E-Book 51-60 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 6, 640 Seiten

Reihe: Sophienlust

E-Book 51-60

Sophienlust Staffel 6 - Familienroman
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7409-2494-2
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Sophienlust Staffel 6 - Familienroman

E-Book, Deutsch, Band 6, 640 Seiten

Reihe: Sophienlust

ISBN: 978-3-7409-2494-2
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Idee der sympathischen, lebensklugen Denise von Schoenecker sucht ihresgleichen. Sophienlust wurde gegründet, das Kinderheim der glücklichen Waisenkinder. Denise formt mit glücklicher Hand aus Sophienlust einen fast paradiesischen Ort der Idylle, aber immer wieder wird diese Heimat schenkende Einrichtung auf eine Zerreißprobe gestellt. Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren. E-Book 51: Bist du meine Mutti? E-Book 52: Meine Tochter Jessica E-Book 53: Ein Mädchen spielt die erste Geige E-Book 54: Der kleine Graf E-Book 55: Die kleine Amerikanerin E-Book 56: Lasst mich bei euch bleiben, bitte! E-Book 57: Im Haus der glücklichen Kinder E-Book 58: Mütterchen Julia E-Book 59: Auf der Suche nach Anglos E-Book 60: Waldi ist doch der Größte E-Book 1: Bist du meine Mutti? E-Book 2: Bist du meine Mutti? E-Book 3: Meine Tochter Jessica E-Book 4: Meine Tochter Jessica E-Book 5: Ein Mädchen spielt die erste Geige E-Book 6: Ein Mädchen spielt die erste Geige E-Book 7: Der kleine Graf E-Book 8: Der kleine Graf E-Book 9: Die kleine Amerikanerin E-Book 10: Die kleine Amerikanerin E-Book 11: Lasst mich bei euch bleiben, bitte! E-Book 12: Lasst mich bei euch bleiben, bitte! E-Book 13: Im Haus der glücklichen Kinder E-Book 14: Im Haus der glücklichen Kinder E-Book 15: Mütterchen Julia E-Book 16: Mütterchen Julia E-Book 17: Auf der Suche nach Anglos E-Book 18: Auf der Suche nach Anglos E-Book 19: Waldi ist doch der Größte E-Book 20: Waldi ist doch der Größte

E-Book 51-60 jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Mit zornsprühenden Augen, die Arme in die Hüften gestemmt und den Kopf in den Nacken gelegt, stand Jessica vor ihrem Vater. Claudius Walden war völlig konsterniert, als sich nun ein temperamentvoller Wortschwall über ihn ergoss.

»Das könnte dir so passen, dass ich mit einer Fremden, die auch nur wieder die Augen nach dir verdreht, allein bleibe und dass sich dann auch noch diese affige Marina einmischt. Nein, wenn du schon verreisen musst, dann gehe ich in ein Kinderheim. Ich habe genug von all diesen blöden Weibern, die dich dauernd umflattern.«

Jessica war sechs Jahre alt, bildhübsch und zierlich. Sie hatte blonde Haare und sehr helle Augen. Doch ein Temperament hatte sie wie eine Südländerin. Im Augenblick erschien dies Claudius Walden wie blanker Hohn, denn ihre Mutter war vor drei Jahren mit einem reichen Italiener durchgebrannt. Seither war Jessica in der Obhut ihrer Großmama aufgewachsen. Aber diese war vor Kurzem zu Jessicas großem Schmerz gestorben, und nun war die Kleine mit ihrem Papi allein.

Auch Claudius Walden, der erfolgreiche und vielbeschäftige Manager eines weltbekannten Konzerns, litt sehr unter dem Tod seiner Mutter. Im Moment litt er aber vor allem unter der Äußerung seines geliebten Töchterchens.

»Marina wird sich ja nicht einmischen«, versuchte er einzulenken, aber seine Worte waren ohne Überzeugungskraft.

Jessica warf ihm einen schrägen Blick zu. Sie hatte jetzt die Arme auf dem Rücken verschränkt und die Pose einer kleinen Rachegöttin angenommen.

»Was du bloß an ihr findest«, nörgelte sie. »So eine aufgetakelte Schaufensterpuppe! Es sollte unter deiner Würde sein …« Sie stockte, weil sie nicht recht wusste, wie sie fortfahren sollte. Diesen Ausspruch hatte sie einmal von ihrer Großmama aufgeschnappt, aber die Fortsetzung wusste sie nicht mehr

Claudius Walden musste, trotz der nicht gerade heiteren Situation, beinahe lachen.

