E-Book, Deutsch, Band 4, 290 Seiten
Reihe: Küste, Meer und Sommer - Die schönsten Urlaubsromane von Barbara Erlenkamp
Erlenkamp Mein Herz will Meer
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7517-2535-4
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein Küstenroman
E-Book, Deutsch, Band 4, 290 Seiten
Reihe: Küste, Meer und Sommer - Die schönsten Urlaubsromane von Barbara Erlenkamp
ISBN: 978-3-7517-2535-4
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Ostsee hat doch Meer zu bieten!
Sonne, Strand und Meeresrauschen: Sulzhagen an der Ostsee ist eigentlich der perfekte Ort für eine kleine Auszeit. Doch Opernsängerin Viola aus Dresden landet eher unfreiwillig in dem maritimen Städtchen. Und jetzt steht sie auch noch vor einer schier unmöglichen Aufgabe: Sie soll den neu gegründeten Frauenchor leiten und ihm zu einem Auftritt verhelfen. Zum Glück steht ihr eine alte Schulfreundin dabei tapfer zur Seite. Und als Viola auf den Pianisten Frederik trifft, beginnt ein traumhafter Sommer mit Herzklopfen und ganz vielen Schmetterlingen im Bauch. Doch wie wird sich Viola entscheiden, wenn ihre Zeit am Meer sich dem Ende entgegenneigt?
Ob im Strandkorb, Freibad oder auf dem Balkon: Der neue Sommerroman der Erfolgsautorin von »Der Sommer hat doch Meer zu bieten« und »Strandkorbsommer« ist die perfekte Sommerlektüre für alle Ostseefans.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Andreas J. Schulte ist freier Journalist und Autor. Christine Schulte hat bereits in ihrer Schulzeit zusammen mit einer Freundin ihren ersten Roman verfasst und arbeitet heute als technische Redakteurin. Das Ehepaar lebt mit seinen beiden Söhnen seit 25 Jahren in einer alten Scheune zwischen Andernach und Maria Laach. Unter dem Pseudonym Barbara Erlenkamp schreiben sie zusammen moderne, humorvolle Frauen- und Unterhaltungsromane. 2018 ist ihr erster Bestseller-Roman »Das kleine Café an der Mühle«erschienen.
Autoren/Hrsg.
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Prolog
Kiefern.
Mit der leichten Sommerbrise wehte der würzige Duft von sonnenwarmen Kiefern zu ihr herüber. Herrlich!
Viola lag mit geschlossenen Augen auf ihrem Badetuch. Mit den Fingern strich sie über den feinen Sand, der sich von der Nachmittagssonne aufgeheizt hatte. Langsam ließ sie den Sand durch die Finger rinnen, eine andere Aufgabe hatte sie gerade nicht. Sie fühlte sich rundum glücklich.
Im Geiste fing sie an, eine ihrer Hitlisten zusammenzustellen.
Die Top Five von Viola Fischer, warum das ein super Sommerurlaub wird.
Platz fünf: Vor mir liegen drei lange Wochen Ferien am Meer.
Platz vier: Ich wohne in einem großen Ferienhaus mitten im Kiefernwald, keine zweihundert Meter vom Ostseestrand entfernt.
Platz drei: Ich habe fest vor, neue Jungen kennenzulernen.
Platz zwei: Hier wird niemand an mir herumnörgeln.
Und – Trommelwirbel – Platz Nummer eins: Ich werde die Ferien mit Nicki verbringen. Drei Wochen mit meiner besten Freundin.
Viola seufzte zufrieden. Drei Wochen Nichtstun. Drei Wochen Lesen, Faulenzen, Cello spielen und vor allem Spaß mit Nicki haben. Was für ein wundervoller Gedanke.
Als Nicki ihr angeboten hatte, mit Nickis Familie nach Sulzhagen zu fahren, hatte sie zuerst gezögert. Sie wollte sich nicht aufdrängen, aber die Lingens sahen sie sowieso schon als ihre zweite Tochter an, und das Angebot mitzufahren, war von Herzen gekommen. Und so wurden in dem VW-Bus der Familie Lingen Violas geliebtes Cello, ein Rucksack voller Bücher und ihre Reisetasche verstaut. Nickis Vater war wirklich cool. Es sprach für Jürgen Lingen, dass der Familienvater bei Violas Frage, ob sie das Cello mitnehmen dürfe, nicht mal mit der Wimper gezuckt hatte. Er war wahrscheinlich Kummer gewöhnt, denn Frederik, Nickis älterer Bruder, war ein absoluter Computer-Freak, der ohne seinen Laptop und zwei Monitore nirgendwo länger als einen Tag hinfuhr.
