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Faye | Pech im Spiel, Glück in der Liebe? | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Faye Pech im Spiel, Glück in der Liebe?


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-2985-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

ISBN: 978-3-7515-2985-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Pech im Spiel, Glück in der Liebe? Ausgerechnet Jax Monroe! Der erste Kunde, den Cleo in ihrem neuen Job in Las Vegas betreut, ist kein Unbekannter für sie. Als Teenager war sie unsterblich in ihn verliebt. Jetzt ist Jax faszinierender denn je. Und so sexy! Doch er hat ein gefährliches Geheimnis ...



Die preisgekrönte Autorin Jennifer Faye schreibt unterhaltsame zeitgenössische Liebesromane. Mit mehr als einer Million verkaufter Bücher ist sie eine international erfolgreiche Autorin, deren Romances in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt wurden. Einige ihrer Werke wurden bereits verfilmt. Wenn sie nicht gerade an ihrem nächsten Liebesroman tüftelt, kann man sie mit einer Tasse Tee und einem Buch antreffen. Erfahren Sie mehr unter https://jenniferfaye.com/

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1. KAPITEL


„Danke, dass Sie mir diese Chance geben, Mr Burns. Sie werden es nicht bereuen“, versicherte Cleo ihrem Chef mit geübtem Lächeln.

Und ich hoffentlich auch nicht, fügte sie im Stillen hinzu.

Endlich hatte sie dieses unangenehme Gespräch hinter sich gebracht! Erleichtert rauschte Cleo aus dem Büro – so schnell, dass sie fast vergessen hätte, die Tür hinter sich zu schließen.

Im Lift nach unten war Cleo einen Moment für sich allein. Sie lehnte sich an die Wand und atmete tief durch.

Schritt eins war gemacht. Sie hatte den Job – zumindest auf Probe.

Jetzt kam der zweite Schritt: Sie musste dem höchst skeptischen Mr Burns beweisen, dass sie der Herausforderung gewachsen war. Das Glamour Hotel und Kasino gehörte zu den luxuriösesten Etablissements in Las Vegas. Und Cleo sollte von nun an dabei mitwirken, dass möglichst viele der superreichen Spieler ihr Geld genau an diesem Ort ausgeben wollten.

Nach einem Blick auf ihr Spiegelbild zog sie ihr selbst geschneidertes gelbes Kleid zurecht, das ein bisschen tiefer ausgeschnitten war, als sie es mochte. In der Buchhaltung war es ziemlich egal gewesen, was sie bei der Arbeit trug, aber im Publikumsbereich des Kasinos war das natürlich anders!

Es war nicht das ausgefallenste Stück, das sie jemals entworfen hatte, trotzdem hatte sie sich heute Morgen kurz gefragt, ob sie es anziehen solle. Die Komplimente ihrer Kollegen hatten ihr dann diesen Zweifel genommen. Zumindest bis zu ihrem Gespräch vorhin …

Doch was ihre Zweifel wegen des neuen Jobs betraf: Jetzt war es definitiv zu spät, es sich anders zu überlegen. Die Würfel waren gefallen. Ich werde Erfolg haben, schwor Cleo sich.

Schließlich stand ihre Zukunft auf dem Spiel. Wenn das Arrangement nicht funktionierte, würde sie nicht mehr in Las Vegas bleiben können – und nach Wyoming gab es auch kein Zurück mehr!

Die Türen des Lifts glitten auseinander und gaben den Blick auf den sanft erhellten Raum mit den Spielautomaten frei, in dem die blinkenden Lichter an den Maschinen die Gäste verlockten, ihr Glück zu versuchen und ein Vermögen zu gewinnen. Oder zu verlieren.

Hier gab es keine Fenster und keine Uhren, was eine Atmosphäre der Zeitlosigkeit schuf. Stunden wirkten wie Minuten und umgekehrt. Das wusste Cleo aus eigener Erfahrung, seit sie bei ihrer Schulung für den neuen Job als Kasinohostess in diesem Stockwerk gearbeitet hatte.

Am Würfeltisch erklang ein anfeuernder Ruf. Anscheinend hatte dort jemand eine Glückssträhne. Vielleicht ist heute ja auch mein Glückstag, dachte Cleo hoffnungsvoll.

