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Feder / Feitsch | Ein Spürhund wittert jede Leich' | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 220 Seiten

Feder / Feitsch Ein Spürhund wittert jede Leich'


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7487-9316-8
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 220 Seiten

ISBN: 978-3-7487-9316-8
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Sebastian soll ohne seinen geliebten Hund Lilo nach Italien fahren? Aber nie und nimmer! Alles hätte so schön sein können, hätte seine Mutter ihm nicht noch seinen deppaten Bruder Stefan aufs Auge gedrückt. Abgesehen von der nervigen Kleinigkeit, dass Sebastian seinen ungleichen Zwilling im ansonsten wunderschönen Italien ertragen muss, begegnen sie auch noch einer bizarren Signora, deren Verhalten so scheint, als könnte sie eventuell/vielleicht/gut vorstellbar, einen Mord begangen haben. Plötzlich wird der Urlaub zur Ermittlungsreise und dank Lilos frecher Spürnase ist das Trio dem Täter dicht auf den klapprigen Fersen.   Ein österreichisch-deutscher Urlaubskrimi, der die Liebe zur Mundart und die unterschiedlichen Gleichsamkeiten der deutschen Sprache der Nachbarländer auf satirische Art zelebriert.   »Ein Spürhund wittert jede Leich'« wurde im September 2018 unter dem Titel 'Das Hundekomplott' im Verlag SchriftStella erstveröffentlicht. 'Die lieferbare Ausgabe wurde überarbeitet, neu lektoriert und gestaltet.

