E. Howard | TIGER DER SEE - DIE CORMAC-MAC-ART-ERZÄHLUNGEN | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 167 Seiten

E. Howard TIGER DER SEE - DIE CORMAC-MAC-ART-ERZÄHLUNGEN

Der Fantasy-Klassiker!
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7487-9416-5
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Der Fantasy-Klassiker!

E-Book, Deutsch, 167 Seiten

ISBN: 978-3-7487-9416-5
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Cormac Mac Art, ein irischer Abenteurer königlichen Geblüts, durchstreift das wilde Europa des fünften Jahrhunderts und die gefahrvolle Nordsee auf der Suche nach Abenteuern... Gemeinsam mit seinem Freund Wulfher Schädelspalter, einem dänischen Seeräuber mit feuerroter Mähne, befreit Cormac Mac Art die schöne britannische Prinzessin Helen, bevor sie einem barbarischen Mondgott geopfert werden kann. Nach einem Schiffbruch auf der Insel des Wikingers Rognor des Roten, den man die Geißel der Meerenge nennt, geraten die Gefährten in ein blutiges Gemetzel um die Vorherrschaft auf See. Und verfolgt von dämonischen Mächten, nimmt Cormac schließlich den Kampf gegen das Urböse selbst auf...    TIGER DER SEE - eine Neuauflage des Bandes KRIEGER DES NORDENS - enthält neben einem Vorwort des RED SONJA-Autors Richard L. Tierney die Erzählungen  Die Tiger der See ,  Krieger des Nordens ,  Die Nacht des Wolfes  und  Der verruchte Tempel , illustriert vom Wiener Künstler Johann Peterka.

