Fassbender | Rumpelzwergis Abenteuer | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 108 Seiten

Fassbender Rumpelzwergis Abenteuer

Wie gewonnen so zerronnen!
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7562-8744-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Wie gewonnen so zerronnen!

E-Book, Deutsch, 108 Seiten

ISBN: 978-3-7562-8744-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der kleine Wurzelgnom Rumpelzwergi lebt im Hausruckwald in seiner Wurzelhöhle und hat nur ein Hobby, ein Ziel und eine Berufung: Gold finden, nehmen und behalten. Auf der Suche nach seinem Gold erlebt er so manches Abenteuer und macht vor allem Bekanntschaft mit den unterschiedlichsten Wesen seines Waldes und darüber hinaus. Ob bei der Hexe Klickklack, den Wichteln Armacan und Barmacan, dem reichen Onkel aus Schottland, den Wald- oder den Grünelfen oder wen auch immer er trifft, so richtig freundlich kann Rumpelzwergi nicht sein und schafft sich somit kaum Freunde. Obwohl er genau diese doch immer wieder dringend nötig hätte, um ihn aus so mancher schwierigen Lage zu befreien. Und ehrlich gesagt, ist er auch gar nicht wirklich böse, auch wenn er dies niemals zugeben würde. Und ob er wirklich zu Gold und Reichtum gelangt. Das erzählen diese 12 Einschlafgeschichten für Kids (6 bis 12 Jahre), die natürlich auch Erwachsene gerne lesen dürfen.

Michael Fassbender, Hotelier, lebt seit 16 Jahren mit seiner Familie am wunderschönen Hausruckwald. Dort entstanden die "Einschlafgeschichten" für seine Jungs und wurden zum beliebten Ritual. Die schönsten Geschichten über den kleinen Wurzelgnom sind hier niedergelegt
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FOLGE 2



Rumpelzwergi hatte mal wieder Langweile. In seiner Schatzkammer lagen nur die paar Goldmünzen aus dem Brunnen, es regnete draußen und hungrig war er auch ..., also eigentlich war alles so wie immer.

Er saß breitbeinig vor seinem Kamin, der nur auf Sparflamme brannte, und starrte wortlos in die Flammen. Na ja, mit wem hätte er auch reden sollen. Viel zu viele Freunde hatte er durch seine Goldgier schon verärgert, aber es war, wie es war, und wenn es nach Rumpelzwergi ging, konnte es auch so weitergehen. Er war, wie er war, und würde sich auch nicht ändern.

Als er nun so in die Glut schaute, nahm er neben sich plötzlich eine Bewegung wahr, und als er genau hinsah, bemerkte er, wie sich eine kleine Maus immer wieder zum Kamin hin und wieder weg bewegte. Anscheinend fror sie, aber sie traute sich nicht, zu lange in seiner Nähe zu bleiben. Als sie gerade wieder hervorlugte, sprang Rumpel auf und mit zwei Sprüngen landete er genau an der Stelle, wo die Maus eben noch saß. Aber sie war natürlich längst weg. Aus den Augenwinkeln sah er sie noch um die Ecke huschen. Aber nun war Rumpelzwergi wach, und so schnell er konnte, lief er hinter der Maus her, die schon einen gewichtigen Vorsprung gewonnen hatte. Gerade als er sie in einer Ecke seiner kleinen Höhle gestellt hatte und er nach ihr greifen wollte, piepste sie laut und hüpfte ihm geradewegs über seine viel zu dicke Nase, an den buschigen Augenbrauen vorbei, ab um die Ecke, und war in ihrem Loch in der Höhlenwand, und davon gab es nun wirklich einige, verschwunden. Rumpel fluchte, wollte aber noch nicht aufgeben.

Er langte mit seinem langen Zeigefinger in die kleine Maushöhle hinein und versuchte, sie damit zu erforschen. Natürlich war das Mäuschen schon längst über alle Berge. Enttäuscht wollte Rumpelzwergi gerade den Finger aus der Höhle ziehen, da blieb er an etwas Eckigem hängen. Er fasste nun doch noch einmal tiefer in die Höhle und tastete mit seinem Finger umher, und wirklich, da lag noch etwas im Mauseloch. dachte Rumpel, doch als er genauer fühlte und schließlich mit seinem Finger den Gegenstand umfassen konnte, zog er zu seiner Verwunderung ein kleines Kästchen aus dem Mauseloch hervor.

