E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Eagle Meditation
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-96861-071-9
Verlag: Aquamarin Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
ISBN: 978-3-96861-071-9
Verlag: Aquamarin Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
"Die White Eagle Gemeinschaft im Südwesten Englands gehört zu den ältesten und angesehensten spirituellen Gruppierungen in Europa. Der Schwerpunkt der Lehren von White Eagle liegt auf einem esoterischen Christentum und einer aktiven Tätigkeit im Geistigen Heilen.
Die White Eagle Bücher sind seit fast vierzig Jahren in deutschen Übersetzungen erhältlich und haben Generationen von Lesern auf ihrem geistigen Pfad begleitet!
Der Titel ""Meditation"" behandelt praktische Übungen, um den Weg in die Stille zu gehen!"
Autoren/Hrsg.
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2 Anleitung zur Praxis
Das Motiv für die Ausübung der Meditation muss vor allem ein selbstloses sein. Das, so hoffen wir, ist im 1. Kapitel deutlich zum Ausdruck gekommen. Der Schüler sehnt sich danach, Gott und die göttlichen Eigenschaften, Wahrheit, Weisheit und Liebe, zu finden. Daher opfert er auch gerne das niedere oder äußere Ich diesem Ziel und bildet seinen Körper aus, bis er fähig geworden ist, das Christus-Vorbild anzunehmen und ihm nachzuleben. Nur eine solche Geisteshaltung macht es ihm möglich, die Strahlung des Christuslichtes zu erkennen und für sie empfänglich zu werden. Das ist kein leichter Weg. Im Gegenteil, dieser Weg ist mit Problemen, Versuchungen und Prüfungen übersät. Nichtsdestoweniger wird der ernsthafte Schüler nach einer Weile erkennen, dass er allmählich mehr und mehr Führung und Hilfe erhält. Während der vielen Schwierigkeiten, denen er bei seinem Vorwärtsstreben begegnet, ist er nie ohne einen unsichtbaren Führer und Lehrer, der ihn zur Treue und Ausdauer ermahnt auf dem langen Weg und bis zum Ziel.
Welches ist dieses Ziel? Es ist die unerschütterliche und unzerstörbare Überzeugung des Menschen, dass er ein Teil des gesamten Lebens ist. Diese Überzeugung gelangt in seine Seele während der Meditationsübungen. Er erkennt, dass er ein Tropfen im Ozean des universellen, ewigen Lebens ist, und dass er aus Geist geboren und daher selber Geist ist. Seine bewusst gewollte Vereinigung und Einswerdung mit Gott, seinem Schöpfer, ist das Endziel.
Ist ihm dies voll bewusst geworden, dann verschwindet die Angst vor dem Tod für immer. Dann weiß er im Innersten, dass er Teil des Ewigen Lebens ist und nie sterben kann. So erweitert sich allmählich sein Bewusstsein und dehnt sich von Innen her aus, bis er überall und in allem nur noch Gott sieht. Ist dieser Punkt erreicht, dann sagt man: Er habe das Kosmische Bewusstsein erlangt.
Wie lernt man meditieren? Nun, wenn du den Pfad der Meditation gefahrlos betreten möchtest, dann beginnst du am besten mit einer kleinen Gruppe von Freunden, die gleicher Gesinnung sind. Denke gut nach über die, die du auswählst. Bete um Führung in deiner Wahl. Jesus sagte zu seinen Jüngern: »Wo zwei oder drei in meinem Namen (in meinem Geist) beisammen sind, da bin ich mitten unter ihnen.« Dies sei dein Leitgedanke.
Wenn ihr euch zu einer Meditation trefft, dann setzt euch, einen Halbkreis bildend, mit genügend Raum zwischen einem jeden von euch. Wenn irgend möglich, soll der gewählte Raum ausschließlich geistigem Arbeiten dienen. Wir wollen ihn das stille Zimmer nennen. Das Bild eines Meisters, darunter ein Altar mit Blumen und einer rubinroten Altarlampe oder mit Kerzen bilden den Mittelpunkt. Wo ein stilles Zimmer nicht vorhanden ist, da richte man ein Tischchen her, das, wie oben beschrieben, als Altar dient. Dies symbolisiert den Abendmahlstisch, ein Konzentrationspunkt für geistige Kraft und Schönheit, die von der Seele des Schülers aufgenommen und absorbiert werden.
