Dunlop | Pikanter Pakt und heiße Küsse | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2144, 144 Seiten

Reihe: Baccara

Dunlop Pikanter Pakt und heiße Küsse


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-2629-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2144, 144 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-7337-2629-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Schluss mit brav! Natasha und James, ihr guter Freund aus dem Tennisclub, schließen einen pikanten Pakt: Sie wollen sich gegenseitig neu stylen. Sexy aussehen und heiß umschwärmt werden, so lautet das Ziel. Coole Outfits und selbstbewusstes Auftreten werden ein voller Erfolg! Bis der neue James, plötzlich ein toller Typ mit Dreitagebart, noch einen Schritt weiter geht: Nat soll ihm zeigen, wie abenteuerlich es Frauen im Bett wollen. Das kann er haben! Aber auf einmal wird für Nat aus ihrer Freundschaft plus gefährlich mehr ...



Barbara Dunlop hat sich mit ihren humorvollen Romances einen großen Namen gemacht. Schon als kleines Mädchen dachte sie sich liebend gern Geschichten aus, doch wegen mangelnder Nachfrage blieb es stets bei einer Auflage von einem Exemplar. Das änderte sich, als sie ihr erstes Manuskript verkaufte: Mittlerweile haben die Romane von Barbara Dunlop weltweit eine begeisterte Leserschaft gefunden.

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1. KAPITEL

Im Grunde war ich nicht völlig allein.

Ich hatte Freunde bei der Arbeit. Na ja, es waren wohl eher Bekannte. Aber mit ein paar von ihnen tauschte ich zu Weihnachten Geschenke aus. Wir aßen zusammen zu Mittag. Manchmal gingen wir sogar abends irgendwo etwas trinken, ehe wir nach Hause gingen.

Mochten meine engsten Freundinnen Layla und Brooklyn auch Seattle verlassen haben – man erholte sich von solchen Schicksalsschlägen. Irgendwie erholte man sich von allem, was einem so zustieß. Das Leben ging weiter, es gab neue Erfahrungen, neue Freunde …

Und bei denen brauchte es sich noch nicht einmal um Menschen zu handeln.

Ich mochte Katzen. Besonders Katzenbabys. Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass man junge Kätzchen immer paarweise halten sollte. Am besten war es, wenn sie aus demselben Wurf stammten. So konnten sie einander Gesellschaft leisten, wenn man unterwegs war.

Eine Bibliothekarin mit zwei Katzen. Perfekt.

Genauso hatte ich mir mein Leben vorgestellt.

Ich befand mich gerade im Harbor Tennis Club, mitten in Seattle, und las eine Textnachricht meiner Freundin Sophie Crush, der Vierten in unserem Bunde. Unten auf den Spielfeldern der Tennishalle waren mehrere Matches im Gange. Man hörte die üblichen Geräusche von aufschlagenden Bällen und den schabenden Schritten der Spieler; ab und zu rief jemand etwas. Hier oben in der Lounge hörte ich die Geräusche gedämpft durch die Glasscheibe. Vor mir auf dem polierten Holztisch stand eine Tasse Kräutertee, noch zu heiß zum Trinken.

Ich mochte Kräutertee. Er tat gut, und ich hatte nicht vor, keinen mehr zu trinken, nur um nicht dem Klischee zu entsprechen: Bücher, Katzen, Kräutertee.

Hier im Tennisklub hatte ich ebenfalls ein paar Bekannte. Wie hätte es auch anders sein können. Schließlich war ich hier schon Mitglied seit Teenagerzeiten. Mit den meisten meiner Altersgruppe hatte ich schon trainiert und gespielt.

Aber echte Freundinnen waren halt doch etwas anderes. Mit denen konnte man samstagnachmittags auf dem Sofa abhängen, dekadent Eiscreme löffeln und später ab vier Uhr Nachos dippen, wenn man endlich den Wein öffnen durfte. Und man konnte sich bei ihnen ausheulen, wenn es einem schlecht ging.

Zurzeit ging es mir definitiv schlecht.

Wahrscheinlich war das ganz normal. Ich gönnte Layla und Brooklyn ihr jeweiliges Happy End und freute mich, dass sie glücklich waren. Dumm war nur, dass ich selbst überhaupt nicht glücklich war.

