Dunlop | Lust, Intrigen und ein Traummann | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1940, 144 Seiten

Reihe: Baccara

Dunlop Lust, Intrigen und ein Traummann


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-2308-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1940, 144 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-7337-2308-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Hals über Kopf verliebt Kalissa sich in den attraktiven Riley Ellis. Der smarte Unternehmer aus Chicago umwirbt sie heiß, und in seinen Armen spürt Kalissa eine Leidenschaft, wie sie sie noch nie erlebt hat! Er gibt ihr das Gefühl, die schönste Frau der Welt zu sein. Bis sie eine schreckliche Entdeckung macht: Ihr Traummann ist der Erzfeind von Shane Colborn, dem frischgebackenen Ehemann ihrer Zwillingsschwester. Schon lange versucht Riley, seinen Rivalen zu übertrumpfen. Hat er sie nur erobert, um der Familie Colborn nah zu sein - um sie endlich zu besiegen?



Barbara Dunlop hat sich mit ihren humorvollen Romances einen großen Namen gemacht. Schon als kleines Mädchen dachte sie sich liebend gern Geschichten aus, doch wegen mangelnder Nachfrage blieb es stets bei einer Auflage von einem Exemplar. Das änderte sich, als sie ihr erstes Manuskript verkaufte: Mittlerweile haben die Romane von Barbara Dunlop weltweit eine begeisterte Leserschaft gefunden.

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1. KAPITEL

Kalissa Smith streifte ihre verschmutzten Gartenhandschuhe ab und trat einige Schritte zurück. Zufrieden betrachtete sie ihr Werk. Der Rasen, die Zierpflanzen – alles war genau so geworden, wie sie es sich vorgestellt hatte.

„Der Zierpfeffer macht sich wirklich gut“, kommentierte ihre Freundin Megan. „Ein hübscher Kontrast zu den anderen Farben.“

„Ja, das ist mal was anderes“, erwiderte Kalissa.

Megan atmete tief durch. „Ich glaube, die Newbergs werden zufrieden sein.“

„Das möchte ich ihnen auch geraten haben.“

Die Newbergs waren schwierige Kunden, aber wer sollte an dieser prächtigen Gartenanlage etwas zu meckern finden?

„Haben wir an diesem Auftrag überhaupt etwas verdient?“, fragte Megan.

„Na hoffentlich. Beim neuen Rasen haben wir draufgezahlt, aber dafür haben wir ordentlich bei den Personalkosten gespart.“

„Ja, aber nur, weil wir das meiste selbst gemacht haben.“

„Wie gut, dass wir uns selbst nur Hungerlöhne zahlen.“

Megan lächelte. „Auf jeden Fall ist die Gartenanlage wirklich schön geworden.“

Kalissa streckte sich. Ihre Muskeln schmerzten von der harten Arbeit. Aber man musste auch das Positive sehen. Das Geld fürs Fitnessstudio konnte sie sich sparen, und obendrein hatte sie eine attraktive Sonnenbräune bekommen. Und das ganz ohne Sonnenstudio.

„Ich mache ein paar Fotos für unsere Website“, sagte sie.

Die Firma der beiden Freundinnen, Mosaic Landscaping, existierte nun schon fast ein Jahr. Sie hatten sie gleich nach Abschluss ihrer Ausbildung zu Landschaftsgärtnerinnen gegründet.

„Heute Nachmittag hatten wir schon wieder drei Anfragen auf der Mailbox“, berichtete Megan.

„Können wir nicht wenigstens was essen gehen, bevor wir uns um einen neuen Auftrag kümmern?“

Megan schmunzelte. „Was, essen willst du auch noch?“

„Ich bin eben eine sehr anspruchsvolle Arbeitskraft.“

„Na ja, einen Hamburger könnte ich auch vertragen.“

„Benny, schmeiß den Ofen an!“

Benny’s Burgers war ein Imbiss ganz in der Nähe von Kalissas und Megans Laden im Westen Chicagos. In der nicht gerade exklusiven Gegend hatten die beiden Freundinnen die Geschäftsräume samt Lager und der darüber liegenden Wohnung günstig anmieten können.