Wenn alle Teilnehmer sitzen, soll ein jeder die richtige Haltung einnehmen: Aufrecht, mit gerader Wirbelsäule, doch entspannt und bequem. Ich gebe oft den Rat, dass man sich vorstellen soll, der Kopf sei mit einem Gummiband am Himmel befestigt, so, als ob eine Kraft von oben den Körper leicht in die Höhe zieht. Der rechte Fuß ist über den linken gekreuzt. Die Hände liegen locker auf dem Schoß, die Linke über der Rechten, mit den Innenflächen nach oben gekehrt. So bilden die Hände eine Schale, in der Form einer Lotosblüte oder Wasserlilie.
Zu Beginn der Sitzung spiele man eine bis zwei Platten gute Musik von mäßiger Lautstärke und langsamem Rhythmus, wie z. B. Händels Largo oder Bach oder eine Musik, die sich steigert, wie das Vorspiel von Lohengrin, erster Akt. Solche Musik bringt Friede und Harmonie in die Seelen der Teilnehmer und hebt ihr Bewusstsein über irdische Belange hinaus. Während der Musik ist es gut, langsam und rhythmisch zu atmen, um sich vom irdischen Ich zu lösen. Nie aber soll das Atmen so verlangsamt oder übertrieben werden, dass eine Spannung oder ein Hustenreiz entsteht. Der Atem soll auch nie ganz angehalten werden. Atme ruhig und ohne jede Anstrengung, auf keinen Fall schwer oder abgehackt. Denke beim Einatmen an das in deinen Körper einströmende Christuslicht und fühle beim Ausatmen ein Ausströmen von Licht aus dem Herz- und den Kopf-Zentren. Sende ein Gebet aus, dass dieses Licht die ganze Menschheit heilen und segnen möge.
Nun ist völlige Harmonie hergestellt, und die Gruppe ist schwingungsmäßig dem geistigen Leben näher gekommen. Der Gruppenleiter liest nun einen zuvor gewählten Text aus einer geeigneten Schrift. Dieser soll nur kurz sein. Er hat den Zweck, die Gruppe über das normale Bewusstsein hinaus noch höher zu heben.
Versuche den Zustand absoluter Ruhe und Stille im Inneren zu finden. Bemühe dich, bewegungslos und ohne zu husten dazusitzen, denn das kleinste Geräusch stört dich und die andern.
Es gibt Schüler, die es vorziehen, für sich allein zu meditieren. Dagegen wäre nichts einzuwenden, doch im Großen und Ganzen ist die Gruppenarbeit vorzuziehen, denn in einer Gruppe potenziert sich die geistige Kraft, und einer kann den anderen im Nehmen und Geben unterstützen. Für Einzelmeditierende ist es wichtig, dass sie weder durch ein Klopfen an der Tür noch durch das Öffnen derselben gestört werden.
