Erlhoff | Die drei !!!, 61, Der Fall Dornröschen (drei Ausrufezeichen) | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 61, 160 Seiten

Reihe: Die drei !!!

Erlhoff Die drei !!!, 61, Der Fall Dornröschen (drei Ausrufezeichen)


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-440-50225-9
Verlag: Kosmos
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 61, 160 Seiten

Reihe: Die drei !!!

ISBN: 978-3-440-50225-9
Verlag: Kosmos
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Kim, Franzi und Marie sind "Die drei !!!". Mutig und clever ermitteln die drei Detektivinnen und sind jedem Fall gewachsen.

Ein von Rosen umranktes Bauernhaus – doch irgendetwas stimmt hier nicht! Huschende Schatten in der Nacht, Fußabdrücke im Gras – und dann wird der Nachbarsjunge ohnmächtig im Garten aufgefunden. Was wird er den drei !!! erzählen, wenn er sich von seiner Gehirnerschütterung erholt hat?

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Stress in der Villa


»Der sieht aus wie ein Verbrecher!«, rief Tessa voller Entsetzen.

Herr Grevenbroich sah seine Frau erstaunt an. Auch Marie erkannte ihre Stiefmutter kaum wieder, die sonst nicht so gestresst und angespannt war. »So schlimm ist der nun auch nicht!«, warf sie vorsichtig ein.

Tessa seufzte. »Du hast ja recht«, räumte sie ein. »Aber du musst zugeben, dass es unmöglich ist, Natascha zu ersetzen!« Natascha war das Au-pair-Mädchen, das sich bei den Grevenbroichs um den kleinen Finn kümmerte. Die Familie hatte die junge Frau aus Russland ins Herz geschlossen. Nun wollte Natascha allerdings ein Studium anfangen und aus der Villa von Maries Familie ausziehen. Deshalb musste so schnell wie möglich ein passender Ersatz gefunden werden. Kein Wunder, dass Tessa unter Druck stand. Immerhin ging es um jemanden, der mehrere Monate bei den Grevenbroichs wohnen und auf den kleinen Finn aufpassen würde. Wie ein Verbrecher sah der Junge auf dem Foto im Internet jedoch wirklich nicht aus. Marie fand sogar, dass er ein ganz sympathisches Lächeln hatte. Außerdem hatten sie sich schon den halben Vormittag gemeinsam durch das Angebot der Au-pair-Vermittlung geklickt. An jedem Bewerber hatte Tessa etwas auszusetzen gehabt. Herr Grevenbroich kratzte sich am Kopf. »Vielleicht sollten wir doch lieber ein Au-pair-Mädchen nehmen. Da ist die Auswahl größer!«

»Ich bin Trine, die Fernbediene-Biene!«, schallte es hinter ihnen. Finn drängte sich an Marie und Tessa vorbei. In der Hand hielt er seine neuste Errungenschaft: ein abscheuliches Plastikteil, das halb Biene, halb Fernbedienung war und über ein Dutzend Lieder und Texte von sich geben konnte. »Olé, olé!«, grölte Trine. »Summ! Summ!«

»Na, Finn, wie findest du den Burschen da?«, fragte Herr Grevenbroich und deutete auf das Foto eines jungen Engländers. »Soll der bei uns einziehen?«

Finn schlug mit Trine, der Fernbediene-Biene, auf die Tastatur. Dabei blinkten rote und grüne Lämpchen am Kopf der Biene auf.

»Lass das, Finn!«, sagte Tessa ungeduldig, dann drehte sie sich um. »Marie, kannst du den Kleinen einen Augenblick übernehmen? Wir müssen hier endlich vorankommen.«

»Aber gleich –«, setzte Marie an. Doch Tessa warf ihr einen bittenden Blick zu, der sie verstummen ließ.

