Ferrarella | Es war einmal in deinen Armen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Ferrarella Es war einmal in deinen Armen


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-2193-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7515-2193-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'Du trägst noch immer dieses Parfum', flüstert Sebastian, als sie sich in seinen Armen wiegt - zum selben Lied wie vor zehn Jahren. Doch nach dieser Nacht wird sie wieder ein Ozean trennen. Kein Mann gibt wegen eines einzigen Tanzes sein gewohntes Leben auf - oder etwa doch?



Marie Ferrarella zählt zu produktivsten US-amerikanischen Schriftstellerinnen, ihren ersten Roman veröffentlichte sie im Jahr 1981. Bisher hat sie bereits 300 Liebesromane verfasst, viele davon wurden in sieben Sprachen übersetzt. Auch unter den Pseudonymen Marie Nicole, Marie Charles sowie Marie Michael erschienen Werke von Marie Ferrarella. Zu den zahlreichen Preisen, die sie bisher gewann, zählt beispielsweise der RITA-Award. Als Kind verbrachte Marie Ferrarella ihre Freizeit vor dem Fernseher, häufig schrieb sie die Drehbücher einiger Fernsehserien um und spielte dann selbst die Hauptrolle. Sie träumte von einer Karriere als Schauspielerin. Im Alter von elf Jahren verfasste sie ihren ersten Liebesroman, allerdings war ihr nicht bewusst, dass es sich um eine klassische Romance handelte. Während ihrer Collegezeit begann sie sich immer mehr für den Beruf einer Autorin zu interessieren und gab den Gedanken an eine Schauspielkarriere auf. Nach ihrem Abschluss, einem Master Degree in Shakespearean Comedy zogen sie zusammen mit ihren Eltern von New York nach Kalifornien. Charles, ihre Jugendliebe, hielt die Trennung nicht lange aus und folgte Marie nach sieben Wochen. Nicht lange darauf folgte die Hochzeit, und ihr Kleid dafür nähte Marie Ferrarella selbst. Mit ihren Büchern möchte die Autorin ihre Leserschaft zum Lachen bringen und unterhalten, das macht sie am glücklichsten. Genauso schön findet sie es, einen romantischen Abend mit ihrem Ehemann zu verbringen. Zu ihren Hobbys zählen alte Filme, Musicals sowie Rätsel. Geboren wurde Marie Ferrarella in Deutschland, und als sie vier Jahre alt war, wanderten ihre Eltern in die USA aus. Bereits im Alter von 14 Jahren lernte sie ihren heutigen Mann kennen; mit ihm und ihren beiden Kindern lebt sie in Süd-Kalifornien.

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1. KAPITEL

„Maizie, kann ich mit Ihnen reden?“

Maizie Sommers blickte von ihrem Schreibtisch hoch und sah die sympathische, etwas untersetzte Frau auf sich zukommen, die gerade ihr Maklerbüro betreten hatte.

Sie kannte diesen Blick. Sie hatte ihn schon mehr als einmal gesehen, und zwar nicht in ihrer Funktion als Maklerin mit eigenem Büro, sondern bei ihrer Lieblingsbeschäftigung als noch erfolgreichere Kupplerin.

Was vor einigen Jahren mit ihrer eigenen Tochter – und den Töchtern ihrer zwei besten Freundinnen seit der Grundschulzeit – begonnen hatte, war inzwischen zur Berufung geworden.

Bisher hatten Maizie, Theresa Manetti und Cecilia Parnell dabei noch keine Misserfolge gehabt. Sie ließen sich von ihren treffsicheren Instinkten leiten, wenn sie für die Kinder von Freunden und Verwandten perfekte Partner suchten und fanden. Nicht für Geld, sondern weil es ihnen Spaß machte.

Da sie viele glückliche Ehen gestiftet hatten, hatte ihr Erfolg sich mittlerweile herumgesprochen. Das ging so weit, dass die drei Frauen in ihren eigentlichen Berufen gelegentlich zugunsten ihrer „wahren Mission“, wie Maizie es gern ausdrückte, zurückstecken mussten.

