Esche-Belke / Kirschner-Brouns | Re-Power | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 255 Seiten

Reihe: Lübbe Life

Esche-Belke / Kirschner-Brouns Re-Power

Gesund, schlank und glücklich mit Hilfe unserer wichtigsten Organe. Mit 28-Tage-Programm
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7517-0421-2
Verlag: Lübbe Life
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Gesund, schlank und glücklich mit Hilfe unserer wichtigsten Organe. Mit 28-Tage-Programm

E-Book, Deutsch, 255 Seiten

Reihe: Lübbe Life

ISBN: 978-3-7517-0421-2
Verlag: Lübbe Life
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Darm, Schilddrüse, Nebennieren und Hormone haben großen Einfluss auf unsere Gesundheit. Doch Stress, falsche Ernährung und zu wenig Selbstfürsorge schwächen Organe und Hormonsystem, was starke körperliche und psychische Folgen hat. Basierend auf aktuellen medizinischen Studien haben die Ärztinnen maßgeschneiderte Care-Pakete für jedes Organ erstellt: Anregungen zu Ernährung, Bewegung und Selbstfürsorge helfen bei deren umfassender Sanierung und sorgen für mehr Energie, Leichtigkeit und Balance im Leben.



Dr. med. Susanne Esche-Belke ist Fachärztin für Allgemeinmedizin und verbindet seit 20 Jahren in Klinik und eigener Praxis schulmedizinisches Wissen mit den neuesten Erkenntnissen der Funktionellen Medizin. Ihr Schwerpunkt liegt in der ganzheitlichen Therapie weiblicher Hormon- und Immunstörungen. Dr. med. Suzann Kirschner-Brouns ist Ärztin, Medizinjournalistin, Buchautorin und Mediatorin. Seit 20 Jahren schreibt sie als Gesundheitsautorin für namhafte Verlage und Magazine. Vormals war sie Chefredakteurin einer gynäkologischen Fachzeitschrift sowie des Gesundheitsmagazins wohl in DER SPIEGEL. Zusammen haben sie das Buch Midlife-Care geschrieben, welches die hormonellen Veränderungen von Frauen in der Lebensmitte in den Focus nimmt und eine Plattform für Frauengesundheit gegründet: www.less-doctorsforbalance.de
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HEALTH-CARE:
Power für das Immunsystem
über den Darm


ieses Superorgan gibt so viel Power. Als Health-Hüter sorgt er für ein starkes Immunsystem, eine gesunde Verdauung und eine gute Verstoffwechselung der Nahrung. Er beschafft die wichtigen Vitamine und ist die Grundlage für sinnvolle Bauchentscheidungen und die nötige Gelassenheit.

Mein Bauch und ich


Ganz klar braucht unser Bauch Aufmerksamkeit, Liebe, Zuspruch, Wärme, eine ordentliche Portion Maca, einen grünen Smoothie, Ingwertee, genügend Ruhe und Schlaf sowie ab und zu eine Massage. Unser Bauch ist eben keine anatomische Ansammlung von Hohlräumen, sondern ein eigener Kosmos. In ihm ist es zwar genauso dunkel wie im Weltall, aber dafür warm und sehr lebendig. Für dieses Gewusel sorgen 100 Billionen »gute« Darmbakterien, die Darmflora oder das Mikrobiom. Ein Powerteam, das von der modernen Wissenschaft lange sträflich unterschätzt wurde. Erst seit 2014, der vollständigen Entschlüsselung der Bakteriengene im menschlichen Körper, wird es offiziell anerkannt. Ein Witz, keine Frage, denn dass wir unserem Bauchgefühl vertrauen können und über ihn unsere Gesundheit steuern, z.?B. mit fermentierten Lebensmitteln, weiß man schon seit Jahrtausenden.

Unsere Darmbakterien bringen circa 1,5 kg auf die Waage und enthalten mehr Erbinformationen (DNS) als sämtliche Zellkerne unseres Organismus zusammen. Man kann sich also zu Recht fragen: Steuern die Darmbakterien uns oder wir sie? Wie auch immer, es scheint aber in jeder Hinsicht besser zu sein, sich gut mit ihnen zu stellen. ?

Die Mikrobiomforschung hat Sensationelles zutage gebracht: So weiß man heute, dass für viele Gesundheitsthemen wie ein gut funktionierendes Immunsystem, die Gewichtsfrage, den Verlauf chronischer Darmerkrankungen und auch Autoimmunstörungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und selbst für psychische Erkrankungen wie Demenz die Zusammensetzung der Darmflora eine große Rolle spielt. Überhaupt entscheidet unser Darm, wie es uns geht. Eigentlich ist er das Universum, um das wir uns als sein Mensch drehen.

