E-Book, Deutsch, 292 Seiten
Elbern Wo liegt eigentlich Hitchcock begraben? 2. Teil
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7568-6869-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Grabstätten historischer Persönlichkeiten - Lexikon - VI 20. Jahrhundert (2.Teil) K-Z
E-Book, Deutsch, 292 Seiten
ISBN: 978-3-7568-6869-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Dr. Stephan Elbern (geb. 1957) veröffentlichte mehrere wissenschaftliche Publikationen zur römischen Geschichte, außerdem eine siebenbändige Enzyklopädie der Grabstätten historischer Persönlichkeiten. Auf zahlreichen Reisen besuchte er nahezu alle bedeutenden Stätten der antiken Welt.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
N
Nabokov, Vladimir
Russischer Schriftsteller (1899 – 1977)
Nach der Revolution emigriert, lebte er zuletzt in der Schweiz; seine psychologisierenden Romane schildern sexuelle Grenzüberschreitungen („Lolita").
Er wurde in Clarens (bei Montreux) bestattet (M. Beedham (Hrsg.), Vladimir Nabokov. A Documentary Volume, Detroit 2013, 325).
Nagumo, Chüichi
Japanischer Admiral (1887 – 1944)
In der Luftkriegführung weitgehend unerfahren, leitete er dennoch den Angriff auf Pearl Harbour, der durch seine Fehlentscheidungen dem Gegner geringeren Schaden zufügte als geplant; wenige Monate später erlitt er die kriegsentscheidende Niederlage bei Midway. Mit der Verteidigung der Marianen betraut, gab er sich in auswegloser Lage selbst den Tod.
Er ruht auf dem Obai-in, einem Untertempel des Engaku-ji zu Kamakura. Dabei könnte es sich jedoch um eine Beisetzung nach der Sitte des Bunkotsu handeln: Bei dieser Teilbestattung genügt bereits ein Haar oder Fingernagel für eine ordnungsgemäße Grablegung (Mitteilung von Herrn Professor Till Weber, Universität Okinawa).
Nagy, Imre Abb. 56
Ungarischer Politiker (1896 – 1958)
Nach dem sowjetischen Einmarsch Mitglied der kommunistischen Marionettenregierung, unterlag er später im Machtkampf gegen M. ?Rákosi. Während des Volksaufstandes (1956) erneut zum Ministerpräsidenten berufen, wurde er nach dessen Scheitern in einem Geheimprozeß zum Tode verurteilt und hingerichtet (1989 rehabilitiert).
Er wurde mit seinen vier Schicksalsgefährten zunächst heimlich im Gefängnishof von Budapest verscharrt und drei Jahre später – mit dem Gesicht nach unten! – in einem unbezeichneten Grab auf dem dortigen Új Köztemetö (Neuer allgemeiner Friedhof) beerdigt. 1988 stiftete ihm die Stadt Paris ein Denkmal auf dem Père-Lachaise (entworfen von dem Sohn L. ?Rajks); die abstrahierte Darstellung eines schiffbrüchigen Bootes symbolisiert die gescheiterte Revolution. In der Agonie des kommunistischen Regimes (1989) wurden die Särge der Hingerichteten (die Gebeine Nagys vermischt mit den Knochen einer Zoogiraffe!) exhumiert und vor 250.000 Menschen auf den Stufen des Ausstellungspalastes auf dem Heldenplatz von Budapest aufgebahrt. Nach einem (inoffiziellen) Staatsakt übergab man sie den Familien zur Bestattung; auf Wunsch seiner Tochter wurde Nagy an die ursprüngliche Stelle zurückgebracht (Rév, 19-32; „President Áder Places Flowers at Grave of Imre Nagy" vom 16. 6. 2021, unter: https://hungarytoday.hu/ader-imre-nagy-2021/; „1989: Hungary reburies fallen hero Imre Nagy" vom 16. 6. 1989, unter: http://news.bbc.co.uk/onthisday/hi/dates/stories/june/16/newsid_4522000/4522407.stm, aufgerufen am 24. 8. 2021).
Nasser (Nasir), Gamal Abd-el
Ägyptischer Politiker (1918 – 1970)
Maßgeblich am Sturz der Monarchie beteiligt, erlangte er in den folgenden Jahren die unumschränkte Macht. Durch den Sieg in der Suezkrise stieg er zum Führer der arabischen Welt auf; die Vereinigung Ägyptens mit Syrien (VAR) blieb freilich eine kurzlebige Episode. Im Geist eines „arabischen Sozialismus" – und wegen des Konflikts mit Israel – lehnte er sich an die UdSSR an, erlitt jedoch im Sechs-Tage-Krieg eine verheerende Niederlage.
Das ganze Land trauerte um den Verstorbenen, man mußte den Sarg vor der Menge auf einen Panzerwagen in Sicherheit bringen. Er ruht in einem Marmorgrabmal in der Moschee von Abbasiya (Kairo) unweit seines Hauses (G. Frank, Allahs große Söhne. Staatengründer und Reformer, Frankfurt/M. 1990, 123f.; J. Gordon, Nasser. Hero 356ft he Arab Nation, Oxford 2006, 121).
Natschinski, Gerd
Deutscher Tonsetzer (1928 – 2015)
Mit zahlreichen eingängigen Schlagern und Filmmusiken, v.a. aber durch das heitere Musical „Mein Freund Bunbury" wurde er zu einem der populärsten Komponisten der „DDR".
Er hatte sich ein anonymes Grab gewünscht (Mitteilung der Familie).
