E-Book, Deutsch, Band 4, 256 Seiten
Reihe: Dream
Ferdinand Dream
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7562-5358-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
of the end
E-Book, Deutsch, Band 4, 256 Seiten
Reihe: Dream
ISBN: 978-3-7562-5358-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Christine Ferdinand ist 1985 in Niedersachsen geboren. Neben der Rolle als Mutter, Ehefrau und Technische Beraterin schlägt ihr Herz leidenschaftlich für das Schreiben von Büchern.
Autoren/Hrsg.
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Kapitel 1
Wir saßen auf der Couch. Eingewickelt in einer Dicken Decke und einem Becher Tee in der Hand, schwieg ich vorerst noch.
„Möchtest du darüber reden?“, fragte Ben vorsichtig.
Ich nickte – sagte jedoch nichts. Ben gab mir auch hier wieder die Zeit, die ich brauchte um von selber anfangen zu können.
So viel Luft wie ging zog ich tief in meine Lungen ein. Gefühlt etwas stärker zu sein, begann ich zu erzählen.
„Letzte Nacht, ich hatte einen Alptraum“, kam leise aus meinem Mund.
Bens Gesichtsausdruck änderte sich nicht. Fast als hätte er es geahnt das ich mit einem Dämonischen Thema auf ihn zukommen würde.
„Du wurdest angegriffen?“, fragte er kühl.
„Ich bin mir nicht sicher, ob es ein Angriff oder nur Zufall war. Aber ich war nicht allein und dennoch war nur ich diejenige die die Alpträume hatte“, erklärte ich weiter.
„Wer“, jetzt entglitten Bens Gesichtszüge. Er wusste ja bereits das Andrew beruflich unterwegs war.
„Nein, nein, nicht was du jetzt denkst“, mit ganzer Kraft winkte ich ab.
„Ich hatte eine gute Freundin bei mir zu Besuch die bei mir Übernachtete hatte. Und die habe ich am nächsten Morgen gleich gefragt, aber sie hatte keine Alpträume.“
Bens Körperhaltung wurde wieder etwas entspannter.
„Und was sagt Andrew dazu?“, erkundigte sich Ben.
„Der weiß es nicht“, sagte ich zögernd und biss mir auf die Lippen.
Überrascht starrte Ben auf den Becher in seiner Hand.
„Warum hast du ihm denn noch nichts gesagt?“, hakte er nach.
„Er hat die Chance jetzt einen festen Job zu bekommen. Und wenn ich ihm davon erzählt hätte, dann wäre er doch sofort zurückgekommen“, versuchte ich mein Verhalten zu erklären.
„Ja, genau! Und das wäre auch richtig. Lexa, was wäre denn passiert, wenn es ein richtiger Übergriff gewesen wäre? Was dann?“, sagte er ernst, stelle seinen Becher auf den Tisch und drehte sich zu mir herum.
„Andrew hat ein Recht es zu erfahren“, forderte Ben.
Genervt stand ich auf.
„Ja, natürlich. Ich werde es ihm ja auch noch erzählen, aber jetzt soll er sich erst mal auf seinen Job konzentrieren. Es war bestimmt nur Zufall!
Und - außerdem - wer sollte uns denn Angreifen? Aron ist besiegt und Jenny auch. Andrew und ich führen ein normales Leben ohne Halbmenschliche Aktivitäten.“ Weitere Tränen bahnten sich an. Ich redete mich in Rage und während ich sprach, wurde mir innerlich bewusst, dass es vermutlich kein Zufall war. In den letzten fünf Jahren waren Andrew und ich keine Nacht voneinander getrennt. Und gerade jetzt, wo er weg war, kam solch ein Zufalls-Angriff. Das musste geplant sein.
Innerlich von Schmerz zerfressen, setzte ich mich zurück auf die Couch. Meine Hände umfassten meinen Bauch und krallten sich in meine Haut.
„Wir wollen doch nur ein ganz normales Leben führen“, flüsterte ich damit die Tränen nicht über liefen.
Ben legte einen Arm um mich und zog mich an seine Brust.
„Es tut mir leid dir das sagen zu müssen. Aber du hast dich für ein Leben mit Andrew entschieden. Ihr könnt nur bis zu einem gewissen Grad ein normales Leben führen“, sprach Ben.
Seine Antwort beließ ich unkommentiert. Erst als ich die Worte für einen Moment sacken ließ wusste ich, Ben hatte Recht. Andrew und ich würden nie ein ganz normales menschliches Leben führen können.
Noch eine ganze Weile saßen wir so da. Bens Ruhe und Geduld ließen mich weiter nachdenklich werden. Wie wäre das Leben wohl geworden hätten wir damals wirklich zueinander gefunden? Ein ganz normales Leben. Ohne Angriffe oder Attentate.
„Ich muss gleich schon wieder los“, seine Worte rissen mich aus den grüblerischen Gedanken.
„Jetzt?“, fragte ich.
Wir sahen uns an.
„Entschuldige, natürlich du musst dich noch um so vieles kümmern.
Wie schaffst du das nur?“, gab ich beeindruckt zu.
Er schmunzelte mir zu.
„Dasselbe könnte ich dich auch Fragen. Bei dem was du in den letzten Jahren mitgemacht hast, bewundere ich deine Motivation alles zu tun, um ein normales Leben zu führen. Obwohl ihr beide“, Ben sprach nicht weiter.
