleben, dass ihr Menschsein sie so verändert hat, dass sie nicht mehr dieselben Wesen sind wie einst: Eine unwiderstehliche Sehnsucht zieht sie in die Menschenwelt zurück. Als sie das zweite Mal auf die Erde zurückkehren, haben sie ihr voriges Leben mit all seinen Erfahrungen vergessen. Anders ergeht es Niëv, die nach dem Leben in Tír na nÓg das Menschsein nur noch mit Schmerzen erträgt und sich in die Anderswelt zurücksehnt. Unterdessen verfolgen dunkle Mächte die Entwicklung der drei Frauen mit scheelen Blicken. Sie fürchten, Fay-Alinn, Glenna und Niëv könnten die Möglichkeit finden, den Weg zwischen der Alltagswelt und der Anderswelt aus eigener Kraft zu öffnen und so auch für andere Sterbliche begehbar zu machen.

Geboren 1947. Berufe: Gärtner, Bauer, Waldwirt; Heilpädagoge; von 1979-2003 Lehrer; Genealoge; Rentner und Privatforscher. Lebt mit seiner Frau am Bodensee. Das Paar hat fünf Kinder.
Duesberg Die vertauschten Leben jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Prolog in der Anderswelt

Als die hohen Götter, welche in der christlichen Mythologie die Elohim heißen, die Welt, den Menschen und alle Wesen erschaffen hatten, teilten sie mit ihnen ihre Heimat, das Land der ewigen Jugend. Die Gälen nannten dieses Land Tír na nÓg, bei den Christen hieß es das Paradies, im Nahen Osten war sein Name der Garten Eden. Die Steine, die Lebewesen, die Götter und die Scharen der Naturgeister, die den Göttern dienen, lebten dort äonenlang in glückseliger Eintracht zusammen und verstanden, liebten und halfen einander. Später nannte man diese Zeit das Goldene Zeitalter.

Die Menschen waren damals noch wie kleine Kinder, doch sollten sie im Laufe der Jahrtausende allmählich erwachsen und mündig werden, ja, dereinst sogar ein eigenes Göttergeschlecht bilden. Daher ließen die Götter nun zu, dass jene von den guten Geistern abgefallenen Scharen, deren Anführer Luzifer war, in Tír na nÓg eindringen und die Menschen aus dem Lande des Lebens hinauslocken konnten. So kam der Mensch auf die feste Erde und lernte Krankheit, Leiden, Schmerz und Tod kennen. Die Scharen der dunklen Geister aber versuchten, den Menschen schon zu seinen Lebzeiten auf dunklen Wegen vom Leben in den Tod zu führen. Sie verwirrten seinen Sinn derart, dass er das Leben als „Tod“ und den Tod als „Leben“ betrachtete, und diese Verwirrung ist ihm bis heute geblieben.

Ähnlich wie auf Erden verschiedene Landschaften und Reiche aneinandergrenzen, so verhält es sich auch in der Anderswelt. Neben verschiedenen Reichen der Seligen, Tír na nÓg, Tir-na-Moe, Tir-fo-Tonn und Tir na mBeo (Land der Lebenden), finden sich dort auch die Länder Tir Naill (Das Andere Land), Mag Már (Die Große Ebene), Mag Mell (Die angenehme Ebene), Tir Tairngire (Das Land der Verheißung) und tausend andere, helle wie dunkle Welten, die alle ihre Geheimnisse bergen. In den hellen Regionen begegnet der Wanderer den guten Göttern und Wesen, die dem Menschen wohlgesonnen sind; in den dunklen schrecken ihn die Grauen erregenden schwarzen Schatten der Angst und des Wahns, die ihm Böses wollen.

