Edwards | Die Lady von Renwyg Castle | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 344 Seiten

Reihe: Bellemare-MacTavish-Reihe

Edwards Die Lady von Renwyg Castle

Roman | Bellemare-MacTavish-Reihe: Band 2
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-95885-672-1
Verlag: venusbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman | Bellemare-MacTavish-Reihe: Band 2

E-Book, Deutsch, Band 2, 344 Seiten

Reihe: Bellemare-MacTavish-Reihe

ISBN: 978-3-95885-672-1
Verlag: venusbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Er ist ihr Feind - doch seine Küsse versprechen pure Leidenschaft: Der historische Liebesroman »Die Geliebte des Ritters« von Marian Edwards als eBook bei venusbooks. England im 11. Jahrhundert: Seit neunhundert Jahren herrschen die Frauen des Clans MacTavish über Burg Renwyg - bis William der Eroberer und seine wilden Normannen einfallen. Um ihrer Familie zur Flucht zu verhelfen, stellt sich ihnen die junge Bethany in der Rüstung eines Ritters entgegen - und unterliegt schließlich dem Krieger Roger de Bellemare im Zweikampf. Als Roger entdeckt, dass sein Gegner eine junge Frau ist, kennt sein Zorn keine Grenzen - ebenso wenig wie sein Verlangen, die Schöne für sich zu gewinnen. Können seine fordernden Küsse Bethany beweisen, dass er ihr Schicksal ist? Oder machen die Geheimnisse aus seiner Vergangenheit ihre Liebe unmöglich? Jetzt als eBook kaufen und genießen: Das Historical-Romance-Highlight »Die Geliebte des Ritters« aus der Bellemare-MacTavish-Reihe von Marian Edwards. Lesen ist sexy: venusbooks - der erotische eBook-Verlag.

Marian Edwards ist eine amerikanische Autorin, die bereits zahlreiche historische Liebesromane veröffentlichte. Bei venusbooks erscheinen in der Bellemare-MacTavish-Reihe: »In den Armen des Lairds« »In den Fängen des Ritters« »Die Geliebte des Ritters«
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Erstes Kapitel


HASTINGS, ENGLAND, 1066

Bierdunst und Schweißgeruch schlugen Royce de Bellemare entgegen, als er das Wirtshaus betrat und sich in dem schmuddeligen Gastraum nach seinem Bruder umsah. Er saß an einem der hinteren Tische.

»Wilhelm hat mir Burg und Land eines Sachsen in North Umberland zu Lehen gegeben.«

»Das tut mir leid, Royce – ich weiß, daß das nicht das war, was du wolltest.« Guy übernahm die Papiere, die sein Bruder aus dem Hemd gezogen hatte, und bedeutete dem Wirt, noch einen Krug Ale zu bringen. »Vielleicht gefällt es deiner Verlobten ja in England«, meinte er mit einem wissenden Lächeln, während er die Dokumente überflog.

»Non – sie wird es hassen!« erwiderte Royce bei dem Gedanken an seine schöne Damiana, ein normannisches Edelfräulein von außergewöhnlicher Anmut. »Verdammt, ich will diese Heirat. Lady Damianas Rang würde mir ermöglichen, bei Hofe zu verkehren. Ich bin nicht gewillt, mein Leben lang als einfacher Ritter zu gelten, und ich will dieses Vermächtnis auch nicht an meine Erben weitergeben.« Royce trank einen großen Schluck Bier. »Aber dieses gottverlassene Stück Land in der englischen Wildnis ist alles, was ich ihr zu bieten habe.«

»Wenn sie dich liebte, Bruder«, entgegnete Guy, ohne sich die Mühe zu machen, seine Verachtung zu verbergen, »wäre es ihr gleichgültig, wo sie mit dir leben würde.«

»Wenn?« Royce knallte den Krug auf den Tisch und starrte seinen Bruder wütend an. »Damiana hat darauf gewartet, daß ich mein Glück mache.«

Guy schüttelte den Kopf und beugte sich vor, als wolle er seinem Bruder ein Geheimnis anvertrauen. »Damiana hat dich in der Hoffnung in den Krieg geschickt, daß du entweder fallen und sie damit von ihrem Eheversprechen erlösen würdest oder so großen Ruhm erwürbest, daß Wilhelm dich mit Ländereien in der Normandie belohnte.«

»Guy, deine Abneigung gegen die Lady beeinträchtigt dein Urteilsvermögen. Du siehst ihren Charakter völlig falsch, mon frère.«

»Ach ja?« Guy wischte sich mit dem Ärmel den Mund ab.