Naumann, Friedrich
Deutscher Politiker (1860 – 1919)
Unermüdlich strebte er nach einer demokratischen Umgestaltung von Staat und Wirtschaft; dazu wollte er die Arbeiter für die nationale Idee und ein „soziales Kaisertum" gewinnen. Jahrzehntelang gehörte der charismatische Redner dem Reichstag, später der Weimarer Nationalversammlung an, zuletzt als Vorsitzender der Deutschen Demokratischen Partei. Die FDP hat ihrer Stiftung seinen Namen gegeben.
Er wurde auf dem Zwölf-Apostel-Friedhof in Berlin-Schöneberg bestattet (Th. Heuss, Friedrich Naumann. Der Mann, das Werk, die Zeit, Stuttgart 1949, 504).
Neckermann, Josef Abb. 57
Deutscher Unternehmer und Dressurreiter (1912 – 1992)
Zielstrebig baute er ein großes Warenversandunternehmen auf, das zu einem Symbol des „Wirtschaftswunders" wurde („Neckermann macht's möglich"), mußte es jedoch zuletzt an Karstadt verkaufen. Zahlreiche internationale Erfolge feierte er als Dressurreiter.
Er wurde auf dem Hauptfriedhof von Frankfurt/M. beigesetzt (Erche, 434).
Nedbal, Oskar
Tschechischer Komponist (1874 – 1930)
Aus seinem umfangreichen Schaffen ragt die reizvolle Operette „Polenblut" hervor.
Er wurde auf dem Vysehrad zu Prag bestattet (https://de.findagrave.com/memorial/29538229/oskar-nedbal, aufgerufen am 24. 8. 2021).
Negri, Pola (eig. Apolonia Chalupec) Polnische Schauspielerin (1897 – 1987)
Eine der großen Diven der Stummfilmzeit, war sie v.a. unter E. ?Lubitsch erfolgreich; der Wechsel in die USA scheiterte an ihrem slawischen Akzent. Nach Deutschland zurückgekehrt, genoß sie die Unterstützung A.?Hitlers („Mazurka").
Sie ruht im Calvary Cemetery Mausoleum zu Los Angeles (Wilson II, 544).
Nehru, Jawaharlal „Pandit"
Indischer Politiker (1889 – 1964)
An der Seite M. Gandhis kämpfte er für die Unabhängigkeit des Landes; mehrfach inhaftiert, wurde er nach dem Ende der britischen Herrschaft zum Ministerpräsidenten berufen. Mit militärischer Gewalt warf er die einheimischen Fürsten nieder und besetzte die portugiesischen Stützpunkte; der Streit um Kaschmir führte zu einem fortdauernden Konflikt mit Pakistan. Erfolgreich verbesserte er die Lage der Armen, v.a. der Parias; weltweit geachtet, wurde er zu einem der wichtigsten Sprecher der Entwicklungsländer.
Drei Mio. Menschen säumten die Straßen von Neu-Delhi, als man ihn auf einer Lafette an den Fluß Jumna brachte (dort war bereits ?Gandhis Leichnam verbrannt worden). Im Beisein zahlreicher in- und ausländischer Politiker entzündete sein Enkel den Scheiterhaufen aus Sandelholz. Die Asche wurde in Kupferurnen zum Haus des Verstorbenen gebracht und im Garten vom Volk verehrt. Der testamentarischen Anweisung folgend, verstreute man sie – gemeinsam mit der Asche der Gattin, die er nach ihrem Ableben 28 Jahre zu Hause bewahrt hatte – teils nahe seiner Geburtsstadt Allahabad im Ganges, teils aus einem Flugzeug über den Feldern Indiens (M. Edwardes, Nehru. A Political Biography, London 1971, 7-11).
Nell-Breuning, Oswald von
Deutscher Theologe (1890 – 1991)
Der führende katholische Sozialwissenschaftler veröffentlichte zahlreiche wirtschaftspolitische Schriften und war maßgeblich an der Enzyklika „Quadragesimo anno" beteiligt.
Er wurde auf dem Südfriedhof Sachsenhausen in Frankfurt/M. bestattet (https://de.findagrave.com/memorial/107571563/oswald-von_nell-breuning, aufgerufen am 24. 8. 2021).
Neruda, Pablo (eig. Neftali Reyes Basoalto)
Chilenischer Dichter (1904 – 1973)
Einer der bedeutendsten Lyriker Lateinamerikas (Nobelpreis 1971), entwickelte er einen eigenen gefühlsstarken und metaphernreichen Stil („Nerudismo"); seinen Namen wählte er nach dem Verfasser der „Kleinseitner Geschichten". Seit dem Putsch A.?Pinochets (1973) galt der kommunistische Autor der weltweiten Linken geradezu als „Heiliger".
Daher geriet seine Beisetzung im Mausoleum der Familie Dittborn in Santiago de Chile zu einer Demonstration gegen die neuen Machthaber. 1992 wurde er auf die Isla Negra (bei Valparaiso) an die Seite seiner Frau umgebettet (D. Schidlowsky, Pablo Neruda und Deutschland. Eine kurze Biographie des chilenischen Dichters und seine Beziehung zu Deutschland, Berlin 2008, 112). 2013 zur Klärung der Todesursache exhumiert, wurde er drei Jahre später in das ursprüngliche Grab auf der Isla Negra zurückgeführt (TA, 5.2.2016).
Nerz, Otto
Deutscher Fußballehrer (1892-1949)
Zielstrebig und reformorientiert baute der erste Reichstrainer eine erfolgreiche Nationalmannschaft auf; nach dem Debakel von 1936 abgelöst, starb er in sowjetischer Lagerhaft zu Sachsenhausen.
Dort verscharrte man ihn in einem Massengrab im Kommandantenhof (DFB-Archiv: Nachlaß Sepp Herberger, SA 602, 6).
Neto, António Agostinho
Angolanischer Politiker (1922 – 1979)
Der Führer der kommunistischen MPLA wurde nach der...