Neben den Dämonen des Schreckens, deren Erscheinungen den Atem stocken und das Blut gerinnen lassen, gibt es auch Schwärme dunkler Wesen, deren größte Gefahr ihre Unsichtbarkeit ist. Sie dringen durch die geöffneten Tore, welche Alltagswelt und Anderswelt miteinander verbinden, und besiedeln unsere Herzen, Köpfe und Glieder. Ihre Tücke liegt in ihrer Heimlichkeit und in unserer Unkenntnis. Sie befallen uns wie eine Krankheit, trüben unseren Blick, lassen uns ertauben und verstummen und erstarren unsere Herzen mit der Finsternis und Kälte ihrer eigenen Welt, die sie wie einen Schleier um sich tragen. Der Mensch würde sie am liebsten aus seinem Leben aussperren, doch die Tore zwischen den Welten öffnen sich Jahr für Jahr zur Zeit des alten Samhain-Festes, in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November, und da schützt uns niemand vor dem Eindringen der Schatten und ihren Angriffen, denn gemäß seiner Bestimmung muss der Mensch der Kindheit entwachsen, und dazu gehört, dass er sich gegen das Böse zu wehren lernt; dass er sein Leben nicht verträumt, sondern alles, was ihn umgibt, immer bewusster wahrnimmt.

Im Lande der Blühenden Apfelbäume lebten die Völker der Sidhe, die wir die Elfen und Feen nennen. Aus gutem Grunde geben wir ihnen verschiedene Namen, denn sie gehören verschiedenen Völkern an. Auch ihre griechische Bezeichnung „Nymphen“ verschleiert, wie unterschiedlich sie sind. Unter ihnen finden wir solch mächtige Wesen, wie die Feen unserer Märchen und Sagen, und minder mächtige, wie die Elfen, Gnome, Sylphen und Salamander, welche die Elementarwesen der vier klassischen Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer sind.

Im Reich der Napaien, jener Nymphen, welche die Niederungen und Täler der Erde bewohnen, lebte eine schöne und mächtige Fürstin, die den Namen Fianeg trug. Das bedeutet in unserer Sprache „Krähe“. Sie war stolz und herrschsüchtig, und ihr Hochmut war noch größer als ihre Schönheit. Bei einem Fest der Leimoniaden, der Nymphen der Wiesen und Lichtungen, hatte sich Fianeg in deren Herrscher, König Rae verliebt und um seine Hand angehalten, doch der König erwiderte ihre Gefühle nicht. Fianegs Liebe wurde zum Brand, der ihr die Ruhe raubte. Eines Tages erfuhr sie, dass sich König Rae mit Sorcha der Strahlenden, einer Fürstin aus dem Reich der Leimoniaden vermählt hatte. Königin Sorcha war schöner als Fianeg. Fianegs Liebe schlug in Hass um, und sie sann auf den Untergang des Königspaares. Zunächst konnte sie den Herrschern keinen Schaden zufügen. Also verbarg sie Hass und Schmerz und suchte nach einem anderen Gemahl, der ihrer würdig wäre. Bei den Napaien fand sie den Elfenfürsten Ailén, um den sie warb, doch Ailén konnte sich nicht für sie entscheiden und hielt die Fürstin hin.

Unterdessen hatte Sorcha, die Königin der Leimoniaden, eine Tochter geboren, die den Namen Fay-Alinn erhielt. Zu Fay-Alinns Wiegenfest betrat Fianeg ungeladen die Halle des Königspaares und legte dem neugeborenen Kind als Gabe die Menschwerdung in die Wiege: In ihrem siebten Lebensjahr sollte die Prinzessin in ein Menschenleben gebannt werden.

