E-Book, Deutsch, Band 2254, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Dunlop Leidenschaftliche Liebesnacht in Alaska
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-0919-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2254, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7515-0919-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ausgerechnet in Alaska bekommt Adeline ihren Traumjob! Dabei wollte die schöne Architektin diesen Bundesstaat meiden. Denn dort wohnt ihre Familie, die sie zu gern bevormundet - und die sie unbedingt mit Joe Breckenridge verheiraten will. Ja, er ist ein toller Typ, ein Milliardär, der wahrscheinlich der nächste Gouverneur wird. Aber Adeline will sich nicht verkuppeln lassen. Doch dann verbringt sie eine leidenschaftliche Nacht mit Joe. Und die hat Folgen! Soll sie aus Alaska fliehen oder das tun, was sie niemals machen wollte - Joe heiraten?
Barbara Dunlop hat sich mit ihren humorvollen Romances einen großen Namen gemacht. Schon als kleines Mädchen dachte sie sich liebend gern Geschichten aus, doch wegen mangelnder Nachfrage blieb es stets bei einer Auflage von einem Exemplar. Das änderte sich, als sie ihr erstes Manuskript verkaufte: Mittlerweile haben die Romane von Barbara Dunlop weltweit eine begeisterte Leserschaft gefunden.
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2. KAPITEL
Das Bewerbungsgespräch am nächsten Tag lief gut: Das Grundstück für den Kunst- und Kulturkomplex war ein absoluter Traum, himmlisch bergisch, mit Ausblick aufs Meer. Ich hatte sofort tausende Ideen für die Gestaltung im Kopf gehabt – und da das Gehalt stimmte und mir sogar eine Unterkunft zur Verfügung gestellt wurde, hatte ich den Job angenommen. William O’Donnell, der Leiter des Projekts, nahm genau wie Joe an der Versammlung im Rathaus teil. Und da er mich dazu eingeladen hatte, führte nun kein Weg mehr daran vorbei; Katie und ich würden die Versammlung ebenfalls besuchen.
Wir huschten durch den Haupteingang hinein und setzten uns hinten links in eine Ecke. Die drei Sprecher – Joe in der Mitte, William zu seiner Linken und eine Frau in ihren Vierzigern zu seiner Rechten – saßen auf einer niedrigen Bühne an einem Tisch. Eine Moderatorin stand seitlich an einem Podium. Die Halle war etwa halb voll, und es strömten immer mehr Bürger herein. Ich hatte nicht vor, selbst irgendwelche Fragen zu stellen. Aber es wäre praktisch, einen ersten Eindruck von der Gemeinde zu bekommen. Wie standen die Leute hier zu den Plänen, einen Gebäudekomplex für Kunst und Kultur zu errichten?
Heute sollten drei Themen besprochen werden: der Kunst- und Kulturkomplex, Ausbesserungen an einem nahegelegenen Nationalpark und der potenzielle Bau einer Straße von Windward nach Skagway, um die abgelegene Stadt mit dem Festland Alaskas zu verbinden.
Katie lehnte sich zur Seite, um mir ins Ohr zu flüstern. „Er hat dich entdeckt.“
Mein Blick wanderte zu Joe und tatsächlich: Er schaute in meine Richtung. Er lächelte mir zu, und ich erwiderte die Geste. Eigentlich hatte ich gehofft, ich würde einfach in der Menge untergehen.
„Er sieht dich an, als wärst du ein köstlicher Eisbecher.“
„Igitt.“ Ich fühlte mich prompt klebrig.
„Du bist ganz schön wählerisch für jemanden, der schon seit sechs Monaten kein Date mehr hatte.“
„Es waren keine …“ Ich zählte kurz geistig nach. „Es sind erst fünf … na gut, fünfeinhalb Monate.“
„Er sieht echt gut aus.“
„Das Igitt war ja auch nicht auf ihn bezogen. Ich fand es nur eklig, mit einem Eisbecher verglichen zu werden.“
Joe sah wirklich gut aus – das konnte ich nicht bestreiten. Er war groß, durchtrainiert und gerade Cowboy genug, um nicht aalglatt zu wirken. Dazu war er offenbar sehr intelligent – zu intelligent, meiner Meinung nach. Er verfügte über einen subtilen Humor, der vielen gar nicht auffiel, ausgedrückt durch ein kurzes Zucken der Mundwinkel oder Funkeln in den Augen. Auf mich machte das einen äußerst klugen Eindruck – doch das könnte auch daran liegen, dass ich es scheinbar als eine der Einzigen bemerkt hatte.
