Eder | Beautiful Paradox | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 414 Seiten

Eder Beautiful Paradox


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7554-1208-3
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 414 Seiten

ISBN: 978-3-7554-1208-3
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Was passiert, wenn eine Liebe alle Regeln bricht? Ist es dann Glück oder Bestrafung? Soll man voreinander fliehen oder kopfüber eintauchen? Valerie Seit ich ihn zum ersten Mal gesehen habe, als ich zehn Jahre alt war, liebe ich ihn. Auf den Tag, an dem ich ihn wiedersehen kann, habe ich jahrelang gewartet ... Und nun ist er da und tut so, als würde er mich nicht bemerken. Doch ich gehöre zu den Mädchen, die alles bekommen, was sie wollen ... Nur warum ist er bloß so kompliziert? Lewis Nie habe ich daran geglaubt, dass es die Eine geben würde, die ich wahrhaftig lieben könnte ... Sie macht es mir nicht gerade leicht, ihr zu widerstehen; stur und trotzig, bringt mich mit ihrem Gezicke um den Verstand ... sowie mein Herz zum Glühen.

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Prolog
  »Sprich bitte mit ihm. Auf dich hört er wenigstens noch«, bat Madison ihre Schwester, die in der Küche rauchend am offenen Fenster stand. »Was soll ich da groß machen? Er ist ein erwachsener Junge und muss selbst entscheiden, welchen Weg er geht«, brachte Nelly hervor und zog an der Zigarette. »Vielleicht wird aus ihm was und er wird nicht in die Fußstapfen seines Vaters treten!«, zischte sie den letzten Satz heraus. »Sein Vater war ein liebevoller Mensch, egal wie sehr du ihn auch nicht gemocht hast.« Beleidigt schnitt Madison weiter das Gemüse für das Abendessen. »Für den Jungen ist und bleibt er ein Held!« »Pff!«, pustete sie aus. Lewis tauchte in der Küche auf. »Tante Nelly, du hast die ganze Küche verraucht!« »Genau. Du bist ein schlechtes Beispiel für meinen Jungen«, meinte Madison und deutete ihrer Schwester mit den Augen, dass sie mit dem Jungen reden sollte. »Als ob dieser Junge nicht selbst raucht. Nicht wahr, Lewis.« Lächelnd wandte er sich ab. Natürlich rauchte er, seit er sechzehn war, doch traute sich nie, in der Gegenwart seiner Mutter oder seiner Tante eine Zigarette anzuzünden. Sein Anstand meldete sich dabei, es war ihm unangenehm. »Mum, was sollte ich einkaufen?« »Brot zum Abendessen. Aber Tante Nelly wollte noch mit dir sprechen«, stieß Madison Nelly auf das Gespräch von eben, weil ihre Schwester es nicht mal annähernd versuchte. »Wollte ich? ... Ah ja ...« Nelly drückte ihre Zigarette aus. »Junge, ich bin stolz auf dich! Ich unterstütze deine Entscheidung voll und ganz. Ich liebe Soldis!« »Nelly«, knurrte Madison unzufrieden und sah sie entsetzt an. Seufzend ließ sie das Messer auf den Tisch fallen. Auf ihre Schwester konnte sie doch nicht zählen. »Was? Der Junge wird dort zu einem richtigen Mann erzogen!« »Army ja, aber sich gleich für fünf Jahre verpflichten zu lassen mit einem Auslandseinsatz, wo es nur Krieg gibt … Das ist wie Selbstmord!« »Mum, übertreib jetzt doch nicht. Meine Entscheidung steht fest! Du hast doch selbst gesehen, dass die Polizeischule mir abgesagt hat. Was soll ich sonst machen?