Fenske | Billionaires Next Door - Nerds küsst man nicht | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 270 Seiten

Reihe: LYX.digital

Fenske Billionaires Next Door - Nerds küsst man nicht


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7363-1307-1
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 270 Seiten

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-7363-1307-1
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Alles begann mit einer Liste ... Einer Sexliste!

Cassie Michaels möchte am liebsten vor Scham im Boden versinken. Ihr Computerbildschirm ist eingefroren und der sexy Nerd, der ihn reparieren soll, kann genau sehen, dass sie eine Liste mit erotischen Szenarien erstellt hat - Fantasien, die sie für den Junggesellinnen-Abschied ihrer Schwester benötigt. Doch wäre es nicht großartig, ihre geheimsten Träume in die Tat umzusetzen? Am liebsten mit dem sexy Mann, der die Augen nicht von ihr abwenden kann ...

'Oh mein Gott, war dieses Buch gut! Supersüß, superlustig, supersexy. Ich habe es geliebt!' BETWEEN THE BOOKS

Auftakt der BILLIONAIRES-NEXT-DOOR-Serie von Bestseller-Autorin Tawna Fenske

Dieser Roman ist bereits in einer früheren Ausgabe bei LYX.digital unter dem Titel KISS. PLAY. LOVE. erschienen.

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Weitere Infos & Material


1


Simon

»Hallo, Sie? Ich brauche dringend mehr Arbeitsspeicher, und ich hatte gehofft, Sie hätten da was für mich.«

Als ich mich umdrehe, steht eine heiße Blondine vor mir, mit knallroten Lippen und in einem schwarzen Kleid, das so eng ist, dass es gut und gerne auch ein Druckverband sein könnte. Ihr Tonfall würde besser zu einer dieser Damen von den Sex-Hotlines passen, und dem Blick nach zu urteilen, den sie gerade auf meine Weichteile wirft, hat sie diesen Spruch wohl geprobt, bevor sie in meinen Laden marschiert kam.

Ja, mein Laden. Mir gehören alle 26 Filialen von Hot Swap Computer - Verkauf und Reparatur, im Pazifischen Nordwesten. Allerdings traue ich mich heutzutage nur noch selten aus meinem Hinterzimmer. Dass die Blondine gerade mit ihrem Vorbau wie zufällig meinen Unterarm berührt hat, ist einer der Gründe dafür.

»Ich erkenne Sie wieder, von dem Artikel, der vor ein paar Wochen in Men’s Health war«, fährt sie fort und rückt mir noch etwas näher auf die Pelle. »›Lernen Sie den jungen Unternehmer mit Mut, Muskeln und Millionen kennen.‹ Ich wusste, hier würde ich die besten Speichermodule bekommen.«

»Als Erstes«, erwidere ich und trete einen Schritt zurück, »müssen Sie festlegen, wie viel Speicher Sie brauchen.«

Sie reißt die Augen weit auf und leckt sich über die Lippen. »Ja«, haucht sie. »Ich glaube, ich kann eine Menge brauchen.«

Ich deute auf das andere Ende des Verkaufstresens. »Das 16 Gigabyte Hyper X Fury mit Heatspreader ist gerade im Angebot«, sage ich und beobachte, wie sie die Augen noch weiter aufreißt. »Carl da drüben ist unser Experte. Er hilft Ihnen gerne weiter.«

Die Blondine sieht mich verwirrt an und versucht sich darüber klar zu werden, ob ich gerade etwas Unanständiges gesagt oder sie abblitzen lassen habe.

Letzteres trifft zu.

Das scheint auch ihr zu dämmern, als ihr Blick auf das sommersprossige Gesicht meines schlaksigen Geschäftsleiters fällt, der am anderen Ende des Tresens steht. Sein begeisterter Gesichtsausdruck und sein überenthusiastisches Winken deuten an, dass er ihr wirklich nur zu gern hilft, und vielleicht bekommt er gerade dort hinter dem Tresen einen Ständer.

Darüber denke ich lieber nicht weiter nach.

