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Ernsting | Terra - Science Fiction 04: Raumschiff Neptun 01 - Der verzauberte Planet | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 4, 198 Seiten

Reihe: Terra (Science Fiction)

Ernsting Terra - Science Fiction 04: Raumschiff Neptun 01 - Der verzauberte Planet


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-95719-694-1
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 4, 198 Seiten

Reihe: Terra (Science Fiction)

ISBN: 978-3-95719-694-1
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Raumschiff Neptun (1) Die Pionierzeit der interstellaren Raumfahrt hat begonnen. Der Multimillionär Eugen Tarrot bricht mit seiner Weltraumjacht NEPTUN in die Unendlichkeit des Weltalls auf. Er und seine Freunde verstehen sich als Prospektoren. Gezielt steuern sie einen erdähnlichen Planeten an, scheinbar eine Traumwelt. Doch kurz nach der Landung passiert Unglaubliches.

Walter Ernsting (* 13. Juni 1920 in Koblenz; ? 15. Januar 2005 in Salzburg/Österreich), besser bekannt unter seinem Pseudonym Clark Darlton, war ein deutscher Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber im Bereiche der Science-Fiction.
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Kapitel 1

Als im Jahr 2020 der Gravital-Antrieb erfunden wurde, begann die Pionierzeit der echten interstellaren Raumfahrt. Nun ging es nicht nur mehr darum, zu den ohnehin wenig ertragreichen Planeten des eigenen Sonnensystems zu fliegen, sondern die Trabanten anderer Sterne zu entdecken und auf ihnen zu landen.

Eugen Tarrot war fünfundzwanzig Jahre alt, als das erste Versuchsschiff die gefürchtete Lichtbarriere durchbrach und nach zwei Wochen heil zur Erde zurückkehrte. Die Kontrollinstrumente bewiesen einwandfrei, dass die beiden Astronauten in diesen vierzehn Tagen eine Strecke von nahezu einem Lichtjahr zurückgelegt hatten.

Sie hatten die Sonne als winzigen Stern unter vielen gesehen.

Eugen Tarrot konnte sich noch gut an jenen Tag erinnern, der nun fünfzehn Jahre zurücklag. Sein Vater, allmächtiger Boss und Besitzer der internationalen Atomic Energy Corporation, kurz AEC genannt, hatte ihn einige Wochen zuvor zum Repräsentanten der Firma für Südamerika ernannt. Seine Pläne für die Zukunft sahen zwar etwas anders aus, aber vorerst war der Wille und Wunsch seines Vaters maßgebend.

Die zurückkehrenden Astronauten hatten sich erst kurz vor der Landung über Funk melden können, da sie schneller als die Funkwellen flogen. Ihre unterwegs abgestrahlten Sendungen würden erst Wochen und Monate später eintreffen. Ihr Empfang ging über Video-TV um den ganzen Erdball, und da alle Nationen der Welt an dem Projekt mitgearbeitet hatten, waren Ehre und Erfolg gleichmäßig verteilt.

Gene, wie ihn seine Freunde nannten, war an diesem Tag nicht in sein Büro gefahren. Neben dem Swimmingpool saß er in dem bequemen Korbsessel und verfolgte jede Phase der Landung auf dem dreidimensionalen Bildschirm. Sein Bungalow lag außerhalb von Brasilia, der Hauptstadt des Landes, in der er nun lebte.

Die beiden Astronauten, Martens und Kosselow, demonstrierten noch vor dem Aussteigen die Wirksamkeit des Antigravitationsfeldes, das Teil des neuen Antriebs war. Scheinbar schwerelos und ohne jedes Gewicht schwebte das Schiff etwa einen Meter über der Betonfläche der Landebahn, ehe es endgültig niederging. Dann erst öffnete sich die Luke.

Die Begrüßungszeremonie interessierte Eugen weniger. Er stand auf, um sich aus der Bar etwas zum Trinken zu holen. Am späten Nachmittag erst sollten die technischen Daten des Fluges bekannt gegeben werden.

