Feldhoff | Perry Rhodan 1890: Shaogen-Himmelreich | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 1890, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Feldhoff Perry Rhodan 1890: Shaogen-Himmelreich

Perry Rhodan-Zyklus "Die Heliotischen Bollwerke"
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-1889-9
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Die Heliotischen Bollwerke"

E-Book, Deutsch, Band 1890, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-1889-9
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Im Außenbezirk der Galaxis - die Wächter verstellen ihnen den Weg Im Herbst 1289 Neuer Galaktischer Zeitrechnung hat es Menschen von der Erde in verschiedene Regionen des Universums 'verschlagen'. Schuld daran ist ein technisches Meisterwerk, das von den Nonggo, die zur nach wie vor mysteriösen Koalition Thoregon gehören, in das Solsystem transportiert wurde. Mit Hilfe dieses Heliotischen Bollwerks ist - so der Wille ihrer Konstrukteure - ein Kontakt zwischen verschiedenen Galaxien möglich, und zwar ohne größeren Zeitverlust. So kommt es auch zum ersten offiziellen Kontakt zwischen Gorhoon, der Galaxis der Nonggo, und der Milchstraße. Aufgrund eines Attentats läuft jedoch alles schief. Das Heliotische Bollwerk spielt verrückt, es vergeht in einer gigantischen Explosion. Zwei Gebiete Terras - im Umfeld von Kalkutta und von Terrania - verschwinden; zurück bleiben sogenannte Faktorelemente. Das heißt, dass die betroffenen Gebiete in einer anderen Region des Universums 'gestrandet' sind. Wo der verschwundene Teil Terranias 'gelandet' ist, weiß bislang niemand; zum Ausgleich kamen über das Faktorelement die barbarischen Dscherro in die terranische Hauptstadt. Es gelingt den Barbaren, Terrania zu erobern, für die Menschen in der Megalopolis beginnt eine Zeit der Leiden. Kalkutta-Nord hingegen kam im Teuller-System heraus, der Heimat der Nonggo. Dort wurden die Terraner mit den Aktivitäten des Chaosmachers konfrontiert. Im letzten Moment konnte die Lage durch Perry Rhodan bereinigt werden, die Menschen in Kalkutta-Nord sind in Sicherheit. Jetzt aber steht die nächste Aufgabe an: Rhodan möchte die Galaxis der Baolin-Nda ansteuern - dieses Volk konstruierte die Heliotischen Bollwerke. Nur die Baolin-Nda können dafür sorgen, dass die versetzten Stadtteile der Erde wieder an ihren Ausgangspunkt zurückkehren. Eine Expedition wird ausgerüstet - sie fliegt nach SHAOGEN-HIMMELREICH ...

