E-Book, Deutsch, Band 3
Reihe: Die Elite von Ashriver
Fast Die Elite von Ashriver - Bittersweet Revenge
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7517-7385-0
Verlag: ONE
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Trendthema Dark Academia-Fantasy trifft auf atemberaubende Romance im Herzen von Kanada
E-Book, Deutsch, Band 3
Reihe: Die Elite von Ashriver
ISBN: 978-3-7517-7385-0
Verlag: ONE
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der krönende Abschluss der Dark-Academia-Reihe. Ein echter Pageturner!
Leah schwört Rache. Nach dem Tod ihrer Mutter ranken sich böse Gerüchte um sie, denen sie endlich ein Ende setzen will. Doch nicht nur das: Jemand in Ashriver hat es auf sie abgesehen und hängt ihr ein Verbrechen an, dass sie nicht begangen hat. Mithilfe ihrer Fähigkeiten als Leserin schleust sie sich in die Elite der Akademie ein, um den Schuldigen zu überführen. Dabei kommt sie dem Womanizer und Elementar Vincent gefährlich nahe. Nichts hätte Leah auf die Anziehung vorbereiten können, die zwischen den beiden entflammt. Je stärker ihre Gefühle für ihn werden, desto tiefer landet sie in dem Geflecht aus Intrigen und Geheimnissen, dass die Elite umgibt. Wird sie ihren Racheplan durchziehen?
Hidden Identity & He falls first: Eine Romantasy von Erfolgsautorin Valentina Fast, die süchtig macht
Dieses Buch gibt es in zwei Versionen: mit und ohne Farbschnitt. Sobald die Farbschnitt-Ausgabe ausverkauft ist, liefern wir die Ausgabe ohne Farbschnitt aus.
Valentina Fastwurde 1989 geboren und lebt heute im schönen Münsterland. Beruflich dreht sich bei ihr alles um Zahlen, weshalb sie sich in ihrer Freizeit zum Ausgleich dem Schreiben widmet. Ihre Leidenschaft dafür begann mit den Gruselgeschichten in einer Teenie-Zeitschrift und verrückten Ideen, die erst Ruhe gaben, wenn sie diese aufschrieb. Für ONE schreibt sie großartige YA-Romantasy-Geschichten, die ihre Leser:innen begeistern.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. Kapitel
Leah
Vierzehn Monate zuvor
Beklemmung breitet sich in mir aus, wird zu einem Grummeln in meinem Bauch, einem Kratzen in meiner Kehle, einem Stechen in meiner Brust. Fünfzig Dollar. Das ist nicht viel. Für die meisten auf der Akademie ist es nichts. Für uns ist es das Budget für den Wocheneinkauf.
Wir haben gerade erst die letzte Arztrechnung bezahlt. Das hier ist eine Katastrophe. Wie kann es sein, dass wir so viel Geld für Trikots ausgeben sollen? Das ist Wahnsinn. Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich niemals auf die Idee gekommen, mich dem Tennisteam anzuschließen. Ich hätte auch niemals zugesagt, bei der Sommerolympiade mitzumachen. Und jetzt ist es zu spät, denn meine Trainerin rechnet fest mit mir. Ich kann nicht einmal so tun, als wäre ich krank, weil die Olympiade erst in ein paar Wochen startet, direkt nach den Prüfungen und unmittelbar vor den Ferien.
Okay, keine Panik. Das wird schon gehen. Möglicherweise ist es in Ordnung, wenn ich einen Teil meiner Trinkgelder dafür nehme und wir diese Woche wieder nur von den Erzeugnissen aus unserem Garten leben. Mein Blick zuckt über den alten Küchentisch hinweg zur Vorratskammer. Obwohl die helle Tür geschlossen ist, weiß ich genau, wie es um die Vorräte steht. Es wird reichen, auch wenn ich gehofft habe, meine Mutter zur Feier ihres Geburtstages ausführen zu können. Mir entfährt ein leises Fluchen. Dann klingelt es, und ich laufe durch den schmalen, von Farbspritzern bedeckten Flur unserer Zweizimmerwohnung zur Tür, die sich direkt auf der Grenze zwischen dem Viertel der Elementare und der Gestaltwandler befindet. Ein Deckenventilator sorgt dafür, dass die stehende Luft hier im Dachgeschoss zirkuliert, doch es hilft nur wenig gegen die ungewöhnlich drückende Maihitze. Überall stehen Pflanzen herum, und Gemälde hängen an den Wänden. Meine Mutter lebt für die Kunst, und ihr Traum ist es, irgendwann eine Galerie zu eröffnen. Und diesen Traum werde ich ihr ermöglichen. Sobald ich einen richtigen Job habe, Geld verdiene und sie nicht mehr so viele Schichten wie möglich übernehmen muss, um unsere Kosten zu decken.