«, erwiderte Lewis, auch wenn er es nicht verstehen konnte, warum sein bester Freund in der Polizeischule aufgenommen wurde und er nicht, obwohl sie den gleichen Notendurchschnitt hatten. Dennoch gönnte er dieses Erfolgserlebnis seinem Freund und beschloss, auf eine andere Art und Weise die Menschen zu beschützen. Ja, er wollte genauso wie sein Vater Polizist werden. Für den Jungen war er ein Held, den er, als er zehn war, verloren hatte. Seine Erinnerungen verblassten sehr schnell und nur von Mutters Erzählungen, die seinen Vater hochlobte, kannte er ihn. Wenn Lewis jetzt kein Polizist werden konnte, dann würde er wenigstens als Soldat ein Held werden. »Als ob es keine anderen Berufswege gibt«, murmelte seine Mutter, der zum zigsten Mal die Tränen in den Augen stiegen. Madison wollte ihn nicht loslassen. Diese Entscheidung gefiel ihr nicht – welche Mutter wollte es, dass ihr Junge in einem Krieg kämpfte? Zurecht, denn es verging kaum ein Tag ohne Gefechte und Anschläge in Afghanistan, die von Taliban oder der Terrormiliz Islamischer Staat ausgingen. Madison war am Ende ihres Lateins angekommen, um ihrem Sohn diese Entscheidung auszureden, und ihre Schwester, die ihr auch noch in den Rücken fiel, war nun keine Hilfe. Seufzend ließ sie den Kopf hängen, um ihre Tränen zu verbergen. Lewis gab ihr einen Kuss auf die Wange und lief aus der Wohnung, um für das Abendessen einzukaufen, worum seine Mutter ihn gebeten hatte. Draußen zog er die Luft ein, die nach feuchter Erde roch. Die kühle Brise wehte ihm seine dunklen Haare ins Gesicht. Der Frühling brach in vollem Gange aus, zuerst mit seinem trügerischen Wetter aus Windböen und Regen, und dann mit grellem Sonnenschein, sodass es in den Augen wehtat und erwärmte die ersten Aprilblumen. Frühling war wie ein Neuanfang für die Natur, erneuerte sich mit Farben und Leben. So sollte auch seine Zukunft einen anderen, einen neuen Anfang nehmen. Lewis ging zum Einkaufsladen den grau gepflasterten Fußweg entlang, den die großen Erlen an den Rändern zierten. Eine Schar von vorbeirauschenden Kindern lief ihm entgegen. Die Schule war vorbei. Bevor er zu der Einkaufsstraße abbiegen wollte, erregte eine Szene seine Aufmerksamkeit. Er wäre sonst vorbei gegangen – was ist schon dabei, dass die Jungs sich prügelten, oder die Mädchen ärgerten, wie in diesem Fall. Lewis erschien es, dass dieses Mädchen die zwei hartnäckigen Belästiger nicht abwehren konnte, drehte sich im Kreis, als sie an ihrem Zopf zupften oder an ihrem Rock zogen. Sie schlug mit ihrer Tasche umher und rief denen zu, dass sie sie in Ruhe lassen sollen und abhauen. Der Wind zerzauste ihre Haare, als wolle er den kleinen Monstern auch noch dazu verhelfen und der Kleinen übel mitspielen. Einer der Jungen riss an ihr, sodass sie ihren Halt verlor und winselnd auf den Boden fiel. Binnen Sekunden verkürzte Lewis den Abstand zum Geschehnis. Die Gefühle, die er dabei empfand, waren so, als hätte er es selbst erlebt, wie er dort auf dem Boden lag. In der Schulzeit musste er es häufig erleben, wie einige seiner Klassenkameraden ihn erniedrigt hatten und oft auf dem Boden sehen wollten. Doch genau das gab ihm die Kraft, so zu werden, wie er heute war. »Was macht ihr kleinen Biester?