Kalissa holte die Kamera aus dem Führerhaus des Kleinlasters und fotografierte den Garten aus verschiedenen Perspektiven.

Währenddessen packte Megan die Gartenwerkzeuge zusammen und verstaute sie auf der Ladefläche. Anschließend griff sie nach ihrem Tablet.

„Na, gibt’s auf unserer Homepage auch schon neue Anfragen?“, erkundigte sich Kalissa, während sie in die Knie ging, um den Garten samt Hausfront aus der Froschperspektive aufs Bild zu bekommen.

„Schon wieder ein paar Leute, die Interesse an regelmäßiger Gartenpflege hätten.“

Megan und Kalissa sahen sich in erster Linie als Landschaftsgärtnerinnen, die Gärten neu gestalten wollten. Der regelmäßigen Pflege bereits bestehender Anlagen galt nicht ihr Hauptinteresse. Dennoch, wenn sie ein paar Hilfskräfte anheuerten, konnte sich daraus ein interessantes Zusatzgeschäft entwickeln. Ihr kleines Unternehmen gewann zwar immer mehr Kunden, aber die Profitmargen waren gering.

Kalissa machte die letzten Aufnahmen.

„Was meinst du, sollen wir unser Angebot offiziell auf Gartenpflege ausweiten?“, fragte sie, als sie sich zu Megan gesellte.

Die Freundin starrte wie gebannt auf ihr Tablet. „Sag mal, Kalissa, verheimlichst du mir vielleicht irgendwas?“

„Wovon redest du?“

Megan hielt ihrer Freundin das Tablet hin. „Hier. Sieh selbst.“

Kalissa betrachtete das Foto auf dem Bildschirm. Es zeigte ein Hochzeitspaar: den hochgewachsenen Bräutigam im Smoking, die Braut im prächtigen weißen Hochzeitskleid mit einem riesigen Blumenstrauß im Arm. Als sie die Gesichter der beiden musterte, sah sie es auch. Unglaublich!

„Das bist du“, sagte Megan.

„Nein, natürlich bin ich das nicht“, widersprach Kalissa. Obwohl die Braut haargenau so aussah wie sie! „Ob jemand das Bild mit Photoshop manipuliert hat?“

„Das habe ich auch erst gedacht“, erwiderte Megan. „Aber dann hätte sich jemand sehr viel Mühe gegeben. Da gibt’s nämlich noch jede Menge anderer Fotos von dir als stolzer Braut.“

Kalissa sah sich nun weitere Bilder an – und konnte es kaum fassen. „Ist das ein Scherz?“ Misstrauisch musterte sie ihre Freundin. „Sag mal, steckst du vielleicht dahinter?“

„Nein, ganz bestimmt nicht. Ich habe die Aufnahmen ja selbst gerade eben erst entdeckt.“

Gemeinsam betrachteten die beiden jungen Frauen die restlichen Fotos. Als sie zu einem Bild der Hochzeitstorte kamen, kommentierte Megan: „Nicht schlecht. Siebenstöckig. Größer geht es schon aus statischen Gründen kaum.“

„In meinem zweiten Leben scheine ich jede Menge Geld zu haben“, murmelte Kalissa. „Schade, dass ich mir selbst davon nichts rüberschicken kann.“

Megan lachte auf.

„Ich muss unbedingt rauskriegen, was dahintersteckt“, überlegte Kalissa laut. „Ich habe doch demnächst Geburtstag. Will mich vielleicht einer meiner Freunde damit überraschen …?“

„Der Bräutigam sieht wirklich gut aus“, kommentierte Megan.

