Ellis | Broadway Lights 2: Faded Glow | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 416 Seiten

Reihe: Broadway Lights

Ellis Broadway Lights 2: Faded Glow

Knisternde Fake Dating Romance am Broadway und in der High Society von New York
25001. Auflage 2025
ISBN: 978-3-646-93915-6
Verlag: Impress
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Knisternde Fake Dating Romance am Broadway und in der High Society von New York

E-Book, Deutsch, Band 2, 416 Seiten

Reihe: Broadway Lights

ISBN: 978-3-646-93915-6
Verlag: Impress
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Regel 1: Kein Sex. Regel 2: Keine Gefühle. Regel 3: Einmal ist keinmal ...  Unser Theater am Broadway brennt. Und ich bin mittendrin. Meine Verletzungen sind oberflächlich, doch die Flammen bleiben in meinem Kopf. Das Problem meines Mitbewohners kommt mir so gerade recht: Er braucht eine Fake-Freundin und ich eine Ablenkung. Um seine Karriere als Musical-Darsteller weiterverfolgen zu können, muss Seth seine Familie und mit ihr die High Society von New York zufriedenstellen. Dafür benötigt er einen perfekten Plan, eine perfekte Freundin. Sollte uns nicht schwerfallen, immerhin sind wir beste Freunde. Und wir kennen das Fake-Dating-1x1 - kein Sex, keine Romantik. Doch vor allem Regel 1 ist gar nicht so leicht zu befolgen, wenn wir beide versuchen, die Realität zu vergessen, und schon die kleinste seiner Berührungen meine Welt ins Schleudern bringt ...  Knisternde Fake Dating Romance meets High Society Vibes: »Faded Glow« ist der Abschluss der Broadway-Dilogie von Elle Ellis. Persönliche Leseempfehlung von SPIEGEL-Bestsellerautorin Sarah Stankewitz: »Ich bin dem schillernden Broadway-Setting und dem Knistern zwischen Zelda und Seth beim Lesen restlos verfallen. Elle Ellis hat sich mit ?Faded Glow? direkt in mein Herz geschrieben und damit ein absolutes Must-Read für alle Fake-Dating-Fans gezaubert.« //Beide Bände der fesselnden Musical Romance in New York sind unabhängig voneinander lesbar. Alle Romane der »Broadway Lights«:   -- Band 1: Broken Shine  -- Band 2: Faded Glow// 

 Elle Ellis kann sich ein Leben ohne Bücher nicht mehr vorstellen. Am liebsten trinkt sie Eiskaffee, während sie an ihren Geschichten schreibt und sich zwischen den Worten verliert. Neben dem Schreiben teilt sie Leseempfehlungen und vieles mehr auf Instagram unter dem Namen @thebookelle und auf TikTok als  @elleellis.books. Zusammen mit ihrem Freund und den beiden Katzen Tabby und Malu lebt sie zwischen all ihren Büchern.
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PROLOG

ZELDA

PREMIERE

Ein letztes Mal werfe ich einen Blick in den von kleinen Lichtern umrahmten Spiegel. Die Aufregung steht mir praktisch ins Gesicht geschrieben. Meine Wangen leuchten, was definitiv nicht an zu viel Rouge liegen kann, da die Kostüm- und Maskenbildnerin Liv mir ein perfektes Make-up gezaubert hat. Meine Augen strahlen mit den runden Lichtern um die Wette.

»Noch zehn Minuten«, ruft jemand hinter mir. Doch bevor ich mich zur Tür meiner Garderobe umdrehen kann, verraten mir die schnellen Schritte, dass sich Mrs Russo wieder auf den Weg zum Rest des Orchesters gemacht hat. Die Assistentin des Regisseurs ist eindeutig in ihrem Element. Und das muss sie auch sein, schließlich ist jeden Augenblick die Pause vorbei und der zweite Akt unseres Musicals beginnt.

Aber ich bleibe.

Und das ist der Grund für meine Aufregung. Für das nervöse Zucken meines linken Augenlids, das mir seit einer Viertelstunde auf den Keks geht.

Mein Solo.

Mein allererstes Solo als Cellistin am Broadway.

Mein allererstes Solo, auf das ich all die letzten Jahre hingearbeitet habe. Nicht nur all die letzten Jahre. Wenn man es genau nimmt, mein gesamtes Leben.

Ich wünschte, ich könnte ein letztes Mal das vertraute Holz unter meinen Fingerspitzen spüren oder mit dem Bogen über die Saiten streichen. Doch dafür bleibt keine Zeit. Allein darüber nachzudenken, müsste mich normalerweise beruhigen. Aber jetzt, in diesem Moment, siegt die Aufregung. Die Nervosität. Das Lampenfieber.

