Elliot | Der Mönch, die 4 Wahrheiten und ich | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

Elliot Der Mönch, die 4 Wahrheiten und ich

Glück, Gelassenheit und innerer Frieden in 8 Wochen
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-95803-260-6
Verlag: Scorpio Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Glück, Gelassenheit und innerer Frieden in 8 Wochen

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

ISBN: 978-3-95803-260-6
Verlag: Scorpio Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Als Rose Elliot einen buddhistischen Mönch einlädt, bei ihr im Wohnzimmer einen Meditationskurs abzuhalten, ist das für sie ein Experiment. Doch im Verlauf des 8-Wochen-Kurses vermag der Mönch nicht nur sie und ihren Mann zu überzeugen, sondern auch ein bunt gemischtes, kleines Grüppchen an Teilnehmern, zu dem auch ein Student, ein Friseur, ein Arzt und eine Großmutter gehören. In den alltagsbezogenen Fragen dieser Teilnehmer können wir uns wiederfinden, die Antworten des Mönchs sind voll tiefer Weisheit und mitfühlendem Humor. Woche für Woche werden wir auf diese Weise in andere Aspekte der Meditation und den Kern der buddhistischen Lehre eingeführt und motiviert, diese Einsichten in unseren Alltag zu integrieren. Ein inspirierendes Buch für alle, die ihre Sorgen und Ängste verabschieden und das Leben im Hier und Jetzt genießen wollen.

ROSE ELLIOT ist bekannt als Pionierin der vegetarischen Ernährungsweise. Sie kam schon früh mit ganzheitlichen und spirituellen Themen in Kontakt. Wie die Begegnung mit dem buddhistischen Mönch ihr Leben von Grund auf verändert hat, beschreibt sie in ihrem Buch.
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Es ist früher Nachmittag an einem herrlichen Junisonntag, als der Mönch bei uns vor der Tür steht. Er ist mittelgroß, muskulös und in ein goldbraunes Tuch gehüllt, das er wie ein wadenlanges Gewand um Schultern und Taille geschlungen trägt.

Sein Kopf ist kahl rasiert und glänzt, und er trägt lederne Sandalen. Wie eine Umhängetasche baumelt ihm eine große Metallschüssel von der Schulter. Ich weiß, dass sie sein einziger Besitz ist und ihm als Geschirr für die zwei Mahlzeiten dient, die er täglich zu sich nimmt – ein Frühstück und ein frühes Mittagessen, das er vor zwölf Uhr einzunehmen hat.

Ich zögere und widerstehe dem Impuls, ihm die Hand zu reichen, denn mir ist bewusst, dass ihm als ordinierter Mönch jeglicher physische Kontakt mit anderen verboten ist, besonders der zu einer Frau. Ich lächle also, lege einer spontanen Eingebung folgend die Hände in Gebetsposition vor der Brust zusammen und sage: »Willkommen.«

Einen Besucher wie ihn empfange ich nicht alle Tage. Der Mönch ist gekommen, um vor einer Gruppe von Leuten über »Achtsamkeit, Meditation und die Erlangung von Glück, Freiheit und Frieden« zu sprechen. Die Idee zu dem Ganzen stammt von Robert, meinem Mann. In einer schwierigen Lebensphase hatte er angefangen, ein nahe gelegenes buddhistisches Kloster zu besuchen, um das Meditieren zu lernen. Er hatte das Gefühl, dass es ihm sehr guttat, und es hatte ihn wirklich verändert. Allen war aufgefallen, dass er viel ausgeglichener und zufriedener wirkte. So war er auf die Idee gekommen, einen der hochrangigeren Mönche zu bitten, bei uns im Haus vor einer Gruppe von Leuten Unterweisungen zu geben.

Er sprach mit ein paar buddhistischen Gruppen hier am Ort, mit Freunden von Freunden, praktisch mit allen, die irgendwie Interesse an einem Kurs über Achtsamkeit und Meditation haben könnten. Sein Vorhaben sprach sich herum, und schließlich entwarf er einen Flyer und schickte ihn herum. Die meisten Leute, die sich daraufhin angemeldet haben, kenne ich nicht.