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Sonntagsessen bei Stallers (Vor dem Urlaub)
    „Der Lilo? Na klar kommt der mit“, sagt Sebastian und tätschelt seinem Hund den Kopf. Der Mischling sitzt direkt vor seinem Stuhl und hechelt. Sein Herrchen reicht ihm unauffällig ein Stückerl vom Schweinsbraten unter den Esstisch. „Und das wollt’s euch wirklich antun?“, fragt Sebastians Mutter. „Mit Hund in den Urlaub? Also ich weiß nicht, ob ihr euch da nicht übernehmts, Basti. So lang bist’ mit der Olivia dann auch wieder nicht beisammen, dass ihr so einen langen Urlaub mit Hund schaffts.“ „Mama, geh bitte“, erwidert Sebastian, davon genervt, dass seine Mutter ihn immer noch Basti nennt, obwohl er schon sechsundzwanzig ist. Schön langsam viel zu alt für diesen Babyspitznamen. Eigentlich ist er generell von der Namenwahl seiner Eltern nicht sonderlich begeistert. Sebastian hört sich fix nach einem kleinen Kind an, aber doch nicht nach einem erwachsenen Mann. Es gibt Namen, die nur Kinder haben sollten. Das hat er erst neulich mit seiner Freundin Olli diskutiert. Zum Beispiel ein Benjamin. Die Niedlichkeitsform ist Benny, das macht es um kein bisserl besser. Oder ein Tobias, den dann alle Welt Tobi nennt … Mehr braucht man dazu nicht sagen, oder? Die nimmt im Leben doch keiner ernst, weil man sich immer einen kleinen Buben vorstellt, sobald man den Rufnamen hört. Ein Gernot, ein Viktor oder ein Rudolf dagegen, das sind Namen mit Potenzial, die haben es im Leben sicher viel einfacher. Auch leichter als ein Sebastian. „Erstens, die Olli und ich gehen schon seit über fünf Monaten miteinander und zweitens fahren wir eh nicht allein. Ihre beste Freundin, die Lena, und der ihr Freund kommen mit. Wir können uns eh beim Gassigehen abwechseln. Du tust ja so als wären wir zu deppat zum Herumspazieren.“ „Das ist die Deutsche, gell? Also, die Lena. Die ist eh ganz nett, aber richtig kennen tu ich die halt nicht. Und der Lilo braucht schon Leute, denen er vertrauen kann.“ Seine Mutter kratzt sich an ihrem Doppelkinn. „Weißt was, du kannst den Lilo auch bei mir lassen, wenn’s dir zu viel Aufwand ist, gell?“ „Geh bitte, Mama“, stöhnt Sebastian, „wir sind keine kleinen Babys, die du rund um die Uhr verhätscheln und füttern musst. Verstehst?“ Jetzt schaut die Frau Staller den Lilo traurig an. „Es wär aber schon nett, wenn der Kleine bei mir bleibt. Weißt eh, wegen der Scheidung … ich fühl mich schon manchmal allein in dem großen Haus. Und du bist ja ausgezogen.“ Jetzt fängt das wieder an. Ständig hält sie ihm vor, dass er vor einem Monat das Hotel Mama verlassen hat. Und das gerade jetzt, in dieser für sie so schweren Zeit, mitten in der Scheidung von seinem Vater, der übrigens den stolzen Namen Viktor trägt – Niedlichkeitsform Vickerl, was eher weniger stolz klingt, weshalb er ihm die Namenwahl für dessen Sohn nicht gar so sehr nachträgt. Aber für den Sebastian ist das genau der richtige Moment gewesen, um endlich auszuziehen. Die Mitbewohnerin seiner Freundin Olli ist ausgewandert und da hat die Olli dringend einen neuen Mitbewohner gebraucht, sonst hätte sie sich die Wohnung nicht mehr leisten können. Und das wäre echt schade gewesen, weil sie doch so nah bei der Uni ist. Nur zwei U6-Stationen und dann noch ein paar mit der Straßenbahn entfernt. Dass er immer noch studiert, passt seiner Mutter sowieso auch nicht. Aber was soll er machen? Es hat halt ein paar Semester gedauert, bis er gewusst hat, was ihn wirklich interessiert. Sebastian hat bei der Olli sogar sein eigenes Zimmer, sollte es zwischen ihnen doch nicht mehr so gut passen. Dann könnten sie trotzdem zusammen wohnen bleiben. Aber bis jetzt schaut es so aus, als würde die Beziehung halten. Immerhin planen sie gerade ihren ersten gemeinsamen Urlaub, bevor die Uni wieder losgeht. Mit Sebastians Hund. „Ich vermiss den Lilo eh schon genug, weil er bei dir wohnen geblieben ist. Jetzt lass mich doch wenigstens den Urlaub mit ihm verbringen. Das wird dem kleinen Stinker sicher gefallen. Er kann im Meer baden und am Strand herumlaufen, Löcher graben, reinscheißen …“ „Also, Basti. Wirklich. Solche Wörter will ich nicht in meinem Haus. Seit wann reden wir denn bitte so?“ Sebastian hebt entschuldigend die Hände. „Ja, ja, ich weiß.