Aber ich schlage einen etwas versöhnlicheren Ton an, als ich ihre Klauen von meinem Unterarm löse. »Wenn Sie mich bitte entschuldigen, ich muss noch mit meinem neuen Angestellten eine Einsatznachbesprechung machen. Danke, dass Sie uns bei Hot Swap als Kundin beehren.«

Ich mache mich aus dem Staub, bevor sie irgendeinen blöden Spruch über Einsatznachbesprechungen anbringen oder mich fragen kann, ob ich etwas da habe, das Plug and Play ist. Ich weiß, dass das als Nächstes kommen würde. Reinstecken und abspielen, ich kenne sie alle, diese blöden Zweideutigkeiten.

Aber ich entkomme ohne weitere Zwischenfälle und verkrieche mich im Hinterzimmer, wo mein neuer Mitarbeiter geduldig zwischen den Spinden der Angestellten und dem Kickertisch wartet, den ich dort als Pausenvergnügen aufgestellt habe. Corey ist ein fröhlicher junger Mann mit Leidenschaft für Technologie, einem ansteckenden Lachen und Downsyndrom. Er hat soeben seine erste Arbeitswoche hier in meinem Arbeitsbefähigungsprogramm beendet.

»Tut mir leid, dass du warten musstest«, sage ich. »Hier ist dein erster Gehaltsscheck.«

Er strahlt, als hätte ich ihm gerade den Schlüssel zu meinem Mercedes gegeben, und ich spüre, wie mir das Herz aufgeht. Er nimmt den Umschlag und packt meine Hand, um sie zu schütteln. »Danke«, sagt er mit einem Grinsen, das von einem Ohr zum anderen reicht. »Sarah holt mich gleich ab, und dann fahren wir zu Sizzle Pie, um zu feiern. Jetzt kann ich alles bezahlen, was sie heute Abend essen möchte.«

Sarah ist eine der Prozessbegleiterinnen, die das Gruppenheim leiten, in dem Corey lebt. Als wäre die Erwähnung ihres Namens ihr Stichwort, taucht sie in der Hintertür auf, den Autoschlüssel in der Hand. Lächelnd begrüßt sie uns. »Hallo, Corey. Hallo, Simon. Seid ihr beide bald so weit?«

»Ja!« Corey strahlt. »Ich habe meinen ersten Gehaltsscheck bekommen!«

»Und du hast jeden Cent verdient«, versichere ich ihm. »Du leistest hier großartige Arbeit.«

Das meine ich durchaus ehrlich. Corey ist einer von etwa vier Dutzend Erwachsenen mit Behinderung, die ich im Rahmen des Arbeitsbefähigungsprogramms eingestellt habe, seit ich vor vier Jahren mit dem Programm begonnen habe. Wenn ich seinen Enthusiasmus und sein umgängliches Wesen in Flaschen abfüllen könnte, würde ich meine sämtlichen gut sechshundert Mitarbeiter damit beträufeln.

Sarah, die in der Tür stehen geblieben ist, lächelt mich an. Es ist nicht dieses offen zum Sex auffordernde Lächeln der Blondine von vorhin, aber da schwingt unterschwellig etwas Einladendes mit, das ich durchaus wahrnehme. Sie ist nett, intelligent und fleißig, hübsch wie das typische Mädchen von nebenan.

Außerdem hat sie einen festen Freund, was, selbst wenn sie mein Typ wäre, für mich ein absolutes Ausschlusskriterium darstellen würde.

»Hast du für das Wochenende was Schönes vor?«, fragt sie mich, während Corey seine Sachen zusammensucht und in einem großen roten Rucksack verstaut.

»Nur ein paar Dinge aufarbeiten, die liegen geblieben sind«, erwidere ich. »Vermutlich gehe ich Samstag ins Fitnessstudio oder mache eine Wanderung, und Sonntag treffe ich mich mit Junie zum Mittagessen.«

Als Sarah den Namen meiner kleinen Schwester hört, lächelt sie erneut, dann dreht sie sich um, um mit Corey zu ihrem Wagen zu gehen. »Arbeite nicht zu viel«, ruft sie mir über die Schulter noch zu, bevor sie die Tür hinter sich schließt.

Ich tue nicht einmal so, als wollte ich ihren Rat befolgen. Ich arbeite nur dann nicht viel, wenn ich mich ordentlich amüsieren will, und um ehrlich zu sein, habe ich das in letzter Zeit ein bisschen vernachlässigt. Nicht dass mir die Gelegenheit fehlen würde, mich zu amüsieren. Die Blondine von vorhin ist der beste Beweis dafür.