»Kein Problem«, sagte Marie schnell und schnappte sich ihren kleinen Bruder.»Danke!«, sagte Tessa erleichtert. »Ich übernehme ihn, sobald wir jemanden gefunden haben.«

Das konnte dauern! Aber Marie spielte im Grunde gern mit ihrem süßen Halbbruder. Sie wollte gerade seine Bauklötze holen, als es an der Tür klingelte. Marie öffnete. Draußen standen Kim Jülich und Franziska Winkler – Maries Freundinnen und Kolleginnen. Gemeinsam betrieben die Mädchen einen äußerst erfolgreichen Detektivclub. Jetzt hatten sie allerdings gerade mal keinen Fall. Die Sommerferien hatten gerade erst begonnen und die Mädchen gingen gemeinsam ins Freibad, in ihr Lieblingscafé oder zum Skaten.

Obwohl sich das schöne Sommerwetter leider plötzlich verabschiedet hatte und es kühl geworden war, wollten sie heute zur Abwechslung gemeinsam Eis machen. Die Zutaten dafür lagen bereits in dem riesigen Kühlschrank der Familie Grevenbroich.

»Wir sollten das mit dem Eis besser lassen und uns lieber einen heißen Kakao machen!« Franzi rieb sich über die Arme. Sie trug ein kurzärmeliges Sport-Shirt und hatte eine sichtbare Gänsehaut.

»Warum nicht gleich Zimtsterne und Lebkuchen?«, witzelte Marie. Bevor sie die Tür hinter ihren Freundinnen schloss, warf sie einen betrübten Blick auf den bleigrauen Himmel. Es fühlte sich gerade wirklich so gar nicht nach Sommer an. Eine beinahe herbstliche Stimmung überkam Marie. Doch da riss Kim sie aus ihren Gedanken. »Kannst du mir mal helfen?« Kim trug einen großen Karton. Darin befand sich die Eismaschine der Jülichs. Das Gerät der Grevenbroichs hatte gerade erst den Geist aufgegeben. Seit nunmehr zwei Wochen hatte es kein selbst gemachtes Eis mehr in der Villa gegeben. Höchste Zeit, etwas dagegen zu unternehmen. Gemeinsam wollten die drei !!! Schokoladeneis machen. Marie nahm ihrer Freundin den Karton ab. »Finn muss leider mit in die Küche. Ich soll auf ihn aufpassen. Papa und Tessa sind gerade ziemlich beschäftigt und Lina ist seit gestern im Ferienlager.«

»Habt ihr denn schon eine Nachfolgerin für Natascha gefunden?«, erkundigte sich Franzi.

Marie schnaubte. »Das wird nie was!« Dann berichtete sie von der Suche nach einem Au-pair-Jungen.

»Ihr wollt einen Jungen einstellen? Spannend!«, fand Franzi. »Das ist echt mal etwas anderes als die üblichen Au-pair-Mädchen!«

Ein Jodeln erklang. »Schalt mich ein und drück die Eins«, kreischte Finns Spielzeug. Dann wechselte es mit einem schrillen Piepen in den Gesangs-Modus. »Dornröschen war ein schönes Kind, schönes Kind, schönes Kind! Dornröschen nimm dich ja in Acht, ja in Acht, ja in Acht …«

Franzi zog die Augenbrauen hoch. »Was ist das denn?«

»Frag nicht.« Marie stöhnte. »Das Ding nervt mich schon den ganzen Tag.«

»Kann Natascha nicht mit ihm auf den Spielplatz gehen?«, wollte Kim wissen. »Im Haus langweilt er sich doch.«

»Sie hat diese Woche frei, damit sie sich ein WG-Zimmer suchen kann«, erklärte Marie mit Bedauern. »Außerdem gibt es an der Uni wohl irgendeine Sommer-Veranstaltung, die sie gerne besuchen will. Meine Eltern haben extra eine Babysitterin engagiert. Wann die bei uns anfängt, weiß ich aber nicht. Ich fürchte, ich muss mich heute noch den ganzen Nachmittag um Finn kümmern.«

»Kein Problem«, meinte Franzi. »Dann hilft er uns eben in der Küche. Eis mag er doch bestimmt gern.«

»Klar«, gab Marie zurück. »Er soll nur nicht zu viel davon naschen.«

»Und wie geht es dir sonst?«, fragte Kim vorsichtig.

