E-Book, Deutsch, 290 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
Erlenkamp Die kleine Pension im Weinberg
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7517-2532-3
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 290 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
ISBN: 978-3-7517-2532-3
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein neuer Anfang zwischen Moseltal und Weinbergen
Katie ist eine wahre Weltenbummlerin. Doch vor ein paar Monaten hat sie an der Mosel einen alten Gutshof inmitten von Weinbergen erworben und in dem schönen Gebäude die kleine Pension 'Gutshof Moselthal' eröffnet. Weder die Wünsche der Gäste noch die manchmal recht eigenwilligen und doch liebenswerten Dorfbewohner von Wümmerscheid-Sollensbach können Katie aus der Ruhe bringen. Zu ihrem Glück fehlt eigentlich nur noch ein eigener Garten, in dem sie Schnittblumen fürs Haus ziehen möchte. Die passende Fläche hat sie auch schnell gefunden, lediglich eine alte Hütte mit einem Haufen Schrott muss noch entfernt werden. Doch da hat sie die Rechnung ohne den benachbarten Winzer Oliver gemacht. Denn der legt Katie nicht nur so manche Steine in den Weg, sondern trifft sie auch mitten ins Herz ...
Der erste Band der neuen herzerwärmenden Feel-Good-Reihe von der Erfolgsautorin der »Das kleine Café an der Mühle«-Romane. Ein kurzweiliges Leseerlebnis in den romantischen Weinbergen an der Mosel - für eine kleine Auszeit vom Alltag!
Die Moselpension-Reihe ist in sich abgeschlossen und für sich lesbar. Fans der Café-Liebesromane von Barbara Erlenkamp können sich aber auf ein Wiedersehen in Wümmerscheid-Sollensbach freuen und werden vielen liebgewonnenen Figuren begegnen.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Andreas J. Schulte ist freier Journalist und Autor. Christine Schulte hat bereits in ihrer Schulzeit zusammen mit einer Freundin ihren ersten Roman verfasst und arbeitet heute als technische Redakteurin. Das Ehepaar lebt mit seinen beiden Söhnen seit 25 Jahren in einer alten Scheune zwischen Andernach und Maria Laach. Unter dem Pseudonym Barbara Erlenkamp schreiben sie zusammen moderne, humorvolle Frauen- und Unterhaltungsromane. 2018 ist ihr erster Bestseller-Roman "Das kleine Café an der Mühle" erschienen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Prolog
»Fünf, vier, drei, zwei, eins ... Prosit Neujahr!«
Alle redeten durcheinander, der große Wohnraum im Gutshof war ein einziger Klangteppich aus Geräuschen. Es war das, was Katie Sheridan insgeheim ihren Silvester-Soundtrack nannte: Menschen, die miteinander lachten. Das Klirren von Gläsern, Neujahrswünsche, ferne Kirchenglocken und natürlich das beginnende Feuerwerk am Nachthimmel.
Es hatte Jahre gegeben, da hatte sie diesen Soundtrack nicht ertragen können, da war Silvester einer der Abende im Jahr gewesen, die sie am liebsten im Bett mit einem Kissen über dem Kopf verbracht hatte. Ja, es hatte Jahre gegeben, in denen sie nicht hatte glauben können, dass andere Menschen einfach nur unbeschwert glücklich und fröhlich sein konnten. Doch diese Jahre lagen hinter ihr. Die Erinnerungen daran hatte sie tief in sich vergraben, und sie war fest entschlossen, sie nie wieder ans Tageslicht zu holen.
»Ein frohes neues Jahr, Katie.«
Eine Frau mit langen braunen Haaren und einem sympathischen, warmherzigen Lächeln im Gesicht trat neben sie und drückte ihr ein Glas Rieslingsekt in die Hand. Katie nahm das Glas und stieß mit ihrer Freundin an.
»Und, hast du dir deine Silvesterfeier in Deutschland so vorgestellt?«, fragte Sophie nach dem ersten Schluck.