Bisher hatte der wichtige Gast, den sie exklusiv betreuen sollte, noch nicht im Hotel eingecheckt. Mr Burns wollte ihn höchstpersönlich in Empfang nehmen und sie dann benachrichtigen, wenn sie gebraucht wurde.

Ihr Job bestand darin, für die Zufriedenheit des Kunden zu sorgen, sei es, indem sie ihm einen Platz am Spieltisch reservierte, ihm beim Essen Gesellschaft leistete oder ihm Tickets für Shows besorgte, die er zu sehen wünschte. Das Wichtigste war allerdings, ihm Ungestörtheit zu gewährleisten. Ihr erster Klient hatte mehr als die übliche Diskretion verlangt. Nicht einmal sie wusste, wie er hieß. Sie wusste nur, dass er am liebsten Blackjack spielte.

Da sie in Reichweite bleiben wollte, ging sie zu dem kleinen Café im Foyer, um sich einen Cappuccino zu gönnen. Eine große Gruppe von Gästen, die aufs Einchecken warteten, blockierte allerdings ihren Weg. Die Leute in der Schlange waren ungeduldig und murrten laut.

Cleo stellte fest, dass am Tresen nur eine von den drei Rezeptionistinnen stand, die Dienst hatten, und zwar Lynn. Sie war erst seit Kurzem angestellt und noch völlig unerfahren. Warum hatte man sie allein gelassen?

„Da muss irgendwo ein Fehler passiert sein“, sagte der Mann, der vorn am Tresen stand, frustriert zu Lynn.

Ich kenne die Stimme, aber woher? dachte Cleo flüchtig.

Ein Blick durch die Halle sagte ihr, dass niemand da war, der beim Einchecken einspringen konnte. Also übernahm sie die Rolle der Helferin und ging an der Reihe der Wartenden vorbei auf den Empfangstresen zu.

„Prüfen Sie das noch mal!“, forderte der Mann. „Die Reservierung ist für Joe Smith.“

„Ich kann den Namen in unserem Computer nicht finden“, erklärte Lynn kleinlaut.

„Dann rufen Sie jemand, der sich auskennt.“ Nun klang er entnervt.

Während Lynn hektisch versuchte, per Telefon jemand aufzutreiben, der alles ins Lot brachte, trat Cleo hinter den aufgebrachten Gast, der konzentriert auf den Computerbildschirm schaute. Ihr Blick glitt über seine breiten Schultern, die schmale Taille, den knackigen Po in den engen Jeans. Als Cleo bewusst wurde, wohin sie sah, lenkte sie ihren Blick schnell wieder nach oben.

„Kann ich Ihnen behilflich sein?“, fragte Cleo höflich.

Der Mann richtete sich auf und ließ einen abschätzenden Blick über sie gleiten. Ein seltsam erregendes Prickeln überlief sie. Anscheinend hatte sie sich in letzter Zeit zu sehr auf die Probleme mit ihrer Familie und ihrem Job konzentriert. Es war Jahre her, dass ein Mann eine solche Wirkung auf sie ausgeübt hatte. Genauer gesagt, seit …

Jax Monroe!

Der Blick aus seinen kühlen graublauen Augen traf Cleo bis ins Mark. Plötzlich kamen ihr das Klingeln der Automaten und das aufgeregte Schwatzen in der Lobby weit entfernt vor. Mit angehaltenem Atem wartete sie auf ein Zeichen des Wiedererkennens bei Jax, aber es kam keins. Kein Lächeln, keine Umarmung. Gar nichts.

„Hallo, Jax“, begrüßte sie ihn. „Du machst, wie ich sehe, immer noch Wirbel.“

Eingehend betrachtete er ihr Namensschild am Ausschnitt – und brauchte dazu länger als nötig. Oder bildete sie sich das nur ein?

„Es ist noch gar nicht so lange her, Jax! Du musst mich doch wiedererkennen!“

Natürlich hatte sie sich verändert. Er ja auch. Früher hatte er lange Haare gehabt, jetzt waren sie streichholzkurz. Es juckte sie in den Fingern, über die coolen Stoppeln zu streichen! Außerdem war er ziemlich blass, nicht sonnengebräunt wie damals, als sie beide die meiste Zeit im Freien verbracht hatten.

