E-Book, Deutsch, Band 1, 454 Seiten
Reihe: Golden Blood
F. Golden Blood
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-6951-4658-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Prophezeiung
E-Book, Deutsch, Band 1, 454 Seiten
Reihe: Golden Blood
ISBN: 978-3-6951-4658-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ashren F. Ist das Pseudonym einer jugendlichen High Romantasy Autorin, die am 28.01.2009 in Deutschland geboren wurde und dort auch aufgewachsen ist. Ashren F. schreibt Bücher um der Welt eine Freude zu bereiten und nicht um daran Geld zu verdienen.
Autoren/Hrsg.
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( Fenley )
Ich stand am Rand der steilen Klippe, die sich bedrohlich über die Tiefe erstreckte und in der Ferne mit dem Horizont verschmolz. Ein einziger Schritt weiter, und ich wäre dem Tod geweiht, einem endgültigen Ende, das mir in diesem Moment so verlockend erschien. Mein Körper zitterte unkontrolliert, als ich versuchte, meine Gedanken zu ordnen und einen klaren Kopf zu bewahren. Es war eine wunderschöne Klippe, die von der Natur geformt und über die Jahre hinweg mit einer Vielzahl von Pflanzen und Blumen geschmückt worden war. Doch ich dachte, dass bald mein Blut an dieser malerischen Stelle hängen würde – so dachte ich zumindest in meiner Verzweiflung. Doch in Wahrheit würde es unbemerkt am Boden dieser Klippe aus meinem Körper fließen, wenn ich den mutigen Sprung wagen würde.
Ich wollte es jetzt hinter mich bringen, dachte ich, als ich plötzlich ein Geräusch hinter mir vernahm – war es eine Stimme oder vielleicht doch etwas anderes, vielleicht Schritte? Mein Herz schlug schneller, und ich drehte mich hastig um, doch da war niemand zu sehen. Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken, und das Gefühl der Einsamkeit wurde noch überwältigender, als ich realisierte, dass ich hier völlig allein war. Doch was machte es schon? Ich würde ohnehin sterben, wenn sie mich erwischten, allein schon deshalb, weil ich jeden Abend, wie auch jetzt, an der Klippe stand und im verbotenen Wald umherstreifte, als wäre ich ein Geist, der in der Dunkelheit nach Frieden suchte.
Ich versuchte, diese düsteren Gedanken beiseite zu schieben. Es sollte jetzt keine Rolle mehr spielen, ich würde es hinter mich bringen. Es war nicht mehr von Bedeutung, denn nur vor wenigen Stunden hatte das Königreich Ragnare unser geliebtes Dorf in Schutt und Asche gelegt. Kein Wunder, dass es so kam; wir befanden uns seit Jahren im Krieg, und die Hoffnung schwand wie der letzte Lichtstrahl am Ende eines dunklen Tunnels. Ich dachte über meine Eltern nach: Würden sie sich freuen, mich wieder in ihren Armen zu halten, oder würden sie eher nicht? Schließlich hatten sie mich immer gehasst, oder zumindest hatte ich das Gefühl. Sie sperrten mich in meinem Zimmer ein, während ich nachts ausbrach, um in der Dunkelheit die Welt außerhalb meiner vier Wände zu erkunden und das Leben zu spüren, das mir verwehrt worden war. Ich hatte sie bisher nur durch die schmalen Lücken in meiner Kammer im Hellen gesehen, und sie war wunderschön, doch ich fühlte mich wie ein Gefangener in meiner eigenen Familie.
Jetzt sagte ich mir: "Gleich wirst du bei deiner kleinen Schwester sein, die du so sehr liebst." Gerade als ich den entscheidenden Schritt machen wollte, wurde ich plötzlich zur Seite gerissen, als wäre eine unsichtbare Kraft am Werk, die mich von meinem Vorhaben abhalten wollte. Ich wollte schreien und ihm sagen, dass ich ihm einen Gefallen tun würde, wenn ich es und nicht der Soldat wäre, der es tat. Ich wollte es so, doch als ich mich umdrehte, war da niemand. Ich war allein, aber dann erblickte ich eine Gestalt in der Ferne – ein Mensch, oder doch irgendwie nicht. Er wirkte nicht lebendig, eher wie ein Geist; es war durchsichtig und schimmerte in einem sanften Licht, das mich gleichzeitig anlockte und ängstigte. Das konnte doch nicht ernsthaft ein Geist sein, oder? Geister existieren nicht, sagte ich mir immer wieder, um mich zu beruhigen. Dieses Etwas, das ich sah, faszinierte mich auf eine Art und Weise, die ich nicht beschreiben konnte.
Ich stellte mir eine weitere Frage: Hätte ich sie retten können? Schließlich war ich eine außergewöhnliche Kämpferin, die in der Lage war, für das zu kämpfen, was sie liebte. Ich wollte es gerade erneut versuchen, doch ich fühlte mich machtlos, als ob ich die Kontrolle über meinen Körper verloren hätte. War es dieses Wesen, dieser Geist? Ich hatte keine Ahnung, was es war, und die Unsicherheit nagte an mir. War das Magie? Das konnte es nicht sein, denn Magie war seit Jahrhunderten, wenn nicht sogar Jahrtausenden, verschwunden und nur noch ein Schatten in den Geschichten der Alten. Mein Herz pulsierte heftig, und ich wollte die Gestalt gerade fragen, wer oder was sie war, doch sie antwortete nicht. Sie bewegte nicht einmal ihren Mund, und dennoch hörte ich ihre zarte, feine, aber zugleich entschlossene Stimme in meinem Kopf.Sie sprach in Gedanken zu mir und sagte: "Egal, was du tust, du darfst nicht sterben. Du und eine andere seid die Einzigen, die uns retten können. Stirb nicht und finde den Wissenden in Hvorheim. Es wird eine gefährliche und lange Reise, und ihr werdet euch dort kennenlernen. Stirb nicht. Ich muss jetzt zurück, denn ich kann nicht mehr lange hierbleiben, bevor ich zurück muss; ich habe noch etwas zu erledigen. Also: nicht sterben!"
