E-Book, Deutsch, Band 5, 300 Seiten
Erlenkamp Weihnachten im kleinen Café an der Mühle
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7517-1516-4
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 5, 300 Seiten
Reihe: Café-Liebesroman zum Wohlfühlen
ISBN: 978-3-7517-1516-4
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein ganzes Eifel-Dorf im Winterzauber!
Kurz vor dem Fest hängt bei Peter und Sophie der Haussegen gehörig schief. Dabei wollten sie beide doch nur das Beste. Sophie hat sich Hals über Kopf in ein neues Café-Projekt gestürzt. Und Peter möchte Sophie überraschen und nimmt heimlich Tanzstunden - mit ungeahnten Folgen. Währenddessen ist ganz Wümmerscheid-Sollensbach im Weihnachtsfieber. Eine Besuchergruppe aus der englischen Partnerstadt hat sich angekündigt, um die wahre 'German Weihnacht' zu erleben. Klar, dass sich alle Dorfbewohner bei den Vorbereitungen kräftig ins Zeug legen. Schließlich hat man einen Ruf als Weihnachtsdorf zu verteidigen. Doch in all dem Trubel fängt plötzlich eins der Gestecke im Bistro Feuer ...
Der neue herzerwärmende Weihnachtsroman von Barbara Erlenkamp, der Bestsellerautorin von DAS KLEINE CAFÉ AN DER MÜHLE.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Andreas J. Schulte ist freier Journalist und Autor. Christine Schulte hat bereits in ihrer Schulzeit ihren ersten Roman verfasst und arbeitet heute als technische Redakteurin. Das Ehepaar lebt in einer alten Scheune zwischen Andernach und Maria Laach. Unter dem Pseudonym Barbara Erlenkamp schreiben sie zusammen moderne, humorvolle Frauen- und Unterhaltungsromane. 2018 ist ihr erster Bestseller-Roman Das kleine Café an der Mühle erschienen.
Autoren/Hrsg.
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Pokerrunde
Kurz lächelte Heidi, nachdem sie die neu ausgegebenen Pokerkarten angesehen hatte. Nur für einen Sekundenbruchteil. Gleichzeitig zog sie die linke Augenbraue hoch, gefolgt von einem hörbaren Ausatmen.
Rita lehnte sich leicht auf ihrem Caféhausstuhl zurück und ließ sich nichts anmerken. Seit vielen Jahren schon trafen sich die drei Freundinnen Heidi Schwarzbeck, Rita von Fahrensbeck und Karin Mahler jeden Samstag in Tante Dottis Bistro zum Pokern. Was Ritas Freundinnen nicht ahnten: Sie hatte in dieser Zeit gelernt, in Karins und Heidis Bewegungen zu lesen wie in einem Buch. Anhand von winzigen kleinen Gesten und unbewussten Posen konnte Rita inzwischen mit sehr großer Sicherheit erkennen, ob Heidi und Karin ein gutes oder ein schlechtes Blatt hatten, wann sie nur blufften, wie sie weiterspielen würden. Was dazu führte, dass Rita meistens haushoch gewann.
Rita warf einen Blick in ihre eigenen Karten und dann wieder auf Heidi, die mit einem harmlosen, unverbindlichen Lächeln dasaß. Bluffte ihre Freundin? Wenn sie ein wirklich mieses Blatt hätte, würde sie nicht lächeln. Oder bedeutete das Lächeln, dass das Gegenteil der Fall war, und Heidis Karten waren in Wirklichkeit richtig schlecht? Sollte sie inzwischen gelernt haben, sich so zu verstellen? Nein, ausgeschlossen, dachte Rita. Sie hat gute Karten und ist sich sicher, dass sie gewinnt.
Eine Entscheidung musste her. Aus dem Augenwinkel schaute Rita auf Karins Hände. Karin trug ihre Fingernägel niemals lang und lackierte sie auch grundsätzlich nicht, aber ihre regelmäßige professionelle Maniküre versäumte sie nie. Und richtig, da war es. Kurz hob Karin die rechte Hand und berührte ihre perfekt gestylten silbergrauen Haare, dann den kleinen Perlenohrring. Wie, um sich zu vergewissern, dass die Welt noch in Ordnung war – abgesehen von ihrem wirklich miesen Blatt. »Ich bin raus«, sagte sie, genauso, wie Rita es erwartet hatte.