Für einen Moment fehlten ihm die Worte. Dann sprach sein Herz für ihn weiter.
„Obwohl ihr so viel verloren habt, haltet ihr zusammen. Er hält dir den Rücken frei, damals und heute auch noch. Genauso wie du ihm und dennoch sorgt ihr euch um den anderen. So habe ich mir das auch immer vorgestellt. Der Seelenverwandte, den man sein Leben lang sucht, gefunden zu haben.“
Mit seinem Daumen wischte er mir eine Träne aus dem Gesicht. Meine Augen schlossen sich automatisch. Wären wir jetzt in einem kitschigen Liebesroman, würde er mich küssen. Doch das zwischen Ben und mir war anders. Die Bindung war mindestens genauso innig, und dennoch wussten wir das es andere Gefühle füreinander waren.
„Danke“, murmelte ich.
„Dafür bin ich doch da.“
Ich öffnete meine Augen wieder. Bens sah angestrengt aus.
„Was denn?“, fragte ich direkt drauf los.
„Lexa, es fällt mir nicht leicht, aber Andrew ist mittlerweile auch ein sehr guter Freund von mir geworden. Du musst mit ihm darüber reden.
Es gibt keinen andren Weg“, setzte er mich vor Vollendete Tatsachen.
„Ich werde gleich mit ihm sprechen“, versicherte ich Ben.
„Danke.“
Verwundert sah ich ihn an.
„Wofür?“, fragte ich.
Ben lachte auf.
„Dafür das ich dich nicht damit erpressen muss es ihm selbst zu sagen.“
Er stand von der Couch auf und hielt mir die ausgestreckte Hand hin.
Ich nahm sie entgegen und erhob mich ebenfalls.
„Rede so schnell wie es geht mit ihm. Ich denke, das hat nicht mehr viel Zeit, wenn die dich in solch kurzer Zeit, wo du alleine bist, schon angreifen“, sagte Ben und blickte zu seiner Armbanduhr.
„Und jetzt muss ich wirklich los.“
Ein schneller Kuss auf die Wange.
„Ich melde mich heute Abend, wenn ich Feierabend habe, noch mal.
Natürlich nur wenn du Lust hast“, schlug er vor.
„Ja auf jeden Fall! Komm doch einfach direkt vorbei, dann können wir noch ein bisschen quatschen. Wie in guten alten Zeiten.“
Zufrieden verabschiedeten wir uns voneinander. Mit dem Handy in der Hand wählte ich sofort Andrews Nummer.
„Hallo“, sagte er sofort nach knapp zweimal klingeln.
„Hi“, erwiderte ich zögerlich.
„Hast du“, ich räusperte mich.
„Einen Moment Zeit?“, fragte ich „Ja, warte eben.“
Andrew lief ein paar Schritte die Stimmen im Hintergrund wurden immer leiser. Dann öffnete sich eine Tür und viel wieder ins Schloss.
Stille.
„Was ist los Lexa. Und bitte lüg mich nicht an“, sprach er sofort mit Nachdruck.
Mit einem schlechten Gewissen erzählte ich ihm von den Alpträumen und meinen Vermutungen. Sowie das ich übers Wochenende in Flagstaff wäre und nicht an der Uni. Dann das was Ben dazu sagte. Mit jedem Wort wurde mein Herz leichter. Erstaunlicherweise erzählte ich alles mit einer solchen Professionalität, dass mir meine Gefühle nicht im Wege standen.
„Ich werde heute noch nach Hause kommen“, sagte er sofort.
„Aber gerade das wollte ich ja vermeiden. Das ist deine Chance“, versuchte ich ihn doch noch umzustimmen.
Andrew unterbrach mich.
„Lexa, du bist mein Leben. Mir ist es egal, wenn ich noch ein paar Jahre länger als freier Journalist arbeite. Du bist in Gefahr und deswegen komme ich sofort nach Hause!“
Ich musste lächeln. Innerlich spürte ich wie mein Herz loderte. Es war ein schönes Gefühl.
„Und tu mir bitte noch einen Gefallen“, setzte er nach.
„Alles was du willst“, sagte ich mit zitternder Stimme.
Die innere Unruhe ließ mich auch körperlich nicht unberührt.
„Schlaf heute Nacht nicht allein. Auch wenn es vielleicht unwahrscheinlich ist das sie dir gefolgt sind, möchte ich sicher gehen, solange ich nicht bei dir bin, dass du nicht alleine bist. Ich werde Ben bescheid sagen“, forderte er von mir. Doch was war für mich vollkommen ok.
„Das kann ich auch machen. Er wollte heute Abend sowieso noch mal vorbeischauen“, sprach ich.
„Gut.“
Wir sagten wieder nichts. Ich wusste das er gerade Versuchte meine Gefühle zu erreichen. Meine Augen schlossen sich, um einen inneren Frieden zu erlangen. Wie vorher überzog mich ein Schwall von Hitze.
Nur ohne die Traumbilder, fing ich wieder an zu Schwitzen.
„Andrew“, stöhnte ich leise.
„Ich liebe dich mein Schatz. Morgen bin ich wieder bei dir“, versprach er.
„Ich liebe dich auch.“
Damit beendeten wir das...