Der Gestalter des Perryversums Als jugendlicher Leser stieg er in die PERRY RHODAN-Serie ein, als Autor schrieb er faszinierende Romane, und als Chefautor steuerte er die Handlung über mehr als ein Dutzend Jahre hinweg: Robert Feldhoff, 1962 in Schorndorf geboren, prägte die größte Science-Fiction-Serie der Welt seit den 90er Jahren. Am 17. August 2009 verstarb er nach schwerer Krankheit in Oldenburg. Robert Feldhoff wurde schon als Jugendlicher auf PERRY RHODAN aufmerksam: Er fand die Heftromane seines Vaters und begeisterte sich anfangs nur für die Titelbilder, bevor er mit der Lektüre begann. Darauf folgte bald der Wunsch, selbst Geschichten zu verfassen. Nach dem Abitur hatte er ein Studium der Wirtschaftswissenschaften begonnen und schrieb in seiner Freizeit eigene Kurzgeschichten und Romane, die er nach einiger Zeit bei Verlagen einreichte. Unter anderem schickte er Manuskripte an die PERRY RHODAN-Redaktion, wo man rasch sein Talent erkannte. Als erster Roman erschien im Frühjahr 1987 'Der Alpha-Asteroid', ein PERRY RHODAN-Taschenbuch. Kurz darauf wurde der damals gerade 25-Jährige in das Autorenteam aufgenommen. 'Die Harmonie des Todes', der als Band 1328 veröffentlicht wurde, war sein erster Beitrag für die PERRY RHODAN-Erstauflage. Der 'Jung-Autor' entwickelte sich dank glänzend geschriebener Romane innerhalb kürzester Zeit zu einem Liebling der Leserschaft. Er überzeugte durch Ideenreichtum und stilistische Brillanz; seine Figuren handelten stimmig, egal, ob es sich um Menschen, Außerirdische oder Roboter handelte. Zu seinen faszinierenden Schöpfungen gehörte unter anderem der Roboter Voltago, dessen Geheimnisse über mehrere hundert Romane hinweg immer wieder eine Rolle spielten. Seit 1993 wirkte Robert Feldhoff in der Exposé-Arbeit für die PERRY RHODAN-Serie mit; ab Band 1800 und mit dem Start des THOREGON-Zyklus bildete er mit Ernst Vlcek das Exposé-Team. Nachdem Ernst Vlcek im Dezember 1999 seinen Rückzug von der Exposé-Arbeit verkündet hatte, war Robert Feldhoff, gelegentlich als 'der große Stille aus dem Norden' charakterisiert, ab Band 2001 allein für die Steuerung der größten Science-Fiction-Serie der Welt zuständig. Für mehr als 500 PERRY RHODAN-Romane sowie zahlreiche Nebenprojekte erstellte er die Handlungsvorgaben, nach denen die wöchentlichen Folgen der Serie geschrieben wurden. Seine Arbeit gestaltete den roten Faden und die großen Zusammenhänge, seine Ideen ermöglichten den Autoren, mit ihren Romanen zu glänzen. Gesellschaftliche Entwicklungen und Diskussionen flossen in die Exposé-Arbeit ein, Themen aus Kultur und Politik griff Feldhoff immer wieder auf. Zu Beginn des Jahres 2009 zeichnete sich eine schwere Krankheit ab, die ihn daran hinderte, weitere Exposés und Romane für die Serie beizusteuern, worauf Uwe Anton zunächst seine Vertretung in der Exposé-Redaktion übernahm. Als Robert Feldhoff am 17. August 2009 im Alter von nur 47 Jahren starb, wurde Uwe Anton schließlich sein Nachfolger als Chefautor der PERRY RHODAN-Serie.
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2.


Poulton Kreyn fühlte sich wie ein notdürftig geschnürtes Paket aus Muskeln und Organen. Bis er nach seinem Unfall wieder auf die Beine kommen würde, konnte es noch ein paar Tage dauern. Dabei musste er froh sein, dass er den Unfall überstanden hatte.

»Ich habe einen verdammten riesengroßen Hunger!«, brüllte er verzweifelt. Seine Stimmkraft ließ die Wände zittern. »Ihr seid verfluchte Folterknechte! Gebt mir was zu essen!«

Niemand reagierte auf den Ausbruch. Dafür löste sich ein Nagel aus der Wand, und die Photographie eines alten Imperiumsraumers, die an dem Nagel gehangen hatte, polterte zu Boden. Der Rahmen zerbrach. Poulton Kreyn sah das vergilbte Photo zerrissen zwischen den Scherben liegen.

Aus einem nicht nachvollziehbaren Grund hatte die Photographie als einzige persönliche Habseligkeit die Havarie der ÖRVEN überstanden. Sonst war alles vernichtet, verbrannt, verkokelt, auch seine Besatzung. Keiner außer Kreyn hatte die Havarie der ÖRVEN überlebt.

Er fühlte sich jedoch schuldlos an dem Unglück. Wer sich freiwillig an Bord eines Seelenverkäufers begibt, der muss mit dem Schlimmsten rechnen, und seine Leute hatten das zweifellos auch getan.

Keiner von den Halsabschneidern war so naiv gewesen, dass er sich in Sicherheit wähnte.

Rettungskreuzer hatten die Trümmerstücke aufgesammelt, jenseits der Plutobahn, und als einzigen Überlebenden Poulton Kreyn entdeckt. Auch er hatte es nur deshalb überstanden, weil er ein Ertruser war. Ertruser verfügten über völlig andere Reflexe als normalsterbliche Menschen. Ertruser waren begnadete Piloten, sie waren unerhört reaktionsschnell, bestanden aus sechzehn Zentnern Muskelmasse und etwa einer halben Tonne Hirn.

Poulton Kreyn fühlte sich als typischer Ertruser. Kein Wunder, dass er noch eine Rettungsboje erwischt hatte und seine Leute eben nicht.

Die LFT-Behörden hatten viele peinliche Fragen gestellt. Kreyn hatte keine davon beantworten können. Insbesondere nicht, wieso der Reaktor explodiert war und wieso keines der Sicherheitssysteme funktioniert hatte.

