E-Book, Deutsch, 442 Seiten
Erlemann Alte Kirche
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-8463-6194-8
Verlag: UTB GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Entwicklungen - Kontexte - Vermittlung
E-Book, Deutsch, 442 Seiten
ISBN: 978-3-8463-6194-8
Verlag: UTB GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Prof. Dr. Kurt Erlemann ist Inhaber des Lehrstuhls für Neues Testament und Geschichte der Alten Kirche an der Bergischen Universität Wuppertal.
Autoren/Hrsg.
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Kapitel 2: Das erste Jahrhundert
2.1 Äußere Geschichte
| Datum | Politische Ereignisse | Alte Kirche | Sonstiges |
| ca. 4 v. | Geburt Jesu | Herodes d.Gr. † |
| 4 v.–37 n. | Herodes Antipas König von Judäa |
| 14 | Ks. Augustus † |
| 14–37 | Kaiser Tiberius |
| 26–36 | P. Pilatus Präfekt v. Judäa |
| ca. 30 | Tod Jesu, Ostern; Pfingsten |
| 37–41 | Kaiser Caligula | Caligulakrise |
| 41–44 | Herodes Agrippa I. Kg. von Palästina | 42 Zebedaide Jakobus † |
| 41-54 | Kaiser Claudius | Wirken des Simon Magus |
| 45–47 | 1. Missionsreise des Paulus |
| 48/49 | Apostelkonvent |
| 49–52 | 49 Claudiusedikt | 2. Missionsreise des Paulus; |
| 50–52/55 | 51/52 Gallio Prokonsul von Korinth | Paulus in Korinth/in Ephesos; |
| 54–68 | Kaiser Nero |
| 55/56 | 3. Missionsreise des Paulus; |
| 60–64 | Petrus und Paulus † in Rom. |
| 62 | Herrenbruder Jakobus † |
| 64 | Neron. Verfolgung (?) | Brand Roms |
| 66–73 | Erster Jüdischer Krieg |
| 68/69 | Vierkaiserjahr |
| 69–79 | Kaiser Vespasian |
| 70/73 | 70 Belagerung und Eroberung Jerusalems 73 Fall Masadas; Ende des 1. Jüdischen Krieges | ab ca. 70 Entstehung der | ab 70 Neuformierung des (rabbinischen) Judentums |
| 79–81 | Kaiser Titus |
| 79/80 | Vesuvausbruch, Pestepidemie |
| 81–96 | Kaiser Domitian |
| ca. 85 |
| 96–98 | Kaiser Nerva |
Das Kapitel versucht, die Komplexität der politischen und weltanschaulichen Lage zu Beginn des Christentums überschaubar zu machen (2.1 – 2.3), gibt Einblick in die innergemeindliche und theologische Entwicklung (2.4 – 2.6) und porträtiert wichtige Personen der ersten christlichen Generationen (2.7). Abschnitt 2.8 fasst die Wechselwirkungen zwischen äußerer und innerer Entwicklung zusammen.
Die Herausforderungen für die Christen betreffen die politisch-soziale Großwetterlage des Römischen Reiches, insbesondere der Provinz Iudaea (2.1.1) sowie die Einbettung in das plurale Judentum mit seinem spannungsvollen Verhältnis zur römischen Oberherrschaft (2.1.2). Abschnitt 2.1.3 zeichnet die historische Entwicklung der neuen Religionsgemeinschaft in diese Kontexte ein. Weitere Herausforderungen sind Thema von ? 2.2 und 2.3.
2.1.1 Die hellenistisch-römische Umwelt
: In der Nachfolge Alexanders d.Gr. (336–323 v. Chr.) entstehen im östlichen Mittelmeerraum mehrere Diadochenreiche. Sie setzen die Hellenisierung im Sinne kultureller Globalisierung fort und bestimmen in unterschiedlicher Intensität die Geschichte Palästinas (? 1.6.1). Der hellenistische Herrscherkult sieht im König mit seiner Machtfülle eine göttliche Gestalt; diese Überzeugung findet im römischen Kaiserkult ihre Fortsetzung (? 2.2.1b; 2.3.1a).