»Nun sei aber nicht gar zu ungerecht, Jessica«, meinte er. »Marina ist eine sehr attraktive Frau, mit der man sich wahrhaftig sehen lassen kann.«

»Pöh«, machte sie schnippisch. »Was ist denn schon an ihr dran? Dürr ist sie wie eine Bohnenstange, und dann führt sie auch nur die Kleider vor, die die reichen Frauen kaufen. Ihre darfst du dann bezahlen. Du bist schön dumm, wenn du dich so ausnehmen lässt.«

»Jessica«, rief er mahnend, »was ist das für ein Ton? Woher hast du diese Ausdrucksweise?«

Sie schob trotzig die Unterlippe vor. »Sag ich nicht. Solange du Marina nicht fortschickst, sage ich dir überhaupt nichts mehr, damit du es nur weißt. Wenn Omi noch leben würde, hätte sie schon dafür gesorgt, dass du dir eine anständige Frau suchst. Es langt wahrhaftig, dass die erste so eine war.«

Sein Gesicht färbte sich dunkel. Jessica sprach nie von ihrer Mutter. Wenn sie es, wie jetzt im Zorn, doch einmal tat, dann gebrauchte sie stets irgendein Wort für sie. Er schämte sich jetzt fast vor dem Kind, das für sein Alter schon sehr rege war.

»Du beschäftigst dich mit Dingen, die dir noch gar nicht zustehen«, bemerkte er rau.

»Man muss Augen und Ohren offenhalten, damit man es zu etwas bringt. Das hast du selber einmal gesagt. Und du machst es ja auch so. Ich kann die Leute eben entweder leiden oder nicht leiden, und dann sage ich es auch. Und nun suchen wir ein Kinderheim.«

»Würde dir das denn wirklich gefallen, Kleines?«, fragte er eindringlich. »Wir würden doch sicher eine nette ältere Person finden, die dich betreuen könnte. Dann wärst du wenigstens in deiner gewohnten Umgebung.«

Ihre Augen bekamen einen kummervollen Ausdruck. »Wenn du nicht da bist, gefällt es mir zu Hause auch nicht«, sagte sie leise. Ihre Stimme klang dabei verdächtig nach Tränen. Es rührte ihn. Zärtlich zog er sie an sich.

Jessica liebte ihren Papi heiß und innig. Trotzdem war sie nicht einfach auf alle Frauen eifersüchtig. Es hätte nur eine sein müssen, die auch ihr gefiel. Und Marina gefiel ihr gar nicht.

Jessica merkte, dass er nachgiebig wurde, und nützte das sofort aus.

»Kannst du es dir nicht noch mal überlegen, Papilein?«, fragte sie schmeichelnd. »Ich meine, das mit Marina. Sie mag mich doch gar nicht, und sie mag auch noch andere Männer, nicht nur dich.«

»Wie kommst du denn darauf?«, fragte er schockiert.

»Ich habe sie doch gesehen, als ich aus der Schule kam. Mit einem ganz jungen Mann hat sie in einem Sportwagen gesessen. Und geschmust hat sie auch mit ihm.«

Das war der letzte Trumpf, den sie auszuspielen hatte, und er stach, obgleich Claudius Walden sich einzureden versuchte, dass sie in ihrem Zorn auf Marina vielleicht etwas Unwahres gesagte habe. Aber Jessica belehrte ihn sogleich eines Besseren.

»Wenn du vielleicht denkst, dass ich schwindle … Nein, das tue ich nicht. Ich habe Omi versprochen, nie zu lügen. Oder wenn, dann nur, um jemanden nicht weh zu tun«, räumte sie ein. »Ach, Papi, du bist doch viel zu schön und zu gescheit für Marina. Du kannst doch eine ganz andere Frau haben.«

Das Produkt meiner antiautoritären Erziehung, dachte er, nun doch leicht amüsiert. Was will ich denn? Es war doch mein Wunsch, dass Jessica mit offenen Augen durch die Welt geht und sich nichts vormachen lässt. Und vielleicht hat sie sogar recht.

*

Zwei Tage später erklärte Denise von Schoenecker ihrem Mann, dass Claudius Walden und seine Tochter am nächsten Tag Sophienlust besichtigen würden.

»Dr. Kürten hat uns weiterempfohlen«, meinte sie mit einem kleinen Seufzer. »Diese Von-Mund-zu-MundPropaganda wird uns eines Tages noch völlige Überfüllung bringen.«

»Wenn der Platz nicht reicht, müssen wir wohl oder übel auch mal absagen«, meinte Alexander von Schoen-ecker.