«, knurrte Lewis einem der Angreifer zu und packte ihn am Kragen. Der Junge starrte ihn verdattert an und konnte nicht verstehen, was gerade passierte. Lewis warf einen kurzen Blick auf das Mädchen, das ihn mit halboffenem Mund ansah. Ihre braunen Augen, die eine grüne Maserung hatten, wirkten magisch, als wäre sie eine kleine Elfe. Das Mädchen weinte nicht mehr, vermutlich vor Staunen. So eine tiefe Stimme, die auch noch so angenehm klingen konnte, hatte sie bis jetzt noch nie gehört. Seine blau-grauen Augen strahlten eine gewisse Kälte aus, erschienen ihr aber gleichzeitig liebevoll. Dieser Mann war so groß, hatte breite Schultern und wirkte mit seinen muskulösen Oberarmen sehr stark. Er könnte diesen Blödmännern nur einen Klaps geben und schon würden sie ohnmächtig, wie Eintagsfliegen auf dem Boden liegen. Würde ihnen auch recht geschehen. Mit neuem Mut richtete sie sich auf. »Beim nächsten Mal werde ich euch den Arsch versohlen, sodass ihr tagelang darauf nicht sitzen könnt!«, rief Lewis erbost, ließ den einen Jungen los und sie liefen sofort davon. Das Mädchen stand mit einem in den Nacken geworfenen Kopf und sah zu Lewis hoch, dessen Blick sie traf. »Hab keine Angst mehr, sie würden dich nicht mehr anfassen.« Obwohl Lewis das ruhig aussprach, hatte seine raue und tiefe Stimme, eine charakteristische Schärfe, die seine Persönlichkeit zeigte und für manche angsteinflößend wirkte. Jedoch nicht für sie. »Ich habe auch keine Angst!«, erwiderte sie fest und hob ihre Tasche vom Boden auf. »Trotzdem danke!« Sie schaute etwas unsicher umher, was Lewis zeigte, dass sie sich doch noch ein wenig fürchtete. »Soll ich dich nach Hause begleiten?« »Nein, nicht nötig. Meine Mutter oder mein Chauffeur kommt gleich, um mich abzuholen«, sagte sie wie selbstverständlich. Bei Lewis hoben sich verwundert die Augenbrauen. Diese Kleine, die vielleicht gerade mal zehn-elf war, hatte einen eigenen Chauffeur?! Wohl ein kleines verwöhntes Prinzesschen. Sie richtete ihre dunkelblonden Haare, bei denen im Kampf vereinzelte Strähnen aus ihren Zöpfen rausfielen und sie steckte diese mit ihren Klammern neu zurecht – es sah nicht perfekt aus, etwas chaotisch, weshalb Lewis sein Lächeln unterdrückte. Neugierig musterte sie ihn mit einem zufriedenen Lächeln. »Ich heiße Valerie. Und du?« »Lewis.« »Ein cooler Name.« »Danke, deiner ist auch nett.« »Wer bist du?«, fragte sie mutig. Lewis blinzelte verwirrt, weil die Frage etwas komisch gestellt war. »Ähm … Ich werde bald ein Soldat.« »Deswegen bist du so stark?!«, meinte sie, was Lewis zum lautlosen Lachen brachte. »Und du? Was machst du am liebsten?« »Ich schwimme gerne und turne, gehe auf eine Gymnastikschule. Ich kann auch Klavier spielen, aber das will ich nicht mehr machen. Turnen mag ich lieber und kann das sehr gut.« »Wow …«, war Lewis begeistert, und es war nicht aufgesetzt oder gespielt. »Bestimmt sehe ich dich dann irgendwann mal im Fernsehen, wenn du an den Olympischen Spielen teilnimmst.« »Hm«, dachte das Mädchen nach, denn es klang so verlockend. »Das wäre toll.« Der verträumte Blick mit dem süßen Lächeln, das kleine Grübchen an ihren Wangen entstehen ließ, entging Lewis nicht. »Oh, ich muss los. Tschüss, Lewis«, sagte sie dann munter, ehe sie an ihm vorbeiging. Als Lewis sich umdrehte, stand an einem schwarzen SUV eine Blondine, die ihn musterte und an der Fahrerseite saß ein Kerl in einem schwarzen Anzug und dunkler Sonnenbrille. Die kleine...



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