E-Book, Deutsch, Band 3, 320 Seiten
Reihe: Küste, Meer und Sommer - Die schönsten Urlaubsromane von Barbara Erlenkamp
Erlenkamp Strandkorbsommer
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7517-0610-0
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein Sommer-Liebesroman auf Langeoog
E-Book, Deutsch, Band 3, 320 Seiten
Reihe: Küste, Meer und Sommer - Die schönsten Urlaubsromane von Barbara Erlenkamp
ISBN: 978-3-7517-0610-0
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Nordseeküste, Wattenmeer und ganz viel Herzklopfen
Katja ist Grundschullehrerin aus Leidenschaft, doch seit Jahren hangelt sie sich von einem Vertretungsjob zum nächsten. Zum Glück sind bald Sommerferien, und Katja freut sich auf den wohlverdienten Urlaub mit ihrem Freund Benedikt. Doch nach einer Planänderung in letzter Minute findet sie sich stattdessen allein in einer Pension auf Langeoog wieder.
Auf der Nordseeinsel angekommen freundet sich Katja schon bald mit einer jungen Lehrerkollegin an und verbringt viel Zeit im Strandkorbverleih von Jette, einer alten Freundin von Katjas Mutter. Als diese jedoch einen Unfall hat und ins Krankenhaus muss, ist für Katja klar: Sie springt ein und schmeißt den Laden. Dabei trifft sie auf Martin, der sich als sympathischer Biologe und Robbenschützer entpuppt. Die beiden kommen sich näher. Als Benedikt dann endlich kurz vor Ferienende auf Langeoog ankommt, steht Katja plötzlich nicht nur zwischen zwei Männern - sondern auch zwischen zwei völlig verschiedenen Lebenskonzepten ... Meeresrauschen oder Designer-Loft in Köln ... Wie wird sie sich entscheiden?
Der neue Sommerroman von Barbara Erlenkamp, der Erfolgsautorin der Romane um Das kleine Café an der Mühle.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Andreas J. Schulte ist freier Journalist und Autor. Christine Schulte hat bereits in ihrer Schulzeit zusammen mit einer Freundin ihren ersten Roman verfasst und arbeitet heute als technische Redakteurin. Das Ehepaar lebt mit seinen beiden Söhnen seit 25 Jahren in einer alten Scheune zwischen Andernach und Maria Laach. Unter dem Pseudonym Barbara Erlenkamp schreiben sie zusammen moderne, humorvolle Frauen- und Unterhaltungsromane. 2018 ist ihr erster Roman Das kleine Café an der Mühle erschienen.
Autoren/Hrsg.
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K wie Katja
»Okay, Kinder, wir machen jetzt mit unserem Wörterbuch weiter. Gestern hatten wir den Buchstaben ›J‹ wie Jogurt, dann ist heute dran? Ja, Anna?«
»Das ›K‹, Frau Hollenhorst. K wie Kamel.«
»Super, genau. Also holt eure Blöcke und die Buntstifte raus und malt für euer großes Buchstabenbuch etwas, das mit dem Buchstaben ›K‹ beginnt.«
»Was sollen wir denn malen, Frau Hollenhorst?«
»Na, vielleicht etwas, das ihr besonders mögt. Da fällt euch doch sicher genug ein.« Sie fragte in die Klasse hinein: »Wer will etwas sagen?«
»Kuchen!«
»Kekse!«
»Katze!«
»Karussell!«
»Schön, das sind schon ein paar tolle Ideen. Dann fangt mal an. Malblöcke und Stifte raus, alle dürfen malen, was sie möchten.« Die dreiundzwanzig Kinder des ersten Schuljahres kramten in ihren Schultaschen herum. Doch schon Augenblicke später hörte das Rascheln und Klappern auf, und im Klassenraum herrschte eine konzentrierte Stille.
Katja schaute sich um und genoss den kurzen ruhigen Moment. Diese Klasse war ihr in den letzten Monaten wirklich ans Herz gewachsen. Ja, es war an vielen Tagen anstrengend, und sie musste sich wirklich bemühen, alle bei der Stange zu halten. Manche von den Kleinen waren im ersten Schuljahr noch sehr verspielt, da musste sie besonders aufpassen, sie nicht zu überfordern. Auf der anderen Seite ist das hier die Schule und nicht der Kindergarten, dachte Katja, sie sind schließlich hier, um etwas zu lernen. Zum Glück hatte bislang alles gut geklappt. Elke Pfeifer, die Rektorin, hatte sie erst kürzlich dafür gelobt, wie zügig sie mit dem Lernstoff durchgekommen war. Als Abschlussprojekt arbeiteten die Erstklässler jetzt an ihren großen Buchstabenbüchern. Jeder Buchstabe bekam ein eigenes Bild, und die Bilder sollten zum Abschluss des Schuljahres dann gebunden werden. Katja seufzte leise bei dem Gedanken an das Ende des Schuljahres. Sie musste gleich in der Pause noch mal Elke ansprechen, ob sie schon was Neues wusste.