Aber wenn ich ehrlich bin, ist die Zeit der One-Night-Stands irgendwie vorbei. Ich mag mich nicht mehr mit Frauen einlassen, die mich als Geldautomat mit Schwanz betrachten.

Was aber nicht heißt, dass ich auf der Suche nach einer festen Beziehung wäre. So sehe ich meine Zukunft ganz und gar nicht. Ich brauche nur mal ein bisschen Pause.

Ich höre im Laden die Türklingel und schaue durch das Fenster. Carl ist noch immer mit der Blondine beschäftigt. Verdammt. Pete ist in der Mittagspause, und Shelly ist heute krank, also bleibt nur meine Wenigkeit, um die Person zu bedienen, die gerade zur Tür hereingekommen ist. Ich nehme mir noch einen Moment Zeit, meine Brille mit dem Saum meines schwarzen T-Shirts zu putzen, bevor ich die Tür aufstoße und in den Laden trete.

Bei ihrem Anblick bleibe ich wie angewurzelt stehen.

Nachdem ich innerhalb von zehn Minuten von zwei Frauen mit Blicken ausgezogen worden bin, braucht mein Gehirn ein wenig Zeit, um zu kapieren, dass dieses Mädchen quasi das Gegenteil tut. Sie vibriert vor Anspannung, das dunkle Haar ist zu einem unordentlichen Knoten hochgesteckt, der von einem angekauten Bleistift notdürftig zusammengehalten wird. Die Stirn hat sie in tiefe Falten gelegt. Sie trägt ein unförmiges orangefarbenes Sweatshirt mit der Aufschrift »OSU Pflanzen- und Bodenkunde« oberhalb der Stelle, wo ich ihre linke Brust vermute, und eine graue Yogahose, die ihre Oberschenkel eng umhüllt. Der Effekt wird allerdings von einem braunen Fleck auf einem der Schenkel zunichte gemacht, vielleicht Schokolode, vielleicht Dreck, das ließe sich nur raten. Sie starrt auf ihren Laptop hinunter, als habe der gerade ihr Referat gefressen und auf dem Teppich wieder von sich gegeben.

Dann sieht sie hoch, und der Anblick ihrer Augen, grün wie eine Heineken-Flasche, haut mich schier um. Sie schaut mich kurz verblüfft an, dann entspannen sich ihre Gesichtszüge ein wenig.

»Ich brauche Hilfe.« Keine lange Vorrede, keine Doppeldeutigkeit, nichts Anzügliches.

Schade eigentlich.

Nein, das ist nicht schade.

Ich stelle mich ihr gegenüber hinter den Tresen. »Was kann ich für Sie tun?«

»Mein Laptop. Er reagiert nicht mehr.« Sie klappt ihn auf, sieht mich aber nicht an. »Ich … ähm … ich habe gestern Nacht ein Glas umgestoßen, und dann hat es so ein zischendes Geräusch gegeben. Ich habe versucht, ihn sauber zu machen, aber jetzt reagiert er nicht mehr, und ich weiß nicht, was ich tun soll.«

Ihre Worte überschlagen sich fast. Ich bin so damit beschäftigt, sie zu betrachten - die geröteten Wangen, die vollen Lippen -, dass ich beinahe übersehe, wie sie mit dem Ärmel ihres Sweatshirts den Bildschirm abdeckt. Ich werfe einen Blick auf die Tastatur, die an einer Stelle etwas klebrig wirkt, sonst aber einen sauberen Eindruck macht.

Ich greife nach dem Laptop, um ihn zu mir herüberzuziehen. »Lassen Sie mich mal sehen …«

»Nein!« Sie packt den Computer und zieht ihn zurück. Ihr Ärmel verdeckt noch immer den Bildschirm. Dies ist das seltsamste Tauziehen, an dem ich je teilgenommen habe.

Ich sehe sie mit gerunzelter Stirn an. »Es ist nicht ganz einfach, das Problem zu beheben, wenn ich den Computer nicht anschauen darf.«

»Stimmt.« Sie beißt sich auf die Lippe, und irgendetwas rührt sich in meiner Brust. »Ähm … gibt es irgendeine Möglichkeit, dass Sie das tun, ohne genauer auf den Bildschirm zu schauen?«

Aha. Ich verstehe. Es ist...



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