Mit wackeligen Knien stehe ich auf.

»Zelda.«

Aus den Gedanken gerissen, drehe ich mich um und entdecke Seth in der Tür zu meiner Garderobe.

»Nervös?«, fragt mein Mitbewohner mit seinem typischen Unterton. Eine Mischung aus amüsiert und neckisch.

»Nö, du?«, entgegne ich, kann das verräterische Zucken meines Augenlids jedoch nicht unterdrücken.

Natürlich bemerkt Seth es sofort und kommt in seinem Kostüm ein paar Schritte näher. Wie ich muss er gleich auf die Bühne, obwohl er in diesem Aufzug auch für eine Parfümmarke werben könnte. Erst gestern bei der Generalprobe haben ihn ein paar Mädchen während einer Pause nach einem Foto gefragt, weil sie ihn doch glatt mit Jacob Elordi verwechselt haben. Angeblich hat er die gleiche dunkle Anzughose samt weißem Hemd in seinem aktuellen Social-Media-Post getragen. Ihre Enttäuschung hielt allerdings keine fünf Sekunden und wurde von Gekreische abgelöst, als ich ihnen verraten habe, dass Seth einer der Darsteller unseres neuen Musicals ist.

»Nope, niemals aufgeregt«, antwortet er und erinnert mich daran, worüber wir gerade geredet haben.

Für ein paar Sekunden blicke ich in seine grünen Augen, bevor wir beide ein kurzes Lachen von uns geben.

»Dieses Zucken verrät dich jedes Mal.«

»Jaja.«

»Noch fünf Minuten!«

Erschrocken gebe ich ein Quieken von mir, als Mrs Russo im Türrahmen erscheint und genauso schnell wieder verschwindet.

Seth lacht erneut. Ich stupse ihn gegen seinen Oberarm.

»Hey«, beschwert er sich.

»Hattest du verdient.«

»Wohl eher die Frau, bei der ich jedes Mal überlege, welchen Job sie machen würde, wenn sie nicht hier arbeiten dürfte.«

»Irgendwo Menschen quälen. Ganz klar.«

Bevor er etwas erwidern kann, taucht Mrs Russo ein weiteres Mal auf. »Mr Everett, Sie sollten längst hinter der Bühne sein!« Und schon ist sie weg.

Seth atmet tief ein und sieht mich eindringlich an. »Dann heißt es jetzt also …«

»Sag es nicht!« Ich verziehe das Gesicht, sobald er immer amüsierter dreinblickt. »Seth«, ermahne ich ihn lang gezogen und hüpfe kurz auf und ab.

»Hals- und Beinbruch.« Mit einem tiefen Lachen zieht er mich an sich und hüllt mich in eine Duftmischung aus Kiefernnadeln und Erde. »Ich freue mich auf dein Lied.«

»Das behauptest du nur, damit ich morgen etwas nachsichtiger mit dir bin, sobald ich mein Date mit Taylor habe.«

»Ich liebe deinen Gesang am Abend, weißt du doch«, antwortet er sarkastisch und zwinkert mir zu. Er löst sich von mir und geht Richtung Tür, dort stoppt er und wirft mir noch einen vielsagenden Blick zu. »Na gut, vielleicht.«

»Seth!«, rufe ich ihm nach, bezweifle jedoch, dass er es hört. Auf dem Flur herrscht mittlerweile hektisches Treiben und irgendwo dazwischen ist er verschwunden.

Also ist es wohl auch für mich an der Zeit, zu meinem Platz zu gehen. In meinem Brustkorb beginnt es zu rasen.

Ich schaffe das. Ich habe das Solo, mein Solo, bis zum Abwinken geprobt. Sogar so oft, dass es Seth und meinem anderen Mitbewohner – auch bekannt als mein bester Freund Jake – mittlerweile aus den Ohren hängen müsste. Deshalb bezweifle ich auch, dass sich Seth wirklich darauf freut.

Ein letztes Mal werfe ich einen Blick in den Spiegel und streiche meine hellen Haare zurück. Zupfe an dem rosafarbenen Kleid. Dann geht es jetzt los …

Ich greife nach meinem Cellokoffer und schiebe den Tragegurt über meine Schulter. Das vertraute Gewicht lässt mich leise seufzen.

Mit zitternden Beinen verlasse ich die Garderobe und fokussiere mich auf dem Weg hinter die Bühne nur auf mich. Ansonsten würde ich womöglich ganz durchdrehen, denn es ist jedes Mal das Gleiche. Als würde ich hinter der Bühne in einen dystopischen Roman geraten. Alle irren umher, als ob sie nicht wüssten, was uns in den nächsten fünf Minuten erwartet. Ein Raumschiff mitten am Broadway oder doch eventuell der Angriff von Riesenkatzen. Wobei Letzteres vielleicht ganz putzig wäre.