In dem Moment, als sie diese Worte ausgesprochen hatte, verschwamm meine Sicht, und ich fiel in die Ohnmacht, als ob die Welt um mich herum in einem Strudel aus Dunkelheit und Licht zerfiel. Es war bereits hell, als ich wieder zu mir kam. Ich befand mich immer noch an der Klippe, an der ich am Vortag alles beenden wollte. Mein Kopf dröhnte, und ich erinnerte mich an die Gestalt, die nicht menschlich, aber auch nicht wirklich geisterhaft gewesen war. Was hatte das alles mit mir zu tun, und warum durfte ich nicht sterben? Meine Eltern hätten sich ohnehin nicht gefreut, dabei hätte ich so gerne meine kleine Schwester gesehen. Sie hatte es nicht verdient, so grausam zu sterben, dachte ich und versuchte, die Worte zu verarbeiten, die mir noch immer im Kopf schwirrten.
Was hatte sie mir noch gesagt? Ich sollte den Wissenden in Hvorheim finden, um Antworten zu erhalten. Doch nicht nur war es ein zehntägiger Marsch dorthin, sondern ich müsste auch über die feindliche Grenze, was die Situation nicht gerade einfacher machte. Zudem musste ich durch verschiedene Dörfer reisen, in denen man wahrscheinlich, wie in allen anderen auch, große Angst vor mir hatte. Wo sollte ich schlafen oder etwas zu essen finden? Die Gedanken wirbelten in meinem Kopf, während ich über die Herausforderungen nachdachte, die vor mir lagen.
Andererseits, was hatte ich denn noch zu verlieren? Wenn ich dabei sterben sollte, hätte ich mein Ziel erreicht. Aber diese geheimnisvolle Gestalt hatte mir ja gesagt, ich dürfte nicht sterben, egal was ich tat. Sie hatte eine Dringlichkeit und Bestimmtheit in ihrer Stimme, die mich nicht losließ. Schließlich beschloss ich, aufzustehen und zu dem nahegelegenen Fluss zu gehen. Ich musste mich waschen, denn ich wusste nicht, wann ich die Gelegenheit dazu wieder haben würde, falls ich mich wirklich auf diese gefährliche Mission begeben sollte.
Wenn ich es überhaupt so nennen konnte, denn in Wahrheit war es eine einzige Tötungsmission: Ich tötete nicht jemand anderen, sondern mich selbst, indem ich mich in die Dunkelheit stürzte, die mich umgab. Ich ging schnell los, und nach wenigen Minuten erreichte ich den Fluss. Er plätscherte friedlich hin und her, und ich beobachtete die Fische, die im glasklaren Wasser schwammen, als ob sie mir einen Hauch von Normalität in dieser chaotischen Welt bieten wollten. In der Nähe gab es einige Flüsse, da wir nicht weit vom Meer entfernt lebten. „Wir“ – damit meinte ich unser Dorf, das nun nicht mehr existierte, ein Schatten seiner selbst, ausgelöscht durch den Krieg und die Zerstörung, die uns umgaben.
Dies war schon immer mein absoluter Lieblingsfluss, da er in meinem geliebten, tiefgrünen Wald lag, der mir so viel bedeutete. Der Fluss war nicht nur ein einfacher Wasserlauf; er reflektierte die majestätischen Bäume, die sich an seinen Ufern erstreckten, und hier wuchsen die schönsten, farbenfrohen Blumen, die ich je gesehen hatte. Diese Blumen waren so bezaubernd, dass sie in ihrer Pracht schöner waren als an jedem anderen Ort, den ich kannte oder je besucht hatte. Es war wie ein kleiner, geheimer Garten der Natur, der nur darauf wartete, von mir entdeckt zu werden.
Ich zog mich vollständig aus und trat ins erfrischende Wasser des Flusses. Die Kälte des Wassers prickelte angenehm auf meiner Haut und sorgte für ein Gefühl der Lebendigkeit, das ich in diesem Moment sehr schätzte. Ich wollte so lange schwimmen, bis ich keine Lust mehr hatte oder bis ich nicht mehr konnte; ich würde einfach sehen, wie es mir erging und die Zeit völlig vergessen. Das Schwimmen war sehr angenehm und aktivierte meine Muskeln, die sofort zu arbeiten begannen und mir ein Gefühl von Stärke und Freiheit gaben. Ich tauchte tief in das kühle Nass ein und wusch meine langen Haare mit meinem selbstgemachten Shampoo aus Kräutern und Pflanzen, das ich noch schnell aus einer kleinen Nische eines Steines herausholte. Ich hatte es dort sorgfältig gelagert, um es nicht zu vergessen, wenn ich mich nachts heimlich aus meiner Kammer schlich, um meine Haare zu waschen und mich mit der Natur zu verbinden.
Die Sonne stand bereits hoch über dem Horizont, als ich schließlich wieder aus dem Wasser stieg und mich auf den warmen, weichen Boden legte. Die Sonne auf meiner nackten Haut tat wirklich gut und fühlte sich an wie eine sanfte Umarmung der Natur. Es war der erste richtige Frühlingstag nach diesem erbarmungslosen Winter, der uns so lange und kalt gequält hatte. Wir waren es gewohnt, dass...




