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Ewers / Kneifel / Sydow | Atlan 27: Kristalle des Todes (Blauband) | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 27, 400 Seiten

Reihe: Atlan-Blauband

Ewers / Kneifel / Sydow Atlan 27: Kristalle des Todes (Blauband)

Der Kristallprinz: Die Varganen
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8453-3326-7
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Der Kristallprinz: Die Varganen

E-Book, Deutsch, Band 27, 400 Seiten

Reihe: Atlan-Blauband

ISBN: 978-3-8453-3326-7
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



8000 Jahre vor Beginn der irdischen Zeitrechnung: Atlan, Kristallprinz und offizieller Thronfolger des riesigen Arkon-Imperiums, wurde seines Throns beraubt. Seit der Ermordung seines Vaters, regiert Imperator Orbanaschol III über Tausende von Sonnensystemen. Orbanaschols Ziel ist, den geflüchteten Atlan zu beseitigen und den 'Stein der Weisen' zu finden. Denn von diesem Relikt erhofft er, die Unsterblichkeit zu erlangen. Als der Krieg mit den Maahks eskaliert, hat das auch Auswirkungen für den jungen Kristallprinzen, denn die Giftgas atmenden Aggressoren setzen ihre neue Geheimwaffe ein. Der so genannte Molekularverdichter öffnet einen Zugang zum Mikrokosmos. Von diesem Molekularverdichter verkleinert werden auch ihr maahkscher Erbauer Grek 3 und die arkonidische Prinzessin Crysalgira, die in die Fänge der Methanatmer geraten ist. Als Atlan den beiden folgt, verschlägt es den Kristallprinzen auf eine Welt voller rätselhafter Hinterlassenschaften ... Enthaltene ATLAN-Heftromane Heft 192: 'Experimente auf Skantasquor' von H.G. Ewers Heft 193: 'Rückkehr in die Mikrowelt' von Hans Kneifel Heft 194: 'Die Piraten der Mikrowelt' von Hans Kneifel Heft 196: 'Der Blaue von Somor' von Marianne Sydow Heft 197: 'Kristalle des Todes' von Harvey Patton

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1.


Prinzessin Crysalgira da Quertamagin: Sie war trotz ihres attraktiven Äußeren kein verwöhntes Luxusgeschöpf, sondern eine tatkräftige Person, die genau wusste, was sie wollte. Sie entstammte dem Thi-Khasurn der Quertamagin und war als Erstgeborene von Regir da Quertamagin, dessen beide Söhne im Krieg gegen die Methans gefallen waren, seine designierte Nachfolgerin. Seit er Khasurn-Oberhaupt mit dem Titel eines »Ta-Fürsten Erster Klasse« war, trug er den traditionellen Vornamen Regir – eigentlich hieß Crysalgiras Vater Ertonn.

Die Quertamagins hatten etliche Imperatoren gestellt, ebenso Admirale und Mitglieder des Großen Rates. An Rang, Namen und Einfluss standen sie gleichberechtigt neben den Gonozals, Orbanaschols, Zoltrals und anderen Familien, die ihre Familienchroniken bis in die Urzeiten des Großen Imperiums zurückverfolgen konnten. Hätte einer der Quertamagins behauptet, dass ihm die Hälfte von Arkon II gehörte, wäre diese Angabe zweifellos geglaubt worden. Der Reichtum von Crysalgiras Familie hatte längst den Bereich hinter sich gelassen, in dem er noch in Zahlen ausgedrückt werden konnte. Die Quertamagins hatten eine leidenschaftliche Schwäche für Unikate, Kunstwerke, die es nur einmal in der bekannten Welt gab.

Crysalgira war noch jung, knapp neunzehn Jahre alt, geboren am 2. Prago der Coroma 10.479 da Ark. Meist trug sie ihr silbriges Haar hochgesteckt, sodass die mandelförmigen Augen stärker betont wurden. Die Jochbögen in ihrem Gesicht standen leicht hervor und verliehen ihr einen Reiz, der auf Arkon fast exotisch zu nennen war. Hätte nicht schon die vollendete Figur der hochgewachsenen, schlanken Frau genügt, ihr die Aufmerksamkeit des Hofes im Kristallpalast von Arkon I zu sichern, wäre sie zweifellos durch ihr überschäumendes Temperament aufgefallen. Dazu passte durchaus, dass sie dem jungen Sonnenträger Chergost dom Ortizal zugetan war, der ihre Gefühle erwiderte.

