E-Book, Deutsch, Band 4, 373 Seiten
Reihe: Cosy Island
Ellis Winter in your Soul (Cosy Island 4)
23001. Auflage 2023
ISBN: 978-3-646-61018-5
Verlag: Impress
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Slow Burn Romance über die Suche großer Gefühle auf einer kleinen Insel an der amerikanischen Atlantikküste
E-Book, Deutsch, Band 4, 373 Seiten
Reihe: Cosy Island
ISBN: 978-3-646-61018-5
Verlag: Impress
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Elle Ellis kann sich ein Leben ohne Bücher nicht mehr vorstellen. Am liebsten trinkt sie Eiskaffee, während sie an ihren Geschichten schreibt und sich zwischen den Worten verliert. Neben dem Schreiben teilt sie Leseempfehlungen und vieles mehr auf Instagram unter dem Namen @thebookelle und auf TikTok als @elleellis.books. Zusammen mit ihrem Freund und den beiden Katzen Tabby und Malu lebt sie zwischen all ihren Büchern.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1
Grace: »Okay, Leute. Hiermit kommen wir zum Ende unserer heutigen Cosy-Talk-Folge. Falls es jemand von euch letzte Woche nicht mitbekommen hat: Zum Abschluss habe ich einen Gast eingeladen. Vielleicht kennt ihn schon jemand, es ist nämlich der krasse, talentierte und mega bekannte Superstar Saaaaaam …«
Sam: »Übertreib nicht, Grace. Aber freut mich hier sein zu dürfen.«
Grace: »Wir haben zu danken, dass du in deinem vollen Terminkalender noch einen Slot freischaufeln konntest.«
Sam: »O ja, das ist mir wirklich schwergefallen. Ich musste extra einen Flug nach Los Angeles dafür absagen, wo ich gerade für einen Award nominiert bin.«
Grace: »Okay, jetzt wird’s unlustig. Das kauft uns niemand ab.«
Sam: »Claire hat mir zum Geburtstag einen gebastelt.«
Grace: »Mit Chase’ Hilfe. Leute, ich poste euch ein Foto davon auf meiner Podcast-Seite, dann könnt ihr dieses wundervolle Kunstwerk betrachten.«
Sam: »Keine Ahnung, wieso oben unbedingt gebastelte Katzenohren dran mussten, aber das gehört wohl dazu.«
Grace: »Mich hat’s nicht gewundert. Also, möchtest du dich nicht einmal vorstellen, für die, die dich noch nicht kennen, auch wenn das ziemlich unwahrscheinlich ist?«
Sam: »Klar. Hey, Leute, ich bin Sam, mir gehört zusammen mit meinem Kumpel Travis die Surfschule auf Cosy Island.«
Grace: »Uuuuuund?«
Sam: »Und vor zwei Monaten wurde eine Mini-Serie darüber gedreht.«
Grace: »Eine Art Dokumentation, richtig?«
Sam: »Richtig.«
Grace: »Und wann kann man die Folgen sehen? Wir warten doch alle gespannt darauf.«
Sam: »Anfang nächsten Jahres.«
Grace: »Das wird so cool!«
Sam: »Ich hoffe es.«
Grace: »Aber erzähl doch mal, wie war es für dich, gefilmt zu werden?«
Sam: »Nicht so schlimm wie für Travis. Er ist nämlich kein Fan davon, vor der Kamera zu stehen und musste dann anders als geplant trotzdem für eine kleine Szene dabei sein.«
Grace: »Aber wenn ich das richtig mitbekommen habe, hat er sich gut geschlagen.«
Sam: »Ja, das muss man ihm lassen.«
Grace: »Was wurde denn alles gedreht?«
Sam: »Eine Führung durch die Surfschule, einzelne Sessions, so was halt. Chase, auch ein Freund von uns, hat über den Vorfall beim Surfevent letztes Jahr gesprochen. Ich glaube, darüber hattest du bereits eine Folge, oder?«
Grace: »Richtig. Die meisten sind dadurch auf meinen Podcast gestoßen.«
Sam: »Ach ja, stimmt. Und um zurück zu den Filmaufnahmen zu kommen: Zum Schluss sind wir ein paar Orte der Insel abgefahren, wo hin und wieder einzelne Bewohner und Bewohnerinnen interviewt wurden.«
Grace: »Die … die das alle nicht so toll fanden, stimmt’s?«
Sam: »Grace, hör auf zu lachen! Die Standpauke von Mr Lewis werde ich so schnell nicht vergessen. Er ist ebenfalls ein Bewohner von Cosy Island.«
Grace: »Weil du ihm erklären wolltest, was ein Streamingdienst ist, meinte Travis zu mir. Ist doch klar, dass er so was kennt.«
Sam: »Du kannst deine Ironie ruhig ausstellen.«
Grace: »Quatsch. Also, ich war mir da sicher. Oder, Mr Lewis, falls Sie uns zuhören: Mir ist klar, was für ein fitgebliebener, hipper Kerl Sie sind.«
Sam: »Okay, ich glaube, das ist mein Stichwort, um mich zu verabschieden. Darf ich noch jemanden grüßen?«
Grace: »Ähm, das hat mich noch niemand gefragt … aber wieso nicht?«
Sam: »War nur ein Spaß. Ich wollte bloß dein Gesicht sehen.«
Grace: »Haha, du Scherzkeks. Also dann Leute, macht’s gut.«
Sam: »Bis zur nächsten Welle.«
Grace: »Beim Cosy Talk!«
Ich stoppe die Podcast-Folge und ziehe vorsichtig die Kopfhörer aus meinen Ohren, um sie danach in den Beutel fallen zu lassen, der an meinem Stuhl baumelt. Seufzend wechsle ich von meinem Schnittprogramm rüber zu meinem E-Mail-Dienst, in dem Dutzende ungeöffnete Nachrichten darauf warten, von mir gelesen zu werden. Noch nie war ich für einen Samstag so dankbar. Jackson bei Untersuchungen zu unterstützen, die Blutabnahmen und der ganze Papierkram, den so eine Arztpraxis mit sich bringt, fordern normalerweise meine ganze Aufmerksamkeit. Unter der Woche kann ich also höchstens abends oder nachts am Podcast arbeiten und da schaffe ich nicht mal ansatzweise so viel wie am Wochenende.