Er nahm an, dass irgendwer aus der Besatzung wichtige Teile demontiert und heimlich verscherbelt hatte; aber das konnte Kreyn den Behörden schlecht als Erklärung anbieten.

Seither lag er in diesem Hospital mitten in einem armseligen Nest namens Kalkutta und wartete darauf, dass er sich endlich wieder bewegen konnte.

Ihm fehlte der Weltraum. Er gehörte nicht ins Bett, sondern in den Leitstand eines Sternenschiffes. Selbst die sterilsten Raumer besaßen einen ganz eigenen, feinen Geruch. Erfahrene Raumfahrer konnten ihr Schiff mit der Nase von jedem anderen unterscheiden, mit verbundenen Augen, von jedem noch so stinkenden Ort im Inneren aus.

In diesem Hospital roch es nicht nach Maschinen. Es roch nach Medikamenten und nach Gesundheitsfutter.

Kreyn nahm sich vor, die verantwortlichen Ärzte entweder zu zerquetschen oder aber aufzuessen – als Strafe dafür, dass sie ihn dieser menschenunwürdigen Diät aussetzten.

Kein Wunder, dass er noch immer nicht gesund war. Kein Wunder, dass er täglich einige Kilogramm Gewicht verlor. Wenn er an sich hinabblickte, konnte er schon wieder seine Zeugungsorgane sehen. Er sah voraus, dass er seinen Bauch vollständig einbüßen würde.

»Ihr verdammten Hundesöhne!«, krakeelte er mit der Lautstärke eines startenden Impulstriebwerks. »Wenn ich euch in die Finger kriege, mach' ich Pudding aus euch!« Und streue Karamell oben drüber, dachte er grimmig bei sich.

Obwohl sich niemand sehen ließ, mussten die Pfleger sein Geschrei sehr wohl vernommen haben. Sie löschten das Licht und verdunkelten die Fenster, obwohl es mitten am Tag war.

»Mittagsschlaf«, murmelte der Ertruser ohnmächtig. »Was für eine entwürdigende Strafe!«

*

Poulton Kreyn beruhigte sich im Lauf der folgenden Tage. Jedenfalls versuchte er das, mit dem Hintergedanken, dass er seine Haftbedingungen vielleicht ein wenig lockern könnte. Tatsächlich gelang es ihm, sich bei einer Pflegerin einzuschmeicheln. Sie steckte ihm einige Pfund Schokolade zu, aus purem Mitleid. Er vertilgte den Happen zwischen Mittag- und Abendessen.

Aber das war auch schon alles, was Kreyn erreichte. Ansonsten hörte er immer die gleiche Leier. »Du bist schwer verletzt«, sagten sie, »und du bist fett wie ein Fass. Wir kriegen dich schon wieder hin, Poulton. Hab nur ein bisschen Geduld.«

Er hatte keine Geduld, sondern er hatte Hunger. Er musste in den Weltraum zurück. Doch das schien keinen in der Klinik zu kümmern.

Mit einer gewissen Unruhe sah er seiner Gesundung entgegen. Er nahm an, dass er von den Behörden ein weiteres Mal vernommen werden würde.

Kreyn fühlte sich nicht als Verbrecher, schon gar nicht als Mörder. Sicher war nicht alles astrein gewesen, was er getan hatte, das eine oder andere hatte klar gegen geltendes Recht verstoßen. Aber ein Verbrecher? Nein, das war er nicht. Kreyn musste es den Quälgeistern von der LFT nur klarmachen.

Als er sich fast schon wieder richtig bewegen konnte, passierte die Katastrophe.

Er schaute Trivideo, den überaus beliebten Nachrichtensender Terrania News Report, und bekam die Sache mit den Heliotischen Bollwerken mit.

Der nördliche Teil von Kalkutta wurde demnach von einer sogenannten Faktordampf-Barriere eingeschlossen. Das eingezäunte Gebiet maß rund dreißig mal zwanzig mal zehn Kilometer.

Und dann schaltete sich Terrania News Report ohnehin ab. Einfach so. Ein lokaler Sender schaltete sich nach einiger Zeit ein und machte ihm die Ereignisse klar.

Soweit er verstanden hatte, wurde alles im Inneren der Barriere in eine fremde Galaxis transportiert. Häuser, Menschen, Tiere, Wälder und Fabriken, Gleiterfahrzeuge, einfach alles. Es war, als habe jemand einen Teil der Erde einfach herausgeschnitten und auf einen anderen Planeten versetzt. Deshalb auch keine Trivid mehr; Terrania News Report sendete aus Terrania City. Und das lag jetzt in einer anderen Sterneninsel.

