E-Book, Deutsch, 295 Seiten
Reihe: LYX.digital
Evans Wedding Crasher
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7363-1955-4
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 295 Seiten
Reihe: LYX.digital
ISBN: 978-3-7363-1955-4
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Er ist arrogant, sexy, ein ehemaliger One-Night-Stand - und der Trauzeuge auf ihrer Hochzeit ....
Es gab immer einen Mann in ihrer Vergangenheit, den Lia einfach nicht vergessen konnte. Miles Foster: sexy, arrogant, erfolgreich und nicht die Sorte Partner, die Lia für ihr Leben gesucht hat. Eine gemeinsame Nacht während ihrer College-Zeit haben die beiden miteinander verbracht, danach ging Miles Lia aus dem Weg. Doch nun steht er ihr unerwartet in einer Notsituation zur Seite: während eines Schneesturms begleitet er sie auf eine lange Autofahrt, um etwas zu holen, das für Lia sehr wichtig ist - die Eheringe für ihre bevorstehende Hochzeit, auf der Miles auch noch als Trauzeuge fungiert. Und während die beiden zum ersten Mal seit Jahren dazu gezwungen sind, eine längere Zeit auf engem Raum miteinander zu verbringen, werden alte Gefühle in Lia wach, die sie lange zu verdrängen versucht hat. Genau wie die Zweifel an ihrem Verlobten, der sie mehr als einmal belogen und ihre Bedürfnisse ignoriert hat. Je näher Lia und Miles sich kommen, desto drängender wird die Frage, die Lia sich stellen muss: Hat sie den richtigen Mann fürs Leben gewählt?
'Ich liebe nichts mehr, als in ein neues Buch von Katy Evans einzutauchen. Sie hat mich noch nie enttäuscht!' Lucie Lu's Book Reviews
Der neue Roman von Bestseller-Autorin Katy Evans!
Seit ihrer Kindheit sind Bücher Katy Evans' große Leidenschaft. Gleich mit ihrem ersten eigenen Roman REAL - NUR FÜR DICH landete sie einen internationalen Bestseller. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder. Weitere Informationen unter: www.katyevans.com
Autoren/Hrsg.
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6. Dezember, 9:00
Eva klopft an die Tür meines Hotelzimmers und schreit so laut, dass es in der ganzen Lodge zu hören ist: »Fröhlichen Hochzeitstag, Eve!«
Ich grinse, während sich meine märchenhaften Prinzessinnenträume verflüchtigen und ich der Realität ins Auge sehe, die ausnahmsweise besser ist.
Denn ich werde verdammt noch mal heiraten.
Ich setze mich in meinem kleinen Doppelbett auf und blinzle ins Sonnenlicht. Die morgige Nacht, meine Hochzeitsnacht, werde ich zusammen mit meinem Mann in der spektakulären Präsidentensuite verbringen. Nur ich und mein Mann und ein riesiges Doppelbett mit Seidenlaken.
Und Sex. Jede Menge heißer Hochzeitsnachtssex.
Mein Puls beschleunigt sich, wenn ich an Aaron denke, meinen scharfen Verlobten. Wir sind zwar schon seit einem halben Jahrzehnt zusammen und hatten wahrscheinlich schon tausendmal Sex. Aber Sex als Mann und Frau … das ist doch bestimmt anders, oder? Heißer, intensiver?
Ein kleines Beben durchläuft meinen Körper, wenn ich nur daran denke. Daran, eine Ehefrau zu sein. Aarons Ehefrau.
Ohmeingott.
Ich bin dreiundzwanzig und in etwas mehr als vierundzwanzig Stunden werde ich Mrs Aaron Eberhart sein!
Ich klettere aus dem Bett, tänzle vor Aufregung herum und reiße mit einem breiten Grinsen im Gesicht die Tür auf. Eva hat ihr blondes Haar zu einem hohen Dutt zusammengebunden und trägt Leggins und einen Kapuzenpulli; sie kommt frisch vom morgendlichen Yoga um acht. Außerdem hat sie eine Tüte mit Plundergebäck und zwei große Coffee-to-go-Becher in der Hand. »Na, wie geht’s meiner Lieblingsbraut?«, schmettert sie mir entgegen.