Zum Glück hat die Aufnahme mit Sam vorhin so gut geklappt, weshalb es nicht viel zum Schneiden gibt. Außerdem lässt sich das in so einer gemütlichen Umgebung wie dem entspannter erledigen.
Meine Hände schließen sich um das heiße Porzellan der Schneeflockentasse und ich nehme einen Schluck. Glücklicherweise hat Claire heute eine Ausnahme gemacht und mir ihren Pumpkin Spice Latte zubereitet.
»Sag es nicht weiter, sonst besteht Mr Lewis auch auf einen.« Verschwörerisch funkelt sie mich an. Ihre Hände sind im Spülbecken versenkt, die Ärmel ihres beigefarbenen Strickkleides bis zum Ellenbogen hochgeschoben. Bis auf das Plätschern des Wassers und die leise Musik aus den Lautsprechern an der Decke ist nichts weiter zu hören. Denn ich bin die einzige Kundin in ihrem Café, was wahrscheinlich nicht nur an der späten Uhrzeit liegt. Außerhalb der Hauptsaison fehlt von den Touristen und Touristinnen jede Spur.
»Warum machst du ihm nicht einfach einen Pumpkin Latte, wenn er den so gerne trinkt?« Ich nehme einen weiteren Schluck.
Über die Theke beugt sie sich zu mir vor und kneift ihre Augen ein wenig zusammen, ehe sie leicht den Kopf neigt. »Wir haben November, Grace. November. Muss ich dem noch etwas hinzufügen?«
Ich zucke mit den Schultern. »Selbst im Frühling würde ich deine Kreation nicht ablehnen.«
Prustend rutscht sie zurück und schüttelt den Kopf. »Kannst du knicken.«
»Was kann sie knicken?«, ertönt es da von der Küche her. Im nächsten Moment wird die Schwingtür aufgestoßen und die Dritte unserer Freundesclique kommt ins Café gerauscht. In der Hand einen Teller voll köstlich aussehender Cupcakes.
»Also, worauf musst du verzichten?«, fragt Autumn in meine Richtung und schenkt mir ein Lächeln. »Und kann die mal einer von euch probieren? Ich bin mir so unsicher mit der Creme.« Sie platziert den Teller zwischen Claire und mir auf der Theke.
»Claire will ihren Pumpkin Spice Latte nicht im Frühling machen, dabei sind Mr Lewis und ich große Fans«, erkläre ich augenzwinkernd, bevor ich meinen Kaffee zur Seite stelle und mir eins der süßen Gebäckstücke schnappe, die aus einem schokoladigen Teig mit einem orangefarbenen Topping bestehen. »Sind das deine Pumpkin Cupcakes?«
»Wo denkst du hin? Es ist November.«
»Aber das Orange …«
»Karotte.« Ihre Lippen verziehen sich zu einem breiten Lächeln. »Neues Rezept.«
Ich linse zu Claire, die mich mit einem Blick beäugt, der mir wahrscheinlich verraten soll: . Sie ist die Erste, die einen Bissen nimmt. Im Bruchteil einer Sekunde verzieht sich ihr Gesicht, sie dreht sich um, hebt den Deckel vom Mülleimer und befördert den Inhalt ihres Mundes hinein.
»O Gott. So schlimm?« Mit geweiteten Augen wechselt der Blick von Autumn zwischen mir und Claire hin und her. Sie streicht ihre schulterlangen braunen Haare zurück und macht einen ziemlich betretenen Eindruck.
Claires Mundwinkel zucken, ehe sie ein leises Lachen von sich gibt. »Ich glaube, du hast Salz mit Zucker vertauscht.«
»Verflucht. Das ist mir noch nie passiert.«
Claire tänzelt auf sie zu und legt den Arm um ihre Schultern. »Mach dir nichts draus, so was musste früher oder später kommen. Wenn man hier arbeitet, muss man sich einen Gebäck-Patzer leisten.«
»Ich könnte dich jetzt an deine erinnern, Claire, aber …«
»Wag es ja nicht!« Aus zusammengekniffenen Augen funkelt sie mich an.
Ich unterdrücke ein Schmunzeln und wende mich an Autumn. »Mein Grandpa würde jetzt sagen, du bist halt einfach...