Wie es aussieht, ist das Interesse an Achtsamkeitsmeditation groß. Und wenn sich jemand damit auskennt, sind es buddhistische Mönche, die täglich mehrere Stunden damit zubringen. Nachdem Robert so gute Erfahrungen damit gemacht hat, hoffen wir, dass auch andere davon profitieren werden.

Ich bin selbst neugierig und prinzipiell offen für seine Idee, gehe aber trotzdem ein wenig misstrauisch an die Sache heran.

Misstrauisch? Ja, ich gebe zu, dass ich gewisse Vorerfahrungen mit Gruppen habe. Du musst wissen, dass ich in einem religiösen Retreat-Zentrum aufgewachsen bin, das von meiner Großmutter und meinen Eltern geleitet wurde. Bevor ich meine eigenen Wege ging, habe ich sogar ein paar Jahre dort gearbeitet. Genau genommen sind meine ersten beiden größeren Kochbücher aus den Rezepten entstanden, die ich mir dort in meiner Zeit als Köchin ausgedacht habe. Es gab verschiedene Gründe, warum ich am Ende fortging und dem allem den Rücken kehrte – dem Retreat-Zentrum ebenso wie allem, was mich auch nur entfernt an »Religion« erinnerte. Und ich bin seither sehr zögerlich, was die Teilnahme an irgendwelchen Gruppen anbelangt. Warum bin ich also heute hier? Warum mache ich die Gastgeberin für diese Meditationsgruppe? Was soll ich mit einem Mönch in meinem Haus? Gute Frage! Genau genommen mache ich es Robert zuliebe. Ich weiß, wie viel es ihm bedeutet. Und ja, ich betrachte mich als spirituellen Menschen, obwohl ich nicht »religiös« im eigentlichen Sinne bin. Außerdem glaube ich daran, dass Meditation positive Wirkungen sowohl auf den Körper wie auch den Geist haben kann. Darum bin ich bereit, mich auf einen Versuch einzulassen.

Da stehe ich jetzt also vor diesem buddhistischen Mönch und frage mich, was ich ihm sagen, was ich tun und wie ich mich ihm gegenüber verhalten soll. Robert, der ein deutlich entspannteres Verhältnis zu Mönchen hat, ergreift die Initiative. Die Sonne scheint, und uns bleibt noch ein wenig Zeit, bevor die Teilnehmer eintreffen, und so lädt er den Mann auf einen kleinen Spaziergang in den Garten ein.

Wir gehen durch die Diele hinaus, und die Wärme des Tages umfängt uns. Ich muss zugeben, dass mich der Mönch mit seiner schlichten, offenen und »normalen« Art irgendwie berührt. Es ist schön, dass er einfach so seine Zeit opfert, um hier bei uns im Haus einen Kurs für ihm völlig unbekannte Leute zu halten. Dafür bin ich ihm dankbar.

Draußen im Garten taut er sichtlich auf. Mit offenkundigem Interesse schaut er sich um und redet so locker und natürlich, dass ich spüre, wie sich meine Anspannung löst. »Oh, eine Armandii«, sagt er und deutet auf die üppig grüne Clematis, die sich an einer Seite unseres Hauses an der Fassade emporrankt. »Die muss laufend zurückgeschnitten werden, nicht wahr?« Er erzählt uns, dass er viele Jahre Gärtner gewesen sei, bevor er sich entschloss, Mönch zu werden; dass sein Vater 90 Jahre alt sei und in einiger Entfernung vom Kloster lebe und er ihn regelmäßig besuchen fahre. Zum Glück habe er ein Seniorenticket. Dass buddhistische Mönche so alltagsorientiert und praktisch sein können, habe ich nicht erwartet. Wie ich ihn so vor mir stehen sehe, sonnengebräunt und mit leuchtenden Augen, wirkt er alles andere als alt genug für ein Seniorenticket. Es scheint einiges für einen kahl rasierten Schädel zu sprechen. Oder vielleicht liegt es am Leben im Kloster?

Wir kehren ins Haus zurück und gehen durch die Diele ins Wohnzimmer. »Was für ein schöner Raum!«, ruft der Mönch.