Der erste Schritt zur Meditation ist die ernst gemeinte Verehrung des Großen-Weißen-Lichtes, wie echte Andacht, denn diese besondere Methode wurde entwickelt, um das Wachstum und die Ausbreitung des Christuslichtes in den Herzen der Menschen zu fördern. Verehrung und Liebe für Jesus Christus, den Meister der Liebe, tragen viel zur Entfaltung des Herz-Zentrums bei und zur Ausdehnung des Christuslichtes im Herzen und durch das Herz. Verweile während der Meditation beim Gedanken der umfassenden Liebe Christi. Suche nach dem göttlichen Funken der Liebe in dir, denn »das Licht scheint in der Finsternis«. Gebrauche, wenn nötig, deine Vorstellungskraft, um in deinem inneren Bewusstsein dieses Licht zu sehen. Stelle dir diesen göttlichen Funken der Liebe vor als einen in glänzender Farbenpracht funkelnden Diamanten von pulsierendem Licht. Sei dir aber bewusst, dass dies erst der Anfang deiner hellsichtigen Fähigkeit ist. Betrachte es als den Anfangspunkt deiner geistigen Entwicklung. Allmählich wird sein Glanz größer und heller, bis er zu einer herrlich leuchtenden Sonnenscheibe geworden ist. All dies spielt sich in dir selber ab und ist subjektiv und nicht objektiv zu werten. Du siehst all dies nicht mit den äußeren, sondern mit den inneren, den geistigen Augen. Der nächste Schritt ist es, dich selber in diese Sonnenscheibe hinein- und dann durch sie hindurch zu projizieren. Dann, immer noch deine Vorstellungskraft gebrauchend, sieh dich, wie du eine andere Welt betrittst, eine ganz neue Welt, erschaffen aus feinstofflicher Materie, einem verfeinerten, ätherischen Licht.
Wenn du deine geistigen Fähigkeiten entfalten willst, dann musst du zuerst einmal erkennen, dass der Anfang allen Lebens »Licht« war. Am Anfang sagte Gott: »Es werde Licht – und es ward Licht.« Alles, was Form und Gestalt annahm, war aus diesem Licht gemacht. Genauso verhält es sich in der Meditation. Aus dem kleinen Lichtfunken, den du am Anfang deiner Meditationsübungen erblickst, wird alles, was in den feinstofflichen und den rein geistigen Welten ist (und das sich dir einmal unmittelbar enthüllen wird), erschaffen. In der Meditation wird dir daher zuerst einmal die Realität des Lichtes voll bewusst. Es ist das Licht Gottes, aus welchem im Laufe deiner Entwicklung alle Visionen, alle Offenbarungen und geistigen Erfahrungen stammen. Bist du genügend ernsthaft, ausdauernd und standhaft in deiner geistigen Entwicklung, dann wirst du zweifelsohne den Schleier durchdringen können, der diese dunkle materielle Welt von der viel schöneren und helleren geistigen Welt trennt.
Das ist nichts Neues. Christus kam, um uns denselben Weg zu weisen, dem wir heute noch folgen. Seine Worte sind klar und jenseits allen Zweifels, doch die Menschen verstehen ihre Bedeutung noch nicht. Er sagte: »Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit – und alles andere wird euch hinzugegeben werden.« Und an anderer Stelle sagte er: »Bevor ihr euch nicht ändert und werdet wie Kinder – könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen.«
Dieses Buch ist absichtlich in einer Sprache gehalten, die ein kleines Kind, also ein Mensch, der im Geist einfach und demütig ist, auch wirklich verstehen kann. Es ist der Weg, der zum Licht und zum Ewigen Leben führt. Was wir sagen wollen, ist dies: Wenn die Anleitungen, die wir hier geben, getreulich und geduldig befolgt werden, dann wird das Innere Selbst, dann wird die Seele des Suchenden mit der Zeit fähig, sich vom dunklen Gefängnis des Materialismus zu lösen und sich bewusst zu werden, dass sie ein Teil Gottes ist.
Eines ist es, die Schriften der Welt zu lesen, um sich intellektuelle Kenntnisse zu erwerben. Etwas ganz anderes ist es, eine stets wachsende Erweiterung des Gottesbewusstseins in sich selbst zu erkennen und ihr treu zu bleiben.
Richard Wilhelm sagt in seinem Buch »Das Geheimnis der goldenen Blüte«: »Mit der Zeit verwandelt sich der Urgeist in der Behausung des Lebens in die Wahre Kraft. Zu dieser Zeit muss man die Methode des Drehens des Mühlrades anwenden, um ihn zu destillieren, dass er zum Lebenselixier wird. Das ist die Methode der gesammelten Arbeit.«
Der Weg zur Meditation, wie wir ihn hier beschreiben, wurde uns von höheren Intelligenzen gegeben. Er ist absichtlich einfach und unkompliziert, so dass jedermann, wie unzulänglich er...