Ich reibe mir die Hände und schnappe mir einen Kaffee. »Großartig. Sag mir, dass der schwarz ist.«
»Für was für eine beste Freundin hältst du mich? Nach zwanzig Jahren Freundschaft weiß ich doch, wie du deinen Kaffee trinkst.« Sie öffnet die Tüte, holt ein rundes Gebäckstück heraus und legt es auf eine Serviette. Dann setzt sie sich an den kleinen Tisch, zieht die Knie an die Brust und beißt in eine der Himbeeren auf dem Teilchen. »Auch ein Stück?«
Ich rümpfe die Nase, während ich an meinem Kaffee nippe. »Ich muss in ein Kleid passen, schon vergessen?«
»Wirklich? Wofür?«, fragt sie mit gespielter Verwirrung. Dann lächelt sie. »Ich werde nachher unten eine schnelle Runde auf dem Crosstrainer einlegen. Ich hoffe, du bist heute bereit für Wellness bis zum Abwinken.«
»Oh, ja. Und wie. Ich muss dringend was mit diesen Nägeln machen.«
Ich strecke meine Hände aus und sie nimmt sie unter die Lupe. Meine Nägel sind praktisch bis zum Anschlag abgekaut, weil ich so nervös bin. Ich bin eine furchtbare Nägelkauerin.
»Igitt. Du brauchst definitiv eine Mani- und Pediküre. Dein Dad bezahlt alles, was wir machen lassen wollen?« Sie greift in ihre Sporttasche und holt die Midnight-Lodge-Spa-Broschüre heraus. »Weil ich nämlich diese dekadente Schokoladen- und Champagnermassage samt Gesichtsbehandlung nehmen will.«
Ich zucke mit den Schultern. »Er sagte, und ich zitiere: ›Meine einzige Tochter heiratet schließlich nicht jeden Tag. Gönn dir was!‹ Meine Mom probiert alles Erdenkliche aus. Aber Schokolade und Champagner? Ich glaube, ich lege allein schon beim Zuhören zehn Pfund zu.«
Sie betrachtet meinen Körper, den ich seit Aarons Heiratsantrag vor neunzehn Monaten mit Pilates- und Yoga-Kursen und endlosen Diäten in Form gezwungen habe. »Du siehst toll aus.«
Ich drehe mich vor dem Ganzkörperspiegel und begutachte meinen Po in den Boxershorts, die ich trage. Ich habe so viele Kniebeugen gemacht, dass mein Hinterteil nun ziemlich knackig ist und kaum noch wabbelt. »Ich bin so aufgeregt. Ich kann’s kaum erwarten zu sehen, wie Aaron bei meinem Anblick der Mund offen stehen bleibt. Ich träume sogar schon davon.«
Sie lächelt. »Oh, er wird sich gar nicht an dir sattsehen können.«
Ich runzle die Stirn. Denn in Wahrheit hat Aaron meine Verwandlung gar nicht wirklich bemerkt. Was aber daran liegt, dass ich meistens weite Sachen anhabe. In dem Kleid mit der Korsage, die meine Taille einschnürt und meinen Busen hochdrückt, wird es nicht zu übersehen sein. »Das will ich ihm auch geraten haben.«
Ich sehe die Szene schon genau vor mir: die fernen Berge, die frische Luft, der blaugrüne Himmel, die liebevollen Angehörigen von nah und fern. Und ganz vorne: der Mann. Der Mann meiner Träume. Ich erschauere zum x-ten Mal in dieser Stunde, dann schnappe ich mir ein Tanktop und eine Yogahose, um hineinzuschlüpfen, und knote mein Haar zu einem unordentlichen Dutt zusammen. »Fertig!«
Ich kann es kaum erwarten, nach unten zu kommen. Da über fünfhundert Gäste von uns hier übernachten, ist es fast so, als würde das alles uns gehören. Wo ich gehe und stehe, sehe ich jemanden, den ich kenne und liebe. Im Aufzug umarme ich ein paar Freunde aus dem College, und als ich unten in der Lobby ankomme, beginnen ein paar Cousins, Cousinen und Tanten und sogar Leute, die ich gar nicht kenne, den Hochzeitsmarsch zu pfeifen. Ich grinse und verbeuge mich, während ich rot werde, und alle applaudieren.
Am liebsten würde ich diesen Moment für die Ewigkeit festhalten.
Das Einzige, was noch fehlt, um es noch perfekter zu machen, ist Aaron an meiner Seite.
Aber er ist nicht da. Ich lasse meinen Blick durch die riesige Lobby schweifen, kann ihn aber nirgends entdecken. Vielleicht ist er beim Frühstück.
Wir gehen an dem hohen Steinkamin, der vom Boden bis zur Decke reicht, vorbei in das kleine vollbesetzte Restaurant, aus dem Geplapper und das Klirren von Silberbesteck auf Geschirr ertönt. Ich sehe mich um und entdecke alle zehn Brautjungfern sowie die beiden Blumenmädchen und den Ringträger an einem großen runden Tisch.