Ich bin froh, dass er ihm gefällt. Wir haben am Vorabend Stunden darauf verwendet, unser Wohnzimmer in einen Meditationsraum oder, wie der Mönch sagt, einen »Schreinraum« zu verwandeln. Einige schwerere Möbelstücke mussten aus dem Weg gerückt werden, und wir haben Blumen, Kerzen und Räucherstäbchen aufgestellt. Die Esszimmerstühle stehen im Oval entlang der Wände, sodass diejenigen Gäste, die lieber auf dem Boden sitzen möchten, ausreichend Platz haben für ihre Meditationsunterlagen, Matten und Zafus, wie man die festen, runden Meditationskissen nennt, die wie kleine Puffs aussehen. Man sitzt mit gekreuzten Beinen auf dem Zafu, und darunter liegt die gepolsterte Matte.

Über den Kamin am Ende des Raumes haben wir ein Stück burgunderfarbenen Stoff drapiert, das auf dem Sims von zwei schweren, mit weißen Blüten gefüllten Vasen gehalten wird – Bauern-Jasmin aus unserem Garten. Das Tuch verdeckt nicht nur den Kamin, sondern bietet zugleich einen schönen Hintergrund für Roberts heiß geliebten großen, holzgeschnitzten Buddha, den wir von einer Reise nach Sri Lanka mitgebracht haben. Er thront nun auf dem gläsernen Couchtisch, den wir dorthin gerückt haben.

Ich führe den Mönch an seinen Platz am anderen Ende des Raumes, am »Kopfende«, rechts neben dem »Schrein« mit Blick zur Tür. Er nimmt mit gekreuzten Beinen auf dem Zafu und der Meditationsmatte Platz, die ich für ihn bereitgelegt habe. Ich frage ihn, ob er einen Tee oder Kaffee möchte. »Ja, gern«, antwortet er. »Eine Tasse schwarzer Tee wäre wunderbar. Schön stark und mit viel Zucker und Milch! Aber bitte keine Kuhmilch. Hättest du vielleicht etwas Sojamilch?« Die habe ich. Ich bin vorbereitet, denn man hat mich entsprechend gewarnt. Als praktizierendem Mönch ist es ihm nicht erlaubt, nach zwölf Uhr mittags irgendwelche Lebensmittel zu sich zu nehmen, und Kuhmilch zählt offenbar dazu. Sojamilch hingegen gilt als »Medizin« und ist folglich erlaubt. Warum das so ist? Ich habe keine Ahnung … Ich kann ein Schmunzeln nicht unterdrücken, denn ich kenne ein paar Leute, die nicht im Kloster leben und trotzdem meinen, dass Sojamilch wie Medizin schmeckt. Ich selbst mag überhaupt keine Milch im Tee oder Kaffee, verwende aber Sojamilch statt Kuhmilch zum Kochen.

Der Mönch hat seinen Satz kaum beendet, als es an der Tür klingelt. Die ersten Teilnehmer sind gekommen: ein großer Mann namens Tim mit kurzem, an den Schläfen ergrautem Haar und Geheimratsecken. Er trägt einen dünnen Seidenschal locker um den Hals geschlungen. Und eine lebhaft wirkende Frau mit kurzer roter Stachelfrisur, die sich mir als Suzi vorstellt. Sie tragen Kissen, Meditationsunterlagen und Matten unter dem Arm.

Ich zeige ihnen, wo sie ihre Sachen ablegen können, wo das WC und die Namensschilder sind, die ich am Abend zuvor vorbereitet habe, und wie sie zum Meditationsraum finden. Inzwischen ist auch ein blasser, recht nervös wirkender junger Mann mit Brille namens Sam eingetroffen. Nachdem ich ihm erklärt habe, wo er sein Fahrrad abstellen kann, gehe ich, um dem Mönch seinen Tee zu machen.

Wieder klingelt es. Weitere Leute treffen ein, Robert nimmt sie an der Tür in Empfang. Ich begegne ihnen in der Diele, als ich dem Mönch seinen Tee bringe. Da sind Dan, ein ziemlich gut aussehender, dunkelhaariger junger Mann in Jeans, und eine Frau namens Nicky mit langem, glattem, glänzend braunem Haar....


ROSE ELLIOT ist bekannt als Pionierin der vegetarischen Ernährungsweise. Sie kam schon früh mit ganzheitlichen und spirituellen Themen in Kontakt. Wie die Begegnung mit dem buddhistischen Mönch ihr Leben von Grund auf verändert hat, beschreibt sie in ihrem Buch.



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