»Ich geh mit«, sagte Rita und schob einige ihrer Pokerchips in die Mitte des Tisches. Sie erlaubte sich einen kurzen Moment der Entspannung und nahm nun auch wieder den Rest ihrer Umgebung wahr. Regen schlug gegen die Fensterscheiben des Bistros, was die von kleinen Windlichtern beleuchteten Tische umso einladender wirken ließ. Aus der Küche war das gelegentliche Zischen der Espressomaschine zu hören, und immer wieder zog der Duft von frischem Kaffee durch den Raum. Im Hintergrund lief Musik, französische Chansons, die sich angenehm mit den leisen Gesprächen an den verschiedenen Tischen und dem dezenten Klappern von Kaffeegeschirr vermischten.
Wenig später legte Rita die gewonnenen Pokerchips auf ihren inzwischen zu beachtlicher Höhe angewachsenen Stapel. »Noch eine Runde? Wer will noch mal?«, fragte sie.
»Ohne mich«, stöhnte Heidi. »Du hast uns schon wieder bis aufs letzte Hemd ausgezogen. Wie machst du das bloß immer?«
»Ja«, pflichtete Karin ihr bei. »Rita, wie machst du das nur? Himmel, ich bin froh, dass wir immer nur um Plastikchips spielen. Sonst wäre mein Konto im Dauer-Minus.«
Rita erlaubte sich ein kleines, fröhliches Lachen, hütete sich aber, ihr Geheimnis zu erklären. Sie, die sonst ihr Herz auf der Zunge trug, hatte hart an ihren Poker-Kenntnissen gearbeitet. Und dabei war das Schwierigste tatsächlich gewesen, nicht so viel zu reden, wie es eigentlich ihrer Natur entsprach.
Zum Glück trat jetzt Sophie mit Lisa an den Tisch, sodass Rita weitere Fragen erspart blieben. In der einen Hand balancierte Sophie ein Tablett mit einem großen Milchkaffee für sich selbst sowie Kakao und Sandkuchen für ihre kleine Tochter, an der anderen Hand hing Lisa und schaute sich interessiert um.
»Ah, da ist ja unser kleines Patenkind. Komm her, Zuckerschnute, komm zu deiner Tante«, gurrte Rita.
Sophie ließ sich erleichtert auf einen Stuhl fallen. »Uff. Ich brauch mal eine kurze Pause. Was dagegen, wenn ich mich zu euch setze?« Sie rührte ihren Kaffee um, pustete auf den Milchschaum und nippte an dem heißen Getränk.
»Du und dein Milchkaffee«, sagte Karin freundlich. »Warum machst du dir überhaupt die Mühe, diesen Ort als Bistro zu tarnen?«
»Das«, sagte Sophie unerwartet heftig und stellte die Tasse auf dem Tisch ab, »das ist genau die Frage, die ich mir auch gerade stelle.«
»Was meinst du denn damit?«
»Gestern hat mir Lisa die Augen geöffnet. Nein, wirklich, schaut nicht so ungläubig. Wir standen draußen vor unserer Haustür, und sie hat mich gefragt, wie ›das hier heißt‹. So waren ihre Worte. Ist es ein Bistro, oder ist es ein Café?« Sophie rieb sich über die Stirn und schüttelte den Kopf. »Ich frage mich manchmal, ob es eine gute Idee war, das Mühlencafé einfach in Tante Dottis Bistro umzutaufen. Ja, sicher, wir machen beides. Mittags und abends die Bistrogerichte, am Nachmittag Kaffee und Kuchen. Aber vielleicht haben die Leute aus dem Dorf ja recht, wenn sie nie Bistro, sondern immer Café sagen.«
Jetzt hatte sie Lisas Aufmerksamkeit. Lisa blickte von ihrem Teller hoch und presste mit vollem Mund die Wörter »Dafé, Bisto« hervor, während Kuchenkrümel aus ihrem Mund sprühten.
»Lisa! Erst essen, dann darfst du reden«, ermahnte sie Sophie.
