E-Book, Deutsch, Band 1, 400 Seiten
Reihe: Hendrix - Brüder
Emver Umarmung der Vergangenheit
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7568-2270-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Hendrix-Brüder
E-Book, Deutsch, Band 1, 400 Seiten
Reihe: Hendrix - Brüder
ISBN: 978-3-7568-2270-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ich wurde im September 1992 in Norddeutschland geboren und bin auch heute noch dort zu Hause. Hauptberuflich arbeite ich in einem Kindergarten und bin schon seit Jahren eine begeisterte Leserin. Das Schreiben gilt seit 12 Jahren zu meinen Hobbys, welchem ich aber erst seit 2016 wirklich regelmäßig nachgehe und mich auch zu veröffentlichen traue. Die Idee zu den Hendrix-Brüdern kam mir, als ich mit einer Freundin durch den Joshua Tree Nationalpark in Kalifornien fuhr. Ich hoffe, dass sich die Leser*innen genauso in den Ort verlieben, wie ich es getan habe.
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2
Hayden machte kein Auge zu. Entweder sie wälzte sich von einer auf die andere Seite oder sie starrte an die dunkle Zimmerdecke, den Revolver immer griffbereit unter dem Kopfkissen. Auch wenn sie auf einem gemütlichen Sofa lag und todmüde war, fand sie nicht die nötige Ruhe, um einzuschlafen. Wenigstens hatte sie es warm und in ihrem Käfer war es längst nicht so bequem.
Das über ihr im Obergeschoss ein fremder Mann schlief, ignorierte sie mal mehr und mal weniger. Sobald es ihr wieder allzu bewusst wurde, fuhr eine Starre durch ihren Körper, die ihr den Atem nahm. Zwar hatte Riley ihr bisher keinen Grund für Zweifel gegeben, ganz im Gegenteil, er hatte ihr sogar ein Sandwich gemacht und Bettzeug geholt, aber geheuer war ihr die Situation trotzdem nicht.
Seufzend betätigte sie die Tastensperre ihres Handys und stellte überrascht fest, dass sie wieder Empfang hatte. Mitch, der so ziemlich der Einzige war, der ihr Nachrichten schrieb, hatte sich fünf Mal bei ihr gemeldet. Alle Mitteilungen beinhalteten den gleichen Wortlaut und in ihr keimte das schlechte Gewissen auf. Sie hatte ihm nichts von ihrem Plan erzählt, denn hätte sie es getan, hätte Mitch ihr diesen auszureden versucht.
Wieder verließ ein Seufzen Haydens Mund. Schnell verfasste sie eine Antwort, in der sie beteuerte, ihm alles morgen zu erzählen, und schloss die Augen.
Das Klappern von Geschirr ließ sie die Augen aufreißen und sich ruckartig aufsetzen. Wo war sie? Einen Moment benötigte sie, um sich an den gestrigen Abend zu erinnern. Rasch sah sie sich um und entdeckte Riley hinter der offenen Schiebetür in der Küche.
»Ah, Sie sind wach«, begrüßte Riley sie und sie zuckte zusammen. »Haben Sie auf der Couch schlafen können?«
»Ja, danke«, nuschelte Hayden und schob die Beine über die Kante ihres improvisierten Betts.
»Frühstücken wir und machen uns dann auf den Weg zu Ihrem Käfer. Ich habe das Abschleppseil schon ins Auto gepackt«, sagte Riley und trug ein Tablett zum Esstisch, auf dem unzählige Leckereien standen.
»Ich, äh, ich gehe kurz ins Bad.« Hayden erhob sich, die Decke rutschte von ihren Beinen und offenbarte, dass sie außer T-Shirt und Höschen nichts am Leib trug. Riley entging dieses Detail ebenfalls nicht, denn sein Blick heftete sich auf ihre nackten Beine und wanderte an ihnen auf und ab. Irgendetwas lag in seinen Augen, was Hayden nicht das Gefühl gab, sich unwohl zu fühlen. Dennoch schnappte sie sich ihre Jeanshose von der Lehne und huschte ins Bad. Nachdem sie sich angezogen und frisch gemacht hatte, Riley hatte ihr sogar eine Zahnbürste gegeben, trat sie aus dem Badezimmer und ging langsam auf den gedeckten Esstisch zu.
Er wartete mit dem Essen auf sie!
Obwohl es nichts Besonderes sein sollte, schlug ihr Herz bei dieser Feststellung schneller. Dass ein fast fremder Mann so viel Wert auf ihre Gesellschaft legte, rührte sie. Abwartend sah Riley sie an und sie gab sich einen Ruck, setzte sich neben ihn an den Tisch und entdeckte die leere Tasse und das sich in seiner heißer Tee befand.
»Ich habe keinen Kaffee im Haus, wenn Sie welchen möchten, müssen wir ins Haupthaus.«
»Tee ist vollkommen in Ordnung«, erwiderte sie und er nickte. Während er ihr aus einer Thermoskanne heißes Wasser eingoss, suchte sie sich aus der Teedose einen Beutel heraus. Kurzerhand entschied sie sich für eine fruchtige Mischung.
Schweigend frühstückten sie und Hayden kam nicht umhin, den Mann neben sich aus den Augenwinkeln zu mustern. Sein braunes Haar stand in sämtliche Richtungen ab und war an den Seiten kürzer geschnitten. Die hellbraunen Augen machten auf sie den Eindruck, als würden sie ein Geheimnis verbergen. Gleichzeitig wirkten sie so aufgeweckt und freundlich, dass Hayden ein warmer Schauer über den Rücken lief. Rileys Kiefer wurde durch einen Dreitagebart verdeckt, der ihm gut zu Gesicht stand.
, dachte sie.