„Ach, ich würde mich gern von ihm ablecken lassen“, sagte Katie.
„Das wird ja immer schlimmer!“
Sie lachte. „Moment, er kommt zu uns rüber.“
„Nein, das würde er nicht …“ Aber es stimmte. Er hatte bereits die Bühne verlassen und kam schnurstracks auf uns zu. „Vielleicht will er zu jemand anderem …“ Hoffnungsvoll sah ich über die Schulter nach hinten.
Doch er blieb auf Höhe unserer Reihe stehen. Katie saß am Gang, und er schaute geradewegs an ihr vorbei. „Interessant“, sagte er.
„Was genau?“ Ich hielt den Atem an, während ich seine Antwort abwartete. Was genau meinte er?
Er nickte zur Bühne. „Seid ihr hier, weil euch die Versammlung interessiert?“
„Oh, war das etwa als Frage gemeint?“
Er neigte den Kopf zur Seite; wieder mal wirkte es so, als wolle er meine Gedanken lesen.
„Die Straße“, sagte ich, um ihn auf eine falsche Fährte zu locken. „Es interessiert mich, ob die Straße gebaut wird.“
„Wegen Kodiak.“ Er nickte wissend.
Mir war ziemlich egal, ob Kodiak Communications direkt an Windward angebunden sein würde oder nicht. Bisher hatte die fehlende Straße die Firma kaum eingeschränkt; die Stadt war per Flugzeug und Boot gut erreichbar. Aber ich spielte mit. „Also, werden sie die Straße bauen?“
„Womöglich. Einige Stellen entlang der Küste sind sehr steil, das könnte zum Problem werden.“
Ich nickte. Aus genau diesem Grund war bisher noch keine Straße gebaut worden. Aber die Leute hofften trotzdem weiter darauf. Ich bemerkte, wie die Moderatorin besorgt in Joes Richtung schaute, und zeigte zur Bühne. „Ich glaube, sie warten auf dich.“
Joe drehte sich noch mal zu mir um. „Was machst du nach der Versammlung?“
„Ich …“ Mir wollte einfach keine gute Lüge einfallen.
„Sie führt mich in der Stadt herum“, warf Katie ein; sie war wirklich eine hervorragende Wingwoman.
Joe warf ihr einen Blick zu, seine Miene nun beinah unmerklich angespannt. „Wir sollten reden, Adeline.“
„Worüber denn?“
„Du weißt genau, worüber.“
„Joe …“
„Guten Abend, Ladies und Gentlemen“, sagte die Moderatorin.
„Ihr Typ wird verlangt“, sagte Katie.
Joe warf mir einen Blick zu, der eindeutig sagte, dass wir noch nicht fertig waren, und ging dann schnell zur Bühne.
„Wow“, Katie atmete schnaubend aus und lehnte sich zurück. „Der Kerl meint es wirklich ernst. Was denkst du, worüber er mit dir sprechen will?“
„Wahrscheinlich will er schon mal Namen für unsere Enkelkinder aussuchen.“
Katie lachte.
Die Moderatorin stellte die Podiumsgäste vor.
„Habt ihr je darüber gesprochen?“, fragte Katie, während die Menge applaudierte.
Ich klatschte ebenfalls. „Du meinst, ob ich mich je mit ihm hingesetzt und gesagt habe: ‚Hey, wie du weißt, will mein Dad, dass ich dich heirate. Was sagst du denn dazu?‘“
„Genau. Einfach alle Karten auf den Tisch legen.“
„Nein.“ Ein derart unangenehmes Gespräch wollte ich mir nicht mal vorstellen.
