Emver | Tödliches Herzflimmern | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 348 Seiten

Reihe: K28

Emver Tödliches Herzflimmern


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7494-2572-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2, 348 Seiten

Reihe: K28

ISBN: 978-3-7494-2572-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



ER DARF NIEMANDEM VERTRAUEN ... Der Kriminalkommissar Joshua Cyffka wird undercover eingesetzt, um ein Drogenkartell zu Fall zu bringen. Bei seinen Ermittlungen bemerkt er, dass seine Entdeckungen einem Schlag ins Wespennest ähneln. Er trifft dabei auf Abigail Lorenz, die seine Hilfe braucht und in den Drogenring verstrickt zu sein scheint. Abigail Lorenz versteht die Welt nicht mehr. Ihr Lebensgefährte ist unerwartet ein ganz anderer Mann und sie beschließt Nachforschungen über ihn anzustellen. Schlagartig ist nichts mehr, wie es war und Abigail muss erkennen, dass ihr Leben wie ein Kartenhaus zusammenbricht. Joshua muss seine Tarnung aufgeben, nicht nur, weil er Abigails Hilfe braucht, sondern auch, weil er sein Herz hoffnungslos an die junge Frau verloren hat. Plötzlich ist nicht nur Abigail in Gefahr, sondern auch seine Tochter Kira ...

Jenny Emver wurde 1992 in Norddeutschland geboren und ist auch heute noch dort zu Hause. Hauptberuflich arbeitet sie in einem Kindergarten und ist schon seit längerer Zeit eine begeisterte Leserin. Mit dem ersten Teil ihrer Fantasytrilogie »das Schicksal der Wächter« veröffentlichte sie ihr Debüt. Während sie schreibt, läuft prinzipiell Musik und inzwischen ist es so, dass sie überall Notizbücher oder Blöcke liegen hat, sodass sie Blitzideen schnell aufschreiben kann. Weitere Informationen gibt es auf ihrer Homepage: www.jennyemver.com
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Autoren/Hrsg.


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Joshua stieg in seinen VW Golf und fuhr die Straße hinunter. An Hausnummer 30 bog er rechts davor auf einen Parkplatz ab und stellte den Motor aus. Durch die Frontscheibe sah er zu dem Block hinauf und erinnerte sich unwillkürlich an Berlin. Hier lebten sicherlich vierzehn Parteien drinnen und er war jetzt wohl oder übel einer von ihnen. Das Gebäude war eine Art Stufenhochhaus, mit fünf Eingangstüren.

Nummer 30 war das vorletzte in der Reihe. Langsam stieg er aus dem Auto und nahm seine Reisetasche vom Rücksitz. Neben dem Parkplatz befand sich ein Holzdach, unter dem verschiedene Mülltonnen standen. Dort entdeckte er eine Frau, mit langem blonden Haar. Sie stand mit dem Rücken zu ihm und er konnte ihr Gesicht nicht erkennen.

Er ging weiter und suchte nebenbei an seinem Schlüsselbund den Schlüssel für die Haupttür. Daher es nur zwei größere Schlüssel gab und die anderen drei Kleinere waren, war die Suche schnell beendet und er konnte die Tür aufschließen.

Seine Wohnung befand sich im zweiten Stock hinter einer weißen Haustür. Die Wohnung war eher spärlich eingerichtet. In dem kleinen Flur befand sich ein Kleiderhaken an der weißen Wand, ansonsten war er leer.

Von dem Flur gingen drei Zimmer ab, eine führte ihn ins kleine rechteckige Badezimmer mit Dusche, Badewanne, Toilette und Waschbecken. Die anderen beiden Türen offenbarten ihm die kleine Einbauküche und den Wohnbereich, der gleichzeitig auch als Schlafraum diente.

Das Bettgestell war aus dunkelgrauem Metall und sobald er sich darauf niederließ, gab es ein hohes Quietschen von sich. Unter seinem Gewicht gab die weiche Matratze nach und er spürte die Federn des Lattenrostes unter sich.

Unwillkürlich verzog er das Gesicht zu einer Grimasse und spähte zu dem kleinen Sofa hinüber, dass an der gegenüberliegenden Wand stand. Vielleicht war dieses von der Konsistenz etwas härter.