Bisher war ihr kein Mann begegnet, der sich in die Küche stellte und Mahlzeiten zubereitete. Besonders das Rührei hatte es ihr angetan, es schmeckte göttlich.
»Wollen Sie noch mehr?«, fragte Riley unvermittelt und ihr Blick huschte zu ihm. Er deutete auf seine Portion Ei auf dem Teller und nahm einen Schluck Tee.
»Nein, danke.« Hayden senkte verlegen den Blick. »Aber es war ausgezeichnet.«
»Das Kompliment gebe ich gerne weiter«, entgegnete er und sie sah ihn verwirrt an. »Meine Mutter hat das Frühstück zubereitet. Ich war vorhin da und habe schnell etwas geholt. Mein Kühlschrank gab leider nicht sehr viel her. Meistens esse ich dort mit meiner Familie.«
»Oh.«
»Was ist?«
»Nichts. Ich bin nur davon ausgegangen, dass Sie das Frühstück zubereitet haben«, gestand sie leise.
»Für das Kochen bleibt mir nur wenig Zeit. Ich arbeite im Nationalpark und nebenbei noch hier auf der Ranch meiner Eltern.«
»Was ist das hier für eine Ranch?«, erkundigte sich Hayden und sah ihn neugierig an.
»Damals war es vor allem eine Rinderfarm. Mein Vater hat früh angefangen, Pferde zu züchten und zu trainieren, und hat letztendlich die Haltung von Rindern vollständig aufgegeben. Meine Mutter bewirtet die Angestellten und vermietet vier kleine Bungalows an Gäste. Wenn Sie mal Urlaub auf einer Ranch machen wollen, sind Sie hier genau richtig.«
Nach dem Frühstück machten sie sich auf den Weg zurück in den . Onyx saß hinten auf der Rückbank und Hayden war in ihre Gedanken vertieft. Deshalb bekam sie auch erst mit, dass sie bei ihrem Käfer angekommen waren, als Riley den Motor ausschaltete und die Tür öffnete. Unsicher, was sie tun sollte, stieg sie ebenfalls aus. Es schien, als würde Riley öfter ein Auto abschleppen, denn er befestigte das Seil in wenigen Sekunden.
»Setzen Sie sich in ihren Wagen und schalten Sie den Warnblinker ein. Solange ich Sie ziehe, müssen Sie lenken. Die Fahrt dauert etwa eine Viertelstunde.«
Exakt achtzehn Minuten später zog Rileys Jeep den Käfer auf den Hof der Werkstatt und ein dunkelhäutiger Mann trat aus dem Gebäude. Dieser wischte sich die Hände an einem Lappen ab und reichte Riley die Hand, der ausgestiegen war. Eilig verließ Hayden ebenfalls ihr Fahrzeug und ging auf die Männer zu.
»Pete, das ist Hayden. Hayden mein Freund Pete. Er wird sich um Ihren Wagen kümmern«, stellte Riley die beiden vor und sie musterte den fremden Mann vor sich genauer. Der Mann war älter als Riley und kleine Fältchen befanden sich um seine Augenwinkel. Ein freudiges Lächeln lag auf den Lippen von Pete, als er Hayden betrachtete.
»Nettes Mädchen Riley. Irgendwann musstest du dich ja wieder in eine vergucken«, meinte Pete und zwinkerte Hayden zu.
Riley räusperte sich und rieb mit einer Hand seinen Nacken. »So ist das nicht Mann.«
»Ist es nie«, widersprach Pete und wechselte abrupt das Thema. »Was ist denn mit dem Schmuckstück?«
Kurz berichtete Hayden, wie der Motor versagt hatte und sich nicht mehr starten ließ, dann machte sich Pete an die Reparatur.
»Sie sind jetzt in guten Händen Hayden. Ich muss zur Arbeit«, sagte Riley und wendete sich ihr zu.
Kurz war Hayden versucht Riley zum Bleiben zu bewegen, doch dann wurde ihr klar, wie egoistisch das war. Nur weil Riley das komplette Gegenteil von dem Mann war, mit dem sie zuletzt so viel Zeit verbracht hatte, musste sie sich nicht an ihn klammern! Wie bescheuert war das denn! Sie sah Riley in die hellbraunen Augen.
»Danke für alles!«
»Gern geschehen.«
Wie von selbst machte sie einen Schritt auf ihn zu, stellte sich auf die Zehenspitzen und drückte ihm einen Kuss auf die stoppelige Wange. »Danke«, wiederholte sie und beobachtete mit Bedauern, wie sich Riley an das Entfernen des Abschleppseils machte, ehe er es in den Jeep packte und einstieg. Das Geräusch des Motors erklang und sie sah mit an, wie er rückwärts vom Hof fuhr.
Sie würde Riley Hendrix nie wiedersehen.
»Wo hast du denn die hübsche Frau gelassen?«, fragte Paloma Hendrix, als Riley die Küche seines Elternhauses betrat. Irritiert blieb er stehen und musterte seine Mutter. »Ganz recht, ich weiß von ihr.«
»Woher?«, hakte er nach und fasste sich unwillkürlich an die Wange, wo er noch immer Haydens Lippen spürte. Hatte er etwa einen Abdruck aus Lippenstift an der Stelle? Nein, das konnte nicht sein. Haydens Lippen waren frei von sämtlichen Kosmetika, sie waren von einem echten, satten Rosa gewesen.
Paloma begann zu lachen. »Ich bin deine Mutter, ich weiß alles.«
»Natürlich«, erwiderte er und verdrehte die Augen.
»Glaubst du, ich habe nicht mitbekommen, wie du heimlich das Frühstück eingepackt und wieder davon gefahren bist?« Ein Funkeln trat in ihre braunen Augen. »Also, wo ist...