Katie lachte und schüttelte den Kopf. »O nein, es ist noch viel schöner, als ich es mir vorgestellt habe. Aber das liegt vor allen Dingen daran, dass ich dieses Silvesterfest mit euch hier feiern kann. Du weißt doch: Eigentlich wollten wir mit der Partnergemeinde nur kurz für ein paar Tage die wirkliche German Weihnacht erleben.«
Jetzt stimmte auch Sophie in das Lachen mit ein. »Wir haben uns für euch richtig ins Zeug gelegt, das kannst du mir glauben. Und ich bin wirklich, wirklich froh, dass wir dich überzeugen konnten, noch ein paar Tage länger als die anderen aus der Reisegruppe zu bleiben.«
»Wie hätte ich Nein sagen können? Dass Heidi und Jean-Pierre ausgerechnet hier in Wümmerscheid-Sollensbach wohnen, hätte ich nie vermutet.«
»Und ja, die Welt ist ein Dorf.«
»Wenn es ein Dorf wie eures wäre, dann wäre es eine schöne Welt.«
Sophie verschluckte sich hustend an ihrem Sekt. »Lass das bloß nicht die Vorsitzenden unseres Dorfvereins hören, die ernennen dich sofort zum Ehrenmitglied.«
»Aber es ist doch wahr: Ich habe hier in den letzten Wochen nur nette und freundliche Menschen getroffen, dein Bistro und das kleine Café sind ein Traum. Sophie, ich denke, ich habe für mich eine Entscheidung getroffen.«
Bei ihrem letzten Satz klang Katie plötzlich so ernst, dass Sophie ihre englische Freundin neugierig musterte. Katie sah die Frage in Sophies Blick und flüsterte: »Gib mir noch ein paar Tage, dann verrate ich es dir.«
»Du machst es ja spannend. Aber ganz wie du willst. Henry Ford soll mal gesagt haben: Es hängt von dir selbst ab, ob du das neue Jahr als Bremse oder als Motor benutzen willst. Also, in diesem Sinne, liebe Katie. Komm, die anderen gehen schon raus, um sich das Feuerwerk über dem Moseltal anzusehen.«
Sophie zog ihre Freundin am Arm, und gemeinsam betraten die beiden Frauen die große Terrasse, die einen weiten Blick über einen alten Weinberg und das Moseltal erlaubte. Ein Tal, auf dessen nachtschwarzem Himmel Hunderte von Feuerwerksblumen in allen Regenbogenfarben erblühten.
***
Als Katie am nächsten Morgen erwachte, fragte sie sich für ein paar Atemzüge, wo sie war. Das war nicht das vertraute Bett im Gästezimmer von Sophie und Peter. Sie setzte sich schlaftrunken auf. Natürlich, sie war in dem kleinen Gästezimmer, das Heidi, die Gastgeberin des Silvesterabends, für sie hergerichtet hatte. Katie gähnte herzhaft und lauschte auf Stimmen und Schritte im Haus, aber alles war still. Sie angelte vom Fußboden ihre Armbanduhr. Gerade mal zehn Uhr morgens. Sie hatten bis kurz nach drei Uhr am Morgen gefeiert, dann noch Geschirr und Gläser in die Küche geräumt, und gegen vier war sie ins Bett gegangen. Sechs Stunden Schlaf – na ja, besser als nichts, und sie war von alleine aufgewacht. Offenbar wollte ihr ihr Körper mitteilen, dass er in den letzten Tagen genug Zeit zum Ausruhen und Entspannen gehabt hatte. Katie stand auf und schob den Vorhang zur Seite. Vor ein paar Tagen hatte es geschneit, und die Temperaturen blieben deutlich im Minusbereich. Die Folge: Alle Bäume, die Sträucher und Zäune waren weiß bedeckt und boten einen glitzernden Kontrast zu dem strahlend blauen Winterhimmel. Das Sonnenlicht ließ die Eiskristalle funkeln. Mit einem Mal spürte Katie eine unbändige Lust, nach draußen zu gehen und sich in die Sonne zu setzen. Wahrscheinlich lag die Temperatur draußen im zweistelligen Minusbereich, egal. Sie nahm sich die Zeit für eine kurze heiße Dusche und zog sich dann schnell an. Jeans, T-Shirt, schließlich einen dicken wollweißen Rollkragenpullover, den sie vor Jahren auf den Aran-Inseln in einer kleinen Boutique gekauft hatte und der sie seitdem bei jeder Winterreise begleitete. Mit beiden Händen wuschelte sie sich durch die kurzen blonden Haare. Hairstyling abgeschlossen. Sie liebte diesen Haarschnitt, dem konnte auch eine Wintermütze nichts anhaben. Entschlossen holte sie ihre feuerrote Beanie-Mütze aus der Reisetasche und zog sie tief in die Stirn und über die Ohren. Um ihr Make-up konnte sie sich später kümmern, jetzt wollte sie nur an die frische Luft. Die dick gefütterten Boots und eine Daunenjacke vervollständigten ihr Winteroutfit.