Ich schaute auf mein Smartphone und las erneut die Nachricht von Sophie. Sie schrieb, dass ihr Lunch sich in die Länge zöge. Genauer gesagt, ihr Lunch mit dem neuen Typen. Das Emoji am Schluss des Textes verriet, dass der Typ eine heiße Nummer war.

Ich freute mich für sie. Klar. Aber für mich selbst freute es mich überhaupt nicht.

Jetzt saß ich hier in meinen Tennisshorts und mit meinem Schläger, und meine Verabredung mit Sophie war gerade geplatzt. Was sollte ich also mit diesem Samstagnachmittag anfangen? Ganz abgesehen davon, dass ich abends auch nichts vorhatte. Ich ertappte mich dabei, dass ich überlegte, ob das Tierheim wohl am Wochenende geöffnet hatte.

Dabei war mir klar, dass es eine Kurzschlusshandlung gewesen wäre. Sicher, ich mochte Katzen. Was ich aber nicht mochte, war das, was die Anschaffung bedeutet hätte. Als würde ich aufgeben und mich mit meinem grauen Dasein abfinden. Nichts erlebt, niemanden geliebt, nichts mehr zu erwarten. Und dann so weiter bis zur Rente? Ab in die Urne?

Wow.

Ich musste über mich selbst lachen. Vom geplatzten Tennismatch zum Lebensende in weniger als dreißig Minuten. Vielleicht sollte ich lieber Tequila trinken statt Tee.

Eines der Spiele endete. Zwei Männer gingen zum Netz, gaben sich die Hand und verließen den Platz.

Ich sah, dass einer von ihnen James Gillen war, Laylas älterer Bruder. Ehrlich gesagt, war er der Einzige hier im Klub, der noch schlimmer dran war als ich.

Das baute mich trotzdem nicht auf. Schließlich war ich ein Mensch, der zu Mitgefühl fähig war.

James war die Jugendliebe meiner wunderschönen, von allen umschwärmten Freundin Brooklyn. Und bis zum vergangenen Juli waren die beiden verlobt und glücklich gewesen. Ein Jahr lang hatten sie ihre Hochzeit geplant. Ein Riesending. Superromantisch. Und dann hatte Brooklyn vor dem Altar kehrtgemacht. In Anwesenheit von fünfhundert Gästen und einem Reporter der Lokalzeitung.

Ich machte Brooklyn keinen Vorwurf. Jedenfalls nicht mehr als nötig. Denn ihr frischgebackener Ehemann, Colton Kendrick, war ein extrem guter Fang: attraktiv, erfolgreich, charmant.

Es hatte mich nicht besonders überrascht, dass sich zwei Männer gleichzeitig um Brooklyn bemühten. Sie hatte einfach das gewisse Etwas.

Ich wünschte, ich hätte wenigstens einen Bruchteil davon.

Probehalber nutzte ich die Scheibe der Besucherlounge als Spiegel und versuchte ein Lächeln, wie Brooklyn es draufhatte. Mit Schwung wollte ich so wie sie mein Haar zurückwerfen. Doch es war zu einem Pferdeschwanz gebunden, und der Versuch misslang.

Also lachte ich wie üblich über mich selbst, trank einen Schluck lauwarmen Tee und wünschte, es wäre tatsächlich Tequila.

Von Bibliothekarinnen wurde nicht erwartet, dass sie das gewisse Etwas besaßen. Sie hatten praktisch veranlagt und zuverlässig zu sein. Grundsätzlich waren das ja keine schlechten Eigenschaften. Nur wo blieb die Anziehungskraft, wo war der Sex-Appeal?

Ich nahm meine Sportbrille ab und tauschte sie gegen meine Alltagsbrille ein. Sobald sie auf meiner Nase saß, konnte ich das Paar erkennen, das gerade die Lounge betreten hatte. Meine Laune sank auf den Nullpunkt.

Denn da war Henry Reginald Paulson III., am Arm seine hübsche, quirlige Freundin.

