Evans | Verbotene Sehnsucht in Venedig | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 192022, 144 Seiten

Reihe: Julia

Evans Verbotene Sehnsucht in Venedig


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-0997-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 192022, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7515-0997-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Hochzeitsplanerin Brenda fühlt sich wie im Film. Fährt sie wirklich mit dem aufregenden Modedesigner Lorenzo Rinaldi nach Venedig, um kostbare Stoffe für das Brautkleid ihrer Schwester auszuwählen? Sein sexy Lächeln gibt ihr eine klare Antwort: Gegen jede Vernunft begehrt sie Lorenzo mit allen Sinnen. Dabei wollte sie den Erben einer Tuchdynastie mit ihrem Katz-und-Maus-Spiel auf Abstand halten. Doch als Lorenzo sie in einer Gondel auf dem Canale Grande küsst, wird sie endgültig schwach. Fatal, denn eine böse Lüge lässt ihr Herz in Scherben zurück ...



Ally Evans kam erst spät zum Schreiben. Als Fremdsprachenlehrerin und Bibliothekarin arbeitete sie zuvor in Berufen, die immer auch mit Sprache oder Büchern zu tun hatten. Heute geht sie zum Schreiben gern in Cafés, genießt dort eine heiße Schokolade und lässt sich für ihre mitreißenden Romances von ihren Reisen inspirieren, die sie oft in exotische Länder führen.

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1. KAPITEL


Das Gute an einer VIP-Karte war, dass man damit überall reinkam. Allerdings hatte Brenda für die Karte ziemlich tief in die Tasche greifen müssen. Dass sie den Betrag anschließend als Betriebsausgabe auf das Konto ihrer Hochzeitsagentur Bride’s Pride verbucht hatte, tröstete nur wenig, denn es änderte nichts: Die Karte war teuer gewesen. Eigentlich konnte sich ihr Unternehmen keine solche Ausgabe leisten.

Zumindest noch nicht. Andererseits: Wann konnte man das internationale Modegeschehen schon mal dermaßen hautnah miterleben? In den letzten drei Tagen war Brenda einigen Topmodels so nahe gekommen, dass sie ihnen direkt in die unbewegten Gesichter hatte schauen können, mit denen die weltberühmten Schönheiten auf dem Catwalk ständig den Eindruck vermittelten, als beeindrucke sie der ganze Rummel überhaupt nicht.

Im Gegensatz zu ihr. Brenda war zum ersten Mal auf der Fashion Week in Mailand, und sie war begeistert. Was machte es da schon, dass sie seit ihrer Ankunft täglich kreuz und quer durch die Stadt gehastet war, um von einer Location zur nächsten zu gelangen? Mit ihrer VIP-Karte musste sie sich nirgendwo anstellen und hatte automatisch ein Anrecht auf einen Platz in den vordersten Reihen – ganz wie die Vertreter der großen Modeketten und Edelboutiquen. Und so manche Millionärsgattin.

So weit war Brenda zwar noch lange nicht, aber ihre eigene Agentur machte gar nicht mal so schlechte Umsätze – verglichen mit dem Lebensstandard, den Brenda von zu Hause gewohnt gewesen war. Sie stammte aus Galway, einem irischen Küstenort, in dem ihre Mutter zusammen mit Brendas jüngerer Schwester Aislyn eine kleine Pension mit angeschlossenem Reiterhof führte. Das Familienunternehmen hatte bis vor Kurzem gerade mal so viel abgeworfen, dass es nach dem Tod des Vaters nicht verkauft werden musste. Nahe genug dran waren sie gewesen.

Brendas ältere Schwester Sheela verdiente als Reisefotografin auch keine Reichtümer, aber ihr Leben würde sich diesbezüglich bald ändern: In wenigen Wochen heiratete sie, und zwar nicht irgendwen, sondern den höchst erfolgreichen Spross eines griechischen Reeders. Brenda war ihrem zukünftigen Schwager Nikos zwar noch nicht persönlich begegnet, aber auf den Fotos, die Sheela stolz herumgezeigt hatte, machte er ziemlich was her. Attraktiv war gar kein Ausdruck.