Während sie die breite, geschwungene Steintreppe nach unten in die Halle ging, horchte sie weiter auf Anzeichen, dass noch jemand von den übrigen Gästen und Hausbewohnern schon auf den Beinen war, aber bis auf das gleichmäßige Ticken der Standuhr in der großen Eingangshalle war nichts zu hören. Katie ging in die Küche und schaltete den Wasserkocher ein. Ein starker schwarzer Tee mit Milch wäre jetzt genau das Richtige.
Wenige Minuten später trat sie mit einem dampfenden Becher hinaus auf die Terrasse des Hauses. Vom Vortag wusste sie, dass in der Truhe neben der Tür wasserfeste Thermokissen bereitlagen. In der einen Hand den Tee, in der anderen ein Kissen, ging Katie über die schneebedeckte Wiese, die sich in Richtung Moseltal erstreckte. Ihr Atem bildete kleine Wölkchen vor ihrem Gesicht, und die Wangen brannten in der Kälte. Ihre Stiefel versanken fast bis zum Knöchel im Schnee. Tausende von Eiskristallen funkelten in der Sonne, als hätte jemand kleine Edelsteine auf der sanft geschwungenen Fläche verstreut.
Katies Ziel war eine alte Eichenbank, die sie schon von einem früheren Besuch kannte. Sie wischte den Schnee von der Sitzfläche, setzte sich auf ihr Kissen und legte beide Hände um den Teebecher. Von hier oben konnte man die Weinberge am gegenüberliegenden Ufer sehen, der Fluss lag tief unten im Tal wie ein bleigraues langes Band. Und über allem spannte sich ein Neujahrsmorgen-Panorama-Himmel.
Katie trank einen Schluck Tee, genoss seine Wärme. Mit einem wohligen Seufzen legte sie den Kopf in den Nacken und ließ sich die Morgensonne ins Gesicht scheinen. Hinter ihr knirschten Schritte im Schnee. Neugierig wendete Katie den Kopf. Heidi Schwarzbeck trat mit einem Lächeln und einem Kaffeebecher in der Hand an die Bank. Da hatte jemand denselben Gedanken gehabt wie sie.
»Guten Morgen, Katie. Von der Küche aus habe ich dich hier sitzen gesehen und sofort Lust bekommen, mich dazuzusetzen – zumindest für einen kurzen Moment. Die Sonne scheint so schön. Ich hoffe, ich störe dich nicht?«
»Guten Morgen, Heidi, du musst dich nicht entschuldigen. Das hier ist deine Bank. Und nebenbei bemerkt: Ich beneide dich um den Ausblick von hier oben.«
Heidi zog ihren dicken Daunenmantel fest um sich und setzte sich neben Katie. »Ja, du hast recht. Aber soll ich dir was verraten? In den letzten Monaten war es so hektisch, dass ich nicht ein einziges Mal die Zeit und Ruhe gefunden habe, diesen Ausblick zu genießen. Ich werde die Bank vermissen.«
Katie schaute Heidi von der Seite an und hob fragend eine Augenbraue. Heidi lachte leise auf. »Nun schau mich nicht so kritisch an. Mir ist in den letzten Wochen klar geworden, dass dieser Gutshof einfach zu groß ist. Für Jean-Pierre und mich würde das ehemalige Kellermeisterhaus drüben am Haupttor mehr als ausreichen. Viele Monate im Jahr sind wir zusammen in Frankreich, meine Tochter wird nicht bei mir einziehen, und ich erwarte auch keine dreißigköpfige Gästegruppe. Was soll ich mit all den Räumen? Ein neues Jahr ist auch ein neuer Anfang: Ich werde mir einen Makler suchen und alles verkaufen.«
»Ich glaube, das musst du gar nicht«, erwiderte Katie.
Jetzt war es Heidi, die die Jüngere überrascht ansah. »Was muss ich nicht?«
»Ich habe auch nachgedacht, ziemlich lange sogar. Du musst dir keinen Makler suchen. Sophie hatte schon kurz vor Weihnachten einmal erwähnt, dass dir dieses Haus zu groß ist ... also ... ich, ich hätte es sowieso in den nächsten Tagen angesprochen. Um es kurz zu machen: Ich würde den Gutshof gerne...