Die Karriere des jungen Mannes aus dem Tai-Khasurn der Ortizal hatte nach bestandener ARK SUMMIA und Aktivierung des Extrasinns an Bord eines Versorgungsschiffes begonnen, das es fertig gebracht hatte, sich gegen eine siebenfache maahksche Überlegenheit durchzukämpfen. Anschließend war Chergost befördert worden, und bevor noch die Urkunden und Rangabzeichen bei ihm eingetroffen waren, war sein Name schon wieder in sämtlichen Nachrichten aufgetaucht. Bald schon erreichte er den einfachsten Admiralsrang eines Has’athor, eines Admirals Vierter Klasse. Chergosts erkennbarer Ehrgeiz war zunächst auf kein Hindernis gestoßen, er hatte einen kometenhaften Aufstieg hinter sich. Als Familienmitglied eines Großen Kelchs des Mittleren Adels trug er den Titel eines Dom-tiga, eines Dom-Grafen Dritter Klasse. Zeichnete er sich weiter aus, würde ihn nichts von hohen und höchsten Staatsämtern fern halten können; sogar die Ernennung zum Del- oder De-Grafen würde nur eine Frage der Zeit sein.

Dass sein Interesse für Prinzessin Crysalgira den Unwillen von Imperator Orbanaschol III. erregen könnte, ja dass der Höchstedle selbst »Interesse bekunden« würde, hatten weder der Sonnenträger noch sie erwartet. Den Wünschen und Trieben des Herrschers widersetzte sich niemand – und so war Chergost schneller ins Hauptstützpunktsystem Trantagossa versetzt worden, als er die Brisanz der Situation erfassen konnte. Ausgerechnet in jenes System, von dem ein Drittel der Arkonflotte befehligt wurde und in dem das Große Imperium durch den Überraschungsangriff der Maahks am 2. Prago der Prikur 10.498 da Ark eine nahezu vernichtende Niederlage erlitten hatte. Weil seither der Befehlshaber, Mascant Armakavor Heng, als »verschollen« galt, wurde Chergost vom Imperator als neuer Kommandeur eingesetzt. Dass dieser Posten ein Schleudersitz war, braucht nicht weiter erwähnt zu werden. Orbanaschol hatte den Sonnenträger nicht nur von der Kristallwelt »entfernt«, sondern in eine Position gebracht, in der ihn der kleinste Fehler den Kopf kosten konnte.

Der Imperator wiederum hatte allerdings die Eigenwilligkeit der jungen Frau unterschätzt, die alles in Bewegung gesetzt hatte, um mit ihrem Geliebten zusammen zu sein. Crysalgira war mit der CERVAX aufgebrochen, einem sechzig Meter durchmessenden Ultraleichtkreuzer, ausgerüstet mit einem hervorragenden, gerade erst generalüberholten Transitionstriebwerk. Die Machenschaften von Versorgungsmeister Grothmyn führten jedoch dazu, dass sie in die Hände von Verbrechern fiel und nur durch die Hilfe eines anderen Gefangenen namens Bel Etir Baj aus dem Asteroidenstützpunkt Krassig entkommen konnte. Im letzten Augenblick war es gelungen, die CERVAX in eine Nottransition zu zwingen, aber mindestens vier Strahlschüsse hatten die Schirmfelder durchschlagen, die Gegner hatten nur zu gut getroffen.

Als sich Crysalgira entschlossen hatte, Chergost zu retten, hatte es mehr wie ein aufregendes Abenteuer gewirkt und noch viele romantische Züge gehabt. Diese Einschätzung war längst verflogen; die Vertrauten der Prinzessin waren tot, das Raumschiff ein halbes Wrack. Das Notsignal war gehört, angepeilt und Schiffe waren geschickt worden. Aber es waren keine der arkonidischen Flotte, sondern jene Walzenraumer, die jeder Arkonide zu fürchten gelernt hatte. Crysalgiras Notsignal war von Maahks empfangen worden, die die CERVAX nach kurzem Gefecht per Traktorstrahl eingefangen hatten. Völlig erschöpft vom Löschen der Schwelbrände in der CERVAX, war die Prinzessin nun alles andere als tatkräftig. Seit der Ultraleichtkreuzer von den neun Walzenraumern aufgebracht worden war, hatte Crysalgira wie ein Häufchen Elend in ihrem Kontursessel gesessen und war nur einmal aufgeschreckt, als die maahkschen Walzenschiffe in synchronisierte Transition gegangen waren und dabei das Kugelschiff huckepack mitgenommen hatten.