Es war nicht größer als eine Streichholzschachtel, aber aus ganz feinem Holz geschnitzt. Es hatte einen Deckel, den er ganz vorsichtig öffnete, und drinnen stand im Boden des Kästchens nur ein kleiner Satz eingebrannt: „Ich gehöre Klickklack.“

Nun war Rumpelzwergis Neugierde natürlich geweckt. Wie kam dieses hübsche kleine Kästchen in seine Höhle und in dieses Mauseloch? Wer hatte es so schön geschnitzt und vor allem, wer oder was war „Klickklack“?

Nachdenklich betrachtete Rumpel seinen Fund und so, wie er nun mal war, stellten sich schon bald fantasievolle Ideen bei ihm ein:

Da fiel Rumpelzwergi ein, dass er die Höhle ja nicht ganz allein gebuddelt hatte. Vorher hatte schon einmal ein Bewohner in dem ursprünglichen Erdloch gewohnt, aus dem Rumpelzwergi dann die Höhle formte. Damals, als er dieses Erdloch gefunden hatte, hatte er auch eine sehr alte Feuerstelle entdeckt, die schon lange nicht mehr genutzt worden war. Ach ja ..., nun dämmerte es ihm ... Dieser Jemand war sicherlich dieselbe Person, die hier im Erdloch einmal Feuer angemacht hatte, und ganz bestimmt auch dieser KLICKKLACK.

Aufgeregt ging Rumpelzwergi in seiner Höhle nun auf und ab und konnte die Finger nicht von dem Kästchen lassen, welches er immer wieder hin und her wendete, es betrachtete und dabei weiter seinen Gedanken freien Raum ließ.

Plötzlich blieb er wie angewurzelt stehen und fasste einen Entschluss. Er musste KLICKKLACK finden, nicht etwa, um das Kästchen zurückzugeben, nein, der vornehme Besitzer des Kästchens hatte sicherlich irgendwo GOLD versteckt und das wollte sich Rumpel unbedingt einmal „anschauen“.

Er machte sich sofort auf den Weg. Doch wohin? Kaum war er vor die Höhle getreten, fiel ihm ein, dass er außer dem Namen keine Idee hatte, wer oder was und wo ein gewisser KLICKKLACK zu finden war. Dennoch lief er erst einmal tiefer in den Wald hinein. Irgendjemanden würde er schon finden, der Klickklack kannte, und dann ... man würde sehen.

Nach ein paar Minuten des sinnlosen Marschierens setzte sich Rumpelzwergi auf einen Baumstumpf und seufzte tief ... So würde er Klickklack nie finden.

Doch als er so grübelnd dasaß, hörte er plötzlich leise Stimmen, gar nicht weit von ihm. Sie waren sehr fein und sehr hochtönend, sodass sie nur von den großen Ohren eines Wurzelgnoms wahrgenommen werden konnten. Sie kamen von zwei kleinen Wichteln, die unter einem großen Fliegenpilz Zuflucht vor dem Regen gefunden und Rumpelzwergi noch gar nicht bemerkt hatten, so vertieft waren sie in ihr Gespräch. Und natürlich lag es in der Natur der Wurzelgnome, nun zu lauschen, und was er hörte, ließ Rumpel fast erstarren.

