E-Book, Deutsch, Band 1, 423 Seiten
Reihe: HeroIn
Eder HeroIn - Band 1
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7438-3002-8
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Liebesroman
E-Book, Deutsch, Band 1, 423 Seiten
Reihe: HeroIn
ISBN: 978-3-7438-3002-8
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
*Überarbeitete und korrigierte Auflage. Stand: Januar 2018* Als Sohn eines Top-Managers sind Valentin Wohlstand und eine sorgenfreie Karriere-Zukunft in die Wiege gelegt worden. Mit Partys, Alkohol- und Drogenexzessen und illegalen Straßenrennen verbringt er seine Nächte; Langeweile und Einsamkeit treiben ihn an. Valentin lässt sich zwar auf zahlreiche One-Night-Stands, aber nie auf Gefühle ein. Bis er auf Elena trifft. Elena weiß genau, was sie will: ihr Studium beenden, einen Mann finden, heiraten und dann den kleinen Vince aus dem Kinderheim adoptieren. Doch sie trifft auf Valentin - genau den Falschen für ihre Pläne. Elena berührt mit ihrer Ruhe etwas in Valentin; bei ihr kommt er runter. Doch das schätzt und hasst er zugleich. Er verliebt sich in sie, doch liebt erauch sein exzessives Leben. Elena und die Liebe zu ihr werden für ihn zu einer der härtesten Drogen. Dies ist keine stürmische Lovestory oder erotischer Roman, sondern eine gesellschaftskritische Geschichte mit ungewöhnlicher Romanze Empfohlenes Lesealter ab 16/17 Jahre Der zweite und letzte Teil erscheint im Februar 2018.
Autoren/Hrsg.
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Kapitel 2
Valentin
An der letzten Kreuzung bleibe ich an einer roten Ampel stehen und schaue im Terminplaner meines Handys, ob ich heute irgendwelche Meetings außerhalb habe. Ich versuche ernsthaft mich zu konzentrieren, während links neben mir ein Motorrad steht, das mir langsam auf den Senkel geht. Als die Ampel umschaltet und der Fluss der Autos sich voran bewegt, lege ich schnell mein Handy auf dem Sitz ab und fahre ebenfalls los. Vor dem dreiundzwanzigstöckigen Geschäftsgebäude, in dem ich arbeite, parke ich mein Auto und steige aus. Meine Kollegen, die ich zum größten Teil nicht einmal kenne, beeilen sich pünktlich zu kommen. Sie laufen in der angemessenen Bekleidung mit ihren Akten- und Laptoptaschen ins Gebäude, während sie telefonieren oder noch schnell Nachrichten überfliegen oder schreiben. Ich bleibe vor der Tür stehen und rauche auf die Schnelle noch eine, wie auch einige andere Leute, da uns vor kurzem das Rauchen im Gebäude untersagt wurde. Aus gesundheitlichen Gründen. Natürlich! Als ob sich jemand um unsere Gesundheit schert, außer wenn es ums Geld der Krankenversicherungen geht. In der obersten Etage steige ich als einer der Letzten aus dem Fahrstuhl aus und marschiere durch das Großraumbüro zu meinem Büro. Die Geräusche der verschiedenen Drucker, klingelnden Telefone, Kopierer und der querbeet sprechenden Menschen durchdringen mein noch unausgeschlafenes und empfindliches Gehirn. Ich versuche allmählich meine Gedanken zu sortieren, um konzentriert meiner Arbeit nachgehen zu können. Ich hätte eine Aspirin nehmen sollen. Am liebsten wäre ich jetzt allein schon der Geräuschkulisse wegen geflüchtet. Freundlich begrüße ich meine Kollegen und lächle sie an. Dieselben Reaktionen bekomme ich zurück. Ob sie tatsächlich froh sind, bei der Arbeit anwesend zu sein? Das bezweifle ich. Die Mehrheit der Leute arbeitet heutzutage nur notgedrungen, um nicht in