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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 7, 640 Seiten

Reihe: Sophienlust

E-Book 61-70

Sophienlust Staffel 7 - Familienroman
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7409-2676-2
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Sophienlust Staffel 7 - Familienroman

E-Book, Deutsch, Band 7, 640 Seiten

Reihe: Sophienlust

ISBN: 978-3-7409-2676-2
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Idee der sympathischen, lebensklugen Denise von Schoenecker sucht ihresgleichen. Sophienlust wurde gegründet, das Kinderheim der glücklichen Waisenkinder. Denise formt mit glücklicher Hand aus Sophienlust einen fast paradiesischen Ort der Idylle, aber immer wieder wird diese Heimat schenkende Einrichtung auf eine Zerreißprobe gestellt. Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren. E-Book 61: Heimweh nach der Omi E-Book 62: Sehnsucht nach der Schwester E-Book 63: Unser Sonnenschein E-Book 64: Flucht nach Wildmoos E-Book 65: Das Zirkuskind E-Book 66: Ich hab dich lieb, Papa E-Book 67: Die Neue in Pünktchens Klasse E-Book 68: Das Kind des Grafen E-Book 69: Verzeih mir, mein Kind E-Book 70: Andi, der Försterbub E-Book 1: Heimweh nach der Omi E-Book 2: Sehnsucht nach der Schwester E-Book 3: Unser Sonnenschein E-Book 4: Flucht nach Wildmoos E-Book 5: Das Zirkuskind E-Book 6: Ich hab dich lieb, Papa E-Book 7: Die Neue in Pünktchens Klasse E-Book 8: Das Kind des Grafen E-Book 9: Verzeih mir, mein Kind E-Book 10: Andi, der Försterbub

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Draußen stürmte und schneite es, aber im Herrenhaus von Sophienlust war es gemütlich warm. Die Schneeflocken wirbelten an den Fenstern der großen Halle vorbei, wo die Kinder vor dem prasselnden Kaminfeuer saßen und sich lebhaft unterhielten.

Das Winterwetter gefiel den Kindern. Sie warteten ungeduldig auf das Nachlassen des Schneegestöbers, damit sie die Skier, die sie zu Weihnachten bekommen hatten, endlich einweihen konnten. Denn der Schnee hatte in diesem Winter sehr lange auf sich warten lassen.

Pünktchen stand versonnen an einem Fenster und blickte in das Schneetreiben hinaus. »Ich hatte mal eine Glaskugel, die voller Schnee war. Wenn man sie ganz toll schüttelte, wirbelten die Flocken genauso durcheinander wie draußen vor dem Fenster«, erzählte sie lächelnd.

»Ja, solche Kugeln kenne ich. Ich hatte auch einmal eine. Darin war ein Haus mit einem roten Dach und zwei grüne Bäume. Und wenn ich die Kugel schüttelte, sah es aus, als ob jemand die Betten ausschüttelte.« Vicky sah Pünktchen triumphierend an.

»Du denkst bestimmt an das Märchen von Frau Holle«, meinte Angelika, Vickys Schwester.

»Vielleicht!« Vicky strich ihrem Meerschweinchen Micky, das sich auf ihrem Schoß zusammengerollt hatte, zärtlich über das Köpfchen.

»Eigentlich könnte es wirklich zu schneien aufhören«, seufzte Pünktchen auf. »Ich möchte so gern endlich Ski fahren.«

»Ich auch«, erklärte Isabel und klappte das Buch zu, in dem sie gelesen hatte. »Ich habe vorhin den Wetterbericht gehört. Demnach muss es morgen schön sein.«

»Ach, der Wetterbericht«, ließ sich der vierzehnjährige Martin Hofer vernehmen, der seit zwei Wochen in Sophienlust weilte, weil seine Eltern für längere Zeit verreist waren. Er stammte aus Bayern und hatte erzählt, dass er bereits mit vier Jahren auf Skiern gestanden hatte. »Außerdem gibt es hier auch keine richtigen Abfahrten.«

»Doch, es gibt welche!« Jetzt mischte sich Dominik ein, weil er es nicht leiden konnte, wenn jemand abfällig über Sophienlust sprach. »Der Hasenberg ist zum Beispiel sehr hoch.«

»Ach ja, der Hasenberg«, entgegnete Martin friedfertig, denn ihm lag viel an Dominiks Freundschaft.

Im stillen bewunderte er den Erben von Sophienlust restlos.