Der Rest der Schulstunde verging wie im Flug. Während sie immer wieder einen schnellen Blick auf die Wanduhr warf, wanderte Katja langsam zwischen den Tischen umher und begutachtete die Zeichnungen. Schon an der ersten Tischgruppe sah sie drei große Geburtstagskuchen. Eine Tischgruppe weiter gab es Kühe – gut an den schwarz-weißen Flecken und einem überdimensionierten Euter zu erkennen –, ein Korb mit Kirschen und ...
»Du, Tim, ich fürchte, du malst da das falsche Bild. Ein Clown wird mit einem ›C‹ geschrieben.«
Tim, ein ziemlich vorwitziger Junge mit rotblonden Haaren und zahllosen Sommersprossen, schaute zu ihr hoch. »Bist du sicher, Frau Hollenhorst?« Tim klang dabei so ernst, als würde er ihr den kleinen Fehler auch jederzeit verzeihen.
Gutmütig spielte Katja mit und tat so, als ob sie nachdenken würde. »Doch schon, also, wenn ich so überlege, gibt es keinen Zweifel. Clown wird eindeutig mit ›C‹ geschrieben.«
Tim kniff ein Auge zu und dachte angestrengt nach, dabei schob sich seine Zungenspitze zwischen die Lippen. Am Ende seiner Überlegungen glitt ein zufriedenes Grinsen über sein Gesicht. »Weißt du, Frau Hollenhorst, das ist gar kein Clown, das ist ein Komiker.«
»Ein Komiker?«, fragte Katja. Manche Kinder hatten wirklich einen erstaunlichen Wortschatz. »Weißt du auch, was das ist?«
»Klar«, erklärte Tim. »Das sagt Mama zu Papa, wenn er vergessen hat anzurufen und zu sagen, dass er später kommt. Sie sagt dann immer: ›Ralf, du bist wirklich ein Komiker. Wie soll ich das Essen denn eine halbe Stunde lang warm halten?‹ Mein Papa heißt nämlich Ralf. Und dann sagt Papa: ›Entschuldigung, Liebes, aber ich hab dir Blumen mitgebracht.‹ Liebes, das ist meine Mama. Und dann lacht Mama und sie umarmen sich. Also, ich glaube, ein Komiker, das ist so ein Mann, der lustige Sachen sagt. Und ...«
»Du hast recht«, beeilte sich Katja zu versichern. »Komiker ist ein sehr gutes Wort mit ›K‹. Male ruhig einen Komiker.« Wenn die Kinder in der ersten Klasse einmal ins Erzählen kamen, war es manchmal gar nicht so einfach, sie zu stoppen. Wenn die Eltern wüssten, was ihre Kinder alles von Zuhause erzählten ...
Ein Tisch weiter saß Ari. Anders als Tim war die Kleine am Anfang sehr still gewesen und immer darauf bedacht, nicht groß aufzufallen. Katja hatte mit Ari in den letzten Wochen intensiv gearbeitet, und diese Arbeit zeigte inzwischen Erfolg. Ari war selbstbewusster geworden, hatte neue Freundinnen gefunden und arbeitete gut im Unterricht mit. Es sind die Kinder wie Ari, die meine Hilfe brauchen, und das ist der Grund, warum ich hier arbeite, dachte Katja, während sie sich zu Aris Zeichnung herunterbeugte.
Das Mädchen hatte eine Frau gemalt. Mittellange braune Haare und ein knielanges Kleid mit kleinen roten Blümchen.