„Kommen Sie rein, Barbara“, sagte Maizie freundlich. Sie stand auf und zog einen Stuhl an ihren Schreibtisch, damit ihre Besucherin sich setzen konnte. „Schießen Sie los. Was kann ich für Sie tun?“

Barbara Hunter, deren Schwäche für gutes Essen offensichtlich war, ließ sich auf den angebotenen Stuhl sinken. Die pensionierte Englischlehrerin seufzte tief. Sie hatte lange damit gerungen, sich an Maizie zu wenden, aber ihr war einfach keine bessere Lösung eingefallen. „Sie könnten mir einen Rat geben, wie ich meinem sturen Sohn Beine mache.“

Maizie sah ihre Besucherin verwirrt an. „Ich fürchte, ich verstehe Sie nicht ganz …“

Barbara wurde konkreter. „Er wollte für das Zehnjahrestreffen seines Highschooljahrgangs nach Hause kommen, aber jetzt behauptet er, dass er keine Zeit für diesen ‚Schwachsinn‘ hat – das war sein Ausdruck, nicht meiner – und dass er stattdessen länger über Weihnachten bleiben will.“ Beschwörend sah sie Maizie aus sanften braunen Augen an. „Ach Maizie, ich hatte so sehr für ihn gehofft, dass er endlich …“ Barbaras Stimme erstarb. Die ältere Frau seufzte erneut.

Maizie verarbeitete die Informationen in Windeseile. „Wo hält sich Ihr Sohn zurzeit auf?“

„Sebastian lebt in Japan und bringt Geschäftsleuten Englisch bei. Er ist sehr gut in seinem Job“, sagte Barbara voller Stolz. „Als er das Fünfjahrestreffen ausfallen ließ, hat er gesagt, dass er nächstes Mal aber ganz bestimmt kommen würde. Das waren seine Worte.“ Sie wirkte resigniert. „Ich hatte so sehr gehofft, dass er mich diesmal tatsächlich besuchen und vielleicht wieder mit Brianna zusammenkommen würde.“

Der Name hing bedeutungsvoll in der Luft. „Brianna?“, hakte Maizie nach.

Barbara nickte. „Ja. Brianna MacKenzie, das Mädchen, mit dem Sebastian während seines Abschlussjahrs zusammen war. Ich habe noch ein Foto vom Abschlussball aufgehoben. Sie ist ein wundervoller Mensch. Ich dachte wirklich, die beiden würden heiraten, aber Sebastian ging ans College, und Brianna blieb hier, um sich um ihren Vater zu kümmern.“ Sie holte tief Luft.

„Der arme Mann hatte am Abend des Balls einen schrecklichen Autounfall, bei dem er fast ums Leben gekommen wäre. Sie hat ihn wieder gesundgepflegt und ist inzwischen eine ganz hervorragende Krankenschwester.“

Barbara schloss die Augen und schüttelte den Kopf. „Ich hatte gehofft …“ Sie stockte für einen Moment. „Aber jetzt hat Sebastian seine Meinung anscheinend schon wieder geändert. Ich glaube allmählich, dass mein Sohn niemals heiratet und ich keine Enkelkinder bekomme. Sebastian ist mein einziges Kind, Maizie. Ich habe weiß Gott versucht, geduldig zu sein. Bisher habe ich mich nie in sein Leben eingemischt, aber ich lebe nicht ewig. Haben Sie vielleicht einen Rat für mich?“, fragte sie hoffnungsvoll.

In Maizies Kopf überschlugen sich die Gedanken. „Könnten Sie bitte wiederholen, was Sie gerade gesagt haben?“

„Ob Sie einen Rat für mich haben.“

Maizie schüttelte den Kopf. „Nein, nicht das. Was haben Sie davor gesagt?“

Barbara überlegte kurz. „Dass ich mich nicht in sein Leben einmischen will?“ Sie hatte keine Ahnung, worauf Maizie hinauswollte.