Soweit er zurückdenken konnte, hatte die Raumfahrt ihn begeistert. Sein Vater hatte ihm die alten Filme der ersten Pionierzeit gekauft – die Landung auf dem Mond, dann auf dem Mars. Als er geboren wurde, betrat zum ersten Mal ein Mensch den Boden des Saturnmondes Titan. Die anderen folgten, auch die des Jupiter. Sonden brachten Proben von den äußersten Planeten. Leben wurde nur in Form von Sporen und Bakterien gefunden. Der Mensch war allein im Sonnensystem.

Selbst der Atomantrieb brachte keinen wesentlichen Fortschritt, aber die Gerüchte wollten nicht verstummen, dass die Weltraumbehörde einer umwälzenden Entdeckung auf der Spur sei. Erste Tatsachen sickerten um die Jahrtausendwende durch, als Eugen gerade fünf Jahre alt war. Als er fünfzehn war, verließ die erste Sonde mit zehnfacher Lichtgeschwindigkeit den Schwerebereich der Sonne.

Dann kam der Testflug von Martens und Kosselow. Von nun an nahm die Entwicklung einen ungeahnt stürmischen Verlauf.

Bemannte Flüge zum nächsten Sonnensystem folgten, aber die beiden Planeten von Alpha Centauri waren unbewohnt. Allerdings besaßen sie eine sich gerade bildende Atmosphäre mit beachtlichen Spuren von Sauerstoff.

Mit Messinstrumenten wurden reiche Lager an wertvollen Rohstoffen festgestellt. Allein die Proben, die von den Raumfahrern mitgebracht wurden, machten den Flug bezahlt.

Als um das Jahr 2000 die Erdölquellen nahezu versiegt waren, konnte die Menschheit froh sein, dass es genügend Atomkraftwerke gab. Vorausschauende Männer wie Tarrot senior waren dadurch zu Milliardären geworden, aber auch die Energiekrise gehörte der Vergangenheit an, wenn auch das Problem der sicheren Abladung des Atommülls noch immer nicht restlos gelöst worden war.

Die Idee, das Prinzip des Gravital-Antriebs zur Energieerzeugung zu verwenden, kam erst im Jahr 2025 auf. Fünf Jahre später lieferten die ersten Werke dieser Art unzählige Megawatt in allen Teilen der Welt. Die Atomkraftwerke konnten auf den Schrott geworfen werden.

Das war ein Schlag, den Eugens Vater nicht verwinden konnte. Er starb kurze Zeit darauf und hinterließ seinem einzigen Sohn sein gesamtes Vermögen, das immerhin noch einige Hundert Millionen wert war.

Und damit begann das Abenteuer, von dem Eugen Tarrot sein Leben lang geträumt hatte.

Der Tacho zeigte 250 Stundenkilometer an, als Eugen Tarrot auf der Schwebestraße von Frankfurt nach London fuhr. Er plante den kurzen Umweg über Paris und warf einen Blick auf das Lademessgerät der Speicherbatterie. Sie war noch halb voll. Das würde bis England reichen, dort konnte er sie umtauschen.

Durch den transparenten Beton hindurch sah er die Landschaft unter sich. Die Luft war klar und sauber; Dunstglocken über den Städten gab es schon lange nicht mehr. Ein Leuchtzeichen auf der sich abrollenden Karte zeigte, dass er sich Straßburg näherte.

Er fuhr auf der mittleren elektronischen Leitspur, rechts blieben langsamere Wagen zurück, links überholten ihn die schnelleren. Bei der nächsten Weiche würde er nach rechts wechseln. Er hatte Zeit.

Dann gondelte er mit 150 Sachen dahin, über Straßburg hinweg. Die Strahlengrenzkontrolle hatte ihn ohne anzuhalten passieren lassen. In Sekundenschnelle war seine Identität festgestellt und für in Ordnung befunden worden. Schmuggeln war längst überflüssig geworden.

Das Warnsystem im Armaturenbrett signalisierte plötzlich Gefahr, gleichzeitig löste sich die Halterung des Wagens aus der Gleitschiene. Geistesgegenwärtig packte Eugen das sonst überflüssige Lenkrad und steuerte auf den Parkstreifen. Langsam ließ er den Wagen ausrollen und kam fünfzig Meter hinter einem anderen Fahrzeug zum Stehen, das noch aus dem vorigen Jahrhundert zu stammen schien, so alt sah es aus. Möglicherweise fuhr es noch mit einem kleinen Atomreaktor.

