Ferber Sprachwehen
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-95808-469-8
Verlag: Neofelis
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Über Schmerz und den Ursprung der Sprache
E-Book, Deutsch, 250 Seiten, Format (B × H): 150 mm x 210 mm
ISBN: 978-3-95808-469-8
Verlag: Neofelis
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Sprache und Schmerz werden üblicherweise als Gegensätze gedacht: Auf der einen Seite die Sprache, die sich mit Ausdruck und Kommunikation befasst und Beziehungen herstellt, während der Schmerz auf der anderen Seite gerade nicht mit Worten auszudrücken, zerstörerisch und isolierend ist. Sprachwehen hinterfragt diese vertrauten Vorstellungen und schlägt eine neue Perspektive auf das Verhältnis von Sprache und Schmerz vor, die die Wesensverwandtschaft der beiden enthüllt.
Ilit Ferber geht davon aus, dass die Erfahrung von Schmerz nicht erforscht werden kann, ohne dessen innere Beziehung zur Sprache zu berücksichtigen, und umgekehrt: Das Wesen der Sprache zu verstehen, hängt essenziell von der Darstellung ihrer Beziehung zum Schmerz ab. Sprachwehen diskutiert vor diesem Hintergrund sowohl philosophische als auch literarische Texte und macht deren Schnittstellen insbesondere für eine Phänomenologie des Schmerzes und seinen Einfluss auf Sprache produktiv.
Dabei gibt ein close reading von Johann Gottfried Herders Abhandlung über den Ursprung der Sprache (1772), dem ersten modernen philosophischen Text, der Sprache und Schmerz miteinander verbindet, Aufschluss über den ‚Schmerzensschrei‘ als Ursprung der Sprache. Herder verleiht der Beziehung zwischen Mensch und Tier hohe Relevanz und verweist auf wichtige Funktionen des Mitleids und des Hörens für die Schmerzerfahrung. Martin Heideggers relativ unbekanntes Seminar von 1939 über Herders Text zum Sprachursprung liefert weitere wichtige Hinweise auf Konzepte des Schmerzes, seinen Ausdruck und das Hören. Als literarischer Text ist Sophokles’ Philoktet für Herders Abhandlung zentral und daher ebenso für den Blick auf Schmerz, Ausdruck, Mitleid und Hören. Denker wie Stanley Cavell, André Gide und Werner Hamacher ergänzen die Erkenntnisse über den wesentlichen Zusammenhang von Sprache und Schmerz.
Mit diesem Band liegt Ilit Ferbers vielbeachtetes Buch Language Pangs. On Pain and the Origin of Language nun auch in deutscher Sprache vor, in der Übersetzung von Peter Brandes.
Weitere Infos & Material
1;Cover;1
2;Half Title;2
3;Title Page;4
4;Table of Contents;6
5;1 Über Schmerz und den Ursprung der Sprache;10
5.1;Eine Phänomenologie des Schmerzes;14
5.2;Die zwei Paradigmen;21
5.3;Schmerz und Sprache;28
5.4;Herder;31
5.5;Philoktet;35
5.6;Sprachwehen;40
6;2 Eine Sprache des Schmerzes. Herder und der Ursprung der Sprache;44
6.1;Die Frage nach dem Ursprung der Sprache;44
6.2;Herders zwei Figuren des Philoktet;49
6.3;Der schreiende Philoktet: Herders Theorie über den Ursprung der Sprache;52
6.4;Der schweigende Philoktet: Herders ästhetische Theorie;63
6.5;Mitgefühl;70
6.6;Das Prinzip des Ausdrucks;84
7;3 Sprache und Aufmerksamkeit. Herder über Besonnenheit;90
7.1;Herders zwei Sprachen: Empfindung und Reflexion;90
7.2;Besonnenheit: Gewahrsein und Reflexion;93
7.3;Sprache und Aufmerksamkeit;100
7.4;„Ha! Du bist das Blöckende“: Sprache und Ton;105
7.5;Ein Ohr für die Sprache;116
7.6;Ah! und Ha!;121
7.7;Rousseau über Sprache und Schmerz;126
7.8;Sprache als Beziehung: Herder und Rousseau;136
8;4 Sprache und Gehör. Heideggers Herder;146
8.1;Das Problem;151
8.2;Der „Lautcharakter“ der Sprache;155
8.3;Hören und Horchen;163
8.4;Das Schweigen der Sprache;169
8.5;Eine abschließende Bemerkung über den Schmerz;176
9;5 Schmerz, Ausdruck und Mitleid;182
9.1;Die Figur des Philoktet;182
9.2;Die Szene des Schmerzanfalls;186
9.3;Wissen und Anerkennung: Cavell;192
9.4;Die Schönheit der Sprache: Gide;204
9.5;„Sprache, und zwar jede, ist die Sprache des Schmerzes“;211
10;6 Sprachwehen;220
10.1;Ein drittes Paradigma;220
10.2;Abschluss;224
11;Danksagung;233
12;Siglenverzeichnis;235
13;Literaturverzeichnis;236
14;Abbildungsverzeichnis;245
15;Colophon;249
16;Backcover;250