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  Die Tiger der See         1.      »Tiger der See! Männer mit dem Herzen eines Wolfs und mit Sehnen aus gehärtetem Stahl! Krieger, die die Raben füttern und deren einzige Freude im Kämpfen und Sterben liegt! Riesen, denen das Todeslied des Schwertes süßer in den Ohren klingt, denn das Liebeslied einer Maid.«   Die müden Augen König Gerinths waren umschattet. »Ihr erzählt mir nichts Neues. Seit zwanzig Jahren fallen solche Männer immer wieder wie hungrige Wölfe über mein Volk her!«   »Nehmt eine Seite aus Caesars Buch«, sagte Donal, der Barde. Er hob einen Kelch an die Lippen und nahm einen tiefen Zug des Weines. »Steht nicht in den römischen Büchern, wie er Wolf gegen Wolf hetzte? Ja - auf diese Weise besiegte er unsere Vorfahren, die zu jener Zeit ebenfalls Wölfe waren.«   »Und nun gleichen wir eher Schafen«, entgegnete der König mit Bitterkeit in der Stimme. »In all den Jahren des römischen Friedens hat unser Volk die Kriegskunst verlernt. Nun ist Rom gefallen, und wir kämpfen um unser Leben - doch wir können nicht einmal unsere Frauen beschützen!«   Donal setzte den Kelch ab und beugte sich über den kunstvoll geschnitzten Eichentisch. »Wolf gegen Wolf!«, rief er. »Ihr sagt - wie ich es wohl wusste -, dass Ihr keine Krieger von den Grenzen abziehen könnt, damit sie nach Eurer Schwester Helen suchten - selbst wenn Ihr wüsstet, wo. Aus diesem Grunde müsst Ihr andere Männer einsetzen - und diese Männer, die ich Euch beschrieben habe, sind den Angeln an Wildheit und Rohheit so überlegen, wie die uns bedrohenden Angeln unseren verweichlichten Landsleuten.«   »Würden sie denn für einen Briten gegen ihr eigenes Blut kämpfen?«, gab der König zu bedenken. »Und könnte ich ihnen überhaupt trauen?«   »Sie hassen einander so sehr, wie wir sie beide hassen«, antwortete der Barde. »Am besten Ihr versprecht ihnen, dass sie ihre Belohnung erst bekommen, wenn sie Prinzessin Helen sicher bei Euch abgeliefert haben.«   »Erzählt mir mehr von ihnen«, bat König Gerinth.   »Wulfher der Schädelspalter, ihr Anführer, ist ein rotbärtiger Riese wie alle seiner Rasse. Er ist schlau auf seine Weise, doch zum Führer seiner Wikinger hat ihn sein verwegener Kampfesmut gemacht. Er schwingt seine schwere langstielige Streitaxt wie ein Spielzeug und zerschmettert damit Schwerter, Schilde, Helme und Schädel all jener, die sich ihm in den Weg stellen. Wenn Wulfher sich blutbespritzt mit funkelnden Augen, den borstigen roten Bart vorgeschoben, die mächtige Axt rot befleckt, einen Weg durch die Reihen der Gegner bahnt, gibt es nur wenige, die es wagen, ihm zu trotzen. Doch wenn er Rat braucht, wendet er sich an seine rechte Hand, einen Mann mit der Schläue der Schlange und uns Briten seit langem bekannt, denn er ist kein Wikinger, sondern ein Gäle aus Erin. Cormac Mac Art ist sein Name, an Cliuin oder Wolf genannt. Früher war er der Anführer irischer Seeräuber. Mit ihnen suchte er die Küsten der Britischen Inseln, Galliens und Spaniens heim - ja, er überfiel sogar die Wikinger selbst. Aber aufgrund allgemeiner Unruhen löste sich seine Schar auf, und er schloss sich der Wulfhers an - sie sind Dänen und kommen aus einem Land südlich dem jener, die man Nordmänner nennt. Cormac Mac Art verfügt über all die Schläue und Tollkühnheit seiner Rasse. Er ist groß und schlank, ein Tiger, während Wulfher eher einem wilden Stier gleicht. Seine Waffe ist das Schwert und sein Geschick damit unglaublich. Die Wikinger halten nicht viel von der Fechtkunst. Ihre Art zu kämpfen ist, mächtige Hiebe mit dem vollen Schwung ihrer Arme auszuteilen. Nun, der Gäle kann das so gut wie sie, aber er zieht die Schwertspitze vor. In einer Welt, in der die Fechtkunst des römischen Schwertkämpfers fast vergessen ist, ist Cormac Mac Art nahezu unüberwindlich. Er ist kühl und tödlich wie der Wolf, nach dem man ihn nennt, doch manchmal überkommt ihn in der Hitze des Kampfes eine Wut, die die Wildheit des Berserkers noch übersteigt. Dann ist er schrecklicher noch denn Wulfher, und Männer, die dem Dänen entgegentreten würden, fliehen vor der Blutgier des Gälen.«   König Gerinth nickte. »Könntet Ihr diese Männer für mich finden?«   »Mein König, sie sind nicht fern. In einer einsamen Bucht in einer Gegend der Westküste, wohin sich selten jemand verirrt, haben sie ihr Drachenschiff an den Strand gezogen und vergewissern sich, dass es auch völlig seetüchtig ist, ehe sie gegen die Angeln vorgehen. Wulfher ist kein Seekönig, er hat nur ein Schiff, aber so überraschend schlägt er zu und so wild sind seine Mannen, dass die Angeln, Jüten und Sachsen ihn mehr als jeden anderen Gegner fürchten. Er liebt den Kampf und wird tun, was Ihr von ihm verlangt, solange Ihr ihn gut genug für seinen Dienst bezahlt.