Marie sah ihre Freundin nicht an. »Gut«, sagte sie zögerlich. Sie stellte den Karton auf dem Küchentisch ab. Dann öffnete sie den Kühlschrank und sah angestrengt hinein. Kim spielte darauf an, dass Marie und ihr Freund Holger sich für einige Zeit nicht sehen wollten. Genauer gesagt wollte Holger etwas Abstand von Marie. Er hatte sich beim Training für einen Parkouring-Wettkampf in ein anderes Mädchen verliebt. Jetzt brauchte er Zeit, um sich über seine Gefühle klar zu werden. Die Beziehung war also auf Eis gelegt. Marie wusste nun ebenfalls nicht, was sie fühlen sollte. Trauer? Gleichgültigkeit? Oder doch Hoffnung? Irgendwo tief in Marie gab es diese leise Stimme, die ihr zuflüsterte: »Holger und du, ihr seid einfach ein Traumpaar! Er kommt zu dir zurück, Marie!« Daran wollte Marie nur zu gern glauben. Und sie wollte nicht, dass ihre Freundinnen ihr diese Hoffnung ausredeten. Abgesehen davon war es bestimmt das Beste, sich abzulenken, bis Holger sich wieder meldete. Die beste Ablenkung wäre natürlich ein neuer Fall für Die drei !!!. Aber zur Not tat es auch eine kleine Eis-Aktion. Kim und Franzi fragten nicht weiter nach. Anscheinend verstanden sie, dass Marie jetzt nicht an Holger denken wollte. Franzi vermied es sogar, über ihren eigenen Freund, Blake, zu sprechen. Dabei war sie bis über beide Ohren verliebt und konnte kaum an etwas anderes denken. Sie schwebte geradezu auf Wolke sieben. Das wollte sie ihrer Freundin aber nicht auf die Nase binden. Franzi wusste nur zu gut, wie sich Liebeskummer anfühlte. Es war besser, das Thema »Jungs« vorerst zu umgehen. Dafür plauderten sie über unverfängliche Dinge. Zum Beispiel über die ungewöhnlich kühlen Temperaturen, über die Krimi-Komödie, die gerade im Kino lief, und über ein Abschiedsgeschenk für Natascha. Bislang war den Grevenbroichs einfach nichts Passendes für das Au-pair-Mädchen eingefallen. Während sie redeten, schlugen sie Eier auf, erwärmten Milch und hackten Schokolade in kleine Stücke. Zwischendurch mussten sie immer wieder aufpassen, dass Finn nicht von den Zutaten naschte oder die singende Trine in die Schüssel warf. Er hatte schon ganz verschmierte Hände.

»Ihr könntet ein Fotobuch machen«, schlug Kim vor. Sie quirlte den Zucker und die Eier im Wasserbad zu einer schaumigen Masse. »Mit Bildern aus ihrer Au-pair-Zeit bei euch. Dann hat sie eine schöne Erinnerung an deine Familie.«

»Ist das nicht ziemlich aufwendig?«, fragte Franzi.

»Am Computer geht das eigentlich ganz einfach«, meinte Kim. »Wenn du willst, kann ich dir dabei helfen.«

Marie fand die Idee von Kim sehr gut. So ein Fotobuch würde Natascha sicherlich gefallen. Doch dann dachte sie an all die Fotos, die oben in ihrem Zimmer im Computer gespeichert waren. Es waren Bilder von Natascha, ihrer Familie, von sämtlichen Urlauben und von ihren Freundinnen – aber auch Bilder von Holger! Die Bilder zu sichten würde nicht einfach werden.

»Ich weiß nicht«, sagte sie zögerlich. »Ich überlege mir das noch mal.«

Kim hatte gerade die Eismasse in die Maschine gefüllt und das Gerät eingeschaltet, als es erneut an der Tür klingelte. Es dauerte nicht lange, bis Tessa in die Küche kam – gefolgt von einem hochgewachsenen blonden Mädchen. Sie war beinahe so perfekt zurechtgemacht wie Marie. Allerdings bewegte sie sich etwas unnatürlich. Beinahe so, als wäre sie eine Ballerina beim Tanz-Training.

»Besuch für dich!«, sagte Tessa zu ihrer Stieftochter.

»Oje!«, entfuhr es Marie. »Das hatte ich total vergessen!«

Kim und Franzi sahen Marie fragend an. Das Mädchen hatten sie noch nie gesehen.

»Macht nichts«, sagte diese mit...



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