Erlenkamp | Zwei Blüten für den Mörder | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 260 Seiten

Reihe: Ein Fall für den Krimi-Club

Erlenkamp Zwei Blüten für den Mörder

Clarissas feines Gespür für Blumen. Mosel-Krimi
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7517-0776-3
Verlag: beTHRILLED
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Clarissas feines Gespür für Blumen. Mosel-Krimi

E-Book, Deutsch, Band 2, 260 Seiten

Reihe: Ein Fall für den Krimi-Club

ISBN: 978-3-7517-0776-3
Verlag: beTHRILLED
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Falschgeld-Skandal im Moseltal

Clarissa freut sich auf das große Dorffest in Niedermühlenbach - aber kurz vor den Feierlichkeiten tauchen im Ort Falschgeldnoten auf! Und dann wird auch noch der junge Diakon Bernhard Wohlgemuth erhängt aufgefunden - in seiner Hand zwei gezinkte 50-Euro-Scheine. Woher stammen die Blüten? Die Polizei kommt der kriminellen Vergangenheit des jungen Geistlichen auf die Spur und deklariert den Tod als Selbstmord. Aber Clarissa kann das nicht glauben und ermittelt auf eigene Faust ...

'Zwei Blüten für den Mörder' ist der zweite Band der spannenden Mosel-Krimi-Reihe von Andreas Erlenkamp um die ehemalige Kommissarin Clarissa von Michel und die charmanten Mitglieder des Krimi-Clubs Niedermühlenbach.

Alle bisherigen Bände der charmanten Krimi-Reihe:

Ein Prosit auf den Mörder
Zwei Blüten für den Mörder
Ein dreifaches Hoch auf den Mörder
Vier Leichen und ein Todesfall
Das sagen waschechte Krimi-Fans zur Reihe:

»Clarissa und die Niedermühlenbachler haben mein Herz im Sturm erobert. Die Truppe ist eigenwillig und auch ein wenig skurril, hat aber das Herz am rechten Fleck. Solche Freunde wünscht man sich, da wird einem nicht langweilig.« (Redrose, Lesejury)
»Für Cosy-Crime-Fans und solche, die es werden wollen.« (Stein2203, Lesejury)
»Das Buch ist ein wirklich sehr guter und humorvoller Krimi. Der Schreibstil hat mir super gut gefallen. Die Charaktere sind sehr sympathisch und gut beschrieben, genau wie der Örtlichkeit. Ich komme von der Mosel und bin begeistert.« (Alex1208, Lesejury)
»Der Autor hat die Atmosphäre in diesem Buch gut umgesetzt. Mosel, Wein, Mord und Zwiebelkuchen, dies sind die Zutaten für diesen erfrischenden Regionalkrimi. Für mich ist es ein Wohlfühlkrimi für gemütliche Lesestunden.« (UlrikesBuecherschrank, Lesejury)
Für Leserinnen und Leser von Susanne Hanika, Ellen Barksdale oder Jessica Müller - und alle, die gerne unblutige Cosy Crimes und Provinz-Krimis lesen, die zum Miträtseln einladen.
ebooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung!



Andreas Erlenkamp ist das Pseudonym des erfolgreichen deutschen Krimiautors Andreas J. Schulte. Zusammen mit seiner Frau Christine schreibt er als Barbara Erlenkamp unterhaltsame Frauenromane. Mit seiner neuen Mosel-Krimi-Reihe verbindet er seinen Erfolg als Krimischriftsteller mit den Erlenkamp-Wohlfühlromanen.

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Tschüs, Stadtleben


Wenn man aus dem Moseltal zurück in Richtung Autobahn fuhr und sich damit wieder auf das höhergelegene Hinterland begab, stieß man auf einige kleine Dörfer, die den bekannten Orten an der Mosel in Sachen Idylle in nichts nachstanden.

Niedermühlenbach war so ein Dorf. Anders als im deutlich größeren Obermühlenbach hatte hier der alte Dorfkern mit seinen Bruchsteinhäusern und den Fachwerkscheunen die Jahrhunderte überdauert. Außer einem kleinen Neubaugebiet am Dorfrand gab es fast ausschließlich alte Bausubstanz. Überragt wurde das Dorf von der St.-Hubertus-Kirche, die auf einer kleinen Anhöhe stand.

Touristen, die diese Idylle bestimmt geschätzt hätten, gab es allerdings nur wenige. Und diese waren auch eher auf der Durchreise zu den bekannten Weinorten im Moseltal. Es fehlte Niedermühlenbach schlicht an Winzern, Weinstuben und Restaurants. Nicht einmal ein Heimatmuseum gab es, das möglicherweise den einen oder anderen Touristen an der direkten Durchreise gehindert hätte. Dafür besaß das Dorf eine altmodische Beschaulichkeit, einen Bach, der am Marktplatz vorbei durchs Dorf floss, und – dank der Bäckerei Adenau – den besten Kirschstreuselkuchen, den man sich vorstellen konnte. Vermutlich waren die Niedermühlenbacher zufrieden mit sich selber und ihrer einigermaßen intakten Dorfgemeinschaft.