die sozialen Problemsümpfe abzurutschen. Das war immer so und wird sich wohl auch nie ändern. Ich schüttle freundlich die Hände meiner Kollegen, die überwiegend Leiter verschiedener Abteilungen sind. Einige von ihnen stopfen mir geradezu diese heuchelnde Freundlichkeit in den Arsch. Bei mir bringt das nichts. Allerdings haben es einige bei meinem Vater geschafft, sich hochzuschleimen und sich mit einer widerwärtigen Hochnäsigkeit in das lederne Sesselchen niederzulassen. Jetzt denken sie, nicht mehr denken zu müssen, und wälzen ihre Arbeit auf die untergeordneten Mitarbeiter ab. Obwohl ich dazu sagen muss, dass ich selbst Verkaufsleiter bin und meine Arbeit auch gerne weiterreiche. Der einzige Unterschied: Ich bin der Sohn des Chefs und musste meinem Vater Gott sei Dank weder damals, als ich die Stelle zugewiesen bekam, noch jetzt in den Arsch kriechen. Es war allein seine Entscheidung, mich mit der Leiterstelle zu krönen, die ich einfach so aus Bequemlichkeit hingenommen und akzeptiert habe. „Herr Weber“, ruft eine weibliche Stimme hinter mir, an der ich sofort die Sekretärin meines Vaters erkenne. Ich drehe mich bereits mit einem Lächeln zu ihr um. Sie trägt wie immer einen makellosen, eleganten Rock und eine Bluse. „Ihr Vater will Sie sprechen“, setzt sie mich in Kenntnis. „Danke, Sylvia. Er kann wohl nicht ohne mich leben.“ Ich drehe mich um und gehe weiter. Vor meinem Büro verlangsame ich meine Schritte und begutachte eine unbekannte junge Frau, die jetzt auf dem Platz meiner Sekretärin sitzt. Ich wusste schon, dass mein Vater jemanden für mich einstellen will, doch … Hat er etwa keinen Geschmack? Sie sieht nicht wirklich anziehend aus, obwohl sie schöne Kleidung an ihrem knochigen Körper trägt, die aber nicht wirklich gut sitzt. Sie wirkt verbiestert, und ihre dunkelrote Ray-Ban-Brille und die strenge Frisur, zu der sie ihre schwarzen Haare arrangiert hat, verleihen ihr etwas Hartes. Sie springt sofort von ihrem Stuhl auf, als ich vor ihr stehen bleibe. „Hallo, oh, äh … guten Tag“, redet sie schnell und verwirrt drauflos, blinzelt etwas verloren und streckt mir ihre Hand entgegen. „Ich bin Melanie Groth, Ihre neue Sekretärin.“ Ich gebe ihr die Hand und zwinge mich irgendwie zum Lächeln. „Valentin Weber“, stelle ich mich trocken vor. Sie schaut mich mit halbgeöffnetem Mund an, als ob sie mit ihren Augen an meinem Gesicht kleben geblieben wäre. Ehrlich gesagt wirkt ihr Blick auf mich gerade so, als würde sie sich vorstellen, wie ich ihr die Bluse herunterreiße, sie auf den Tisch werfe und dann mit meiner Zunge über ihren Körper gleite. Eine schöne Vorstellung … Hm, aber nicht mit ihr. Ich hebe erwartungsvoll eine Augenbraue und warte, ob sie mir noch etwas sagen möchte. Wie auf ein Schusskommando kommt sie erschrocken zu sich und beginnt in den Papieren auf ihrem Tisch zu wühlen. „Äh … Herr Weber hat mir gesagt, dass Sie als Erstes immer die Liste mit den Umsatzzahlen sehen möchten.“ „Als Erstes möchte ich immer einen Espresso“, werfe ich ein und merke, wie schroff es rüberkommt. Sie stockt leicht, wobei ihre Hand mit der Liste in der Luft hängen bleibt. „Aber ja, ich möchte auch die Umsatzzahlen sehen“, sage in einem versöhnlichen Tonfall und nehme ihr diese ab. Sie nickt und schaut verloren umher. „Okay … gut“, murmelt sie nervös. „Dann mache ich Ihnen jetzt einen Espresso.