E-Book, Deutsch, Band 21, 400 Seiten
Reihe: Atlan-Blauband
Ewers / Vlcek / Terrid Atlan 21: Der Weltraumbarbar (Blauband)
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8453-3320-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Der Kristallprinz: Die Jugendabenteuer
E-Book, Deutsch, Band 21, 400 Seiten
Reihe: Atlan-Blauband
ISBN: 978-3-8453-3320-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
8000 Jahre vor Beginn der irdischen Zeitrechnung: Das Große Imperium der Arkoniden steht in der Blüte seiner Entwicklung. Von der Kristallwelt Arkon aus regiert Orbanaschol III. über Tausende von Planeten. Seinen Thron hat der Imperator dadurch erlangt, weil er seinen Bruder Gonozal VII. ermorden ließ. Kristallprinz Atlan, der Sohn des Ermordeten, ist seitdem auf der Flucht. Inzwischen verfügt er mit dem aktivierten Extrasinn über einen inneren Ratgeber und wird gegen den Imperator aktiv. Nachdem Atlan auf der Freihandelswelt Jacinther IV einen der wichtigsten Beamten des Imperiums in seine Gewalt bringen und dessen Robotflotte in die Sogmanton-Barriere lenken konnte, folgte ein unfreiwilliger Zwischenstopp bei den Skinen. Doch schon warten neue Abenteuer auf Atlan: Wie wird seine in einem Androidenkörper gefangene Bewusstseinskopie handeln? Was hat es mit der 'Vergessenen Positronik' auf sich, auf die er und seine Freunde stoßen? Und wer ist der 'Sternenbarbar', der dem Kristallprinz erstmals von der 'Goldenen Göttin' Ischtar erzählt? Enthaltene ATLAN-Heftromane Heft 142: 'Die vergessene Positronik' von H.G. Ewers Heft 144: 'Endstation Geisterflotte' von Ernst Vlcek Heft 146: 'Der Fremde' von H.G. Ewers Heft 148: 'Der geheimnisvolle Barbar' von Peter Terrid Heft 150: 'Die Göttin und der Barbar' von Dirk Hess
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Prolog
1144. positronische Notierung, eingespeist im Rafferkodeschlüssel der wahren Imperatoren. Die vor dem Zugriff Unbefugter schützende Hochenergie-Explosivlöschung ist aktiviert. Fartuloon, Pflegevater und Vertrauter des rechtmäßigen Gos’athor des Tai Ark’Tussan. Notiert am 18. Prago der Prikur, im Jahre 10.497 da Ark.
Bericht des Wissenden. Es wird kundgegeben: Wir hatten es doch noch geschafft! Sechs Pragos nach Arkon-Zeitmaß vor der erwarteten Ankunft des ersten Verstärkungskontingents landete die POLVPRON am 4. Prago der Prikur wieder auf Kraumon. Wir alle waren erschöpft, aber einigermaßen zufrieden. Atlan hat seine Freundin aus den Klauen des Blinden Sofgart befreien können, und mit der Gefangennahme von Ka’Mehantis Freemush Ta-Bargk sowie der Ausschaltung seiner Robotflotte in der Sogmanton-Barriere ist uns ein bemerkenswerter Schlag gelungen. Überaus bitter ist dagegen der Tod Tirako Gamnos, und was sich aus der Mitnahme von Atlans Bewusstseinskopie ergibt, die im Ara-Androidenkörper gefangen ist, bleibt abzuwarten.
Seit drei Pragos ist der Aufmarsch der Verbände für die alljährlich stattfindenden Flottenmanöver im nur knapp 1300 Lichtjahre von Kraumon entfernten Yagooson-Sektor abgeschlossen. Die Einsatzgeschwader der 4. Imperiumsflotte – insgesamt etwa 80.000 bis 100.000 Einheiten aller Größenordnungen, darunter 10.000 Schlachtschiffe der Imperiumsklasse! – haben sich schon seit einiger Zeit im Flottenhauptstützpunktsystem von Amozalan und bei dem Transitions-Orientierungspunkt 39-KARRATT gesammelt, um dann in mehreren Transitionswellen nach Yagooson vorzustoßen.
Die Flotte steht unter dem Oberkommando von De-Keon’athor Geltoschan da Saran, einem Dreisonnenträger, der zwar ein guter Militär ist – er gilt als einer der erfolgreichsten Flottenführer im Kampf gegen die Methans –, politisch aber eher desinteressiert. In Flottenkreisen wird er als loyal eingestuft, allerdings mehr dem Tai Ark’Tussan verpflichtet, nicht unbedingt der Person des Imperators in Gestalt Orbanaschols.