Fuhr man aus Niedermühlenbach wieder heraus, was nicht allzu lange dauerte, konnte man nach wenigen Kilometern auf der Landstraße links in einen Feldweg abbiegen und erreichte nach kurzer Fahrt das alte Forsthaus.

Clarissa Freifrau von Michel – auf den Titel Freifrau verzichtete sie für gewöhnlich – bog an diesem strahlenden Apriltag auf den Feldweg ein. Fröhlich sang sie ein Stück von Aretha Franklin mit, das gerade im Autoradio gespielt wurde, während ihr Kombi über den Weg holperte.

Seit fast zwei Monaten war sie im Ruhestand und hatte, um ein wenig Abstand von ihrer Arbeit als Leiterin der Mordkommission zu gewinnen, von ihrer Kusine Elli das alte Forsthaus gemietet. Das mit dem Abstand hatte funktioniert. Ihre Zeit im Forsthaus, die Arbeit im Garten und das Leben ohne Termindruck und Bürokratie hatten schon nach wenigen Wochen dafür gesorgt, dass sie kaum noch an ihre Berufsjahre dachte. Sie hatte die Arbeit als Polizistin genossen, aber jetzt war sie froh, alles hinter sich gelassen zu haben.

Endlich lag das Forsthaus vor ihr: weiß verputzt, mit einem Sockel aus hellbraunen Bruchsteinen und einem Giebel aus dunklem Holz.

Sie parkte neben dem Haus, stieg aus und holte die vollen Einkaufstaschen aus dem Kofferraum. Eine mittelgroße Frau, die mit ihren silbergrauen Haaren und dem modischen Kurzhaarschnitt eine gewisse Ähnlichkeit mit der Schauspielerin Judi Dench aufwies. Einer Judi Dench, wie sie mit einundsechzig Jahren ausgesehen hatte.

Auf dem kiesbedeckten Vorplatz blieb Clarissa einen Moment stehen, um die Stille, die das Haus wie ein schützender Kokon umgab, in sich aufzunehmen. Dann ging sie zum Briefkasten an der Hauswand und holte die Post heraus. Mit einem Lächeln schloss sie die alte Haustür auf. Im Flur des Forsthauses hatte sich seit Jahrzehnten nur wenig verändert. Der Flur zeigte daher sozusagen Jagdidylle pur, dafür sorgten nicht nur die dunkle Holzvertäfelung und die zahlreichen Geweihe an den Wänden, sondern auch der große ausgestopfte Hirschkopf, der über dem Durchgang zum Rest des Hauses an der Wand hing.

»Na, Hubertus, ist irgendwas in meiner Abwesenheit passiert? Nein? Du hast hier einfach nur so die ganze Zeit abgehangen? Ich gönn's dir, alter Junge«, sagte Clarissa.

In der geräumigen Landhausküche stellte sie ihre Einkäufe ab und schaltete die große Espressomaschine ein. Während die mit einem sanften Gurgeln zum Leben erwachte, schaute Clarissa die Post durch. Die Werbung von einem Supermarkt in Obermühlenbach wanderte direkt ins Altpapier. Dann war da ein Verkaufsprospekt von einem Weingut an der Mosel. Ich muss unbedingt Jochen anrufen, dachte sie, während sie den Prospekt durchblätterte.

Der letzte Umschlag trug einen Poststempel aus Berlin. Neugierig griff Clarissa zu einem Küchenmesser und schlitzte den Umschlag auf. Sie überflog den Brief, brummte missbilligend und holte kopfschüttelnd ihr Handy aus der Umhängetasche. In ihrer Kontaktliste fand sie die gesuchte Nummer und wählte.

»Stockmann, hallo?«

»Hallo, Elli, ich bin's, Clarissa.«

»Kusinchen, das ist aber nett, dass du anrufst. Sag bloß, mein Brief ist schon angekommen? Und, was sagst du zu meinem Vorschlag?«

Clarissa schmunzelte, als sie die Begeisterung in Ellis Stimme hörte. Ihre Kusine war nur wenige Monate jünger als sie, aber am Telefon klang Elli kein Jahr älter als euphorische sechzehn.

»Du bist ein total verrücktes Huhn. Ich hatte dir doch gemailt, dass ich das Haus bis zum Ende des Jahres mieten will, sofern ihr keine anderen Buchungen vorliegen habt.«

»Haben wir nicht – also keine anderen Buchungen, und im Mietvertrag steht doch auch, dass du das Haus gerne mieten kannst. Das ist doch nicht verrückt.«

»Ja schon, ihr sagt mir zu, dass ich mieten kann, ich hatte aber auch geschrieben, dass wir über eine angemessene Miete sprechen müssen. In den letzten Wochen habe ich ja nur die Nebenkosten übernommen, das war damals ein wirklich großzügiges Angebot von euch. Aber das geht natürlich bei einem längeren Zeitraum nicht, ich komme mir vor wie eine Schmarotzerin.«

»Bingo, Kusinchen. Deshalb habe ich mit Stefan alles genau überlegt. Ich finde zweihundertfünfzig Euro pro Monat wirklich angemessen.«

»Elli, nun mal Scherz beiseite. Dieses große Haus durfte ich bis jetzt praktisch umsonst bewohnen ...«

»Na, na. Du hast die Nebenkosten übernommen – wie du selber gerade gesagt hast. Du hast dich mit Handwerkern und einer kaputten Heizung herumgeschlagen, und du bist dabei, den Garten auf Vordermann zu bringen. Das alles zählt ja auch.«

»Aber du kannst doch nicht diesen Witz von Miete verlangen«, protestierte Clarissa.

