Faas / Arzheimer / Roßteutscher | Information - Wahrnehmung - Emotion | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 377 Seiten, Web PDF

Reihe: Humanities, Social Science (German Language)

Faas / Arzheimer / Roßteutscher Information - Wahrnehmung - Emotion

Politische Psychologie in der Wahl- und Einstellungsforschung
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-531-92336-9
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Politische Psychologie in der Wahl- und Einstellungsforschung

E-Book, Deutsch, 377 Seiten, Web PDF

Reihe: Humanities, Social Science (German Language)

ISBN: 978-3-531-92336-9
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Mit dem Aufkommen der politischen Psychologie stehen politische Informationen und ihre Verarbeitung im Fokus des Interesses der Wahl- und Einstellungsforschung: Wie sieht das Informationsumfeld in modernen Demokratien aus, mit dem sich Menschen konfrontiert sehen? Welche Informationen nehmen Menschen aus dem vorhandenen Angebot wahr und wie verarbeiten sie diese? Welche Rolle spielen dabei Emotionen? Wie prägen Informationen und Emotionen die politischen Einstellungen der Bürger? Welche Verhaltenskonsequenzen gehen damit einher? Dieser Band beinhaltet – neben einem kompakten Überblick über den State of the Art – empirische Studien, die sich diesen Fragen im Detail widmen.
Faas / Arzheimer / Roßteutscher Information - Wahrnehmung - Emotion jetzt bestellen!

Zielgruppe


Professional/practitioner

Weitere Infos & Material


Information – Wahrnehmung – Emotion.- The New Political Psychology of Voting.- Politische Kommunikation und politische Kognitionen.- Wahlkampf 2005: Eine inhaltsanalytische Untersuchung der Inszenierung von Angela Merkel und Gerhard Schröder in den Fernsehnachrichten unter Berücksichtigung des Geschlechterstereotyps.- Vom emotionalen Underdog zur bewussten Strategie: Wie Meinungsumfragen die Parteipräferenzen der Wähler beeinflussen.- Die Wahrnehmung und Bewertung von Wahlplakaten: Ergebnisse einer Eyetracking-Studie.- Zur Messung der Verständlichkeit deutscher Spitzenpolitiker anhand quantitativer Textmerkmale.- Heuristiken und die Verarbeitung von Informationen.- Mehrwertsteuer und Staatsverschuldung: Lassen sich die Einstellungen der Bevölkerung durch Framing verschieben?.- Kognition und Motivation bei der Wahrnehmung politischer Positionen: Eine experimentelle Untersuchung zur Rolle von Ideologie-Hinweisen.- Die Links-Rechts-Dimension in Mittel- und Osteuropa: „Super-Issue“ oder bedeutungslos?.- Politische Einstellungen und das wahrgenommene Wertedefizit bei Politikern.- Unterstützung der Europäischen Union in Mittel- und Osteuropa: Die Rolle nationalstaatlicher Einstellungen als Heuristiken.- Leichtgläubig und manipulierbar? Die Rezeption persuasiver Wahlkampfbotschaften durch politisch Interessierte und Desinteressierte.- Informationen, Emotionen und ihre Effekte.- Michigan reloaded: Antwortlatenzzeiten als Moderatorvariablen in Modellen des Wahlverhaltens.- Kognitive und affektive Einflüsse auf Einstellungen in direktdemokratischen Kampagnen.- Sympathien gegenüber politischen Akteuren und ihre Auswirkungen auf die individuelle Wahlentscheidung: Mehr als nur eine Nebensache?.- Der überraschende Erfolg der FDP bei der Bundestagswahl 2005:Leihstimmen oder Koalitionswahl als Ursache?.- „Issue-Unentschiedene“ und „Issue-Inkonsistente“ als Targetpopulationen? Das Beispiel Kernenergie (1987-2005).- Das Wissen der Europäer/innen über die Europäische Union.


