E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Dunlop Wieder weckst du mein Verlangen
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-6694-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7337-6694-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Heftiges Verlangen steigt in Amanda auf, als ihr attraktiver Exmann sie umwirbt. Und blanke Wut, als der ehrgeizige Medienboss ihr Leben wieder mal umkrempeln will. Sie weiß, sie sollte die Finger von Daniel lassen. Doch die Aussicht auf heiße Nächte mit ihm ist zu verlockend ...
Barbara Dunlop hat sich mit ihren humorvollen Romances einen großen Namen gemacht. Schon als kleines Mädchen dachte sie sich liebend gern Geschichten aus, doch wegen mangelnder Nachfrage blieb es stets bei einer Auflage von einem Exemplar. Das änderte sich, als sie ihr erstes Manuskript verkaufte: Mittlerweile haben die Romane von Barbara Dunlop weltweit eine begeisterte Leserschaft gefunden.
Autoren/Hrsg.
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1. KAPITEL
Wenn es nach Amanda Elliott ginge, gäbe es in New York ein Gesetz gegen Exmänner.
Sie holte tief Luft, stieß sich vom Startblock ab und tauchte mit einem eleganten Kopfsprung in die erste Bahn des Pools im Boca Royce Health Club.
Ein Gesetz gegen Exmänner, die in das Leben ihrer geschiedenen Frau eindrangen. Sie streckte die Arme nach vorn, glitt durchs Wasser und tauchte schließlich wieder auf.
Ein Gesetz gegen Exmänner, die nach über fünfzehn Jahren immer noch fit und sexy waren. Sie hob den rechten Arm aus dem Wasser und fand schnell in ihren Kraulrhythmus.
Und ein Gesetz gegen Männer, die ihre Exfrau zärtlich in den Armen hielten, tröstende Worte flüsterten und die Welt wieder zurechtrückten, die gerade aus den Fugen geraten war.
Sie verdrängte die unwillkommene Erinnerung und kraulte schneller, bis ihre Fingerspitzen die Beckenwand am anderen Ende der Bahn berührten. Gekonnt vollführte sie eine Wende und schwamm die nächste Bahn.
Und wenn die Politiker schon dabei waren, dann sollten sie auch gleich ein Gesetz gegen Söhne erlassen, die bei Schusswechseln verletzt wurden, Söhne, die insgeheim Regierungsagenten waren, und Söhne, die ohne Zustimmung ihrer Mutter eine Agentenausbildung absolvierten.
Es wäre ganz einfach. Eine Änderung der Zulassungsklauseln, und keine Frau müsste je wieder feststellen, dass sie einem James Bond das Leben geschenkt hatte.
Amanda hatte die halbe Bahn geschafft.
Ihr Sohn Bryan war ein James Bond.
Sie lachte verzweifelt auf und hätte dabei fast Wasser geschluckt.
Sosehr sie sich auch bemühte, sie konnte sich Bryan nicht vorstellen, wie er, ausgestattet mit gefälschten Papieren, in schnittigen Autos durch exotische Länder fuhr und auf kleine Fernsteuerungen drückte, um Dinge in die Luft zu jagen. Ihr Bryan hatte junge Hunde und Fingerfarbe geliebt und vor allem diese süßen, mit Sahne gefüllten Kokosnusswindbeutel, die man nur bei Wong an der Ecke bekam.
Sie war dankbar, dass er sich aus dem Agentengeschäft zurückziehen wollte. Das hatte er seiner jungen Frau geschworen. Amanda hatte es mit eigenen Ohren gehört. Und Daniel auch.
Sie kam aus dem Rhythmus. Dieses Mal wollte das Bild ihres Exmannes nicht verschwinden.
Daniel hatte sie getröstet in der langen Nacht, in der Bryan operiert wurde. Er war ihr Anker gewesen, hatte sie gehalten, als sie glaubte, unter der Last des Erlebten zusammenzubrechen. Gelegentlich hatte er sie so eng an sich gepresst, dass sich fünfzehn Jahre Ärger und Misstrauen zwischen ihnen einfach auflösten.