Als ich öffne, steht mein Onkel vor der Tür, in Jeans und Shirt, was bedeutet, dass er außer Dienst ist. »Onkel Diego, was machst du denn hier? Ich dachte, du bist mitten in diesen Fall verwickelt.« Ich trete zurück, damit er reinkommen kann.
»Hey, Leah. Haben wir heute Morgen gelöst. Bin gerade mit dem Papierkram fertig geworden.« Er grinst breit, doch das kann nicht von seinem Bartschatten und den müden Augen ablenken. »Lucia würde mir den Kopf abreißen, wenn ich auch nur daran denke, ihren Geburtstag zu verpassen.« Sein Blick fliegt durch den Flur, wo Dutzende bunte Papierblumen von der Decke hängen, die wir schon seit Jahren für unsere Geburtstage nutzen. »Bist du schon fertig mit der Deko, oder brauchst du noch Hilfe?«
»Fertig. Aber Danke.« Ich schließe die Tür und deute in Richtung Küche. »Willst du was trinken? Mom braucht sicher noch zehn bis fünfzehn Minuten.«
»Das wäre fantastisch.« Onkel Diego geht voraus, und als er sich setzt, erspäht er die Rechnung für mein Trikot. »Fünfzig Dollar für Sportbekleidung?«
»Verrückt, oder?« Ich gieße ihm etwas von der selbstgemachten Limonade in ein Glas und stocke, als ich mich umdrehe und sehe, wie er die Rechnung abfotografiert. »Was machst du da?«
»Moment«, murmelt er und tippt auf seinem Handy herum, bevor er den Zettel zu mir schiebt. »Ist erledigt.«
Das Glas rutscht mir beinahe aus der Hand, und ich stelle es unsanfter ab, als beabsichtigt, weshalb ein kleiner Schwall Limonade über den Rand und auf meine Finger läuft. »Das solltest du nicht tun.«
»Ich will es aber.« Er hebt herausfordernd eine Augenbraue, doch dann bildet sich ein Grübchen auf seiner Wange, und ein Lächeln stiehlt sich auf sein Gesicht. »Sei nicht zu stolz, und bedanke dich einfach.«
Meine Nasenflügel blähen sich, als ich tief einatme und ihn vorwurfsvoll ansehe. Seine Hilfe hat uns schon so oft davor bewahrt, auf der Straße zu landen. Doch was, wenn sich das irgendwann ändert? Mom und ich hassen es, von anderen Leuten abhängig zu sein. Dennoch kann ich nichts gegen die Erleichterung tun, die sich schlagartig in mir ausbreitet. »Danke.«
»Und sobald wir den Kuchen gegessen haben, gehen wir aus. Ich habe uns einen Tisch reserviert.« Er runzelt die Stirn und schaut sich in unserer hellen, kleinen Küche um. »Es gibt doch Kuchen, oder?«
»Bei der Hitze?«
Obwohl er versucht, seine Enttäuschung zu verbergen, sinken seine Mundwinkel hinab.
Ich halte es nur wenige Sekunden aus, bevor ich lache. »Der ist natürlich im Kühlschrank.«
Onkel Diego lacht und deutet mit dem Zeigefinger auf mich. »Da hättest du mich fast drangekriegt.«
»Ein Geburtstag ohne Kuchen ist wie ein ...«
»Zuhause ohne Schlafplatz«, beendet er mit mir die Phrase, die meine Großmutter ständig genutzt hat, bis sie vor sieben Jahren an Brustkrebs starb. Einen Moment lang schweigen wir, erinnern uns an die resolute Frau, die dauernd in der Küche sang und Mom und mich aufnahm, als wir kurz davor waren, alles zu verlieren. Sie ließ uns bei sich einziehen, hierher in diese kleine Wohnung. Jetzt hat Mom ihr altes Zimmer, und manchmal, wenn sie schläft, höre ich sie leise nach ihr seufzen. Mama.