»Aber jetzt geht es ja«, lenkte Denise rasch ein. »Absagen fällt mir halt schwer.«

»Ich weiß, ich weiß, Liebes«, brummte er gutmütig. »Wie alt ist denn das Mädchen?«

»Sechs. Sie will von selbst in ein Heim, weil ihr Vater auf eine Geschäftsreise gehen muss. Er dagegen scheint davon gar nicht so angetan zu sein. Ob das der Walden ist, der neulich das Fernsehinterview gegeben hat? Ein recht attraktiver Mann war das.«

Alexander hob leicht die Augenbrauen und drohte scherzhaft mit dem Finger.

»Na, so attraktiv ist er nun auch wieder nicht, dass ich dir untreu werden könnte«, lachte Denise.

»Das will ich auch hoffen.«

»Den Mann gibt es gar nicht, der dich ausstechen könnte«, meinte sie mit schwingender Stimme.

»Er würde nicht lange leben«, knurrte er. »Ich würde ihn umbringen.«

»Wen willst du umbringen, Vati?«, erklang Henriks Stimme.

Der jüngste Schoenecker glich Nick immer mehr. Überall hatte er seine Ohren, und meist war er im ungeeignetsten Augenblick zur Stelle.

»Niemand, das habe ich nur im Scherz gesagt«, erwiderte sein Vater.

»So was sagt man aber auch nicht im Scherz«, stellte Henrik fest.

»Danke für die Belehrung, mein Sohn«, lächelte Alexander. »Bist ein gescheiter Junge.«

Henrik strahlte. Er war für jedes Lob sehr empfänglich. »Ich wollte eigentlich sagen, dass Nick uns filmen will, und da sollt ihr auch mit drauf sein.«

Nick hatte zu seinem Geburtstag von Opa von Wellentin einen Filmapparat bekommen und filmte nun, wo er nur konnte.

»Das wird ein teurer Spaß werden«, brummte Alexander.

»Opa zahlt’s ja«, erklärte Henrik.

»Na dann, schönste aller Frauen, mach dich zur Filmaufnahme bereit. Ohne dich hat sie keinen Glanz.«

»Du Schmeichler«, meinte Denise belustigt.

*

Weil er Jessica nicht allein lassen wollte, hatte Claudius Walden alle Verabredungen abgesagt. Aber Marina ließ sich tatsächlich nicht so schnell abschütteln. Sie erschien gegen halb neun Uhr abends in seinem Haus.

»Diese aufdringliche Person«, knurrte Jessica aufsässig. »Na, dann gehe ich lieber ins Bett.«

»Willst du mir nicht wenigstens einen Gute-Nacht-Kuss geben?«, fragte er, bevor er die Tür öffnete.

Sie rüffelte ihr feines Näschen. »Nein«, erwiderte sie energisch, »wenn die kommt, dann nicht.« Und schon stob sie davon.

Marina Martin, superelegant gekleidet, sehr mondän wirkend mit ihrem roten Haar, den grünen Augen und einem vollendeten Make-up, maß Claudius Walden mit einem herausfordernden Blick.

»Konntest du nicht einen Babysitter engagieren?«, fragte sie anzüglich. »Wir waren heute zu einer Party eingeladen, wenn ich dich daran erinnern darf.«

»Du warst eingeladen. Mich wolltest du nur mitschleppen«, erwiderte er unwillig. »Und ich habe keine Lust, mir immer diese Blödeleien anzuhören.«

Sie warf einen bezeichnenden Blick über die Schulter und ließ ihr Nerzcape zu Boden gleiten.

»Der Einfluss der Tochter«, spottete sie.

Claudius Walden überhörte es. Er sah auf das Nerzcape und fragte sich, von wem sie es wohl hatte.

»Hübsch«, sagte sie beiläufig, »nicht wahr? Ich habe es mir heute ausgesucht. Ich dachte, du würdest mir ein Trostpflaster dafür geben, dass du so lange auf Reisen gehst.«

Das war allerdings stark. Er vermeinte wieder Jessicas Stimme zu hören: »Du bist schön dumm, wenn du dich so ausnehmen lässt.«

Eine Zornesfalte erschien auf seiner Stirn. »Ich bin kein Millionär, Marina, nimm das bitte zur Kenntnis. Außerdem lasse ich mir nicht aufzwingen, was ich schenke oder nicht.«

Sie kniff die Augen zusammen. Lässig ließ sie sich in einen Sessel gleiten.

»Mein Lieber«, begann sie, und ihre Stimme nahm einen drohenden Ton an, »ich lasse mich von dir nicht hinhalten, um es einmal klar und deutlich zu sagen. Ich...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.