E-Book, Deutsch, Band 2, 290 Seiten
Ferdinand Im Licht der Zukunft
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7519-6300-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2, 290 Seiten
Reihe: Im Schatten der Vergangenheit
ISBN: 978-3-7519-6300-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Christine Ferdinand ist 1985 in Niedersachsen geboren. Neben der Rolle als Mutter, Ehefrau und technische Beraterin, schlägt ihr Herz leidenschaftlich für das Schreiben von Büchern. Auf der Internetseite www.chris-ferdinand.de könnt ihr mehr über ihre bisherigen Werke erfahren.
Autoren/Hrsg.
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Sarah
Funken sprühten und alles glitzerte in den schönsten Farben. Es knallte und zischte, was selbst durch die dicken Scheiben zu hören war. Aiden nahm mich fester von hinten in den Arm. Wir standen in seinem Loft in der Stadt und schauten aus dem Fenster. Vorsichtig legte er mir mein Haar nach hinten. Seine Berührung kribbelte.
Ausnahmslos jedes Mal, wenn er meine Haut berührte kribbelte es.
Ich schloss meine Augen, ließ sanft den Kopf nach hinten fallen und wartete darauf das er mich küssen würde. Doch das tat er nicht.
Seine Lippen machten an meinem Ohr halt und flüsterten sanft:
„Alles Gute zum Jahrestag“, seine dunkle Stimme verschaffte diesen Worten eine noch tiefere Bedeutung.
Ich öffnete erneut meine Augen, drehte mich zu ihm herum und sah ihn an.
„Danke“, lächelte ich. „Das wünsche ich dir auch“, schließlich küssten wir uns so sanft, dass ich nahezu wahnsinnig von ihm werden konnte. Ich war ihm verfallen, mit allem was dazu gehörte.
Alle sagten immer das nach einer bestimmten Zeit die Liebe und Zuneigung zueinander weniger wird. Der Alltag kommt und ein gewisser Trott stellte sich ein. Mit Aiden war das allerdings anders.
Jeden Tag wurde es intensiver, wenn das überhaupt möglich war.
Noch vor einem Jahr und einem Tag hätte ich das nicht gedacht.
Die wohl schrecklichsten Monate in meinem Leben hatten Aiden und mich zusammengeführt. Seitdem wir uns gefunden hatten, glaubte ich an das Schicksal, von dem immer so viel geredet wurde.
An dem letzten Silvesterabend in dem Club hatte er es sich endlich eingestanden, dass er auch etwas für mich empfand. Mittlerweile wusste ich, wieso es ihm alles so schwerfiel. Aiden hatte nach kurzer Zeit bereits so viel Vertrauen gefasst, das er mir alles von seiner Ex-Frau Amal erzählt hatte. So schwach vor mir zu wirkten, wie er es gerne nannte, war äußerst schwer für ihn. Er hat lange gebraucht sich diese Maske aufzusetzen und nach außen hin so ein Eindruck zu hinterlassen, wie er es eben tat.
„Warte kurz“, sagte er und löste sich ein Stück von mir. „Ich muss nur kurz was holen“, grinsend sah er mich an. Das Feuerwerk noch immer im vollen Gange leuchtete sein markantes Gesicht in den schönsten Farben. Wie ein Gemälde, welches zum Greifen nah vor mir stand.
„Aiden, wir hatten doch gesagt das wir uns nichts schenken wollten“, stieß ich hervor und verschränkte unwillkürlich meine Arme vor der Brust.
Doch Aiden schien es nicht zu interessieren. Er lief rüber ins Schlafzimmer und kam, ohne ein Wort zu sagen zurück. Das Lächeln auf seinen Lippen war größer als je zuvor.
„Schließ die Augen“, befahl er mir. Ich sträubte mich innerlich, ob ich seinen Worten jetzt Taten folgen ließ oder mich widersetzen sollte. Da ich heute allerdings kein Streit anzetteln wollte, schloss ich meine Augen.
„Gib mir deine Hand“, sprach er weiter. Ich löste meine Arme von meinem Körper und streckte meine Hände, mit der Innenfläche nach oben, ihm entgegen.
Ein innerliches Hochgefühl erfüllte mich. Mittlerweile freute ich mich auf meine Überraschung.
Ganz vorsichtig legte Aiden etwas auf meine Hände. Es war nicht schwer und auch nicht sehr groß. Mein Herz schlug schneller. Mich überkam die Vermutung, dass er mir gerade eine ganz bestimmte Schachtel in die Hand gelegt hatte.
„Öffne die Augen“, sagte Aiden leicht nervös.
Meine Vermutung bestätigte sich. Eine kleine Schachtel lag auf meinen Händen. Mein Puls beschleunigte sich weiter.
„Aiden“, brachte ich so gerade noch heraus. Wollte ich das hier gerade wirklich?
Aiden prüfte meinen Blick, sah mit Sicherheit die Panik in meinen Augen.
„Mach es auf“, forderte er weiter.
„Ich weiß nicht, ob ich das wirklich will“, mein Blick fest auf die Schachtel vor mir gerichtete. Umso länger ich sie auf den Händen hielt, umso schwerer wurde sie.
„Es ist nicht, wie du denkst“, nahm er mir jegliche Angst. Aiden kannte mich schon ziemlich gut. Ich verlagerte mein Gewicht auf mein anderes Bein, holte kurz tief Luft und öffnete die Schachtel.