Das Geräusch von einem Schlüssel im Schloss lässt mich aufblicken, und während meine Mutter noch die Tür öffnet, treten wir in den Flur, um gleichzeitig »Happy Birthday!« zu rufen.
Mom lacht und lässt sich von mir umarmen, wobei sich der Rest ihres gelockerten Zopfes verabschiedet und ihre dunklen, lockigen Haare über ihre Schulter fallen. »Danke, mein Liebling.«
Danach ist mein Onkel dran. Im Gegensatz zu mir, kann man ihnen die Verwandtschaft ansehen. Ich hingegen bin das Abbild meines abwesenden Vaters.
»Los, mach dich frisch«, drängelt Onkel Diego und nimmt ihr die Handtasche ab.
Mom lächelt, obwohl dunkle Augenringe ihren Teint fahl wirken lassen und die Falten zwischen ihren Brauen jeden Tag ein wenig tiefer zu sein scheinen. In letzter Zeit hat sie viele Extraschichten übernommen. Doch das wird sich hoffentlich bald ändern. Denn sobald ich mit dem Studium fertig bin, werde ich mir einen gut bezahlten Job suchen, mit dem es mir möglich ist, uns beide zu versorgen. Wir werden Urlaub machen, werden jeden Abend essen gehen und nie wieder Angst haben müssen, dass das Geld nicht bis zum Ende des Monats reicht. Doch das dauert noch zwei ganze Jahre, in denen ich auf der Akademie mein Bestes geben werde, um meinem Stipendium gerecht zu werden.
Zehn Minuten später singen wir in der Küche lauthals Happy Birthday, bevor meine Mutter die achtundfünfzig Kerzen auspustet, die Diego und ich in aller Schnelle darauf verteilt haben. Es ist eine alberne Tradition, aber ich liebe sie. Während mein Onkel sich zum Rauchen entschuldigt, schaue ich meiner Mutter dabei zu, wie sie die letzten Reste der Müdigkeit überschminkt.
Mit einem schelmischen Lächeln betrachtet sie mich durch den Spiegel hindurch, bevor sie sich Eyeliner aufträgt.
»Erzähl schon.« Ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen, weil ich diesen Gesichtsausdruck kenne, den sie immer aufsetzt, wenn während ihrer Schicht irgendetwas vorgefallen ist. Dieses Schmunzeln, ganz unscheinbar, das jedoch ihre Augen funkeln lässt. »Was ist passiert?«
Sie beißt sich auf die volle Unterlippe, und ich weiß, dass sie nicht tratschen will, es aber unbedingt rauslassen muss. Dann gibt sie sich einen Ruck. »Es war wirklich eine verrückte Nacht. Mr Vanadis hatte zwei seiner speziellen Freundinnen da«, beginnt sie, und wir wissen beide, was es eigentlich bedeutet. »Mrs Vanadis tauchte unvermittelt früher auf und hatte ebenfalls einen speziellen Freund dabei. Es war ein Desaster, weil kurz darauf nämlich auch noch alle vier Kinder kamen, da ihre Großmutter den Kurzurlaub mit ihnen aufgrund von Herzproblemen absagen musste.«
Schockiert schlage ich mir die Hand vor den Mund. »Und was ist dann passiert?«
»Es war wie in einer dieser alten Komödien. Die speziellen Freunde sind von Raum zu Raum geschlichen, haben versucht sich vor den anderen Familienmitgliedern zu verstecken und hinauszugelangen. Zwei von ihnen konnte ich ungesehen hinausschleusen, doch eine der jungen Frauen ist unglücklicherweise dem jungen Erben in die Arme gelaufen.«
Sofort habe ich Vincent Vanadis’ Gesicht vor Augen, einen meiner Kommilitonen, dem die ganze Welt zu Füßen liegt.
Schuldgefühle breiten sich in mir aus, weil ich weiß, dass das perfekte Gebilde seiner Familie nichts als Schein ist. Ich weiß es, aber er tut es nicht.
»Und?«, hake ich nach, unsicher, ob ich überhaupt mehr hören will.
Mom verzieht den Mund. »Mr Vanadis hat sie für meine Tochter ausgegeben.«
Ich reiße die Augen auf. »Wie kam er denn...