Die Moderatorin eröffnete die Diskussion mit einer Frage nach dem Nationalpark.
„Du solltest ihm sagen, dass du kein Interesse hast“, sagte Katie.
„Das weiß er doch längst. Ich meine, jetzt mal ehrlich, wie oft muss ich ihn noch abweisen, ehe er das endlich versteht?“
„Er ist ein Kerl. Die verstehen solch subtile Hinweise nicht immer.“
„Oh doch, Joe schon.“
„Woher willst du das wissen?“
„Er ist klug. Ich habe ihn bei Gesprächen und Debatten beobachtet.“
„Aha?“
„Und er hat einen sehr trockenen Sinn für Humor.“ Ich dachte an ein bestimmtes Gespräch mit meinem Onkel Braxton zurück.
Während die Frau neben Joe das Wort ergriff, fing ich erneut seinen Blick auf. Er sah mich eindringlich an, irgendwie heiß, beinah sexy. Ich stöhnte fast auf. Es fehlte mir gerade noch, dass ich Joe sexy fand.
„Du solltest die Sache einfach hinter dir lassen“, sagte Katie.
„Welche Sache?“ Hatte sie Joes plötzliche Anziehungskraft etwa bemerkt?
„Sei einfach ehrlich zu ihm. Sag ihm, dass aus euch beiden nie etwas werden wird. Sag ihm, er soll sich eine andere Braut mit passenden Wurzeln suchen.“
Ich grinste. Ich konnte einfach nicht anders. Joe wäre sicher sprachlos, sollte ich je so direkt zu ihm sein.
„Du lächelst“, sagte sie.
„Das Bild ist einfach zu köstlich.“
„Er lächelt zurück.“
Ich sah zur Bühne und tatsächlich: Seine offene Miene schlug mich in seinen Bann. Ich sollte wirklich nicht so reagieren. So sexy er auch sein mochte, ich würde mich nicht von ihm einwickeln lassen. Schnell setzte ich wieder eine nüchterne Miene auf – und er hob amüsiert eine Augenbraue.
„Es könnte funktionieren“, sagte Katie.
„Er würde das bloß als Herausforderung betrachten.“ Zumindest fürchtete ich das. Joe wusste genau, dass ich keine Beziehung zu ihm wollte; das hatte ihn bisher allerdings nicht davon abgehalten, mich weiter zu umwerben.
„Hast du eine bessere Idee?“
„Ja. So schnell wie möglich aus Alaska verschwinden und nie wieder zurückkommen.“ Hätte ich mich bloß gleich an diesen Vorsatz gehalten.
Die Moderatorin bat Joe um seine Meinung, und er beugte sich zum Mikrofon vor. Kaum hallte seine tiefe Stimme durch den Saal, horchte das Publikum auf und verstummte. Er hatte ihre volle Aufmerksamkeit.
„Adeline?“, fragte Kate.
„Hm?“
„Bist du sicher, dass es nicht eigentlich etwas anderes ist?“
Ich drehte mich zu ihr. „Was meinst du?“
„Fürchtest du vielleicht einfach, dass du dich zu ihm hingezogen fühlen könntest?“
„Nein.“ Die Antwort kam zu schnell, und mir rollte ein Schauer über den Rücken.
„Oh-oh“, sagte Katie.
„Nichts da, oh-oh.“
„Stimmt, du fühlst dich überhaupt nicht zu ihm hingezogen, nein.“
Wie gerne hätte ich doch gelogen … Aber ich log Katie nie an. „Er ist durchaus attraktiv. Das hast du selbst gesagt. Er sieht gut aus, aber das ist auch alles. Meistens geht er mir einfach nur auf die Nerven.“
Sie musterte mich kurz, ehe sie meine Antwort akzeptierte. „Okay.“
„Gut.“ Damit sollte das geklärt sein.
„Du solltest es ihm trotzdem sagen.“
„Er reist doch morgen schon wieder ab.“ Und damit würden meine Probleme verschwinden – zumindest vorübergehend.
Katie ließ sich das durch den Kopf gehen. „Das ist...