Einer der Wichtel, die übrigens nicht größer als ein Fingerhut waren, sagte:

„Stell dir vor, sie konnte Reiberwatschi tatsächlich helfen.“

„Tja, so ist sie nun mal ...“, antwortete der andere kleine Mann. „Unsere Hexe Klickklack hat noch keinen Waldbewohner im Stich gelassen, wenn man sie respektiert und gut behandelt.“

„Jaja. Wir sollten uns bei ihr persönlich bedanken und ...“, stimmte der andere Wichtelmann wieder zu, und mehr musste Rumpelzwergi gar nicht hören. Ihm wurde fast schwindelig vor Glück. Diese kleinen Wichtel wussten, wer Klickklack war, eine Hexe also, und würden ihm sicher auch sagen können, wo sie lebte. Na ja, nun waren Wurzelgnome bei den Wichteln aber nicht sehr beliebt, was wieder eine andere Geschichte wäre, und sicher würden sie ihm aus Prinzip nichts verraten, aber das mussten sie auch gar nicht. Rumpel würde sich einfach ganz ruhig verhalten und dann den beiden folgen, denn sie hatten ja gesagt, dass sie sich bei Klickklack für die Rettung ihres Kollegen bedanken wollten.

Fast hätte er sie aus den Augen verloren, denn während Rumpelzwergi noch seinen Gedanken nachhing, hatten die beiden Wichtel ihr Gespräch beendet und waren unter die nächsten Farne gehuscht. Er konnte ihre orangefarbenen Kapuzen gerade noch sehen und machte sich sofort auf, sie zu verfolgen. Nie hätte Rumpelzwergi gedacht, dass Wichtel so schnell sein könnten mit ihren kleinen Beinchen, aber er musste sich schon richtig beeilen, um in dem Dickicht des Waldes nicht abgehängt zu werden. Rumpel musste höllisch aufpassen, dass sie ihn nicht entdeckten, da er schon nach kurzer Zeit furchtbar schnaufte und ziemlich erschöpft nach Luft rang. Na ja, der Sportlichste war er noch nie gewesen. Fast hätte er die Verfolgung, trotz GOLDgier aufgegeben, als die beiden Wichtel plötzlich stehen blieben und gegen ein dunkelgrünes Farnblatt klopften, welches ungefähr zehnmal so groß war wie sie selbst. Rumpelzwergi schüttelte wegen des merkwürdigen Verhaltens den Kopf, musste aber sogleich staunen. Nachdem die Wichtel noch mal geklopft hatten (dreimal lang, einmal kurz, zweimal lang) verwandelte sich das Farnblatt in eine braune runde Tür, die etwa die Größe von Rumpel aufwies.

Und es dauerte auch nicht viel länger, bis diese Tür ganz langsam aufging und ein altes Mütterchen mit ihrem kleinen Gesicht aus dem Türspalt spähte. Kaum hatte sie die Wichtel erblickt, umspielte ein mildes Lächeln ihren Mund und Rumpelzwergi konnte ihre sehr junge warme Stimme hören, die so gar nicht zu ihrem alten Äußeren passte:

„Ach, die Herren Wichtel, auch mal wieder in der Nähe. Kommt ruhig rein.“ Mit einem listigen Blick in Rumpelzwergis Richtung sagte sie: „Und bringt den Herren Wurzelgnom gleich mit, man kann seine GOLDgier zwar bis hierher riechen, aber einen Tee möchte ich ihm nicht verwehren.“

Nun sahen drei Herren die Hexe Klickklack verdattert an: Zwei Wichtel, die sich ängstlich auch nach hinten umschauten, und ein recht verschwitzter und unsicherer Wurzelgnom, dem nichts anderes einfiel, als das kleine Kästchen vorzuhalten, als Entschuldigung quasi ...

„Ooh, meine kleine Schachteline hast du auch noch gefunden, wie nett von dir“, fügte Klickklack hinzu, als sie sah, was Rumpelzwergi da in der Hand hielt. „Also, komm dann mal rein.“ Sie verschwand in der Tür und die Wichtel mit ihr.

Rumpel war nun nicht nur verdattert, sondern auch wütend. Was hatte sie zu ihm gesagt: „Wie nett“? Wurzelgnome waren niemals nett, und ein Rumpelzwergi schon gar nicht. Was sollte bloß aus seinem Image werden? Aber wenn er nun doch etwas GOLD klauen könnte? Nach nur wenigen weiteren Sekunden huschte auch er durch die Tür, die sich hinter ihm wie von Geisterhand schloss und wieder in ein Farnblatt verwandelte.

Rumpelzwergi war noch...



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