»Ich sag dir jetzt mal was.« Ellis Stimme klang plötzlich ernst. »Wir hätten in den letzten Monaten entweder regelmäßig selbst aus Berlin anreisen müssen, oder wir hätten ein Vielfaches von dem, was wir dir an Miete erlassen haben, für einen Hausmeisterservice bezahlt. So oder so, das alles wäre richtig teuer geworden. Stefan und ich sind sehr froh, dass du in dem Haus wohnst. Wir spielen mit dem Gedanken, im Spätsommer mal für eine Woche runterzukommen, dann hätten wir gerne das große Gästezimmer. Ansonsten wirst du wohl akzeptieren müssen, dass es bei den Zweihundertfünfzig bleibt, wir sind schließlich die Vermieter. Was willst du tun, eine Mieterhöhung einklagen?« Der letzte Satz endete wieder in einem Elli-typischen Kichern. Ein Kichern, das Clarissa zum Lächeln brachte. So war Elli, gegen ihre gute Laune kam man einfach nicht an.

»Also gut, dann unterschreibe ich diesen Vertrag und schicke euch ein Exemplar zurück nach Berlin. Nur der Ordnung halber. Und natürlich könnt ihr jederzeit das Gästezimmer haben. Alex war auch schon hier, aber er hat das kleinere Eckzimmer für sich in Beschlag genommen.«

»Ach, Alex – grüß ihn schön von uns. Ich lese gerade seinen neuesten Roman. Diese Schicksale in der Grafenfamilie von Schloss Falkenreich – herrlich!«

»Das werde ich ihm ausrichten.«

»Schön. Du, sei mir nicht bös, aber ich muss jetzt zum Yoga. Wir sprechen uns bald mal wieder, ja?«

»Das machen wir, Elli. Tschüs.« Clarissa beendete das Telefonat, nahm einen Kugelschreiber und unterschrieb schwungvoll den Mietvertrag. »Wie du willst, Elli«, sagte sie halblaut. »Beschwer dich hinterher nicht, ich hätte es dir nicht angeboten.« Zweihundertfünfzig Euro Miete im Monat für dieses Haus sind ein Witz, dachte sie, aber wenn Elli sich erst einmal was in den Kopf gesetzt hat, kann man nur noch wenig dagegen tun. Clarissa legte den Vertrag zur Seite und widmete sich ihrem Kaffee. Zischend floss der Espresso in einen großen Becher. Routiniert schäumte Clarissa Milch auf und goss sie dazu.

Von der Küche führte eine Tür direkt auf die Stein-Terrasse hinter dem Haus. Zwischen den sandfarbenen Bruchsteinplatten mäanderten Fugen voller Moos. Clarissa nahm ihren Kaffee und ging nach draußen. Ob sie anfangen sollte, die Fugen sauber zu kratzen? Vielleicht konnte sie das Moos auch einfach in den Fugen lassen, im Grunde störte der Bewuchs sie nicht. Im Gegenteil, sie fand das zarte Grün zwischen den Platten richtig hübsch. Man konnte einen Garten auch zu ordentlich machen.

Direkt an die Terrasse schloss sich der mit einer Trockenmauer umgebene Küchengarten an. In diesen Bereich hatte Clarissa in den letzten Wochen die meiste Energie gesteckt. Sie hatte die Mauern ausgebessert, eine anstrengende Arbeit, aber sie war stolz darauf, es geschafft zu haben. Anschließend war die Kür gekommen: Liebevoll hatte sie Mauerpfeffer, Steinkraut und Seifenkraut in die Ritzen gepflanzt. Als...


Erlenkamp, Andreas
Andreas Erlenkamp ist das Pseudonym des erfolgreichen deutschen Krimiautors Andreas J. Schulte. Zusammen mit seiner Frau Christine schreibt er als Barbara Erlenkamp unterhaltsame Frauenromane. Mit seiner neuen Mosel-Krimi-Reihe verbindet er seinen Erfolg als Krimischriftsteller mit den Erlenkamp-Wohlfühlromanen.

Andreas Erlenkamp ist das Pseudonym des erfolgreichen deutschen Krimiautors Andreas J. Schulte. Zusammen mit seiner Frau Christine schreibt er als Barbara Erlenkamp unterhaltsame Frauenromane. Mit seiner neuen Mosel-Krimi-Reihe verbindet er seinen Erfolg als Krimischriftsteller mit den Erlenkamp-Wohlfühlromanen.



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