Frieden?
Sie wendete wieder, stieß sich kraftvoll vom Beckenrand ab und schoss durchs Wasser. Sie konzentrierte sich auf die Schwimmzüge und kraulte schneller.
Zwischen ihnen würde kein Frieden herrschen.
Niemals.
Denn Daniel war ein echter Elliott. Und Amanda nicht. Ost-West-Beziehungen waren Harmonieveranstaltungen gegen eine Beziehung mit einem Elliott.
Der Waffenstillstand war vorbei. Bryan befand sich auf dem Weg der Besserung, Daniel war zurück in seiner Welt in Manhattan, und Amanda musste morgen früh das Eröffnungsplädoyer vor Richter Mercer halten.
Wieder eine Bahn geschafft. Fünf, zählte sie in Gedanken mit.
„Hi, Amanda.“ Daniels vertraute Stimme kam aus dem Nichts.
Sie brachte ihren Körper mühsam in die Vertikale, rieb sich das Wasser aus den Augen und blinzelte in das verschwommene Gesicht ihres Exmannes. Was tat er hier? „Ist etwas mit Bryan?“
Daniel schüttelte hastig den Kopf. „Nein, nein. Mit Bryan ist alles in Ordnung. Entschuldige, wenn ich dir einen Schreck eingejagt habe.“ Er ging in die Hocke, sodass sie fast auf Augenhöhe miteinander waren.
Amanda atmete erleichtert auf. Sie hielt sich am Beckenrand fest. „Gott sei Dank.“
„Cullen hat mir gesagt, dass ich dich hier finden würde.“
Bei der Erwähnung ihres zweiten Sohnes regte sich wieder Angst in ihr. „Stimmt etwas nicht mit Misty?“
Erneut schüttelte Daniel den Kopf. „Misty geht es gut. Das Baby tritt wie verrückt.“
Amanda betrachtete seinen Gesichtsausdruck. Er wirkte ruhig und gelassen. Was auch immer ihn mitten am Tag aus dem Büro gelockt haben mochte, es konnte nichts Lebensbedrohliches sein.
Er richtete sich wieder zu voller Größe auf, und ihr Blick wanderte zu seiner muskulösen Brust, dann zu seiner blauen Badehose. Um den Waschbrettbauch beneidete ihn sicherlich so mancher Mann, der nur halb so alt war wie er.
Ihr Mund wurde trocken, als sie plötzlich feststellte, dass sie Daniel sechzehn Jahre lang in nichts anderem als Designeranzügen gesehen hatte. Der Mann, den sie verlassen hatte, sah immer noch fantastisch aus.
Sie trat auf der Stelle, um in dem tiefen Wasser das Gleichgewicht zu behalten. „Was machst du dann hier?“
„Ich wollte zu dir.“
Sie blinzelte wieder und suchte nach dem Sinn hinter seinen Worten. Wenn sie nicht irgendetwas verpasst hatte, dann hatten sie sich bei Bryans Hochzeit Lebewohl gesagt, und jeder war in sein Leben zurückgekehrt.
Eigentlich sollte Daniel jetzt hinter seinem Mahagonischreibtisch in der Redaktion von Snap sitzen und mit allen Mitteln um Umsatz und Marktanteile kämpfen. Da er sich mit seinen Geschwistern im Wettstreit um den Geschäftsführerposten bei Elliott Publication Holdings befand, konnte ihn eigentlich nur eine Katastrophe biblischen Ausmaßes während der Arbeitsstunden dem Büro fernhalten.
„Ich wollte mit dir reden“, sagte er.
„Wie bitte?“ Sie schüttelte sich das Wasser aus den Ohren.
„Reden. Du weißt schon, wenn Menschen Worte benutzen, um Informationen und Ideen auszutauschen.“
Hatte sie tatsächlich richtig gehört? Daniel hatte sie gesucht, um zu plaudern?