»Schaut doch nur, es hört tatsächlich zu schneien auf!«, rief Malu. Sie erhob sich und trat ans Fenster. »Da wird sich Benny aber freuen. Er hat Schnee sehr gern. Benny, komm her!«, rief sie ihrem Wolfsspitz zu, der es sich auf einem Sessel bequem gemacht hatte und nicht daran dachte, seinen gemütlichen Platz aufzugeben.

Carola Rennert rief die Kinder zur Nachmittagsschokolade. Wenig später saßen sie an dem langen Tisch und sprachen mit gutem Appetit dem noch warmen Apfelkuchen zu.

*

Am nächsten Tag, einem Samstag, schien die Sonne. Der Himmel wölbte sich tiefblau über der verschneiten Landschaft.

Gleich nach dem Frühstück schnallten die Kinder und Wolfgang Rennert, der ein ausgezeichneter Skifahrer war, die Skier an, um zum Hasenberg zu fahren.

Nach einer guten halben Stunde erreichten sie den Fuß des Hügels. Martin Hofer stieg bereits auf und juchzte laut, als er oben war. Dann stieß er sich mit den Stöcken ab und brauste los.

Dominik unterdrückte einen Seufzer. Ob er auch einmal so gut Ski fahren würde? fragte er sich. Doch nach einer Stunde stellte er bei sich fest, dass das Reiten entschieden leichter war als dieser Sport.

Wolfgang Rennert, der in Nicks Gesicht wie in einem offenen Buch lesen konnte, sagte lachend: »Nick, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Es wird sicher nicht mehr lange dauern, bis du ganz sicher auf den Skiern stehst.«

»Wirklich?«, fragte der Junge skeptisch.

»Schauen Sie, Herr Rennert!«, rief Pünktchen. »Ich kann schon fahren.« Als sie nach ein paar Metern in den Schnee purzelte, lachte sie silberhell auf.

Malu stellte sich am geschicktesten an, aber auch Isabel machte ihre Sache recht gut.

Fabian übte verbissen. Seit er zu der großen Familie von Sophienlust gehörte, wollte er alles so schnell wie möglich erlernen, um Tante Isi und Tante Ma Freude zu bereiten. Er wollte damit seinen Dank dafür abstatten, dass hier alle so gut zu ihm waren.

Alles in allem wurde es für die Kinder und ihren Lehrer ein amüsanter und vergnügter Vormittag.

»Aber jetzt müssen wir auf dem schnellsten Weg heim!«, rief Wolfgang Rennert nach einem Blick auf seine Armbanduhr. »Wir werden auf der anderen Seite abfahren. Aber ihr müsst langsam fahren, weil es dort mehr Bäume gibt.«

Die Kinder nickten und prüften nach, ob ihre Skier auch richtig saßen. Dominik jedoch blickte angestrengt auf die Autostraße, die ungefähr einen halben Kilometer entfernt vorbeilief und Bachenau mit Sophienlust verband. Der chromblitzende weiße Wagen, der dort fuhr, interessierte ihn brennend. Als er nun die Abzweigung nach Sophienlust einbog, rief Nick: »Schaut doch! Wir bekommen Besuch!«

»Wieso?« Pünktchen sah ihn erstaunt an.

»Siehst du denn nicht den tollen Schlitten dort unten? Mensch, das ist ein Straßenkreuzer, wie man ihn nicht oft zu Gesicht bekommt.«

»O ja, jetzt sehe ich das Auto«, rief Pünktchen.

»Dann nichts wie heim!«, meinte Dominik. Er brannte bereits vor Neugier. Rasch stieß er sich ab und fuhr los. Anfangs verlief seine Abfahrt auch so phantastisch, dass er glaubte, den Dreh jetzt herauszuhaben. Aber dann rutschten die Skier einfach unter ihm fort, sodass er ziemlich unsanft auf seine vier Buchstaben fiel. Pünktchen, die dicht hinter ihm gewesen war, fuhr direkt auf ihn zu und schlug einen Purzelbaum.

»Uff!«, stieß sie hervor, als sie sich wieder aufgerichtet hatte. »Ski fahren ist ziemlich schwer. Aber wir werden’s schon lernen, Nick.«

Er brummte irgendetwas vor sich hin und fuhr langsam weiter. Später, als sie auf ihren Brettern die Waldschneise entlangrutschten, fühlte er sich um vieles behaglicher.