Die anstehende Hochzeit würde natürlich Brendas Agentur ausrichten, und genau diesen Umstand hatte Brenda jetzt als willkommenen Anlass für ihren Flug von London nach Mailand vorgeschoben: Sie wollte auf der Fashion Week den Stoff für Sheelas Brautkleid erstehen, und selbstredend war unter den gegebenen Umständen das Beste vom Besten gerade gut genug, darin waren sich die Kavanagh-Schwestern einig.

Im Moment befand sich Brenda im Teatro Manzoni, wo in dreißig Minuten die nächste Show beginnen sollte. Es war noch etwas Zeit – Zeit, die Brenda nutzen wollte, um sich ein wenig genauer an einem Ort umzusehen, zu dem eigentlich auch Besitzer von VIP-Karten keinen Zutritt hatten, zumindest nicht ohne gesonderte Einladung: den Umkleiden der Models.

Brenda brannte darauf, die Atmosphäre unmittelbar vor einer Show mitzuerleben, das hektische Ankleiden, die fieberhafte Suche nach Sicherheitsnadeln und Gummibändern, das Herumgestöckele auf Schuhen in falscher Größe, das geschäftige Hantieren mit Lippenstift und Puder, das aufgeregte Geraschel, Gewisper und Geraune.

Sie war sich auch ziemlich sicher, dass ihr ein Blick in diese fremde Welt gelingen würde, denn mit allzu großer Schüchternheit war sie nicht ausgestattet. Als mittlere Schwester hatte sie frühzeitig gelernt, auf sich aufmerksam zu machen; Durchsetzungskraft und Einfallsreichtum waren ihr in die Wiege gelegt. Den Blick der Eltern auf sich zu lenken war nicht immer leicht gewesen, aber sehr wahrscheinlich verdankte sie ihrer Position zwischen einer jüngeren und einer älteren Schwester ihren jetzigen Hang zu glamouröser Kleidung und theatralischem Auftreten. Diese Mittelstellung war übrigens auch der Grund, warum sie schon seit einigen Jahren in London lebte. In London wurden sie und ihre Agentur wenigstens gesehen.

Aber darüber wollte sie jetzt nicht nachdenken. Kurz überprüfte Brenda im Taschenspiegel noch einmal den Sitz ihrer Frisur sowie das Make-up. Ja, alles stimmte. Sie schnappte sich ihren exquisiten Kaffeebecher – ein Werbegeschenk von Versace, das ihr zusammen mit der VIP-Karte überreicht worden war – und machte sich mit einem Gesichtsausdruck, der besagte, dass sie nirgendwo anders hingehörte als genau hierher, auf den Weg hinter die Bühne.

Carissima, bleib doch bitte mal einen Augenblick lang ruhig stehen!“

Lorenzo war genervt. Normalerweise kümmerte sich sein Schwager Franco um diese letzten Augenblicke vor der Show. Aber Franco war mit einer vorgeschützten Sommergrippe in Florenz geblieben, was damit zusammenhing, dass er in wenigen Monaten zum ersten Mal Vater werden würde. Seine Frau Giulia, Lorenzos ältere Schwester, war nach langer Zeit und vielen Enttäuschungen endlich schwanger, wovon bisher niemand außer Lorenzo wusste, denn es war noch nicht klar, ob es nicht doch zu Komplikationen kommen würde.

Verständlicherweise wollte sich Franco deshalb nicht in Mailand mit Problemen herumschlagen, während zu Hause seine im vierten Monat risikoschwangere Frau auf ihn wartete, obwohl die Fashion Week normalerweise der Jahreshöhepunkt seiner Arbeit war. Giulia und er waren bereits seit sieben Jahren verheiratet. Sie hatten sich auf einem Modeevent kennengelernt, denn Francos Familie arbeitete ebenfalls im Bereich Fashion, allerdings hatte sie es im Gegensatz zu den Rinaldis nie zu einem großen Namen gebracht. Franco hatte deshalb nach der Heirat mit Giulia die Option gewählt, in die Firma der Rinaldis einzusteigen, und bisher machte er seine Sache sehr gut.