a) Diadochenreiche
Nach dem Tod Alexanders d.Gr. (323 v. Chr.) wird sein Großreich an verschiedene Feldherren verteilt. Es entstehen drei Nachfolgestaaten und -dynastien (gr. : Nachfolge): Ptolemäer in Ägypten, Seleukiden in Syrien und Vorderasien sowie Antigoniden in Griechenland. Die Geschichte der Diadochenreiche bis zur Vorherrschaft Roms verläuft in drei Phasen: , im 3. Jh. v. Chr. herrscht ein recht stabiles Gleichgewicht der Großmächte. , ab ca. 220 v. Chr. treten griechische Kleinstaaten hervor; einzelne Machtvakuen fördern den politischen Aufstieg Roms. In den Provinzen um Alexandria und Antiochia, in Griechenland, Makedonien und Pergamon kommt es vermehrt zu Aufständen. , ab 120 v. Chr. gewinnen nichthellenistische Königreiche wie Kappadokien, Pontos, Judäa, Parthien und Armenien an Einfluss.
b) Geschichte Ägyptens unter den Ptolemäern
Kulturelles und politisches Zentrum im ptolemäischen Ägypten ist Alexandria mit seinem Museion und seiner einzigartigen Bibliothek. Weitere Zentren sind Naukratis und Ptolemais. Zahlreiche Papyrusfunde aus Fajjum und Oxyrhynchos spiegeln das Alltagsleben der Zeit. Die Außenpolitik ist geprägt durch ständige Rangeleien mit den Seleukiden. Als letzte Königin regiert Kleopatra VII., Geliebte Cäsars und Marc Antons (51–30 v. Chr.). 30 v. Chr. wird Ägypten römische Provinz. Religiös bedeutsam ist der Sarapiskult (ab ca. 270 v. Chr.; ? 2.2.1b). In Alexandria ist eine große jüdische Gemeinschaft ansässig; ab 163 v. Chr. gibt es einen jüdischen Tempel in Leontopolis.
c) Geschichte Syriens unter den Seleukiden
Die Seleukiden haben sich mit den Ptolemäern im Süden und mit den Galatern im Norden auseinanderzusetzen (Niederlage bei Ankyra 292 v. Chr.). 198 v. Chr. bringen die Seleukiden Palästina in ihre Gewalt. Antiochos IV. Epiphanes (175–163 v. Chr.) sorgt für die Verbreitung des Kultes . Er erobert 167 v. Chr. Jerusalem und entweiht den Tempel (vgl. Dan 11; 1 Makk 1; ? 2.1.2c). Das zieht den Makkabäeraufstand nach sich (1 Makk 2ff.). Antiochos fällt 163 v. Chr. im Feldzug gegen die Parther. Das Seleukidenreich wird auf Syrien begrenzt. Nach Bruderkriegen kommt es zur Teilung Syriens. In dieser Zeit können die Hasmonäer in Judäa ihre Macht erheblich ausdehnen (? 2.1.2d). 64 v. Chr. bereitet der römische Feldherr Pompejus dem Seleukidenreich das Ende.
d) Entwicklung Roms zur Großmacht
753 v. Chr. wird der Sage nach Rom durch Romulus und Remus gegründet („753 kroch Rom aus dem Ei“). Im 4. und 3. Jh. v. Chr. gelingt den Römern die Einigung Italiens inkl. Sizilien, Sardinien und Korsika. In drei Kriegen setzt sich Rom gegen die Seemacht Karthago durch (264–146 v. Chr.) und sichert sich so die Vorherrschaft im Mittelmeer. Im 1. Jh. v. Chr. beherrscht Rom Westeuropa, Nordafrika (Karthago, Ägypten) und Vorderasien (Palästina, Syrien etc.).
Aus dem 49 v. Chr. beginnenden Bürgerkrieg geht Gaius Julius Cäsar als Sieger hervor. Sein Griff nach der Alleinherrschaft wird durch seine Ermordung verhindert (44 v. Chr.). 42 v. Chr. wird das Reich in zwei Einflussgebiete aufgeteilt: Marc Anton erhält den Osten inkl. Ägypten (Liaison mit Königin Kleopatra). Octavian, Cäsars Adoptivsohn (der spätere Kaiser Augustus), erhält den Westen. In der Schlacht bei Actium...