Natürlich hatte er noch die kleine Narbe am Kinn, die man nur bei genauem Hinsehen entdeckte. Sie erinnerte sich noch, wie es dazu gekommen war: Beim Fischen am Fluss hatte Jax herumgealbert, war ausgerutscht und hatte sich auf den Steinen das Kinn blutig geschlagen.

Ja, sie beide waren praktisch zusammen aufgewachsen, obwohl er fünf Jahre älter war als sie. Hope Springs in Wyoming war ein kleiner Ort. Es war großartig, jetzt jemand von dort zu sehen! Schon lange war sie nicht mehr nach Hause gefahren, denn der letzte Besuch war ein wahrer Albtraum gewesen.

„Jax, hör auf, so zu tun, als hättest du mich vergessen, wo ich dir doch als Mädchen ständig nachgelaufen bin“, bat sie.

„Ich denke, Sie verwechseln mich“, erwiderte er kühl und drehte sich weg.

Verwechseln? Auf keinen Fall! Diese Augen würde sie überall erkennen. Sie waren noch immer in der Lage, ihr Herz schneller schlagen zu lassen.

Jax konnte sie nicht vergessen haben. Sie hatte als Teenager für ihn „megamäßig“ geschwärmt und gemeint, dass die Sonne um ihn herumkreiste. Sie hätte alles Mögliche für ihn getan. Besser gesagt, das hatte sie tatsächlich. Sie hatte sogar für ihn gelogen. Aber damit war es jetzt vorbei.

„Hör auf, so zu tun, als würdest du mich nicht kennen“, begann Cleo kühl. „Wir müssen reden und …“

„Nein, das müssen wir nicht“, unterbrach er sie leise.

„Dein Name ist Jax Monroe, du bist aus Hope Springs in Wyoming und …“

„Stopp!“ Er wandte sich ganz zu ihr zurück. „Sie wollen es einfach nicht gut sein lassen, richtig?“

Sie verschränkte die Arme und nickte energisch. Als mit einem Mal seine Augen aufleuchteten, wurde Cleo bewusst, dass ihre neue Körperhaltung prekäre Folgen hatte: Ihre verschränkten Arme drückten ihre Brüste nach oben wie ein Push-up-BH – und das Kleid war ziemlich tief ausgeschnitten. Am liebsten hätte sie die Arme wieder runtergenommen, doch ihr Stolz ließ das nicht zu. Sollte Jax ihr doch ins Dekolleté starren! Vielleicht wurde ihm dann klar, was ihm entgangen war. Damals, als er ihren unbeholfenen Kuss einfach ignoriert hatte und ohne einen Blick zurück einfach aus der Stadt gezogen war …

Jax konnte den Blick nicht von Cleo losreißen. Sie hatte sich in den vergangenen zwölf Jahren von einem schlaksigen Teenager zu einer hinreißenden Frau entwickelt, mit perfekten Rundungen an genau den richtigen Stellen. Und ihr seidenweiches honigblondes Haar! Er konnte sich kaum davon abhalten, mit seinen Fingern durch ihre herrlichen Locken zu fahren!

Wenn er geahnt hätte, dass sie einmal so heiß aussehen würde, hätte er vielleicht überlegt, nach Hope Springs zurückzukehren. Cleo war damals unsterblich in ihn verschossen gewesen, das hatte das ganze Städtchen gewusst. Aber dann erinnerte er sich daran, wie jung Cleo gewesen war – viel zu jung für ihn.

Das war sie jetzt nicht mehr, doch es gab offensichtlich Dinge an ihr, die sich leider nicht geändert hatten. Sie sagte immer noch geradeheraus, was sie dachte, egal, ob Zeit, Ort und Zuhörer passten.

Warum bloß hatte er gedacht, er könne in Las Vegas untertauchen? Er hatte gehofft, als ein Spieler unter so vielen wäre er unauffällig wie ein Sandkorn am Strand. Aber offensichtlich hätte er besser in New York...



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