Aber weit und breit kein Aaron.
Eva und ich gehen rüber zu meinen Gästen. Natalie und Cara sind gute Freundinnen aus der Highschool, die auch Eva gut kennt, der Rest sind entfernte Familienmitglieder, einige sogar aus Aarons Familie, die ich nicht wirklich kenne. Aber Aaron hat so viele Freunde – hauptsächlich Verbindungsbrüder –, dass er die Auswahl nicht auf maximal zehn beschränken konnte, deshalb habe ich zum Ausgleich auch Leute eingeladen, mit denen ich eigentlich kaum etwas zu tun habe.
Ich umarme Natalie und Cara, winke den anderen zu und begrüße dann meine kleinen fünfjährigen Drillingscousinen mit Küsschen. »Hi! Habt ihr alle Spaß? Bereit für ein bisschen Wellness um zehn?«
Alle nicken, und die kleinen Mädchen, die alle drei Tanktops mit der Aufschrift »Blumenmädchen« tragen, klatschen in die Hände. Ich nehme sie nacheinander fest in den Arm und drücke noch jeder einen Kuss auf ihr Pausbäckchen. »Ihr drei werdet so schön aussehen!«, schwärme ich.
Natalie stößt einen Juchzer aus und ruft: »Hey, Mädel. Hast du schon das vom Junggesellenabschied gehört?«
Oh-oh. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das überhaupt will. Ich spüre, wie es in meinem Nacken kribbelt. »Was war denn?«
»Nichts Besonderes. Nur, dass Mike erst nach sechs wieder da war.«
Mike ist ihr Ehemann. Er wirkte etwas ruhig, als ich ihn kennenlernte, aber das erschien mir durchaus von Vorteil. Aaron ist berühmt dafür, dass er es auf Partys ziemlich krachen lässt, und ich dachte, ein paar Langweiler würden bestimmt dafür sorgen, dass das Ganze nicht ausufert.
Hatte ich zumindest gehofft.
»Sechs Uhr morgens?«, platzt es dummerweise aus mir heraus.
Sie nickt.
Ich richte mich auf. Nun, das erklärt, warum von Aaron keine Spur zu sehen ist. Aber ich versteh’s nicht. Für den gestrigen Junggesellenabschied war Skifahren in Winter Park geplant. Danach vielleicht noch ein paar Bier und ansonsten Entspannung. Ein kleines bisschen Spaß beim Après-Ski, hatte Aaron gesagt, nicht allzu wild.
Aber sechs Uhr morgens? Das klingt … besorgniserregend. Mir wird unweigerlich flau im Magen. »Was? Was haben sie denn unternommen?«
Sie zuckt mit den Schultern. »Sie waren wohl in irgendeinem Club. Keine Ahnung. Aber als er reinkam, roch er wie eine ganze Brauerei, und dann hat er das Bad vollgekotzt.«
»In einem Club? Das hört sich alles andere als ›nicht allzu wild‹ an.« Ich reibe mir die Schläfen, denn ich werde das mulmige Gefühl bei dem Gedanken an den alten Aaron nicht los.
Den Aaron, den er versprochen hatte, hinter sich zu lassen. Weil er mich liebt.
Oh Gott.
Eva, die merkt, wie beunruhigt ich bin, streckt die Hand aus und tätschelt meinem Arm. »Ich bin sicher, es ist alles in Ordnung.«
Ich bin mir da nicht so sicher.
Aaron hat sich immer gerühmt, der ultimative Party-Typ zu sein. Wenn ein Freund im Handstand aus einem Bierfass trank, machte er das zweimal. Wenn ein Kumpel im Partykeller des Verbindungshauses auf der Bar tanzte, tat er es nackt. Sein Spitzname unter den Studenten war Ness, weil er soff wie ein Loch, andauernd.
Und er trieb es immer zu weit, vor allem, wenn Alkohol im Spiel war.
Wie oft haben wir uns gestritten, weil er nie Nein sagen konnte, wenn eine Frau mit ihm flirtete. Und manchmal machte er sogar mehr als nur zu flirten – wenn er betrunken war.
Ich sehe Natalie an. »Hat Mike irgendwas … über Aaron gesagt?«
Sie zuckt bedauernd mit den Schultern. »Nein. Tut mir leid.«
Als Gastgeberin habe ich keine andere Wahl, als ruhig zu bleiben – hier und jetzt auszuflippen, wäre extrem ungünstig, aber kaum, dass ich...