»Dann schicke nach Damiana – du wirst ja sehen, welche Begeisterung die Früchte deiner Mühen ihr entlocken.«

»Das tue ich, sobald du und ich die Burg in Besitz genommen haben.«

NORDENGLAND, 1066

Mord, Totschlag. Panisches Angstgeschrei. Gebrüll. Männer stürmten durch die Burg, metzelten jeden nieder, der ihnen im Weg stand. Blut strömte aus zerteilten Körpern. Kinder wimmerten, hockten in den Ecken, starrten auf das Gemetzel.

Bethany erwachte schweißgebadet. Der Alptraum war so wirklichkeitsnah gewesen, daß sie einen Moment brauchte, um sich zurechtzufinden. Die Schreckensbilder waren zweifellos eine Folge der schlimmen Nachrichten, die auf der Flucht vorbeikommende Kriegsmüde übermittelten. Wilhelm von der Normandie hatte Harolds Armee bei Hastings vernichtend geschlagen, und mit dem Tod des Rivalen war Englands Kampfgeist geschwunden. Es hieß, daß der Herzog am Weihnachtstag den Thron besteigen würde.

Wenn Wilhelm König von England würde, wäre auch dieser entlegene Außenposten vor den normannischen Teufeln nicht sicher. Der Gedanke ließ Bethany bis ins Mark erschauern.

Sie warf sich eine Decke um die Schultern, verließ ihr Schlafgemach. Die Burg war ruhig – zu ruhig. Es war entmutigend. Sie ging hinaus auf die unbemannten Festungsmauern und schaute nach Süden, wo ein Waldbrand die Wolken am nächtlichen Oktoberhimmel dunkelrot färbte. Ein eisiger Windstoß fegte heran und hätte beinahe ihre Wolldecke mit sich fortgerissen.

»Bitte, laß es regnen!« flüsterte sie inbrünstig, und wie als Antwort auf ihr Stoßgebet fielen kurz darauf erste, schwere Tropfen. Vielleicht könnten die Männer das Feuer jetzt löschen und endlich auf ihre Posten zurückkehren – es war Krieg, und ohne die Garde waren sie schutzlos.

Sie schloß die Augen, um die verwaisten Wehrgänge nicht mehr sehen zu müssen, und das Gesicht ihrer Mutter erstand in der Dunkelheit. Es war zwar schon fünf Jahre her, daß sie diese Welt verlassen hatte, doch Bethany hörte ihre Stimme so klar und deutlich, als habe sie gestern noch zu ihr gesprochen. »Bethany – es ist Zeit für dich, meinen Platz einzunehmen.«

Mit Tränen in den Augen hatte Bethany vor dem Totenbett ihrer Mutter gekniet, um die beiden kostbaren Erbstücke entgegenzunehmen, die seit neunhundert Jahren von der Mutter an die Tochter weitergegeben wurden. »Beschütze unsere Familie und sorge für unsere Dienstleute«, hatte ihre Mutter gesagt und ihrer Tochter den Dolch mit dem juwelenverzierten Griff und seiner eingebetteten römischen Münze in der mit feiner Stickarbeit überzogenen Scheide in die ausgestreckten Hände gelegt. »Das ist deine einzige Pflicht. Übe dein Geburtsrecht aus. Versage dich nicht den Ahnen.« Unter den Augen ihrer Mutter hatte Bethany feierlich den prächtigen Gürtel mit seiner ungewöhnlichen Geschichte um ihre Hüften gelegt. Die gestickten Bilder erzählten ausführlich die Geschichte ihrer Ahnfrau – eines northumbrischen Edelfräuleins, das von einem römischen Eroberer bezwungen und dann zur Siegerin über ihn wurde. Die Liebe hatte die Lust besiegt, worauf der römische Soldat verfügt hatte, daß stets die älteste Tochter des Hauses Land und Burg erben sollte. Dolch und Gürtel waren ein Symbol ihres Vermächtnisses – eines Erbes in weiblicher Linie.

»Ja, Mutter, ich werde für sie sorgen«, hatte Bethany geantwortet und mit dem Daumen über die römische Münze gestrichen. »Ich schwöre es.«

Das Bild verblaßte, und Bethany seufzte in Erinnerung an ihre geliebte Mutter. Die Verantwortung für ihre Dienstleute lastete nun auf ihren Schultern, und selbst wenn sie sich verheiratete, würde sie nicht geringer werden, denn ihr Ehemann könnte niemals der Eigentümer der Burg oder der Ländereien werden. Er würde nie mehr sein als ein Beschützer.