Aber hinter der schweren Tür erwarten mich weder Aliens noch plüschige XXL-Katzen. Sobald ich hinter den roten Vorhang trete, wird mir vollends bewusst, was gleich ansteht. Umso erleichterter bin ich, ein bekanntes Gesicht zu sehen. Eines, das nun von meinem besten Freund Jake geküsst wird. In den letzten Wochen ist mir Cassie, dieses nachdenkliche Mädchen, das leider viel zu viel in ihrem Leben durchmachen musste, ziemlich ans Herz gewachsen.

Jake verschwindet, bevor ich ihm viel Glück wünschen kann, aber er wird es auch so schaffen. Das tut er immer, dieses Naturtalent. Er ist quasi für den Broadway geboren worden.

Mit wenigen Schritten überwinde ich die letzten Meter und geselle mich zu Cassie, die mit verträumten Augen Jake hinterhersieht. »Es geht nicht, dass der böse Mr Anderson dein Make-up ruiniert«, ahme ich Mrs Russo nach.

Grinsend wendet sie sich mir zu. »Aufgeregt?«

Bin ich denn für jeden so ein offenes Buch? Und das bei dem gedimmten Licht. Gut, dass ich mich dem Cello verschrieben habe und nicht der Schauspielerei.

»Frag nicht. Ich würde ja eine Explosion andeuten, aber dann wäre das hier Schrott und Mrs Russo würde einen Tobsuchtsanfall bekommen.« Ich deute auf mein dezentes Make-up und meinen Cellokoffer.

»Zumindest wären Bruce und sie sich einmal einig.«

»Wie recht du hast«, witzele ich. Allerdings erklingen in dem Moment die typisch hektischen Schritte von Mrs Russo und meine gelöste Stimmung erstirbt.

Mit den Fingern deutet sie eine Eins an, bevor sie sich an meiner Musicalkollegin Tori vorbeischiebt und wieder verschwindet. Prompt kriecht mir der leicht staubige Geruch vom Vorhang in die Nase und ein Frösteln überzieht meine Arme.

»Okay, gleich geht es los.« Eine Mischung aus Nervosität und Spannung schießt bis in meine Fingerspitzen. Ich versuche, sie in den Griff zu bekommen, indem ich auf meinen Fußballen vor und zurück wippe. Doch es bringt nichts, eher im Gegenteil. Wahrscheinlich denken die anderen, ich drehe gleich durch, daher lasse ich es bleiben.

»Du schaffst das. Ich kenne niemanden, der so gut ist wie du.«

»Das sagst du nur, weil du meine beste Freundin bist.«

Kurz blitzt Überraschung in ihren Augen auf, ehe sie von Freude und Dankbarkeit abgelöst wird, aber Mrs Russo zerstört den Augenblick.

»Okay, Ihr Cello«, herrscht sie mich an.

Ich reiße die Augen auf und überreiche es ihr. Sie gibt es an jemanden weiter, der es auf die Bühne bringt. Wahrscheinlich wird jetzt der Vorhang aufgezogen.

Ich starre zu Cassie.

»Du schaffst das«, versucht sie, mir Mut zuzusprechen.

Wie in Trance nicke ich, atme ein letztes Mal tief durch und strecke meine Hand nach dem schweren Vorhang aus. Mit zitternden Fingern streiche ich ihn ein Stück zur Seite und schlüpfe hindurch. Scheinwerfer blenden mich und ich blinzle gegen das Licht an. Wenigstens sehe ich dadurch nicht die knapp achthundert Menschen, deren Aufmerksamkeit ausschließlich mir gilt.

Scheiße.

Achthundert Menschen.

Eintausendsechshundert Augen, die in dieser Sekunde auf mich gerichtet sind.

Mein Blick fliegt nach links und ich entdecke Seth und Jake auf der anderen Seite der Bühne, vor den Augen der Zuschauenden verborgen. Jake nickt mir voller Stolz zu und Seth zwinkert.

Ich schaffe das.

Mit schlotternden Knien gehe ich die paar Schritte zu meinem Platz. Ein Stuhl wartet dort auf mich. Ein Stuhl, vor dem mein Cello aufgebaut ist.

Mein Cello.

Wärme verdrängt die Aufregung, sobald ich mich setze und meine Finger das vertraute Holz berühren. Ich nehme den Bogen in die Hand und vermeide immer noch den Blick ins Publikum. Stattdessen betrachte ich mein geliebtes Cello, das mich bereits seit vielen, vielen Jahren begleitet. Das dunkle Holz, der geschwungene Wirbelkasten und das Griffbrett, um das sich meine Finger unzählige...



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