Viola räkelte sich und legte sich noch bequemer auf ihrem Handtuch zurecht. Die Sonne zauberte kleine Lichtblitze unter ihre geschlossenen Augenlider. Lange würde sie so nicht mehr in der Sonne liegen können, ohne sich einen Sonnenbrand zu holen. Aber sie war fest entschlossen, nach diesem Strandurlaub als sonnengebräunte Blondine in der elften Klasse weiterzumachen. Ein ehrgeiziger Plan, denn auf ihrer hellen Haut machten sich mehr Sommersprossen breit, als ihr lieb war. Das Goldbraun, das ihr vorschwebte, würde noch lange auf sich warten lassen. Egal, sie würde das durchziehen.
Für einen kurzen Moment war sie sogar in Versuchung gewesen, an diesem einsamen Strandabschnitt das Oberteil ihres neuen Bikinis abzulegen, hatte sich dann aber doch nicht getraut.
»Na, schon gut durch?«
Neben ihr ließ sich jemand in den Sand fallen. Viola öffnete blinzelnd ein Auge und schielte zur Seite. Nicki war vom Schwimmen zurück.
»Meinst du, ich werde in drei Wochen braun genug sein?«, fragte Viola.
»Braun genug für was?«
»Frag besser, für wen. Auf dem Schulhof sehe ich Leon immer nur von Weitem. Ich wünschte, er würde endlich auf mich aufmerksam werden.«
»Süße, wenn er dich in diesem Bikini sehen würde, wäre dir seine ungeteilte Aufmerksamkeit sicher. Da könnte deine Haut auch grün oder schlumpfblau sein.«
»Den Bikini hat mir meine Mutter spendiert. War richtig teuer. Der muss auch einen Unterschied machen.«
»Ja, sie hat gezahlt, aber weiß sie auch, wie wenig Stoff sie für ihr Geld bekommen hat?«
Viola nahm eine kleine Handvoll Sand und warf sie in Richtung ihrer Freundin. »Bäh, wie gemein. Zum Glück hat Mama nicht darauf bestanden, ihren bezahlten Kauf noch zu begutachten. Und nach dem Urlaub ist es zu spät für einen Umtausch.« Viola kicherte.
»Ich glaube, selbst Fred würde seine Festplatte und jeden Programmcode vergessen, wenn er jetzt hier am Strand wäre. Guck nicht so erschrocken. Ich vermute mal, wir werden meinen lieben Bruder selten zu Gesicht bekommen. Bis der sich von seinem Rechner loseist, muss schon mehr geboten werden als nur strahlend blauer Himmel, ein milder Sommerwind und Meer.«
»Fürs Protokoll: Er hasst es, wenn du ihn Fred nennst, Nicki, und er ist leider so gar nicht mein Typ.«
»Er ist von niemandem der Typ. Ich habe ihm schon tausend Mal gesagt, dass er diese blöde Hornbrille und die Schlabberpullis abschaffen soll. Das, und er soll endlich zum Friseur gehen und sich einen ordentlichen Haarschnitt verpassen lassen. Aber hört er auf seine kleine Schwester? Natürlich nicht. Er spielt eher die Karte ›Du-hast-mir-nix-zu-sagen-ich-bin-achtzehn-Monate-älter‹ aus. Ich bin nicht mal sicher, ob er schon mitbekommen hat, dass außer seiner Schwester noch ein weiteres Mädchen mit im Ferienhaus wohnt. Echt, wenn er nicht ab und zu mal diesen coolen Blues auf dem Klavier spielen würde, ich würde mir Sorgen machen.«
»Stimmt, er spielt super Klavier. Wie ein Profi.«
Nicki grinste. »Wahrscheinlich denkt Papa ernsthaft über einen Vaterschaftstest nach, schließlich gibt es im ganzen Stammbaum der Familie Lingen keinen einzigen bekannten Fall von Hochbegabung – außer bei Fred. Weder musikalisch noch sonst irgendwie. Mir dagegen graut es schon vor der Oberstufe und dem Abi.«
»Sei bloß still. Jetzt haben wir Sommerferien.«