Die Kunde davon verbreitete sich im ganzen Land und auch in den Nachbarreichen, bei den Napaien, Oreaden, Najaden, Potameiden und

Hyaden. Von da an hatte der Name der Fürstin Fianeg einen unheimlichen Beiklang. Auch am Hofe König Ailéns wurde über den Frevel Fianegs getuschelt, und als Fianeg offiziell um Ailéns Hand anhielt, wies dieser sie ab. Fianegs Zorn darüber wurde zum lodernden Brand. Zuerst wollte sie das ganze Napaien-Reich zerstören; doch dann besann sie sich eines Besseren und überlegte, wie sie Ailén noch schmerzhafter treffen könnte. Die Gelegenheit dazu ergab sich, als sich Ailén in die schöne Napaie Lilasch verliebte und diese zur Frau nahm. Fianeg wartete, bis Lilasch schwanger war, dann suchte sie unerkannt Ailéns Reich auf und verbarg sich in den Wäldern nahe dem Königsschloss. Während des Sonnwendfestes drang sie unbemerkt in den Palast ein und tötete die junge Königin. Ailén, der mit Lilaschs Tod nicht auch noch die ungeborene Tochter verlieren wollte, versetzte diese in den Leib der ehemaligen Napaie Mibél, einer Nymphe, die durch ihr Schicksal schon seit drei Jahrsiebten als Menschenfrau auf der Erde lebte. Lieber wollte Ailén seine Tochter fern von sich bei den Menschen aufwachsen sehen, als sie ganz zu verlieren. So wurde Mibél, die unter den Menschen den Namen Mibél Roberts trug, mit der Napaien-Prinzessin Glenna schwanger und empfing die Kleine voll Freude.

Fianegs Rachedurst war für den Augenblick gestillt, doch musste sie

einen hohen Preis dafür bezahlen, denn der Rat der Nymphen ließ sie aus Tír na nÓg vertreiben und verbannte sie auf die Erde, wo sie in einen Menschenleib eingeschlossen wurde. Durch ihre Verbindung zu den dunklen Mächten behielt sie zwar eine gewisse Macht und konnte auch einen Teil ihrer Erinnerungen an die Anderswelt bewahren, doch ihre Schönheit verflog und sie trug fortan einen grauen Schleier, der im Laufe der Jahre immer dunkler wurde. Ihre Verbannung in die Menschenwelt ließ ihren Groll auf die Königshäuser der Leimoniaden und der Napaien fortgesetzt schwelen, und sie schwor deren Fürsten Rache.

Dadurch, dass Fianeg als Mensch auf die Erde verbannt worden war, erhielt sie nun aber direkten Zugriff auf Fay-Alinn und Glenna, die Kinder der verhassten Fürstenhäuser.

Am Tage des Wiegenfests besuchte viel fremdes Volk den Königspalast der Leimoniaden, um die Tochter des Königspaars anzusehen. Fay-Alinn war schön wie der lichte Tag. Viele mächtige Feen kamen zu ihrem Wiegenfest und beschenkten sie mit ihren besonderen Gaben. Die erste Fee brachte ihr Liebe, die zweite Liebreiz, die dritte Schönheit, die vierte Fruchtbarkeit, die fünfte Kraft, die sechste Macht, die siebte Mut, die achte Klugheit, die neunte Weisheit, die zehnte Gelassenheit, die elfte Reichtum. Die zwölfte hatte sich verspätet, doch statt ihrer trat plötzlich Fianeg, die gar nicht eingeladen war, in die Halle, schritt zur Wiege hin, strich dem Königskind über das Köpfchen und legte ihm ihre Gabe in die Wiege. Dazu sprach sie: „Du, Fay-Alinn, sollst gesegnet sein mit der Gabe, im siebten Lebensjahr ein Mensch zu werden.“ Die Eltern erschraken, als sie diese Worte vernahmen, doch sie konnten dieselben nicht ungesprochen machen. Fianeg lächelte, wandte sich um und verließ die Halle wie ein Schatten. Nun eilte die zwölfte Fee herbei, die aufgehalten worden war, und legte dem Königskind noch die Gabe des Langmuts in die Wiege.

Seit jenem Feste wuchs Fay-Alinn heran und wurde von Jahr zu Jahr schöner. Als sie mit sieben Jahren zu einem Feenfräulein geworden war, zeigte sie neben ihren eigenen Fähigkeiten auch alle jene Gaben, welche die Feen ihr zum...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.