Wie er es mir gerade versprochen hatte, lag tatsächlich kein Ring darin, sondern ein Schlüssel. Als ich das registriert hatte, sah ich auf zu Aiden. Dieser stand noch immer mit einem zauberhaften Lächeln vor mir. Sein mittlerweile etwas kürzerer Bart, rahmte es perfekt ein.
Es gab jetzt mehrere Möglichkeiten, die der Schlüssel zu bedeuten hatte. Entweder war es ganz romantisch der Schlüssel zu seinem Herzen oder Aiden hatte uns eine Wohnung gekauft oder es war einfach nur ein Haustürschlüssel. Wobei ich zu seiner Wohnung in der Stadt mittlerweile sowieso einen besaß. Deswegen viel die Option für mich schon fast weg.
„Was“, begann ich und schaute ihn an. Seine Miene änderte sich nicht. Ich zog die Augen enger zusammen.
Endlich begann er zu erklären.
Sanft legte er eine Hand unter meiner. Mit der anderen nahm er den Schlüssel vorsichtig hoch.
„Dieser Schlüssel ist nur ein Symbol“, erklärte er. „Und eigentlich habe ich mich auch an unsere Abmachung gehalten, denn ich möchte dir das nicht schenken, sondern wollte dich fragen, ob du bitte bei mir einziehen möchtest Sarah“, bei den letzten Worten legte er ein wenig den Kopf schief. Aiden hatte mich das ganze zwischendurch schon immer mal wieder gefragt. Aber ich hatte mein Zweifel. Nicht an unserer Liebe oder ob es richtig oder falsch war, lediglich wollte ich es nicht überstürzen.
„Aiden“, sagte ich mit viel Gefühl in der Stimme. Im Augenblick wusste ich nicht, was eigentlich dagegensprechen sollte. Also war die Entscheidung gefallen. Mit großen Augen sah ich ihn an. Als würde er es erneut genau fühlen und wissen wie ich mich entschieden hatte, begannen seine Augen zu strahlen. Er schlang die Arme um mich, hob mich hoch und drehte mich im Kreis.
„Aiden!“, rief ich lachend. „Ich habe doch noch gar nicht geantwortet“, stoppte ich ihn. Er hörte auf zu drehen und stellte mich vorsichtig wieder auf die Füße.
„Wie lautet denn deine Antwort?“, fragte er eindringlich nach.
Abermals konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen.
„Ja“, sagte ich. Daraufhin küssten wir uns so lange, dass ich das Gefühl hatte, der Kuss würde nie aufhören. Genau das wollte ich auch nicht.
Draußen wurde es bereits wieder hell. Die Knaller und bunten Farben am Himmel waren verschwunden. Die Sonne begann den Horizont rot zu färben. Aiden und ich haben den Rest der angebrochenen Nacht auf der großen Couch verbracht. Ich lag in seinen Armen und linste nach oben. Er hatte die Augen geschlossen, schlief jedoch nicht. So oft wie ich schon neben ihm eingeschlafen war, wusste ich, wie sich sein Atem anhörte, wenn er schlief.
„Aiden“, flüsterte ich. Meine Finger fuhren sanft über seine Brust und durch die kleinen Haare, welche sich darauf befanden.
„Mhh?“, hackte er nach.
„Meinst du“, ich wusste nicht genau, wie ich es sagen sollte. Im Moment kamen mir doch ein wenig Zweifel, ob wir nicht doch zu schnell wären.
Aiden spürte, das was nicht stimmte. Er öffnete die Augen und schaute zu mir herunter.
„Wovor hast du Angst?“, fragte er direkt und ohne drum herumzureden. „Meinst du, wir würden uns auf die Nerven gehen und mit Tellern werfen, weil wir uns nur streiten?“, bei den Worten begann er leicht zu lächeln
Wie ein scheues Reh sah ich zu ihm rauf. Langsam zog ich die Schultern nach oben. Ich wusste keine Antwort.
Aiden schob mich ein wenig von sich weg, drehte sich zu mir und legte eine Hand an meine Wange.
„Meinst du nicht, dass das schon längst passiert wäre?“, sagte er noch immer ein wenig belustigend.
Mein Hirn lief auf Hochtouren.
„Wie oft hast du die letzten Monate bei dir geschlafen? Oder
wenigstens allein?“, wollt er wissen.
Als mir klar wurde, dass dies die letzten Monate überhaupt nicht vorkam, lächelte ich ihn an. Zwar haben wir hin und wieder auch in meiner Wohnung geschlafen, doch allein war ich nie. Er hatte recht, es gab wirklich nichts worüber wir uns Gedanken machen mussten. Ich wollte einfach nur nichts Falsch machen, deswegen verhielt ich mich so vorsichtig.
„Du hast ja recht“, bestätigte ich ihn.
Aiden gab mir einen kurzen harten Kuss. Schließlich fixierte er fest meinen Augen.
„Ich habe immer recht. Vergiss das nicht“, drohte er mir beinah. Ich wusste das er, dass was er sagte, ernst meinte. Er vergrub sein Gesicht in meinem Haar und küsste meinen Hals. Dabei erwischte er eine Stelle, an der ich sehr empfindlich war. Ich lachte laut auf.
Aiden ließ nicht nach. Den restlichen Tag verbrachten wir bei ihm zu Hause und ließen den Tag einfach Tag sein.
Der nächste Morgen kam viel zu schnell. Aiden musste heute bereits wieder in die Kanzlei. Sie hatten einen neuen...