»Ach komm. Ich hab doch gehört, wie du heute früh schon Cello geübt hast.«
»Das war nur zum Spaß. Nichts für die Schule.«
»Also, Spaß sieht für mich anders aus. Ungefähr so: schwarzhaarig, etwa einen Meter neunzig groß, schlank und mit Sixpack, zwischen siebzehn und achtzehn Jahre alt und bereit, mehr als einen Cocktail auszugeben.«
»Hach, glaubst du wirklich, so was läuft hier frei herum?«
»Wir sollten die Hoffnung nicht aufgeben und bis dahin unser Glück in Erdbeereis suchen. Im Dorf gibt es am Marktplatz eine Eisdiele. Mit ein bisschen Glück treibt sich dort die Dorfjugend herum und wir checken schon mal den Bestand.«
»Eis klingt super. Und wie kommen wir ins Dorf?«
»Vertrau auf die Spürnase deiner Freundin. Im Schuppen neben dem Haus habe ich eben Fahrräder entdeckt.«
Viola setzte sich auf. »Cool, dann los.«
»Ähm ... vielleicht ziehst du dir besser noch ein T-Shirt an?«
***
»Boah, schau dir das an. Kann man schockverliebt in ein Haus sein?«
Nicki bremste mit ihrem Rad auf dem Waldweg und zeigte auf ein einsames, weiß verputztes Haus.
Mit Schwung rollte Viola neben sie, schaute hoch und ließ das Fahrrad ins Gras fallen. Das reetgedeckte Haus duckte sich zwischen zwei Windschutzhecken. Es lag direkt am Rand der Steilküste. Vor dem Haus war auf dem kurz gemähten Rasen eine Wäscheleine zwischen zwei Pfosten gespannt. Mehrere bunte Handtücher flatterten im Wind. Die Fassade reflektierte das helle Sonnenlicht. Die Fenster im Erdgeschoss waren weit geöffnet, und auf einer Seite wehte ab und zu eine kleine Spitzengardine nach draußen. Die hellblauen Fensterläden glänzten in der Nachmittagssonne. Rund um das Haus blühten Stockrosen in allen Farben, die fast bis zur Dachrinne ragten. Von drinnen hatte man bestimmt einen irrsinnigen Blick aufs Meer.
»Ja, das ist echt schön«, stimmte Viola zu.
»Sei mal kurz leise«, unterbrach Nicki sie. »Hörst du das auch?«
Beide lauschten. Ein eigenartiges, knusperndes Geräusch war zu hören.
»Es kommt von da drüben«, wisperte Viola. »Hinter der Hecke. Lass uns nachsehen, was da ist.«
Sie schlichen ein paar Meter weiter, und dort, hinter der niedrigen Hecke, sahen sie es. Eine kleine Schafherde weidete auf einer eingezäunten Wiese. Sobald die Mädchen sichtbar wurden, stürzten die Tiere im Galopp laut blökend an den Zaun. Die größeren unter ihnen drängten die anderen zur Seite.
Viola rief: »Oh, Nicki, wie süß! Guck mal, da sind auch Lämmer dabei. Ganz jung sind die aber nicht mehr.«
»Was für lustige Sprünge die machen. Ich könnte ewig hier stehen bleiben und zusehen.«
»Man könnte überhaupt hier leben. Für immer am Meer«, sagte Viola.
»Oh, ja. Stell dir vor: Ich werde eine erfolgreiche Schriftstellerin, sitze da in meinem Arbeitszimmer, schaue aufs Meer und schreibe meinen nächsten Bestseller.«
»Äh, Nicki?«
»Ja, was?«
»Du hasst doch jede Art von Schreiben aus tiefster Seele. Bei jedem Aufsatz in Deutsch kriegst du die Krise.«
»Schon, aber als Besitzerin dieses Hauses würde ich natürlich zu meiner wahren Berufung finden.«
»Du hast einen Knall. Ich sag dir, was wirklich passiert: Ich werde eine berühmte Musikerin, kaufe dieses Haus und verbringe meine freie Zeit zwischen den erfolgreichen Welttourneen hier am Meer.«
Nicki lachte auf. »Na klar, träum weiter. Du bist doch...