Der Termin des Flottenaufmarschs war ein Faktor, den wir bei unseren Aktionen berücksichtigen mussten, um Kraumons galaktonavigatorische Position geheim zu halten – ein überaus willkommener Anlass, quasi im Ortungsschutz der Massentransitionen unsere Verstärkung hierher kommen zu lassen. Wie mit den Vertrauten vereinbart, trafen am 10. Prago der Prikur die ersten rund dreihundert Mitstreiter ein, darunter der ehrenwerte Arctamon, ehemals persönlicher Sachberater in Fragen der Innenpolitik Seiner Erhabenheit Imperator Gonozals VII.
Er, einige Verhörspezialisten und meine Wenigkeit nahmen uns Freemush Ta-Bargk ab, der bis vor kurzem als Mitglied des Zwölfer-Rates das Wirtschaftsgeschehen im Tai Ark’Tussan lenkte. Nach außen wirkt er gelassen, gilt zu Recht als ausgesprochener Logiker; im Herzen jedoch ist er eigentlich ein Feigling.
Nach den Ereignissen von Jacinther IV gab es natürlich die von den Sicherheitsorganen des Imperiums eingeleitete Großfahndung nach dem Imperialen Ökonomen. Ein so außerordentlich wichtiger Mann wie er konnte nicht entführt werden, ohne dass sich der gesamte Apparat auf seine Spur setzte. Diese Spur allerdings führte direkt in die berüchtigte Sogmanton-Barriere!
Inzwischen ist es offiziell: Niemand im Großen Imperium kam auf den Gedanken, dass Freemush heil aus der Barriere hervorgekommen ist. Nach wenigen Pragos wurde er zwar »nur« als vermisst erklärt, doch sämtliche Stellen gehen davon aus, dass er tot ist. Von unseren Informanten auf der Kristallwelt wurde berichtet, dass Orbanaschol fürchterlich getobt hat – jedoch weniger wegen Freemush selbst, sondern mehr wegen der Dreistigkeit des Vorhabens an sich und des Verlusts von 600 Robotschiffen der Begleitflotte, darunter hundert Schlachtkreuzer, der Rest bestehend aus Schweren und Leichten Kreuzern. Schade nur, dass sich der Dicke nicht so aufgeregt hat, dass er einem Schlaganfall erlegen ist …
Wie von uns erwartet, bedurfte es angesichts dieser Situation keiner besonderen »Überredungskunst«, um Freemush zum Sprechen zu bringen. Die gesammelten Daten finden sich im Anhang; das meiste davon dürfte nur mittel- oder längerfristig von Interesse sein. Immerhin sind eine ganze Menge Details über wirtschaftliche und finanzielle Verflechtungen und Abhängigkeiten darunter, Interna über viele Würdenträger, ihre Machenschaften, Korruptionen und dergleichen – Dinge also, die sich zu gegebener Zeit durchaus gezielt anwenden lassen.
Arctamon und sein Stab haben mit der Auswertung begonnen und werden – unterstützt von den fortan regelmäßig eingehenden Zusatzinformationen unserer über das Imperium verstreuten Leute – entsprechende Pläne ausarbeiten.
Kaum weniger interessant sind jene Informationen, die der Ka’Mehantis überaus bereitwillig ausplauderte, von Freemush selbst allerdings eher unter der Rubrik »Klatsch und Tratsch« eingeordnet werden, weil in seinen Augen von untergeordneter Bedeutung. Gut, dass er nicht weiß, dass uns ein nicht zu unterschätzendes Informantennetzwerk zur Verfügung steht und wir in der Lage sind, alle diese mitunter scheinbar unbedeutenden Splitter zu einem Gesamtbild zusammenzusetzen.
Auf diese Dinge werde ich noch an anderer Stelle ausführlicher eingehen; vorab nur so viel: Es sieht so aus, als hätten Sofgart und Orbanaschol tatsächlich die Suche nach dem »Stein der Weisen« zur Chefsache erklärt! Freemush findet das eher belustigend und hält nicht viel davon, uralten und mehr als vagen Legenden und Mythen eine derart reale Bedeutung beizumessen. Im Gegensatz zu ihm sind jedoch Kristallprinz Atlan und ich der übereinstimmenden Meinung, dass diese Angelegenheit im Auge zu behalten ist, da sie für uns unter Umständen noch wichtig werden könnte.
