Dvorkin | Star Trek: Die Zeitfalle | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 0 Seiten

Dvorkin Star Trek: Die Zeitfalle

Roman
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-11485-5
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

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ISBN: 978-3-641-11485-5
Verlag: Heyne
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Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Hundert Jahre in der Zukunft muss Kirk einen Weg zurück finden

Das Notsignal des klingonischen Kreuzers Keule erreicht die Enterprise: Sie sind mitten in einem Ionensturm. Doch der Kommandant lehnt jede Hilfe der Föderation ab. Captain Kirk will nicht nur einigen Klingonen das Leben retten, sondern auch herausfinden, was der Kreuzer im Gebiet der Föderation zu suchen hat. Also entschließt er sich zu einem riskanten Schritt: Mit einem Sicherheitsteam lässt er sich an Bord der Keule beamen. In diesem Augenblick erfasst der Ionensturm auch die Enterprise. Ohne Hilfe seiner Crew bleibt der Captain ein Gefangener. Doch dann erwacht James Kirk - hundert Jahre in der Zukunft!

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Kapitel 1


Konnten Raumschiffe hinken, so wie Menschen? James Kirk blickte sich im Kontrollraum der U.S.S. Enterprise um. Ein unaufmerksamer Beobachter hätte nur einige tüchtige Männer und Frauen gesehen, die ihren verschiedenen Pflichten nachgingen und dabei einen Komplex aus Hardware- und Software-Systemen kontrollierten, durch den die Enterprise zu mehr wurde als nur einer Hülle aus Metall und Kunststoff. Der Captain hingegen bemerkte subtile Hinweise.

Wenn ein Raumschiff hinken kann, dann ist das bei diesem der Fall, dachte er.

Die gerade beendete Mission hatte mehr verlangt, als man selbst von einem Schiff wie der Enterprise erwarten durfte. Nur die Gestalt des wissenschaftlichen Offiziers, der sich über den Sichtschlitz des Scanners beugte, offenbarte keine Anzeichen von Müdigkeit. Nun, Spock wirkte immer wach und konzentriert. Obwohl er bei jenem Außenposten größeren Belastungen ausgesetzt gewesen ist als wir. Kirk schüttelte erstaunt und bewundernd den Kopf.

Dieser Crew unterliefen keine Fehler, wusste er – ganz gleich, wie erschöpft sie war. Und er neigte nicht dazu, seine Leute ohne triftigen Grund anzutreiben. Zum Glück erreichen wir Starbase Siebzehn in wenigen Stunden, überlegte Jim. Dort kann sich die Besatzung von den Anstrengungen erholen.

Was erwartet mich dort? Natürlich neue Befehle. Man würde das Schiff reparieren und neu ausrüsten, und wenn sich die Mannschaft ausgeruht hatte … Dann begann eine andere Mission. Irgendein schwieriger Auftrag im Dienste der Föderation. Eine Aufgabe, für die kompetente Männer und Frauen notwendig waren. Und ein Kommandant, der oft genug sein Geschick in gefährlichen Situationen bewiesen hatte.

Es handelte sich um eine mühevolle Arbeit, und mit jedem verstreichenden Jahr wurde sie mühevoller für Kirk. Trotzdem konnte er sich keine Alternative vorstellen. Manchmal musste er sich mit anderen Dingen befassen und Verwaltungsaufgaben wahrnehmen. Doch James Kirk gehörte nicht hinter einen Schreibtisch, sondern auf die Brücke der Enterprise.

Dennoch: Irgendwo gab es eine Grenze. Diese Furcht nagte dauernd in ihm. Wann gelangte jemand in der Starfleet-Hierarchie zu dem Schluss, dass Kirk zu alt war für den Dienst im Außeneinsatz, dass er sich nur noch für einen Schreibtischjob eignete – ein alternder Offizier, der nicht einmal mehr lesen konnte, ohne eine altertümliche Brille zu benutzen? Horatio Nelson oder John Paul Jones: Welchem dieser beiden berühmten Admiräle würde er nacheifern? Würde er auf dem Höhepunkt seiner Karriere sterben, während des größten Triumphs, so wie Nelson? Oder wie Jones an Land, von Intrigen und dem wechselnden Wind der Politik in den Ruhestand getrieben? In ein oder zwei Generationen, wenn ein anderes Schiff den ehrenvollen alten Namen Enterprise trug – welches Urteil fällte dann die Geschichte über James T. Kirk?