Lisa nickte gehorsam, kaute, schluckte und wiederholte noch einmal: »Dafé, Bisto!«
»Seht ihr?«, sagte Sophie. »So geht das schon seit gestern Nachmittag. Ich muss dauernd darüber nachdenken. Ich habe überlegt, ob ich hier vorne«, sie machte eine vage Handbewegung durch den Raum, »Tante Dottis Bistro lassen soll und den zweiten Gastraum neu gestalte und daraus ein separates Café mache. Ich könnte die Kuchentheke und eine Espressomaschine drüben aufbauen und hätte dann hier mehr Platz für die Mittagsgäste. Wäre das nicht schön? Was meint ihr?«
»Da hilft nur eins«, sagte Heidi energisch und sprang vom Tisch auf. »Wir müssen uns das Ganze ansehen.«
Inzwischen hatte Lisa ihren Kuchen aufgegessen und rutschte flink von Ritas Schoß herunter. Dass sie dabei eine Spur von Kakao und Kuchenkrümeln auf Ritas Rock hinterließ, schien diese nicht im Geringsten zu stören. »Mama, komm!«, rief sie ungeduldig und war schon halb auf dem Weg zur Tür. Sie hüpfte mit beiden Füßen voran und sang dabei vor sich hin: »Da – da – da – fé! Da – da – da – fé!«
»Sieht so aus, als würden wir jetzt zusammen rübergehen«, sagte Sophie lächelnd zu den anderen. »Kommt ihr auch mit?«
***
»O nein«, flüsterte Karin, »da sitzen ja noch Leute. Dann wird wohl nichts aus unserem Plan.« An einem der Tische saßen noch zwei Frauen mit dem Rücken zu ihnen. Die eine drehte sich sofort neugierig um und sagte: »Hallo, Sophie.«
»Ach, du bist es, Jennifer«, begrüßte Sophie ihre Freundin. »Und Susi ist auch da. Hallo, ihr zwei.« Hier im Ort kannte man sich. Zu den anderen sagte sie: »Kommt mit, wir setzen uns erst mal an den Tisch da drüben, da haben wir fast den ganzen Raum im Blick, und wir stören die anderen nicht beim Kaffeetrinken. Ich habe noch einen Schreibblock mitgebracht, da können wir direkt alles notieren, was uns einfällt.«
Heidi hatte in ihrem Berufsleben als Spitzenköchin schon zahllose Gasträume gesehen. Sie hatte keine Schwierigkeiten, die Raumgröße abzuschätzen, und fing sofort an zu skizzieren. »So, das ist der Grundriss.« Alle beugten sich interessiert über das Papier und schauten zu, wie Heidi nach und nach die vorhandene Einrichtung und die fest stehenden Gebäudeteile einzeichnete. »Hier ist der vordere Eingang, weiter hinten das große Doppeltor. Da an der Stirnseite ist der große Kaminofen ...« Sie zeichnete ein Viereck mit einem kleinen Holzfeuer. »Du würdest natürlich zusätzliche Tische brauchen. Mal sehen, wo passt denn hier noch etwas hin?«
»Über was für Tische reden wir?«, fragte Sophie. »Wie groß müssten die sein?«
Hier war Heidi ganz in ihrem Element. »Quadratisch, auf jeden Fall. In einem Café reichen achtzig mal achtzig Zentimeter für vier Personen.«
»O ja«, unterbrach Sophie sie begeistert, »man könnte aber auch zwei oder drei Tische zusammenschieben. Aber wohin damit?«
»Wir haben noch die ungenutzte Fläche da drüben, die ehemaligen Pferdeboxen. Zwei auf jeder Seite, dazwischen ein Gang«, sagte Heidi und tippte auf den skizzierten Plan. »Das ist schon nicht schlecht, eine durchschnittliche Box hat etwa zehn bis zwölf Quadratmeter ...«
»Und wie schön, dass die alten eisernen Stallfenster auch noch da sind«, ergänzte Rita. »Da ist Tageslicht, und die kleinen Scheiben sehen richtig gut aus. Sag mal, Sophie, warum hast du die Trennwände nicht schon längst rausgerissen? Du würdest so viel Platz gewinnen.«
»Weil ich den Platz bis jetzt nicht gebraucht habe, deshalb. Als...