Wäre es Olymp gewesen, Ferrol oder sogar Arkon, man hätte sich keine großen Gedanken gemacht. Man wäre einfach ins nächste Raumschiff gestiegen und nach Hause gereist.

So aber … Kreyn versuchte, möglichst selten daran zu denken, doch es klappte nicht.

Der Name der fremden Galaxis lautete Gorhoon. Und die Rasse, die sie widerwillig auf ihrer Welt beherbergte, nannte sich Nonggo.

Wenn er aus dem Fenster blickte, dann sah er den grauen Himmel. Poulton Kreyn machte sich klar, dass er unglaublich weit von zu Hause entfernt gestrandet war, zusammen mit diesen Leuten und dieser fürchterlichen Stadt, die er nicht mal richtig kannte.

Im Lauf der nächsten Tage fügte sich das Puzzle zu einem Bild. Kalkutta-Nord war auf einer Art fliegendem Riesenrad gelandet. Die Hauptstadt der Fremden, Kenteullen, lag nur ein paar Kilometer entfernt. Zur Milchstraße gab es keinen Kontakt mehr.

Kurz darauf überschlugen sich die Ereignisse. Kreyn bekam mit, dass sich die Nonggo in großen Schwierigkeiten befanden. Die Explosion des Bollwerks erwies sich als verhängnisvoll für das sogenannte Neuron, eine Art universelle Verbindung zwischen allen Nonggo-Individuen des Systems.

Die Fremden standen kurz davor, sich selbst auszulöschen – und die schiffbrüchige Stadt von Terra gleich mit.

Am Ende nahte die Rettung aus einer Richtung, die Poulton Kreyn niemals erwartet hatte.

Mitten in Kalkutta-Nord befand sich ein Knotenpunkt der Brücke in die Unendlichkeit, ein sogenannter Pilzdom. Wieso, weshalb, warum – keiner wusste es.

Jedenfalls kamen aus dem Dom drei Personen zum Vorschein. Die eine war Perry Rhodan, die andere Reginald Bull, und Nummer drei war eine extraterrestrische Witzfigur namens Foremon, die Poulton Kreyn niemals vorher gesehen hatte.

Die Nachricht schien ihm noch unglaublicher als alles andere vorher.

Perry Rhodan.

Was hatte der berühmteste aller Unsterblichen ausgerechnet in Kalkutta zu suchen?

Poulton Kreyn war 233 Jahre alt. Seine Jugend hatte er auf einer Dschungelwelt namens Boyter verlebt, in ständiger Alarmbereitschaft, immer auf der Flucht vor Monos' Schergen. Damals war die Milchstraße Besatzungsgebiet gewesen. Freie Menschen hatten kaum existiert; höchstens versprengte Ertrusergruppen, so wie die, mit der Kreyn seine Kindheit verbracht hatte.

Die Menschen und Ertruser, die noch aus eigenem Erleben die Dunklen Jahrhunderte kannten, starben allmählich aus. Unter ihnen besaß der Name Perry Rhodan einen besonderen Klang. An den Lagerfeuern und in den getarnten Gleitern hatte man voller Ehrfurcht seinen Namen genannt, und man hatte sich danach gesehnt, dass Perry Rhodan kommen und die Rettung bringen würde.

Rhodan war dann tatsächlich aufgetaucht. Er war es, der Monos besiegt hatte, er war es, dem sie alle ihre Freiheit verdankten.

Längst Geschichte, vergessen und vorbei – das zeigte die Art und Weise, wie die galaktischen Zivilisationen sich heutzutage zu Rhodan stellten.

»Ihr dummen Küken«, murmelte der Ertruser. »Ihr vergesst so schnell.«

Poulton Kreyn stiegen Tränen in die Augen, als er an den Tag der Erlösung dachte. Er konnte sich an das Datum nicht mehr erinnern, aber er wusste noch genau, wie er sich zum ersten Mal als freier Mann in den Leitstand eines Raumschiffs gesetzt hatte. Seitdem hatte er Boyter nicht wiedergesehen. Seine Heimat war der Weltraum geworden.

Und nun war dieser Rhodan hier.

Kreyn wurde fast ohnmächtig vor Wut, als er sich klarmachte, dass er das Bett nicht verlassen durfte. Einige Tage noch, so schätzte er, und er könnte...



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