Die Batterie war leer. Ungläubig starrte Eugen auf den Zeiger, der auf Null stand. Und noch vor einer halben Stunde hatte er für mindestens sieben bis acht Stunden Ladung angezeigt.

Er schaltete alle Systeme ab und stieg aus. Mit den drei unterschiedlichen Festgeschwindigkeiten rasten die anderen Autos an ihm vorbei. Sie wurden nicht gestoppt, da er keinen Notruf ausgestrahlt hatte.

Unter sich sah er Wälder und Dörfer. Das musste schon Frankreich sein. Obwohl er die Panne mit der Speicherbatterie nicht begriff, machte er sich keine Sorgen. Ein Funksignal genügte, und man würde ihm eine neue bringen.

Aus dem Wagen vor ihm stieg ein Mann. Er hatte Mühe, sich durch die Tür zu zwängen, schaffte es aber schließlich doch. Er winkte Eugen zu und setzte sich dann in Bewegung. Seine Glatze schimmerte rosarot im Schein der Mittagssonne, und mehrmals wischte er sich mit einem Taschentuch den Schweiß von der Stirn.

„Schöner Tag heute“, sagte er, als er bei Eugen anlangte und dessen Wagen mit bewundernden Blicken streifte. „Feiner Schlitten, scheint aber etwas nicht in Ordnung zu sein.“

Eugen nahm die Hand, die sich ihm entgegenstreckte.

„Woher wissen Sie das?“

„Er sprang aus der Leitschiene, ohne die nächste Weiche abzuwarten.“

„Sie sind ein guter Beobachter. In der Tat, das Warnsystem schaltete sich ein. Meine Speicherbatterie ist plötzlich leer geworden. Vor einer halben Stunde war sie noch halb voll.“

Der Fremde war ziemlich korpulent und wirkte etwas tollpatschig. Er ging zweimal um den Wagen herum, bückte sich und inspizierte ihn dann von unten, so gut es seine Beleibtheit zuließ. Als er sich wieder aufrichtete, schwitzte er noch mehr als vorher.

„Habe ich mir doch gedacht“, murmelte er zufrieden mit sich selbst. „Ein Blitzkurzer!“

„Was ist denn das?“, wunderte sich Eugen.

Der Dicke grinste breit.

„Sie haben wohl nicht viel Ahnung davon, was? Setzen sich einfach in die vollautomatische Mühle und fahren los, stimmt’s? Na ja, dachte ich mir schon. Wenn Ihnen jetzt der Notdienst eine neue Batterie brächte und umtauschte, würde Ihnen das nicht viel nützen. Sie wäre in ein paar Minuten wieder leer. Es sei denn, die hätten einen Fachmann dabei.“

„Und Sie sind einer?“

Der Dicke lächelte geschmeichelt.

„Ja, man könnte mich so nennen. Übrigens – ich heiße Patrik O’Brian, bin aus Irland. Lebe aber schon lange hier in der Gegend.“

„Eugen Tarrot“, nannte auch Eugen seinen Namen.

O’Brian sah ihn aufmerksamer als bisher an.

„Etwa der Tarrot?“

„Ganz richtig!“

Der Ire setzte sich mit einer Hälfte seines massigen Hinterteils auf den Kotflügel des Wagens, der sichtlich in die Knie ging.

„Junge, Junge, der Atom-Tarrot! Das hätte ich mir nicht träumen lassen. Wissen Sie, dass ich noch eines von Ihren Reaktordingern fahre?“

„Ich dachte es mir. Man wird sie bald verbieten.“

„Bis dahin fällt mein Karren auseinander. Ich bin ohnehin erstaunt, dass er mich so lange ausgehalten hat.“ Er stand wieder auf, was der Wagen mit einem erleichterten Aufseufzen registrierte.

„Ja, da wollen wir uns mal um Ihren Kurzschluss kümmern. Funktioniert die Notbatterie noch,...



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