Ihr kam alles vor wie ein böser Traum, manchmal ertappte sie sich sogar bei dem Gedanken, dass sie auf das Erwachen aus diesem Albtraum wartete. Dennoch wusste sie, dass sie nicht träumte, sondern in einer grauenhaften Realität lebte. Sie befand sich völlig allein in einem Raumschiff, das in die Gewalt der verhassten Wasserstoffatmer geraten und aus eigener Kraft nur noch bedingt flugfähig war. Sie wusste nicht, was die Maahks mit ihr vorhatten. Doch sie hatte schon so viel über diese grausamen Kreaturen gehört. Deshalb rechnete sie mit dem Schlimmsten – immerhin waren ihre beiden Brüder im Krieg gegen die Methans umgekommen. Bisher war allerdings noch kein Maahk an Bord gekommen, doch sie würden mit Individualtastern festgestellt haben, dass die Frau die einzige lebende Person an Bord des Kugelraumschiffs war.

Crysalgira wusste, dass sie nichts gegen die Methans ausrichten konnte. Allein war sie weder in der Lage, das beschädigte Schiff zu steuern – was wegen der Traktorstrahlen ohnehin misslungen wäre –, noch die Bordgeschütze zu bedienen und wenigstens kämpfend unterzugehen. Sie war den Maahks auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Als ihr Schiff abermals beschleunigt wurde, starrte die Prinzessin angstvoll auf die Bildschirme der Panoramagalerie. Doch sie erkannte außer den neun riesigen Walzenraumern, die die CERVAX umgaben, nur winzige Ausschnitte des sternenübersäten Weltraums. Nicht genug, um ihr eine Orientierung zu ermöglichen.

Crysalgira zog die Knie an den Leib, legte die Arme darum und nagte an ihrer Unterlippe. Noch immer trug sie den Schutzanzug, den sie für die Löscharbeiten angelegt hatte. Erstmals seit der Aufbringung ihres Schiffes konnte sie sich zu klarer Überlegung zwingen und fragte sich, ob ihr Raumschiff den Maahks wichtige Hinweise auf die arkonidische Technik geben könnte. Wahrscheinlich nicht, denn die CERVAX war nicht das erste arkonidische Raumschiff, das von den Wasserstoffatmern erbeutet worden war. Dennoch hätte die Prinzessin die Vernichtungsschaltung aktiviert, wäre ihr Raumschiff mit einer ausgestattet gewesen. Sie war zwar erst knapp neunzehn Arkonjahre alt und viel zu jung, um zu sterben, aber sie hätte freiwillig den Tod gewählt, wenn sie damit den verhassten Feinden ihres Volkes schaden konnte.

An Bord der CERVAX: 10. Prago der Prikur 10.498 da Ark

Crysalgira stieß einen Schrei aus, als der Verband in die nächste Transition ging und der Entzerrungsschmerz ihren Körper durchraste. Bei der Rematerialisierung fiel sie in Ohnmacht, denn es war eine harte Transition gewesen, eingeleitet bei viel zu geringer Anlaufgeschwindigkeit.

Nach einiger Zeit kam die Prinzessin wieder zu sich. Erneut blickte sie auf die Bildschirme. Sie sah etwas schemenhaft über einen der Steuerbordschirme huschen, vermochte aber nicht zu erkennen, worum es sich handelte, denn im nächsten Augenblick war es verschwunden. Immerhin glaubte sie zu erkennen, dass der Verband nur noch mit geringer Eigengeschwindigkeit durch den Weltraum trieb. Dann tauchte zwischen zwei Walzenschiffen urplötzlich eine gleißende Sonne auf. Eine Sonne, die als glühende Scheibe zu sehen war, bedeutete, dass zwischen ihr und dem Schiff keine interstellare Entfernung lag, sondern eine interplanetarische. Folglich musste der Verband in einem Sonnensystem rematerialisiert sein.

Prinzessin Crysalgira schauderte. Waren die Maahks am Ziel ihrer Reise? Würden sie ihre Gefangene in ein Lager bringen? Oder würden sie sie bei lebendigem Leibe sezieren, um die Funktion ihrer Organe zu ergründen?

Als sich unvermittelt das Panzerschott der Hauptzentrale öffnete, fuhr Crysalgira herum. Sie wollte nach ihrem...



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