Zunächst steht allerdings die Konsolidierung unserer Kräfte auf dem Plan. Der Stützpunkt ist inzwischen vollständig aktiviert, so dass uns sogar das energetische Startgerüst des fünfhundert Meter durchmessenden Landefelds zur Verfügung steht.
Die Basis auf Kraumon entstand – wie schon an anderer Stelle erwähnt –, als in den Jahren um 10.475 da Ark auf Befehl Seiner Erhabenheit Imperator Gonozals VII. eine ganze Reihe von über das Große Imperium verstreuten Stützpunkten geschaffen wurde. Sie sollten dem Zhdopanthi, seiner Familie und seinem Regierungsstab im Notfall Unterschlupf und Sicherheit gewährleisten. Die Anlagen sind für eine halbe Ewigkeit konserviert, unzugänglich für unberechtigte oder zufällige Besucher. Kraumons relative Nähe zum galaktischen Zentrum, 22.130 Lichtjahre vom Kugelsternhaufen Thantur-Lok und Arkon entfernt, verspricht uns ein Höchstmaß an Sicherheit.
Der Stützpunkt ist ausgelegt, bei Bedarf in den insgesamt 47 Gebäuden zehntausend oder mehr Dauerbewohner aufzunehmen: Hier werden wir mit der Zeit weitere Helfer und Mitstreiter für den eigentlichen Kampf gegen Orbanaschol zusammenziehen. Es kann sogar sein, dass wir in absehbarer Zeit die Anlagen ausbauen und erweitern müssen; vor allem das Landefeld wird sich bald als zu klein erweisen. Der informierte Kreis jener, die die Koordinaten Kraumons kennen, bleibt weiterhin auf ein absolutes Minimum beschränkt; die Daten in den Raumern sind selbstverständlich verschlüsselt und gegen unbefugten Zugriff gesichert.
Neben der POLVPRON und dem Diskus der GONOZAL steht uns nun ein zweiter Leichter Kreuzer zur Verfügung; mittelfristig werden wir allerdings dafür sorgen müssen, dass wir ein größeres Schiff mit größerer Reichweite erhalten, das dennoch mit einer Minimalbesatzung zu beherrschen ist. Der hohe Automatisierungsgrad sowie leistungsfähige Katastrophenschaltungen ermöglichen es, dass unsere Raumer bei Bedarf sogar von einem einzigen ausgebildeten Raumfahrer geflogen werden können. Im Gegensatz dazu ist der Personalbedarf von arkonidischen Großraumern, selbst wenn man Besatzungen für Beiboote und Mehrschicht-Redundanz ausklammert, nach wie vor immens, obwohl die Versuche mit reinen Robotschiffen oder teilrobotisierten Raumern inzwischen viel versprechende Ergebnisse zeigen.
Inwieweit wir hinsichtlich dieser Überlegungen auf die Piraten der Sogmanton-Barriere zurückgreifen oder eventuell zu den Stovgiden des Yagooson-Sektors Kontakt aufnehmen werden, bleibt abzuwarten. Der Versuch dieser von Arkoniden abstammenden Siedler, nach Jahrzehnten endlich ihre völlige Unabhängigkeit zu erreichen, wird im Tai Ark’Tussan interessiert beobachtet und hat viele Sympathisanten – nicht zuletzt wegen des übrigen Kurses des Orbanaschol-Regimes.
Statt auf bewaffneten Kampf setzen die Stovgiden auf diplomatisches Geschick und ihre Wirtschaftskraft, die auf den wertvollen Hyperkristallen des Planeten Kasseb beruht, ihnen allerdings auch gestattet, eine eigene Raumflotte von annähernd 20.000 Einheiten zu unterhalten! Diese bemerkenswerte Kombination aus Wehrhaftigkeit, Reichtum und Diplomatie hat selbst Orbanaschol bislang davon abgehalten, mit aller militärischer Härte vorzugehen. Abgesehen davon, dass die Flotten des Imperiums verstärkt in Kämpfe gegen die Methans verwickelt werden und sich somit ein Bruderkrieg mit ungewissem Ausgang eigentlich sogar für einen Mann wie Orbanaschol von vornherein verbietet, beschränkt sich das Vorgehen des Imperators auf die schon angesprochenen jährlichen Flottenmanöver, die letztlich nichts anderes als reine Provokation sind.
Noch ist der Ausgang des...