“ In Wahrheit wollte er sie bewusst damit aufregen. Seine Mutter zählt zu der Kategorie Mensch, die hin und wieder gescheit geärgert gehört. Und Sebastian war im Mütter, Omas und generell im Alte-Frauen-Ärgern schon immer ein Weltmeister. Einmal hat sie ihm sogar eine kleine Trophäe aus Plastik geschenkt, auf der stand „Oskar für den schlimmsten Sohn“. Darauf war Sebastian total stolz. Er war ja damals auch erst zehn Jahre alt. Die kleine goldene Figur hat er sich bis zu seinem sechzehnten Geburtstag aufgehoben, danach hat er sie seinem Bruder weitervererbt, der den Titel als Jugendlicher sogar noch mehr verdient hat als Sebastian selbst. „Dann nimm doch zumindest den Stefan mit in den Urlaub.“ Kaum hat er an ihn gedacht, wird auch schon über den besseren Sohn geredet. Es war eh nur eine Frage der Zeit, bis sie seinen Bruder erwähnt. Der Stefan hat sich in seinen Jugendjahren wie ein echter Haudrauf aufgeführt, aber punktgenau zu seinem zwanzigsten Geburtstag hat er sich wieder in den braven Vorzeigesohn verwandelt, der er als Kind immer schon gewesen war. Das liegt bestimmt an seinem Namen. Stefan. Den kann man nicht verschandeln, egal wie viel Mühe man sich gibt. Ein Stefan kann nur Erfolg haben im Leben. Den nimmt man ernst. Nicht so wie einen Tobias. Oder einen Sebastian. „Wo ist denn der Stefan überhaupt?“ Sebastian versucht es mit einer ausweichenden Frage. Im Normalfall lässt sich seine Mutter auf diese Weise ganz gut vom eigentlichen Gesprächsthema abbringen. Nur nicht heute. „Fällt dir aber eh früh auf, dass der Stefan noch nicht da ist. Der kommt heute erst später zum Essen. Er muss noch eurem Vater in der neuen Wohnung helfen. Aber siehst, der Stefan ist für jeden eine super Hilfe, der könnt dich eigentlich auch mit dem Hund im Urlaub unterstützen.“ „Wir fahren ja nur nach Italien an den Hausmeisterstrand. Mach deshalb nicht so ein Theater, wenn’s geht, ja? Du tust so, als wär der Stefan tausendmal verantwortungsvoller als ich.“ Seine Mutter faltet die Hände und stützt sich auf den altfadrischen Tisch aus Mahagoni. „Na, weil’s auch so ist. Ihr seids gleich alt, Basti. Aber der Stefan hat im Gegensatz zu dir sein Studium schon längst abgeschlossen. Und im Gegensatz zu dir geht er auch brav arbeiten und liegt seinen Eltern nicht auf dem Börserl.“ „Dann bekommt er eh sicher nicht so kurzfristig frei.“ „Geh, red keinen Blödsinn. Er hat ja Gleitzeit oder wie das heißt. Da kann man sich immer freinehmen, wann man will.“ Jetzt war es zwar gerade seine Mutter, die Blödsinn redet, aber das würde er ihr nicht sagen. Es ist sinnlos, ihr eine Tatsache erklären zu wollen und ihr damit gleichzeitig mitzuteilen, dass sie falsch liegt. Nein, das geht gar nicht. Das hat Sebastian schon oft genug miterlebt. Jedes Mal, wenn er ihr widerspricht, endet das in einer endlos langen Diskussion, in der sie seine Worte so oft verdreht, bis sie doch irgendwie recht hat. Oder sie rennt beleidigt aus dem Zimmer. Die zweite Möglichkeit ist eindeutig die sympathischere, wie solch eine Konfrontation enden kann. Aber Sebastian hat einfach keine Lust, es jetzt zu riskieren, dass heute doch Möglichkeit eins eintritt. Deshalb ignoriert er die Aussage seiner Mutter und schiebt sich ein Stück Braten in den Mund, bevor er doch noch etwas Unpassendes sagt. Hin und wieder kann er sich ja doch ganz gut zusammenreißen. „Okay, okay. Ich werd ihn fragen, sobald er da ist.“ Im Hintergrund hört Sebastian das Knallen der Haustür. „Da hast aber ein Glück, er kommt grad“, antwortet seine Mutter, die das Zufallen der Türe wohl auch gehört hat. „Hallo, Mama.“ Stefan drückt seiner Mutter ein Bussi auf die Wange. „Hallo, Weichei“, sagt Sebastian und Stefan sieht ihn böse von der Seite an. „Mein Bruderherz beehrt uns auch wieder mal zum Sonntagsessen?“ Lilo quetscht sich an Sebastian vorbei, schmeißt beinahe den Sessel um, springt Stefan freudig an, sein Speichel tropft auf Stefans Hose. „Und den nervigen Köter habt’s auch wieder ins Esszimmer gelassen, obwohl er das nicht darf. Sehr schön.“ Stefan scheucht Lilo mit einer Hand von sich fort, aber der bespringt ihn gleich ein weiteres Mal. „Wo hast denn die Olli lassen? Die hält mir das Viech immer so gut vom Hals.“ „Bis zu deinem Hals kommt er ja gar nicht, sonst wärst schon tot.“ „Ja, vor Freude hätt er mich zu Tode geschleckt, meinst. Das könnt schon sein. So gutmütig, wie der ist.“ „Sei froh, dass er kein Kampfhund ist, Stefan. Sonst würden die Begrüßungen ganz anders ausschauen.“ „Geh, ihr zwei. Müsst ihr euch immer zanken?...



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