Bethany öffnete die Augen und sah wieder den verlassenen Wehrgang vor sich. Sie hatte den alten Hauptmann der Wache, Cedric, mit seinen Männern hinausgeschickt, damit sie den Waldbrand bekämpften, weil das Feuer, wenn es näher kam, eine Bedrohung für Mensch und Vieh bedeutete, doch jetzt kamen ihr Zweifel, ob es klug gewesen war, der Naturgewalt zu trotzen und sich damit hilflos der drohenden Menschengewalt auszuliefern.

Sie hätte viel darum gegeben, ihren Vater um Rat fragen zu können, und bat in einem stillen Gebet um seine gesunde Rückkehr. Obwohl er ein erfahrener Krieger war, hatte er zwei Invasionen nicht voraussehen können. Er war mit allen Männern aus dem Dorf und den meisten seines bewaffneten Gefolges nach Stamford Bridge gezogen, um an der Seite von König Harold den Angriff des Königs von Norwegen abzuwehren. Vorsichtshalber hatte er die zwanzig erfahrensten Männer seiner Truppe zur Verteidigung des Gutes zurückgelassen. Hätte er getan, was sie getan hatte? Beklommen hörte sie eine innere Stimme flüstern: wahrscheinlich nicht.

Der Regen war stärker geworden, hatte sie bereits bis auf die Haut durchnäßt, trotzdem konnte sie sich noch nicht entschließen, wieder hineinzugehen. Sie ging einem Wächter gleich den regengepeitschten Wehrgang auf und ab. Auf den hinteren Mauern blieb sie stehen und starrte auf die dunkle Regenwand. Dort im Norden, nur ein paar Meilen entfernt, lebte der Clan ihres Vaters, die Sippe Mactavish. Sie hatte ihrem Onkel eine Nachricht gesandt, hatte ihm ihre Notlage geschildert und Männer angefordert. Die Schotten waren wilde Krieger, trotzdem konnte sie nicht sicher sein, daß ihr Onkel seinen Clan zum Eingreifen bewegen könnte. Sie hatte den Reichtum, über den diese Grundherrschaft verfügte, angedeutet und ihn ihrer großzügigen Dankbarkeit versichert. Wenn dies ihren Onkel nicht überzeugte, dann würde ihn nichts überzeugen.

Bethany seufzte tief. Die Alternative war nicht erfreulich. Sie müßte eine Ehe eingehen. Wenn ihr Onkel kein Heer aufstellen könnte, würde er ihre Heirat arrangieren. Es gab viele Clanmitglieder, die mit Freuden ihren Namen aufgeben und ihren annehmen würden, den, der für das Land stand, das ihr gehörte. Alles, was sie von einem Ehemann wollte, war, daß er die Burg verteidigte und die zugehörigen Ländereien beschützte, aber die Zeit für monatelange Verhandlungen hatte sie nicht!

Sie wandte dem Norden den Rücken zu und machte sich auf den Rückweg zu ihren Gemächern. Es blieb ihr nichts anderes übrig, als zu warten. In ihrer Hilflosigkeit fühlte sie sich wie ein Blatt im Wind. Der Eid, den sie ihrer Mutter geleistet hatte, lastete schwer auf ihren Schultern. Sie mußte einen Weg finden, ihre Familie und Dienstleute in Sicherheit zu bringen. In ihrem Schlafgemach angekommen, schob Bethany zähneklappernd ein dickes Holzscheit ins Feuer, warf die durchweichte Decke ab, streifte ihr am Körper klebendes, durchnäßtes Nachtgewand ab und ließ es achtlos zu Boden fallen, trocknete sich in aller Eile ab und holte ein frisches aus der Truhe, dessen Saum kaum den Boden berührt hatte, als sie auch schon ins Bett sprang.

Sie hatte gerade die schweren Bettdecken bis zur Nasenspitze hochgezogen, als ein Blitz den Raum geisterhaft erhellte und gleich darauf ein Donnerschlag die Mauern erzittern ließ. Die Tür flog auf, und ihr kleiner Bruder, Bret, kam hereingestürmt und stürzte sich in ihre Arme.

»Ich habe Angst«, jammerte er, sein Gesicht an ihrer Brust bergend.

Auch sie hatte Angst – aber nicht vor dem Gewitter. »Du brauchst dich nicht zu fürchten, Bret – bei mir bist du in Sicherheit.« Als wollten sie ihre Worte Lügen strafen, brachen Blitz und Donner über sie herein, kaum daß sie zu Ende gesprochen hatte. Bethany zog ihren...



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