E-Book, Deutsch, Band 1, 342 Seiten
Reihe: Dream
Ferdinand Dream
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7557-9360-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
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E-Book, Deutsch, Band 1, 342 Seiten
Reihe: Dream
ISBN: 978-3-7557-9360-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Christine Ferdinand ist 1985 in Niedersachsen geboren. Neben der Rolle als Mutter, Ehefrau und Technische Beraterin schlägt ihr Herz leidenschaftlich für das Schreiben von Büchern.
Autoren/Hrsg.
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Kapitel 1
Mit größter Mühe öffnete ich meine müden Augen und starrte direkt in die Sonne. Sie blendete so dass ich mich mit einem Ruck herum rollte und auf der anderen Seite im Schatten lag. Obwohl es erst sieben Uhr morgens war, brannte die Sonne durch meinen Schlafanzug hindurch auf meinem Rücken. Die Luft wirkte, wie in jedem Sommer, erdrückend. Doch das war normal und man gewöhnte sich ziemlich schnell an das Klima. Schon seit meiner Geburt, also genau achtzehn Jahren, wohnte ich bereits in dieser kleinen Stadt Namens Flagstaff, in Arizona.
Auch wenn ich gerne noch länger hätte schlafen wollen, mein Wecker, der mich unermüdlich ansah, zeigte mir das ich wohl oder übel aufstehen musste, wenn ich nicht zu spät kommen wollte. Doch der Gedanke das heute bereits Freitag wäre und am Ende des heutigen Schultages das Wochenende begann, gab mir den nötigen Anstoß aufzustehen.
Mit einem Satz sprang ich aus dem Bett. Leicht ungeschickt, aber dennoch auf beiden Füßen gelandet, stand ich da.
Schnell schnappte ich mir ein frisches Handtuch aus dem Schrank und huschte über den langgezogenen Flur ins Bad, um zu duschen.
„Lexa Schatz, beeil dich du kommst sonst zu spät“, rief meine Mutter von unten. Mom war mein persönlicher zweiter Wecker. Es war mir unmöglich zu verstehen, wie sie immer genau wusste wo ich wann zu sein hatte. Ok, wann die Schule anfing, das konnte ich mir noch erklären das sie das mittlerweile gut wusste, aber so manche Verabredungen hätte ich ohne ihre Hilfe oft versäumt.
Wie sonst, vergaß ich auch an diesem Morgen unter der Dusche die Zeit. Vielleicht sollte ich dieses Ritual lieber auf den Abend verlegen?!
Meine dunkel-braunen schulerlangen Haare sahen aus wie eine nasse schlafende Katze mitten auf meinem Kopf. Das hatte ich nun von der Trödelei. Es blieb keine Zeit mehr, um sich großartig zurecht zu machen. Ich bürstete mir schnell die feuchten Knoten heraus, sprang in meine schwarzen Capri Hosen und zog mein rotes Liebslings-Shirt über.
So schnell es ging sprintete ich die Treppe hinunter. Unten angekommen, ging ich gar nicht erst in die Küche. Ich schaffte es eh nicht mehr etwas zu frühstücken. Unter Stress riss ich den Schuhschrank unter der Treppe auf. Diejenigen Schuhe, welche nicht zu meinem derzeitigen Outfit passten, flogen quer in alle Richtungen.
Es war immer das gleiche. Da meine Lieblingsfarbe rot war, sind alle meine Anziehsachen in einer ähnlichen Farbe wie z.B. rosa, bordeaux und natürlich schwarz und weiß. Passende Outfits waren somit schnell zusammengestellt; aber mit den Schuhen war es immer so seine eigene Sache. Das meine Sammlung ausschließlich aus High-Heels bestand, verstand sich von selbst. Ich war nur knappe 1,60m groß und um somit in der Schule nicht wie ein Gnom da zu stehen, trug ich grundsätzlich nur hohe Schuhe.
Alles klar, heute würden es die schwarzen Peap-toas werden. Elegant, sexy, passend zum Outfit und zu mir selbst.
Kaum hatte ich die Schuhe an meinen Füßen, machte ich die Haustür auf. Plötzlich hörte ich meine Mutter aus der Küche kommen.
„Moment Lexa! Und guten Morgen erst einmal mein Schatz“, sagte sie und gab mir einen Kuss auf die Stirn.
„Hier“, sie hielt in der einen Hand eine braune Lunchtüte und in der anderen einen Becher mit Kaffee.
„Damit du heute nicht verhungerst und wach in der Schule ankommst!“ Abwechselnd wackelte sie erst mit der Tüte und dann mit dem Becher Kaffee. Auf ihrem Gesicht lag ein warmes Lächeln wie es nur Mütter haben konnten. Ich lächelte zurück und verstaute die Tüte in meinem Rucksack. Bereits auf dem Weg zu meinem Auto nippte ich am Becher.
„Viel Spaß“, rief Sie mir noch hinterher.