Michigan reloaded: Antwortlatenzzeiten als Moderatorvariablen in Modellen des Wahlverhaltens (S. 259-260)

Thorsten Faas, Jochen Mayerl

1 Einleitung

Dass der Wähler an sich früher einmal eine feste politische Heimat hatte, inzwischen aber wechselwilliger und sein Wahlverhalten in der Folge volatiler geworden ist, gehört mittlerweile zur Folklore der Wahlforschung. Die Schwierigkeiten, die damit verbunden sind, lassen sich etwa am Beispiel von Umfragen und den daraus häufig abgeleiteten „Prognosen“ im Vorfeld von Wahlen verdeutlichen:

Ganz offenkundig wird es zunehmend schwieriger, das Wahlverhalten von Menschen aufgrund von Aussagen, die sie einige Zeit vor dem eigentlichen Wahlgang treffen, vorherzusagen – mit der für die vorhersagenden Institute bitteren Konsequenz, dass ihre Prognosen der großen Gefahr unterliegen, falsch zu sein. Eklatant trat dies im Umfeld der Bundestagswahl 2005 zu Tage:

Ganz gleich, ob man der letzten Umfrage aus Allensbach, von Emnid, Forsa, Infratest dimap oder der Forschungsgruppe Wahlen Glauben schenken mochte, sie alle sahen den Stimmenanteil, den die Union bekommen würde, bei über 40 Prozent. Entsprechend groß war die Überraschung, als der Balken der Union am Wahlabend schon bei 35 Prozent aufhörte zu wachsen, und harsch die Kritik an den Meinungsforschern nach der Wahl. Wieder einmal wurde den Demoskopen ein „Debakel“, wenn nicht gar ein „Desaster“ attestiert, sie wurden als die „eigentlichen Wahlverlierer“ identifiziert (siehe FTD 2005, NZZ 2005, Spiegel 2005), während sich die SPD am Ende ihres Wahlkampfes als „Umfragesieger-Besieger“ (Das Parlament 2005) brüsten konnte.

Die Bundestagswahl ist dabei keineswegs ein Einzelfall, wie in jüngerer Vergangenheit die bayrische Landtagswahl erneut gezeigt hat. „50 plus x“ oder doch „50 minus x“ für die CSU – das war die Frage, die die Diskussion im Vorfeld dominierte – gestützt auf entsprechenden Umfragen. Mindestens 47, teilweise sogar 50 Prozent wurden für die CSU vorausgesagt – tatsächlich waren es am Ende allerdings nur rund 43 Prozent. Als Reaktion auf solche Entwicklungen hat die ARD zwischenzeitlich ihre Berichterstattung über Vorwahlprognosen erweitert.

Im Vorfeld der Hessenwahl 2008 oder der Europawahl 2009 sollte ein nach oben und unten ausschlagender Pfeil signalisieren, dass das „Meinungsklima sehr schwankend“ sei, dass man also der nur Sekunden zuvor gesendeten Prognose nur bedingt trauen könne. Bedenkt man, dass im Bundestagswahlkampf 2005 noch rund fünf Wochen vor der Bundestagswahl nur etwa die Hälfte der Wahlberechtigten in der Lage war anzugeben, welcher Partei sie ihre Stimme geben wollten und selbst am Vorabend der Wahl noch rund ein Viertel der Wahlberechtigten unentschlossen war (Schmitt-Beck 2009, Schmitt-Beck/Faas 2006), so erscheinen solche Vorsichtsmaßnahmen mehr als angebracht.

Nun könnte man das Problem als ein vor allem die kommerzielle Wahlforschung (und ihre Prognosebemühungen) betreffendes betrachten – würde damit wohl aber zu kurz greifen. Auch die akademisch orientierte und stärker um Erklärungen bemühte Wahlforschung sieht sich mit ähnlichen Problemen konfrontiert – nicht zuletzt wegen der logischen Äquivalenz von Erklärung und Prognose.


Professor Thorsten Faas ist Juniorprofessor für Politikwissenschaft an der Universität Mannheim.
Prof. Dr. Kai Arzheimer lehrt am Institut für Politikwissenschaft der Universität Mainz.
Prof. Dr. Sigrid Roßteutscher lehrt am Institut für Gesellschafts- und Politikanalyse der Universität Frankfurt am Main.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.