«   »Versprecht ihm, was Ihr wollt«, entgegnete Gerinth. »Mehr als nur eine Prinzessin des Reichs ist geraubt worden - sie ist meine kleine Schwester!« Sein von tiefen Furchen gezeichnetes Gesicht wirkte ungewöhnlich sanft, als er sprach.   »Überlasst die Sache ruhig mir«, sagte Donal und schenkte sich Wein nach. »Ich weiß, wo diese Wikinger zu finden sind. Ich kann mich unter sie begeben - doch eines möchte ich noch sagen, ehe ich aufbreche: Es bedarf der Worte aus Eurer Majestät eigenen Munde, um Cormac Mac Art zu überzeugen. Diese Westkelten sind noch misstrauischer als selbst die Wikinger.«   Wieder nickte König Gerinth. Er wusste, dass der Barde manch seltsamen Weg ging und dass er, so redefreudig er auch gewöhnlich war, doch zu schweigen vermochte. Donal war mit ungewöhnlichem, weitblickendem Verstand gesegnet oder verflucht, und seine Geschicklichkeit auf der Crottaharfe öffnete ihm viele Türen, die eine Axt nicht zu sprengen vermöchte. Und wo ein Krieger den Tod fände, blieb Donal mit der Crotta ungeschoren. Viele verwegene Seekönige kannte er, die für die meisten Briten nicht viel mehr als grimmige Sagen und Mythen waren, doch nie hatte Gerinth Grund gehabt, an der Treue des Barden zu zweifeln.         2.      Wulfher der Däne zupfte an seinem feuerroten Haar und runzelte nachdenklich die Stirn. Er war ein Riese. Die Brustmuskeln spannten sich wie zwei Schildbuckel unter dem Schuppenpanzer. Durch seinen gehörnten Helm wirkte er noch größer, und mit der Prankenhand um den langen Schaft seiner mächtigen Streitaxt bot er ein Bild barbarischer Wildheit, das man nicht so schnell vergaß. Doch trotz seines offensichtlichen Ungestüms wirkte der Führer der Dänen jetzt leicht verwirrt und unentschlossen. Er drehte sich um und stellte dem in der Nähe sitzenden Mann grollend eine Frage.   Dieser Mann war hochgewachsen, schlank und doch kräftig. Er hatte zwar nicht den schweren Körperbau des Dänen, dafür war er geschmeidig wie ein Tiger, was jede seiner Bewegungen verriet. Sein dunkles Haar war gerade geschnitten und sein Gesicht bartlos. Er trug keine goldenen Armreifen oder sonstigen Zierrat, mit denen die Wikinger sich gern schmückten. Seinen Leib schützte ein Kettenhemd, und seinen Helm, der neben ihm lag, zierte glänzendes Pferdehaar.   »Nun, Cormac«, knurrte der Seeräuberführer, »was meinst du?«   Cormac Mac Art antwortete seinem Freund nicht sogleich. Forschend blickten seine kühlen grauen Augen in die blauen des Barden Donal. Donal war überschlank und überdurchschnittlich groß, sein zerzaustes Blondhaar nicht leicht zu bändigen. Er hatte weder seine Cotta, noch sein Schwert bei sich, und seine Kleidung erinnerte an die eines Hofnarren. Sein schmales Patriziergesicht wirkte in diesem Augenblick so unergründlich, wie es die finsteren narbigen Züge des Gälen waren.   »Ich traue Euch, soweit ich überhaupt jemandem traue«, sagte Cormac, »aber in dieser Sache genügt mir Euer Wort allein nicht. Wie soll ich wissen, dass Ihr uns nicht vielleicht nur aus dem Weg haben wollt oder uns gar in einen Hinterhalt unserer Feinde schickt? Wir haben an der Ostküste von Britannien zu tun...«   »Mein Vorschlag bringt euch mehr ein als die Plünderung eines Seeräuberverstecks«, entgegnete der Barde. »Wenn Ihr mich begleitet, bringe ich Euch zu dem Mann, der Euch vielleicht überzeugen kann. Aber Ihr müsst alleine kommen, Ihr und Wulfher.«   »Eine Falle«, knurrte der Däne. »Donal, du enttäuschst mich!«   Cormac blickte tief in die ungewöhnlichen Augen des Barden, und schüttelte bedächtig den Kopf. »Nein, Wulfher, wenn es eine Falle ist, müsste man auch Donal getäuscht haben, und das glaube ich nicht.«   »Wenn Ihr mir so weit traut, warum genügt Euch dann nicht mein Wort in der anderen Sache?«   »Das ist etwas anderes«, erklärte der Seeräuber. »Hier geht es nur um Wulfhers und mein Leben. Bei der anderen dagegen um das der gesamten Mannschaft. Es ist meine Pflicht ihr gegenüber, ganz sicherzugehen. Ich glaube nicht, dass Ihr lügt, aber es könnte sein, dass man Euch belogen hat.«   »So kommt denn! Ich bringe euch zu dem Mann, der selbst Euer Misstrauen zum Schwinden bringen wird.«   Cormac erhob sich von dem Felsbrocken, auf dem er gesessen hatte, und stülpte sich den Helm auf den Kopf. Immer noch brummelnd und kopfschüttelnd, brüllte Wulfher seinen Mannen einen Befehl zu. Einige saßen in...



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