Auf dieser weichen Matratze würde er jedenfalls kein Auge zubekommen und sein Rücken würde sich am nächsten Morgen lautstark für den Komfort bedanken. Sein Blick wanderte weiter durch den Raum. Zusätzlich befanden sich in diesem Raum noch ein kleiner Beistelltisch, ein alter Fernseher und eine kleine Kommode, die offensichtlich als Stauraum für seine Klamotten dienen sollte.

So sah es also aus. Wehmütig dachte er an seine geräumige Vier-Zimmer-Wohnung, an all den Luxus, den er eigentlich nicht als solchen wahrnahm. Aber im Gegensatz zu dieser Wohnung war sein Zuhause die reinste Villa.

Seine Gedanken wanderten zu Kira und in seinem Herzen begann ein leichtes Ziehen. Während der Fahrt hierher verbot er sich mit aller Kraft, an sein kleines Mädchen zu denken, aus Furcht, er würde sofort wieder umkehren, sobald er an den kleinen Lockenkopf dachte.

An seinem Ziel angekommen und total erledigt, rissen seine Gedanken die mentalen Mauern ein. Vorsichtig ließ sich Joshua auf die Matratze zurücksinken, welche bei dieser Bewegung erneut quälend quietschte. Dabei legte sich seine linke Hand auf seine Seite, als könnte er den Schmerz durch diese Berührung aufhalten. Er wusste nicht, wie es sich die ermittelnden Beamten vorstellten, dass er in seinem Zustand in einem Fitnessstudio Informationen sammeln sollte.

Allein das Treppensteigen hatte ihn beinahe zusammenbrechen lassen und selbst nur darüber nachzudenken, wie er sämtliche Muskeln trainierte, ließ ihn bereits ins Schwitzen kommen. Mühsam kam er wieder auf die Beine, es brachte nichts, hier untätig herumzusitzen. Ein Blick auf seine Armbanduhr genügte und er beschloss, sich nochmals ins Auto zu setzen und sich Lebensmittel zu beschaffen.

So schwer konnte es schließlich nicht sein, hier einen verdammten Supermarkt zu finden.

Abigail Lorenz starrte aus ihrem Küchenfenster und beobachtete die Regentropfen, die in unvorstellbarer Geschwindigkeit nacheinander auf der Straße landeten. Mechanisch wischte sie mit dem Handtuch über den Teller.

Im Wohnzimmer hörte sie den Fernseher und im anderen Zimmer konnte sie ihre kleine Tochter hören, die vermutlich mit ihrer Puppe Hannah sprach. Maila war ihr ganzer Stolz und für ihr Alter sprachlich sehr geschickt. Mit ihren zweieinhalb Jahren sprach sie bereits ganze Sätze, die grammatikalisch auch noch richtig waren. Vor zweieinhalb Jahren wäre sie vor Glück beinahe geplatzt, als sie endlich Maila in den Armen halten durfte. Ihr Schrei war ihr durch Marg und Bein gegangen und gleichzeitig zauberte dieser Schrei ein strahlendes Lächeln auf Abigails erschöpftes Gesicht.

Bereits bei der Geburt besaß sie die gleiche rotbraune Mähne wie ihr Vater und die grünen Augen ihrer Mutter. Dieses Mädchen vervollständigte die Liebe zu Mario noch, die damals bis ins Unendliche zu reichen schien. Die Uhr tickte in einem monotonen Klang hinter ihr an der hellbraunen Wand. Damals, als sie vor knapp drei Jahren hier einzogen, hatten sie die Wohnung gemeinsam renoviert und sich in der Küche für diesen Farbton entschieden. Dagegen waren die Hängeschränke beige, genauso wie die Arbeitsplatte und die anderen Küchenmöbel, die sich bereits bei ihrem Einzug in der Wohnung befanden.

Damals war alles anders.

Seit einigen Wochen veränderte sich das gemeinsame Leben immer mehr, wurde seltsamer und kälter. Abigail vermochte nicht zu sagen, woran all das lag. Nachdem sie das abgewaschene Geschirr und Besteck weggeräumt hatte, begann sie die Arbeitsplatte und den kleinen viereckigen Esstisch abzuwischen. Es gab Nudeln mit Tomatensoße und dementsprechend sah Mailas Platz auch aus.