Frau Rennert stand auf der Freitreppe und wartete auf die Kinder, die sie sofort umringten und lebhaft auf sie einsprachen. Denn sie wollten wissen, wer zu Besuch gekommen war.

»Nicht so stürmisch, Kinder!«, rief Frau Rennert lachend. »Erst einmal erzählt mir, wie es war.«

»Prima! Phantastisch. Ganz toll!«, bekam sie zur Antwort.

Dominik hatte sich unterdessen den tollen Wagen, der im Gutshof stand, von allen Seiten angeschaut und festgestellt, dass er eine amerikanische Nummer hatte. »Tante Ma!«, rief er aufgeregt. »Erzähl doch schon wer da ist!«

»Ein Herr und ein kleines Mädchen. Sie sind im Augenblick bei deiner Mutter im Biedermeierzimmer.«

»Dann bekommen wir gewiss ein neues Kind. Nicht wahr, Tante Ma?« Fragend sah Pünktchen die Heimleiterin an.

»Möglich wäre es.«

»Dann ist das Kind also Amerikanerin«, stellte Dominik fest.

»Und stinkreich muss der Vater sein«, meinte Vicky burschikos.

»Vicky, drück dich bitte etwas gewählter aus«, ermahnte Frau Rennert die Kleine.

»Aber Nick sagt doch auch immer so etwas und …«

»Tante Ma, wie heißt denn der Amerikaner?«, wollte Dominik wissen.

»Ich habe mir den Namen nicht merken können. Er klang so fremd …«

»Na ja, ist ja auch egal. Wir werden es noch früh genug erfahren.« Nick gab sich im Moment zufrieden.

»In einer Viertelstunde wird gegessen«, sagte Frau Rennert. »Zieht euch die Skischuhe aus.«

In Windeseile entledigten sich die Kinder ihrer Anoraks und der Skischuhe. Dann zogen sie sich in den Wintergarten zurück. Die Tür zur Halle ließen sie jedoch offen, damit sie beobachten konnten, ob Tante Isi und ihr Besuch das Biedermeierzimmer verließen.

Habakuk war höchst erfreut über die Anwesenheit der Kinder. Er ließ vor Begeisterung einen ganzen Wortschwall los. Dabei turnte er vergnügt auf seiner Stange herum.

Als der Gong zum Mittagessen ertönte, brummte Dominik: schade, nun können wir den Amerikaner und das kleine Mädchen nicht mehr sehen.«

»Horch!« Malu legte den Zeigefinger an die Lippen. »Da kommen sie. Ich höre ganz deutlich Tante Isis Stimme und nun die eines Mannes.«

Die Kinder drängten sich an der Tür und lugten in die Halle. Aber viel konnten sie nicht sehen, denn die drei gingen sehr schnell vorbei.

»Kommt her!«, rief Malu. »Von diesem Fenster aus können wir den Hof gut überblicken.«

Von ihrem Späherposten aus sahen die Kinder jetzt einen auffallend großen Herrn in einern eleganten pelzgefütterten Ledermantel. Die dazu passende Kappe trug er in der Hand. Nun neigte er sich über Tante Isis Hand und küsste sie. Aber das interessierte die Kinder nur wenig. Interessant war für sie nur das kleine Mädchen in dem weißen Pelzmäntelchen, das neben Tante Isi stand. Rotblonde Korkenzieherlocken quollen unter der weißen Pelzkappe hervor und fielen dem Kind weit über den Rücken und die Schultern.

Malu, die nach wie vor kleine Kinder über alles liebte, war ganz hingerissen von dem reizenden Kind. »Wie süß!«, rief sie. »Ob sie bei uns bleibt?«

»Ich glaube schon«, bemerkte Isabel. »Tante Isi hält die Kleine doch an der Hand. Der Herr geht jetzt auch allein zu dem Wagen und steigt ein.«

»Seht doch nur, die Kleine wendet sich ab und verbirgt ihr Gesicht in Muttis Rock!«, rief Dominik. »Allem Anschein nach will sie nichts von ihrem Vater wissen.«

»Vielleicht ist er gar nicht ihr Vater. Vielleicht hat er sie nur hergebracht«, überlegte Pünktchen.

»Ja, so scheint es zu sein«, meinte auch Malu, die es kaum erwarten konnte, das kleine Mädchen näher kennenzulernen. Sie wollte Tante Isi bitten, das Kind ihrer...



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