Er lächelte und hielt ihr die Hand hin. „Wollen wir etwas trinken?“
Sie drückte sich vom Beckenrand ab und begann, Wasser zu treten. „Nein.“
„Komm aus dem Pool, Amanda.“
„Nein.“ Sie würde nicht mit ihm sprechen, und vor allem würde sie nicht in einem hautengen Badeanzug vor ihm aus dem Wasser hüpfen.
Er mochte immer noch ein Muskelpaket sein, bei ihr aber gewann die Erdanziehungskraft den Kampf gegen ihren Körper.
„Ich muss noch fünfundvierzig Bahnen schwimmen.“
Fünfzig Bahnen waren viel, doch sie hatte sich vorgenommen, ihr Training zu steigern – und fing hier und jetzt damit an.
Daniel verschränkte die Arme vor der breiten Brust. „Seit wann hältst du dich an einen Plan?“
Wollte er jetzt von ihren und seinen Schwächen anfangen?
„Seit wann hörst du vor acht Uhr abends auf zu arbeiten?“
„Ich lege gerade eine Kaffeepause ein.“
„Aha.“ Sie sah ihn skeptisch an.
Er runzelte die Stirn. Obwohl er nur mit einer Badehose bekleidet war, strahlte er Autorität aus. „Was soll das nun wieder heißen?“
„Es heißt, dass ich dir nicht glaube. Du machst keine Kaffeepausen.“
„In den letzten fünfzehn Jahren – oder sogar noch länger – haben wir uns kaum gesehen. Woher willst du wissen, ob ich Kaffeepausen mache oder nicht?“
„Wann war die letzte?“
Seine kobaltblauen Augen verdunkelten sich. „Heute.“
„Und davor?“
Er schwieg einen Moment, dann zog er einen Mundwinkel hoch.
Sie spritzte Wasser in seine Richtung. „Ich wusste es.“
Er wich aus. „Muss ich erst zu dir ins Becken kommen?“
„Verschwinde.“ Sie wollte ihr Training beenden und wieder einen klaren Kopf bekommen. Es war in Ordnung gewesen, sich auf Daniel zu stützen, als ihr Sohn in Lebensgefahr schwebte. Doch jetzt herrschten wieder andere Regeln.
„Ich möchte mit dir reden“, rief er.
„Wir haben uns nichts mehr zu sagen.“
„Amanda.“
„Bryan ist nicht mehr im Krankenhaus, und Misty hat keine Wehen, also gehen wir beide getrennte Wege.“
„Amanda“, wiederholte er etwas lauter.
„So steht es in unseren Scheidungspapieren.“ Sie schwamm davon.
Er lief den Beckenrand entlang, seine Stimme erreichte sie nur gedämpft und bruchstückhaft. „Ich dachte … dann hast du … Fortschritte machen …“
Sie gab auf, drehte sich in die Seitenlage und blickte auf seinen schlanken Körper.
„Fortschritte in welcher Hinsicht?“
Er kniff die Augen zusammen. „Ich hasse es, wenn du dich dumm stellst.“
„Und ich hasse es, wenn du mich beleidigst.“
„Ich beleidige dich doch nicht.“
„Du hast gesagt, ich sei dumm.“
Er streckte frustriert die Hände aus. „Ich habe gesagt, du stellst dich dumm.“
„Dann bin ich also hinterhältig.“
„Muss das sein?“
Offensichtlich ja, denn jedes Mal, wenn sie sich auf ein paar Meter näherten, fingen sie an zu streiten.
„Ich war für dich da, Amanda.“
Sie schwamm nicht weiter, das Wasser schwappte leicht gegen ihren Hals.
Er hob kapitulierend die Arme. „Okay, okay. Du warst auch für mich da. Ich weiß.“
„Und es ist vorbei“, sagte sie. „Bryan lebt …“ Ihre Stimme bebte, als sie den Namen ihres Sohnes aussprach. Sie holte Luft. „Und Cullen ist glücklich verheiratet.“
Daniel ging wieder in die Hocke und senkte die Stimme. „Was ist mit dir,...