»Hm, Ari, du hast ein Mädchen gemalt ...«
»Eine Frau, das ist eine erwachsene Frau.«
»Okay, also eine Frau, aber ...«
Ari drehte den Kopf, lächelte breit und offenbarte dabei eine Zahnlücke, weil ihr erst letzte Woche wieder ein Milchzahn ausgefallen war. »Ich weiß schon, was du sagen willst. Frau ist ein Wort mit einem ›F‹. Aber wir sollten doch was malen, was wir besonders mögen, und das bist du, in deinem Sommerkleid. Das Kleid mit den Blumen, das du beim Ausflug anhattest. Das da auf dem Bild ist eine Katja und die wird mit ›K‹ geschrieben. K wie Katja.«
Für einen Moment wusste Katja nicht, was sie sagen sollte. Sie schluckte.
»Gefällt dir das Bild nicht?«
Katja ging neben dem Tisch in die Knie und schaute Ari direkt ins Gesicht. Sie lächelte. »Das ist ein tolles Bild geworden. Mich hat noch nie jemand gezeichnet. Meinst du, ich dürfte mir das Bild bis zur nächsten Stunde ausleihen? Ich würde es mir gerne kopieren.«
In diesem Moment ertönte der Gong, die Stunde war zu Ende.
»Klar«, sagte Ari, »nimm es ruhig mit. Ich würde später gerne für mein Buch noch ein paar Bäume und Wolken dazumalen, aber du bist auf dem Bild schon fertig.«
»Gut, dann pack schnell ein und flitz in die Pause, ich mache mir inzwischen eine Kopie.«
***
Während die Kinder draußen auf dem Schulhof herumtobten, ging Katja zum Farbkopierer, der in einer Ecke des Lehrerzimmers stand. Sicherheitshalber machte sie gleich zwei Kopien von der Zeichnung. Gerührt betrachtete sie noch einmal die Ausdrucke.
»Ach, das ist aber hübsch geworden, hat bestimmt ein Mädchen gemalt – oder?«
Neben ihr stand Elke Pfeifer.
»Ari Samala, erste Klasse.«
»Die kleine Schüchterne, deren Bruder ich in der Vierten habe?«
»Ganz genau.«
»Zeichnen kann sie, das steht mal fest. Übrigens: Deine Arbeitseinheit Mittelalter in der Dritten ist riesig angekommen. Ich war danach ja in der Klasse, die Kinder waren noch ganz begeistert.«
»Lieben Dank, das ist aber auch ein tolles Thema. Ich meine, welches Kind findet Ritter nicht interessant?«
»Trotzdem, es kommt schon darauf an, wie man das Ganze umsetzt. Wahnsinn, was du dir für eine Mühe mit den neuen Arbeitsblättern gemacht hast.«
Katja wollte ihrer Schulleiterin nicht widersprechen. Wenn sie eines gelernt hatte, dann, dass man ein Lob auch einfach annehmen konnte, ohne es kleinzureden. Sie hätte natürlich auch sagen können, dass sie die Arbeitseinheit Mittelalter schon an mehreren Grundschulen in der dritten Klasse durchgenommen hatte. So ganz neu, wie Elke dachte, waren die Arbeitsblätter nicht mehr. Schließlich war sie, seit sie ihr Studium abgeschlossen hatte, immer wieder an anderen Schulen eingesetzt worden. Es war leicht, etwas scheinbar Neues zu bieten, wenn man nie länger als ein Schuljahr blieb.
Jetzt aber galt es, die Gelegenheit zu nutzen. Da war etwas, das sie schon seit Wochen beschäftigte. »Sag mal, Elke, hast du schon was in Bezug auf meinen Antrag gehört?«
»Nein, es tut mir leid. Ich werde heute mal nachfragen, aber ich fürchte, die werden dir erst einmal kündigen, um dich dann nach den Ferien wieder einzustellen. Ich verstehe es auch nicht, so kann man doch keine Fachkräfte halten, aber mir sind die Hände gebunden.«
»Weiß ich doch, Elke. Das sind Entscheidungen der Schulbehörde, du kannst nichts dafür.«
»Mir passt es auch nicht, wie das läuft. Man informiert mich immer erst im letzten Moment, wie das Kollegium im kommenden Schuljahr besetzt wird.« Elke Pfeifer seufzte. »Aber lass mich offen zu dir sein: Für dich sieht es hier nicht gut aus. Ich habe gestern erfahren, dass unsere Kollegin Tina Brothaupt nun doch früher aus der Elternzeit zurückkommen will. Im schlimmsten Fall wirst du uns und deine Schüler hier an der Schule nie wiedersehen. Glaub mir, ich finde diese Regelung bei den befristeten Verträgen auch unmöglich.«
»Jedenfalls ist es nett, dass du noch mal...