»ABBI!«, rief Mario aus dem Wohnzimmer und sie unterdrückte ein Seufzen.

»Was ist?«, antwortete sie in gemäßigter Lautstärke und spülte den Wischlappen aus.

»Bring mir ein Bier aus dem Kühlschrank!«, befahl er, was Abigail unwillkürlich ein Augenrollen entlockte, wohl wissend, dass er es nicht sehen konnte. Automatisch warf sie einen Blick auf die Uhr, halb acht. Für seine Verhältnisse war Mario heute mit seinem Bier bereits spät dran. Normalerweise begann er schon weit vor dem Abendessen damit.

Jetzt seufzte Abigail wirklich und schüttelte mit dem Kopf.

»Nein!«, gab sie schließlich zurück und hielt die Luft an.

»Jetzt mach schon«, ächzte er, »was ist so schlimm daran?«

»Wenn du ein Bier willst, musst du es dir selber holen! Ich bin nicht deine verdammte Sklavin«, entgegnete Abigail und nahm ihr langes blondes Haar mit der linken Hand zusammen, um es sich über die linke Schulter fallen zu lassen. Aus dem Wohnzimmer drang einige gemurmelte Worte, die sie nicht verstehen konnte. Diese Situation war etwas, was ihr die Veränderungen in ihrer Beziehung allzu deutlich machte.

»Du bist doch bereits in der Küche. Beweg deinen Arsch mit dem beschissenen Bier in der Hand hierher.«

In Marios Stimme konnte sie einen Funken Wut ausmachen und sie wusste, es würde nicht lange Dauern und dieses Quäntchen würde sich entzünden.

Also gab sie dem nach, öffnete den Kühlschrank und holte ein Bier heraus. Bevor sie die Küche verließ, schaltete sie das Licht aus und betrat dann den schmalen Flur, von dem sämtliche Türen abgingen. Diese Wohnung war größer als die, die sich in den nachbarschaftlichen Gebäuden befanden.

Abigail wusste es nur, weil sie eine Zeit lang eine Freundin im Nachbargebäude hatte. Allerdings zog sie nach einigen Monaten nach Köln, zu ihrer Langzeitbeziehung. Seither war der Kontakt zwischen den Frauen eingeschlafen. Gegenüber der Küche befand sich das Wohnzimmer, rechts davon das Badezimmer und links und rechts von der Haustür lagen die jeweiligen Schlafzimmer. Dazu gab es noch einen Keller, der jedoch mit sämtlichen Umzugskartons gefüllt war, dessen Inhalt nicht mehr in die Wohnung passte.

Wortlos betrat sie das Wohnzimmer und sah Mario auf dem Zweiersofa liegen. Seine langen Beine hingen über die Lehne und sein Kopf war auf die andere Lehne gebettet. Wie immer war sein Blick zum Fernseher gerichtet, auf dem irgendein Fußballspiel übertragen wurde. Ach ja, die Mannschaft der Stadt spielte heute, wer der Gegner war, konnte sie nicht sagen und es interessierte sie auch nicht.

»Geht doch«, brummte Mario und griff nach dem Bier, welches Abigail ihm hinhielt. »Wo ist der verdammte Flaschenöffner?«

»Hol ihn dir selber«, murmelte sie und schickte sich an, das Wohnzimmer zu verlassen. Es wurde Zeit, Maila ins Bett zu bringen. Kaum erreichte sie die Tür, erklang hinter ihr ein Knall. Abigail musste sich nicht umdrehen, um zu wissen, was das Geräusch verursachte. Mario öffnete seine Bierflasche mithilfe des Wohnzimmertischs, in dem sich schon unzählige Kerben davon befanden.

»Wie viel Bier ist noch im Kühlschrank?«, hörte sie seine Stimme und veranlasste sie dazu, sich umzudrehen. Insgeheim hoffte sie seit dem Betreten des Wohnzimmers, er würde diese eine Frage nicht stellen. Irgendwie wusste sie instinktiv, was auf ihre Antwort hin folgen würde.

»Es...



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