„Aber hallo. Ein richtiger Prachtkerl.“

„Hier steht, es ist Shane Colborn.“

„Colborn, Colborn …?“, dachte Kalissa laut nach. „Wo habe ich den Namen nur schon mal gehört?“

„Colborn Aerospace“, antwortete Megan. „Das ist die Flugzeugfirma hier in Chicago. Und halt dich fest, der Typ ist tatsächlich der Besitzer des Unternehmens.“

„Oje“, murmelte Kalissa. „Dieser schwerreiche Typ findet so einen Scherz bestimmt nicht lustig. Ist diese Webseite öffentlich zugänglich?“

„Ich bin über einen Link von Nighttime News darauf gekommen. Du weißt schon, diese Nachrichtenseite.“

„Um Himmels willen, dann kann es jeder sehen! Wir müssen ihnen sagen, dass sie den Link sofort von ihrer Seite nehmen sollen! Und die andere Seite muss gesperrt werden!“

„Langsam glaube ich nicht mehr, dass das Ganze ein Scherz ist“, überlegte Megan laut. „Ich glaube viel eher … dass du eine Doppelgängerin hast.“

Energisch schüttelte Kalissa den Kopf. „Nein, unmöglich. Niemand könnte mir so ähnlich sehen. Das gibt es einfach nicht. Das Ganze muss eine Fälschung sein.“

„Vielleicht hat jemand dich geklont. Wir haben da doch neulich diesen Film gesehen …“

„Quatsch, das war Science-Fiction. So weit ist die Wissenschaft noch lange nicht. Und vor allem war sie noch nicht so weit, als ich geboren wurde.“

„Dann gibt es nur noch eine andere Möglichkeit“, erklärte Megan nachdenklich.

Erwartungsvoll sah Kalissa ihre Freundin an. „Was denn? Nun sag schon.“

„Du hast eine Zwillingsschwester.“

Wieder schüttelte Kalissa den Kopf. „So ein Unsinn.“

„Es ist nicht ausgeschlossen. Du bist doch adoptiert worden …“

„Ja, aber zu dem Zeitpunkt war ich schon fast ein Jahr alt. Und meine Mutter – also meine Adoptivmutter – hätte doch garantiert gewusst, wenn ich eine Zwillingsschwester gehabt hätte. Und sie hätte es mir erzählt, sobald ich alt genug dafür war.“

Gilda Smith hatte ein etwas chaotisches Leben geführt, und auch dem Alkohol war sie nicht abgeneigt gewesen. Deshalb war auch ihr Gedächtnis nicht das beste gewesen. Aber man vergaß doch nicht, dass die eigene Adoptivtochter eine Zwillingsschwester hatte!

„Vielleicht bist du gleich nach der Geburt von deiner Zwillingsschwester getrennt worden“, mutmaßte Megan. „In dem Fall wusste vielleicht niemand davon.“

„Wer sollte denn so etwas tun? Und warum sollte er es geheim halten? Das kann alles nicht sein, völlig unmöglich.“

Doch je länger Kalissa über die Angelegenheit nachgrübelte, desto mehr musste sie ihrer Freundin recht geben. Die frappierende Ähnlichkeit mit der Frau auf den Fotos konnte kein Zufall sein. Und nach einer Fälschung sahen die Bilder auch nicht aus.

„Du solltest die Frau einfach anrufen“, schlug Megan vor. „Vielleicht leiht sie uns ein bisschen Geld …“

Schockiert blickte Kalissa ihre Freundin an. „Das ist doch wohl hoffentlich nicht dein Ernst.“

„Die Frau hat gerade einen Milliardär geheiratet.“

„Na und?“

„Sobald sie dich sieht …“

„Wird sie nicht.“

„Warum denn nicht?“

„Weil ich nicht so bin. Ich bin nicht die lange verschollene Verwandte, die urplötzlich auftaucht, weil gerade Geld im Spiel ist.“

„Du brauchst sie ja nicht um Geld zu bitten.“

„Auch wenn ich sie nicht darum bitte – auf jeden Fall hätte es den Anschein, dass ich hinter ihrer Kohle her bin.“

„Ein paar Tausender würden ihr nicht wehtun. Und es wäre ja auch nur ein Kredit. Um unsere Firma auf Vordermann zu bringen.“

Kalissa schaltete das Tablet aus und reichte es ihrer Freundin zurück. „Nein, Megan. Nein und nochmals nein.“

„Du kannst die Sache doch nicht einfach so auf sich beruhen lassen.“

„Und ob ich das kann. Du wirst schon sehen.“

Riley Ellis war angespannt. In seine Freude, sein Triumphgefühl mischte sich so etwas wie Angst. Er hatte mit seiner einst kleinen...



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