“ „Ich bin gleich nicht am Platz, Sie können ihn mir später bringen“, informiere ich sie. Sie schaut mich blinzelnd an, senkt dann aber ihren Blick mit einem leisen „Okay“. Bevor die Kleine vor Nervosität noch völlig durchdreht, gehe ich in mein Büro, in dem in der Mitte mein Arbeitstisch steht. Durch die Glastür kann ich das Großraumbüro sehen und die Kollegen bei der Arbeit beobachten. Hinter mir aber kann ich Hamburg durch die großen Fenster betrachten, während ich in meinen Gedanken hänge oder mich einfach nur ausruhe. Ich schaue durch die Glastür und sehe, wie Melanie an ihrem Platz mit den Händen über den Tisch huscht, als ob sie eine Marionette wäre. So kommen mir die Sekretärinnen meistens auch vor: Marionetten, deren Fäden man ziehen kann, wie man will. Ein erbärmlicher Gedanke, ich weiß. Nachdem ich mich im Computer einloggt und ein paar Papiere von meinem Schreibtisch auf den unbearbeiteten Stapel geworfen habe, nehme ich mir eine Aspirin aus der Schublade und mache mich schließlich auf den Weg zu meinem Big Boss. Mein Vater ist ein Perfektionist und bekannt dafür, einen irrezumachen. Ständige Predigten, was richtig und was falsch sei, wie wichtig die Arbeit im Leben sei und wie hart man arbeiten müsse, um gut leben zu können. Mich lässt es kalt. Allen anderen, glaube ich, kann er echt das Hirn aus dem Kopf quatschen. Da rauche ich lieber, als dass ich durch einen von meinem Vater verursachten Herzinfarkt schneller in einem Sarg lande als ein Nichtraucher. Ich öffne die Tür zu seinem großen Büro. Mein Vater sitzt an seinem Arbeitstisch hinten im Raum. Das Büro wird aufgrund der bodentiefen Fenster mit viel Licht durchflutet. Vorne links steht noch ein großer, massiver und dunkler Konferenztisch. Sonst sieht es ziemlich leer aus. Nicht nur einmal habe ich ihm die Frage gestellt, warum er so viel Platz für zwei Tische brauche. „Ich liebe Freiraum“, war dann seine Antwort. Freiraum? Vielleicht war das auch der Grund, warum er sich vor zehn Jahren von meiner Mutter hat scheiden lassen. Obwohl ich glaube, dass eher sie die Entscheidung getroffen hat zu gehen, weil sie zu viel Freiraum hatte. Sie hat ihn wegen seines Jobs kaum zu Hause gesehen. Es kann aber auch sein, dass ich mich täusche. Wir waren nicht so eine engumschlungene „Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb“-Familie und haben deshalb nicht wirklich viel miteinander geredet. Jeder lebte irgendwie für sich allein und war mit sich selbst beschäftigt. Zu meiner Mutter habe ich nur gelegentlichen Kontakt, und in letzter Zeit meistens auch nur noch telefonisch. Wie gesagt: Jeder lebt sein Leben. Mein Vater sieht streng zu mir auf. Viele sagen, dass er Ähnlichkeit mit George Clooney hat. Mir kommt es aber nicht so vor. „Hast du dich auf dem Weg hierher verlaufen oder warum hat es so lange gedauert?“, fragt er zwar ruhig, doch die Schärfe in seiner Stimme ist nicht zu überhören. „Dir auch einen guten Morgen, Vater“, antworte ich gespielt förmlich und pflanze mich grinsend ihm gegenüber in den ledernen Sessel. „Guten Morgen“, sagt er jetzt. „Warum kannst du dir nicht angewöhnen, eine Krawatte zu tragen?“ Ich ziehe meine Nase kraus. „Ich hasse sie, das weißt du doch. Außerdem bin ich ein moderner Mensch; das wird heutzutage nicht mehr so eng gesehen.“ Ich richte lässig meinen Kragen, aber er sieht mich immer noch streng an. Ich verdrehe stöhnend die Augen. „Beruhige dich, gestern hatte ich eine.“ „Du hast eine...