Die eigenen Gedanken erschienen ihm plötzlich lächerlich. Hör auf, wie ein alter Mann zu denken, der bereits mit einem Bein im Grab steht! »Mr. Sulu …«, sagte er laut. »Geschätzte Zeit bis zum Ende unseres gegenwärtigen Warptransfers?«

Sulu lächelte. »Vierzehn Stunden und sechsunddreißig Minuten bis zum Landurlaub in Starbase Siebzehn, Captain.« Kirk beobachtete, wie die Brückenoffiziere munterer wurden, als sie diese Worte hörten – deshalb hatte er Sulu die Frage gestellt. Um die Loyalität der Besatzung zu gewinnen, musste ein guter Kommandant nicht nur die Sicherheit des Schiffes gewährleisten, sondern auch die geistige Verfassung der Personen an Bord berücksichtigen.

»Ich empfange etwas, Captain«, sagte Uhura, die an der Kommunikationskonsole saß. Sie runzelte die Stirn und hob das Kom-Modul zum Ohr, als könnte sie dadurch den Empfang verbessern. »Ein klingonisches Notsignal, Sir. Von starken Interferenzen überlagert.«

Ginny Crandall wandte sich halb von ihrer Waffenkonsole ab. »Ich orte sie, Sir. Die Entfernung beträgt nur zwei Millionen Kilometer.«

Was machen Klingonen im Raumgebiet der Föderation?, fuhr es Kirk durch den Sinn. »Hören wir uns an, was sie zu sagen haben, Uhura. Translator dazwischenschalten.«

»Ja, Sir.«

Das Zischen und Heulen von Subraum-Interferenzen drang aus den Brückenlautsprechern, gefolgt von lautem Knistern. Irgendwo hinter diesem akustischen Vorhang ertönte eine Stimme, aber die von ihr formulierte Botschaft blieb unverständlich. Kurz darauf wurde sie deutlicher, klang wie ein drohendes Knurren – die Stimme eines Klingonen.

»… Kommandant Klanth. Instabilität der Schiffsstruktur nimmt zu. Die Zerstörung der Keule steht unmittelbar bevor. Verhalten der Besatzung vorbildlich. Empfehle Belobigungen für die entsprechenden Clane. Mögen uns die Götter ihren Segen schenken. Überleben und Erfolg!«

Die letzten Worte verloren sich im Rauschen neuerlicher Interferenzen. Uhura reduzierte rasch die Lautstärke. »Ich bekomme kein klareres Signal, Sir.«

Kirk nickte. »Spock?«

Der Vulkanier blickte einmal mehr in den Sichtschlitz des Scanners. »Offenbar befindet sich der klingonische Kreuzer in einem magnetisch-ionischen Sturm, Captain. Das Phänomen weist gewisse Ähnlichkeiten mit dem Sturm auf, in den damals die Enterprise geriet. Sie erinnern sich bestimmt daran.«

Kirk schnitt eine Grimasse. Wie hätte er das vergessen können? Stundenlang war er in einer anderen Dimension gefangen gewesen, Opfer von seltsamen Fluktuationen im Gefüge der Raum-Zeit. Er trug einen Raumanzug, und die Luft wurde allmählich knapp. Manchmal kehrte er halb in die vertraute Dimension zurück, und dann versuchte er verzweifelt, einen Kontakt mit seiner Crew herzustellen. Dem Vulkanier Spock gelang es schließlich, Zeit und Ort der nächsten Verbindung zwischen den beiden Existenzebenen zu berechnen, und er rettete Kirk im letzten Augenblick. Für ein anderes Starfleet-Schiff, die Defiant, kam jede Hilfe zu spät – es brach während des Sturms auseinander.