Eigentlich mochte auch Lorenzo das hektische Treiben, die Rufe und das Gelächter unmittelbar vor einer Show – und vor allem mochte er die Models. Die waren meist groß, schlank und nervös wie Rehe, dazu von einer gespielten Unnahbarkeit, die ihn immer wieder aufs Neue reizte. Gern bot Lorenzo von Zeit zu Zeit seinen gesamten Charme auf, um eine von ihnen in sein Bett zu bekommen. Allerdings hatte er in letzter Zeit den Eindruck gehabt, dass weniger sein Charme als seine näher rückende Übernahme der Firma für diesbezügliche Erfolge verantwortlich war.

Bestimmt versprachen sich einige der Mädchen weitere Auftritte oder gar ein Einheiraten in seine Familie – aber sein Vater hütete das Unternehmen mit Argusaugen. Und Lorenzo war es recht, denn er hatte nicht vor, so früh wie Giulia und Franco eine Familie zu gründen. Was nun allerdings dazu geführt hatte, dass er die alleinige Verantwortung für die Show trug. Und das fühlte sich im Moment so an, als hätte er einen Sack Flöhe zu hüten.

„Bianca, wo ist der Gürtel, der zu diesem Kleid gehört? So kannst du nicht auf den Steg.“

Das angesprochene Model, ein junges Ding mit elfenzarter Gesichtshaut, sah ihn erschrocken an, und plötzlich registrierte Lorenzo etwas Eigenartiges: Ihre großen rehbraunen Augen reizten ihn nicht. Nicht im Geringsten. Auch als sein Blick über die Figur des Models glitt, die kleinen wippenden Brüste, die schmalen Hüften und die langen Beine, regte sich nichts bei ihm. Das Mädchen war schön, keine Frage. Aber irgendwie kam ihm bloße Schönheit plötzlich schal vor. Es fehlte … ja was?

Was war los mit ihm? Er war gerade dreißig geworden, steckte in der aktivsten und vitalsten Phase seines Lebens. Begann womöglich Giulias und Francos Familienidyll auf ihn abzufärben? Das wollte er doch nicht hoffen. Auf dem Standesamt zu versprechen, dass man fortan nur noch mit einer einzigen Person ins Bett ging – denn nichts anderes war ein Eheversprechen in Lorenzos Augen –, kam ihm völlig absurd vor. Dafür war das Dasein viel zu aufregend und die Auswahl viel zu groß.

Auch wenn ihn offensichtlich nicht mehr jede Frau reizte. Aber das heißt ja eigentlich nur, dass ich langsam einen erleseneren Geschmack ausbilde, tröstete sich Lorenzo über die verwirrende Entdeckung hinweg.

Er sah das Model an, das immer noch mit erschrockenen Augen vor ihm stand. Und plötzlich wusste er, was dem Mädchen fehlte. Ganz klar: Charisma! Sie war hübsch, das ja, aber ihr mangelte es eindeutig am gewissen Etwas. Was immer das auch war.

„Wo hast du den Gürtel denn zum letzten Mal gesehen?“, fragte er mit dem geduldigen Ausdruck eines Vaters, der nicht genau weiß, wie viel Disziplin er seinem Kind schon abverlangen darf.

Das Model blinzelte ein paarmal..

„Weiß nicht genau …“

Lorenzo stöhnte innerlich auf. Das waren exakt die Momente, die er an den Shows nicht mochte. Professionalität ging anders. Ohnehin war er eher Unternehmer als Modedesigner. Dieser ganze Rummel hier war eigentlich in erster Linie Francos und Giulias Welt. Lorenzo hielt sich während der Fashion Week am liebsten in den Tuchhallen auf, wo die edlen Stoffe manchmal für Unsummen den Besitzer wechselten. Er war ein brillanter Geschäftsmann, der knallhart kalkulierte und genauso geschickt zu verhandeln wusste. Der Markt war sein eigentliches Revier, dort gehörte er hin. Das sah seine Familie übrigens genauso. Nur der Vater machte ihm in letzter Zeit unerwartete Probleme.

Aber natürlich war Lorenzo Profi genug, sich jetzt nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, weder von dem Model noch von seinen Gedanken an den Vater. Nicht umsonst hielt er in seinem Caravan eine zweite und sogar dritte Garnitur jedes einzelnen...



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