Sie war groß, extrem schlank und blond, hatte blendend weiße Zähne und klimperte ständig mit ihren Bambi-Wimpern. Soweit ich mich erinnern konnte, hieß sie Kaylee oder Candi oder so ähnlich. Noch nie hatte ich sie Tennis spielen gesehen, aber Henry legte offenbar keinen Wert auf sportliche Fähigkeiten seiner Gespielinnen.

Der Familie Paulson gehörte der Harbor Tennis Club mehr oder weniger. Jedenfalls veranstalteten sie hier Wohltätigkeitsbälle und saßen im Vorstand. Ihre Mitgliedschaft im Klub reichte drei oder vier Generationen zurück. Henry war der Kronprinz.

Außerdem war er mein Ex. Im Mai hatte er mich kalt lächelnd entsorgt. Am fünfundzwanzigsten Mai, um genau zu sein. An diesem Tag hatte ich in der Northridge Library meinen fünften Jahrestag gefeiert. Danach standen mir eine Woche Extraurlaub zu sowie ein besserer Parkplatz, näher am Bibliotheksgebäude. Ich hatte mich gefreut, aber noch mehr hatte ich mich darauf gefreut, den Abend mit Henry zu verbringen.

Doch das festliche Dinner, für das ich mein bestes blaues Kleid angezogen hatte, endete noch vor dem Horsd’œuvre in einem Desaster. Allein und heulend fuhr ich im Taxi nach Hause.

Henry wollte, dass wir Freunde bleiben, lobte meine guten Eigenschaften, sagte, er bewunderte mich und hoffte, dass ich eines Tages den Richtigen finden würde.

Keine Bemerkung fiel über mein nichtssagendes braunes Haar, meine Brille, meine schlichten Klamotten oder meine durchschnittliche Körpergröße. Doch da er mich durch eine Frau ersetzt hatte, die das genaue Gegenteil von mir war, konnte ich meine eigenen Schlüsse ziehen.

Jetzt hatte Henry mich erspäht. Er lächelte mir zu und winkte, als ob wir Freunde wären. Dabei hatten wir seit der Trennung kein Wort mehr miteinander gewechselt.

Ich wünschte, ich würde nicht allein hier sitzen.

Ich wünschte, ich wäre auf dem Tennisplatz und würde mit Sophie ein Match spielen.

Ich wünschte, ich wäre irgendjemand oder irgendwo …

„Hi, Nat.“

Ich schaute auf und erblickte James, der an meinen Tisch getreten war.

Danke, James.

Hoffentlich blieb er ein paar Minuten stehen und unterhielt sich mit mir. Dann würde ich mich nicht so miserabel fühlen, während Henry und Kaylee sich zu ihren lauten, lustigen Freunden am großen Tisch in der Mitte des Raumes gesellten.

„Hi, James“, sagte ich.

„Wartest du auf jemanden?“, fragte er und schaute sich um.

Ich wedelte mit meinem Smartphone. „Sophie hat mir gerade abgesagt. Jetzt muss ich unsere Tennisstunde stornieren.“

„Geht es ihr nicht gut?“

„Doch, es geht ihr prima. Es ist nur etwas dazwischengekommen.“ Etwas Besseres als ich.

„Darf ich mich zu dir setzen?“

„Klar.“ Es war ja genug Platz an meinem Vierertisch. Ich hätte ihn dafür küssen mögen.

„Ich verdurste“, erklärte er und winkte dem Kellner zu. Dann fiel sein Blick auf meine Teetasse. „Möchtest du etwas anderes trinken?“

Der Kellner erschien umgehend.

„Ich hätte gern ein Bier“, sagte James. „Vom Fass. Sie haben doch bestimmt eins aus einer hiesigen Brauerei.“ Dann schaute er mich fragend an.

„Hört sich gut an“, meinte ich. „Für mich auch eins.“ Es war noch nicht vier Uhr, aber an so einem Tag wie heute war das egal.

Er ließ sich auf einen Stuhl fallen.

„Hattest du ein gutes Match?“, wollte ich wissen.

„Caleb ist ein guter Spieler. Es war verdammt anstrengend.“

Offensichtlich hatte James kurz geduscht. Sein Haar war noch feucht, und er trug eine schwarze Hose, dazu ein weißes Hemd mit aufgerollten Ärmeln.

Er sah gut aus, war groß und durchtrainiert....



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