„Danke.“
Im Auto eingestiegen stellte ich den Becher in den Getränkehalter. Mein Auto war großartig. Nicht nur wegen dem Getränkehalter. Noch viel mehr dieser kleinen hilfreichen Dinge befanden sich überall versteckt. Der wesentlichste Unterschied zwischen meinem Auto und den Autos meiner Mitschüler war, dass es sehr neu war. Doch im Großen und Ganzen war es auch nur ein normaler schwarzer Kleinwagen. Viele Mitschüler fuhren die Autos von deren Eltern auf oder konnten sich nur ein sehr altes Auto für wenig Geld leisten. Mein Auto hatte mein Dad mir geschenkt als ich meinen Führerschein bestanden hatte. Er wollte es nicht sagen, aber ich hatte damals gespürt das meine Eltern, und vor allem mein Vater, mir solch ein großes übertriebenes Geschenk machte, da ich beide nicht so oft zu sehen bekam. Mein Vater Ron war durch seine Arbeit als Ingenieur sehr viel im Außeneinsatz. Alice, meine Mutter arbeitete als Sekretärin in einer großen Immobilienfirma. Schon als ich noch ein kleines Kind war, hatte sie dort angefangen zu arbeiten. Mittlerweile war sie sozusagen die Chefin der Büroarbeit. Da Sie immer erst mittags anfing, kam Sie meist weit nach Mitternacht nach Hause. Somit sahen auch wir uns nicht sonderlich viel.
Mich störte das alles nicht weiter. Ich lernte die freie Zeit effektiv auszunutzen. Entweder traf ich mich in Ruhe mit meinen Freunden oder nutze die Zeit nur für mich. Aber auch wenn ich meinen Eltern immer wieder sagte, dass ich solch übertriebene Geschenke nicht benötigte, trösteten Sie sich weiterhin damit.
Mittlerweile war ich vor der Schule angekommen. Ich war so spät dran, dass ich den Weg zum Klassenzimmer fast rannte. Ein Glück hatte ich das Rennen mit solchen Schuhen schon ziemlich gut drauf.
Es waren kaum noch Leute auf dem Schulhof oder in den Gängen.
Nur diejenigen welche sowieso gar nicht erst, oder wie ich, zu spät zum Unterricht kamen.
An meinem Spint angekommen, war mein Körper so unter Spannung, dass ich die Kombination bereits einmal falsch eingab. Ich schloss die Augen, versuchte mich zu konzentrieren, und öffnete ihn erleichtert.
Eilig kramte ich die entsprechenden Bücher für die Stunde raus und ging mit schnellen Schritten zum Klassenzimmer. Davor angekommen atmete ich noch ein weiteres Mal tief durch, griff nach der Klinke und öffnete mit einem leichten Lächeln die Tür.
„Wie schön, dass Sie uns auch beehren Lexa, nehmen Sie bitte zügig ihren Platz ein“, sagte Mr. Conner, unser Spanisch Lehrer.
„Ja, Sir.“
Wie gewünscht ging ich zügig durch die Gänge und suchte meinen Platz auf. Plötzlich blieb ich mit meiner Tasche an einem Pult hängen.
Vor meinem inneren Auge sah ich bereits meine Bücher, die ich aus dem Spinnt genommen hatte und auf dem Arm trug, quer durch die Luft fliegen. Im selben Moment, wo meine Gedanken ihren Lauf nahmen, kamen meine Füße ins Stolpern. Ich hielt mich am naheliegendsten Pult fest, und konnte so gerade noch verhindern, dass sich alles über den Boden verteilte. Allerdings flog ein Buch direkt und mit unglaublicher Geschwindigkeit in Richtung Fußboden. Es würde definitiv bei dem Aufprall zerfetzt werden. Im letzten Moment schoss eine Hand wie aus dem nichts hervor. Sie fing mein Buch auf und reichte es mir entgegen. Die schmalen eleganten Finger umschlossen den Buchrücken wie bei einer Präsentation. Ich nahm es erleichtert entgegen. Für einen Moment waren wir zwei durch dieses Buch verbunden. Keiner von uns ließ los. Neugierig sah ich den Arm entlang hoch. Eine kleine Narbe zierte die perfekte Haut in der Ellenbeuge dieses Jungen. Doch dort hielt ich mich nicht lange auf. Mein Blick fuhr weiter bis zur Schulter und suchte das Gesicht meines Bücherretters auf. Im selben Moment, wo mein Blick seinen Weg nahm, sagte ich „Danke“. Unsere beiden Hände noch immer am Buch.
Am Ziel angekommen, betrachtete ich ganz genau sein Gesicht. Es war makellos. War es tatsächlich möglich das ein Mensch, egal ob Mann oder Frau, so vollkommen und nahezu perfekt aussehen konnte? Mein Atem setzte plötzlich aus als ich in die Augen dieses Jungen blickte.
Diese Augen - so wunderschön, tief und unendlich. Wie ein Spiegelbild konnte ich mich in seinen dunklen Pupillen sehen.
Ich merkte, wie auch sein Atem stockte. Sein Gesichtsausdruck war voller Erstaunen. Oder sogar voller Entsetzen? Seine perfekten schmalen Lippen waren leicht geöffnet. Plötzlich wurde seine Mimik hart wie Stein. Er ließ das Buch los und wandte den Blick ab. Sein dunkles kurzes Haar schwang leicht mit. Die Sonne hinterließ markante Schatten auf seinem Gesicht. Benebelt stand ich noch immer da.
„Setzen Lexa, sofort“, ertönte die strenge Stimme von Mr. Conner hinter meinem Rücken. Es riss mich aus meiner körperlichen Starre.
Sogleich fand ich auch meinen Atem wieder. Weiterhin benommen ging ich zu meinem Platz.
Die restliche Stunde konnte ich mich nicht konzentrieren. Ich stellte mir die ganze Zeit die gleiche Frage: „Wer war er?“ Ich hatte ihn noch nie zuvor hier an der Schule gesehen. Oder war er mir einfach nur nicht aufgefallen? Aber bei solch einer Schönheit, anders konnte man das einfach nicht beschreiben, hätten die Mädchen an der Schule schon längst über ihn gesprochen. Er war mir ein Rätsel, welches ich diese Stunde nicht...