Obwohl man mit dem Darm irgendwie das Ende von allem assoziiert, steht er am Anfang. Er ist, wie die Haut, ein Organ, das mit der Außenwelt in Kontakt steht. Über die Darmschleimhaut, deren Oberfläche mit 400 Quadratmetern so groß ist wie ein Basketball-Feld, werden die Nahrungsbestandteile, Bakterien, Pilzen und Viren, die wir schlucken, hier »unten« genau unter die Lupe genommen. Sind die Bakterien auf dem Rohmilchkäse für uns gut oder die Salmonellen im Softeis schädlich – woher weiß der Darm, was er tolerieren kann und was er bekämpfen muss? Tja, das ist komplex, und das System, das wie ein großer, innerer Schutzschirm funktioniert, ist hochintelligent. Nicht umsonst wird der Darm auch als das zweite Gehirn bezeichnet.

Das körpereigene Immunsystem erlaubt, dass sich bestimmte Keime ansiedeln können und andere nicht. Umgekehrt ist der Darm DAS Trainingscenter für 80 Prozent aller immunologisch aktiven Zellen. Damit das Mikrobiom nicht von körpereigenen Immunzellen als Fremdkörper bekämpft wird, finden ständige »Realitychecks« statt, d.?h., im Darm wird permanent gelernt. Das betrifft natürlich erst recht Fremdbakterien wie Rohmilchkäsebakterien, die toleriert werden, oder durchfallerregende Enterobakterien, die bekämpft werden. Aber wie geht das genau? Durch einen Trick: Die natürlich im Darm vorkommenden Bakterien besitzen charakteristische Oberflächenmoleküle und werden dadurch erkannt: »Ah, guten Tag, Frau Schlau, oh, guten Tag, Herr Schnell.«

Das körpereigene Immunsystem wird über die Darmwand auf dem Blut-Lymph- und Nervenweg auch grundsätzlich ständig mit wichtigen Informationen versorgt. Darum gilt der Darm auch als der heimliche Herrscher des Immunsystems oder gleich als das größte Immunorgan des Körpers. Das darmassoziierte Immunsystem wird GALT genannt (gut associated lymphoid tissue). Es umfasst Immun- und Abwehrzellen wie Lymphozyten, Plasmazellen, Makrophagen und Peyer-Plaques, mit dem bloßen Auge erkennbare kleine Truppen von Immunzellen in der Darmwand.

Die Darmbakterien unterstützen aktiv das Immunsystem, indem sie ein schützendes Sekret für die Darmwand produzieren sowie antimikrobielle Eiweißverbindungen und andere Giftstoffe zur körpereigenen Verteidigung. Daneben bauen Darmbakterien u.?a. Lebensmittel ab, produzieren Vitamine, Hormone und beeinflussen auch das Gewicht, s.?u.

VITAMINE, DIE IM DARM GEBILDET WERDEN

Es ist also superwichtig, dass die Darmflora gesund ist. Die Chancen stehen gut, je mehr unterschiedliche Bakterienstämme sich im Darm ansiedeln. Multikulti ist also angesagt, 300 bis 500 verschiedene Bakterienstämme dürfen es gerne sein. Ein gutes Beispiel für Diversität.

POWER AUS DEM DARM

Laktobazillen zählen zu den wichtigsten Darmbakterien, und sie sind mit die ersten, die ein Baby besitzt. Sie produzieren kurzkettige Fettsäuren für einen sauren pH-Wert im Darm sowie bakterienabtötende Stoffe. Bifidobakterien können Kohlenhydrate abbauen und sorgen für einen sauren pH-Wert im Darm. Bacteroidetes ist die Bakteriengattung, die ohne Sauerstoff auskommt und Kohlenhydrate und Eiweiße abbaut. Sie spielt außerdem beim Gewicht eine Rolle, siehe Seite 229.

Einer der Hauptbakterienstämme ist Escherichia (E.) coli. Und zwar das »gute« E-Coli. In diesem Sinne ist es besser als sein Ruf. Es schützt die Darmschleimhaut, stellt selber Abwehrstoffe her und trainiert Immunzellen im Darm.

Enterococcus bildet bakterientötende Substanzen und stellt ebenso wie die Bifidobakterien aus Kohlehydraten kurzkettige Fettsäuren für ein saures Darmmilieu her. Von seinen Stoffwechselprodukten ernähren sich die Dickdarmzellen.

Darmbakterien

Um zu wissen, wie es Ihrem Mikrobiom geht, möchten wir Ihnen folgenden Fragebogen ans Herz legen:

Wie füttern Sie Ihr Mikrobiom?

Wie oft essen Sie folgende Nahrungsmittel in der Woche?



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