Jene Ereignisse hatten in einem Raumbereich stattgefunden, auf den die Tholianer Anspruch erhoben, ein unfreundliches und sehr reserviertes Volk, das die Mitgliedschaft in der Föderation ablehnte, obwohl es auf allen Seiten von ihr umgeben war. Seit den Erfahrungen der Enterprise mieden Starfleet-Schiffe den tholianischen Raum. »Mr. Spock, könnten die Tholianer für das verantwortlich sein, was nun mit dem klingonischen Schiff geschieht?«

»Vielleicht, Captain. Wir haben nur wenige Informationen über die Tholianer, aber wir wissen, dass sie in der Lage sind, eine Art Netz im All zu schaffen – damit haben sie die Enterprise eingefangen. In diesem Zusammenhang muss jedoch festgestellt werden, dass der Sturm erhebliche Energiemengen erfordert, falls er wirklich künstlicher Natur sein sollte. Wenn die Tholianer das klingonische Schiff neutralisieren wollen, so könnten sie ihr Ziel mit erheblich weniger Aufwand erreichen.«

»Also stecken sie nicht dahinter?«

»Ich bezweifle es, Captain. Außerdem ist uns bekannt, dass in diesem Raumsektor sonderbare Phänomene natürlichen Ursprungs möglich sind.« Spock zögerte kurz. »Der klingonische Kommandant scheint nicht übertrieben zu haben. Die Sensoren registrieren tatsächlich zunehmende Instabilität in der Schiffsstruktur.«

Das gab Antwort auf eine Frage, die bisher niemand laut ausgesprochen hatte: War das Notsignal der Klingonen authentisch oder nur ein Trick? Crandall bestätigte die kritische Lage der Keule, indem sie meldete: »Sir, die Schilde des Kreuzers verlieren immer mehr Energie. Ich glaube …« Sie schwieg und blickte auf die Anzeigen der Konsole. »Ja, auch die Lebenserhaltungssysteme versagen.«

»Bringen Sie uns näher heran, Navigator. Bis auf Sicherheitsdistanz. Mr. Spock übermittelt Ihnen die notwendigen Daten. Deflektoren ein. Alarmstufe Gelb.« Kirk spürte, wie sein Herz schneller klopfte und Adrenalin durch die Adern pumpte. Gleichzeitig fühlte er, wie die Crew in allen Bordsektionen auf seine Stimme reagierte. Sirenen heulten, und Jim betätigte eine Taste in der Armlehne des Kommandosessels. »Transporterraum. Richten Sie den Transferfokus auf die Koordinaten des klingonischen Kreuzers.«

»Planen Sie ein Rettungsunternehmen, Captain?«, fragte der Vulkanier. »Die Starfleet-Vorschriften verlangen nicht von uns, in einer derartigen Situation aktiv zu werden.«

»Hier geht es nicht nur um Nächstenliebe, Spock. Ich möchte wissen, was die Klingonen in unseren Raumbereich geführt hat. Visuelle Darstellung der Keule auf den Schirm.«

Auf dem großen Wandschirm wuchs der Sturm, darin ein klingonisches Raumschiff, das vergeblich versuchte, sich aus den energetischen Strudeln zu befreien. Es schien zu zappeln, wie die Fliege in einem Spinnennetz. Was den Sturm selbst betraf … Er erwies sich als eine Kugel aus wogenden und gleißenden Farben. Gelegentlich verschwanden Teile davon, um wenige Sekunden später wieder blendend hell zu erstrahlen. Nur ab und zu wurde die Keule sichtbar, als ein Schatten im tödlichen Schimmern. Die schwingenartigen Ausleger des Schiffes zitterten, und Risse bildeten sich darin.

Funken stoben dort, wo sich der Sturm direkt auf die Schilde des Kreuzers auswirkte, aber jenes Glitzern verblasste nach und nach – die Deflektoren der Keule konnten das Wabern nicht mehr lange vom Schiff fernhalten.

»Maximale Überlebenszeit weniger als zehn Minuten, Captain«, sagte Spock ruhig.

»Transporterraum?«

Die Antwort kam...


Brandhorst, Andreas
Andreas Brandhorst, geboren 1956 im norddeutschen Sielhorst, hat mit Romanen wie »Äon«, »Das Erwachen« oder »Das Schiff« die deutsche Science-Fiction-Literatur der letzten Jahre entscheidend geprägt. Spektakuläre Zukunftsvisionen verbunden mit einem atemberaubenden Thriller-Plot sind zu seinem Markenzeichen geworden und verschaffen ihm regelmäßig Bestsellerplatzierungen. Zuletzt sind bei Heyne seine Thriller »Der Riss« und »Messias« erschienen. Andreas Brandhorst lebt im Emsland.



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