Maizie runzelte nachdenklich die Stirn. „Nein, unmittelbar danach.“

„Dass ich nicht ewig lebe?“

Maizie lächelte. „Ja, das war’s.“

Barbara sah sie verwirrt an. „Wie meinen Sie das?“

Endlich fügten sich die Puzzleteilchen zusammen. Maizie strahlte. „Genau damit kriegen Sie Sebastian nach Hause – und auch dazu, zum Jahrgangstreffen zu gehen.“

Barbara konnte der anderen Frau nicht folgen. „Glauben Sie nicht, dass Sebastian schon weiß, dass ich nicht unsterblich bin?“

„Etwas zu wissen, ist eine Sache, aber plötzlich vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden, eine ganz andere.“ Maizie sah Barbara triumphierend an.

Was die Frau sagte, ließ nur einen Schluss zu. „Soll ich Sebastian etwa sagen, dass ich sterbe?“

„Nicht, dass Sie sterben, Barbara“, korrigierte Maizie sie sanft. „Nur, dass Sie einen Anfall hatten.“

Für Barbara ergab das noch immer keinen Sinn. „Einen Anfall? Was für einen Anfall?“

„Wenn ich mich recht erinnere, findet das Jahrgangstreffen der Bedford Highschool in zehn Tagen statt, oder?“

Barbara starrte die andere Frau überrascht an. „Woher wissen Sie das?“

„Meine Freundin Theresa Manetti hat es mir erzählt. Sie richtet das Catering für die Party aus, aber machen Sie sich keine Gedanken darüber. Rufen Sie einfach Ihren Sohn an und sagen Sie ihm, dass Sie ihn nicht beunruhigen wollen, aber möglicherweise einen leichten Schlaganfall hatten und ihn wirklich gern wiedersehen würden, nur für alle Fälle.“

„Aber das wäre eine Lüge, und noch dazu eine ganz schreckliche“, protestierte Barbara bestürzt.

Maizie sah sie mit gespielter Unschuld an. „Dann wollen Sie ihren Sohn also nicht schon jetzt wiedersehen?“

„Doch, natürlich! Aber ich hatte überhaupt keinen Schlaganfall, weder einen schweren noch einen leichten.“

Maizie berief sich auf die Statistiken. „Wussten Sie schon, dass manche Menschen einen Schlaganfall haben, ohne es zu merken?“

„Nein, das wusste ich nicht. Sie meinen, dass ich die Wahrheit ein bisschen dehnen soll, Maizie?“

„Nicht wirklich. Barbara, gerade Sie als Englischlehrerin müssten doch wissen, wie entscheidend die richtige Wortwahl ist. Es geht nicht darum, was man sagt, sondern wie man es formuliert“, erklärte Maizie lächelnd. „Allzu große Skrupel sind nur hinderlich, wenn Sie Ihr Ziel erreichen wollen.“

Barbara schien die Vorstellung immer noch unangenehm zu sein. „Also, ich weiß nicht recht, Maizie …“

„Was wissen Sie nicht? Ob Sie Ihren Sohn als glücklich verheirateten Ehemann und Vater sehen wollen?“

„Doch, natürlich will ich das!“, widersprach Barbara mit Nachdruck.

Maizie spürte, wie ihr das Adrenalin durch die Adern schoss und ihr Auftrieb verlieh. Sie liebte Herausforderungen – und diese hier war äußerst vielversprechend. „Gut zu wissen. Ich werde mir etwas überlegen und Sie dann anrufen. Da die Party unmittelbar bevorsteht, bleibt uns nicht mehr viel Zeit. In der Zwischenzeit holen Sie Ihren Sohn ans Telefon und sagen ihm, dass Sie ihn unbedingt sehen müssen und damit nicht bis Weihnachten warten wollen – nur für alle Fälle. Verstehen Sie?“

Barbara nickte. Sie konnte nur hoffen, dass Sebastian ihr die Notlüge eines Tages verzeihen würde.

Sebastian Hunter war völlig erschöpft, als er und seine dreihundert Mitpassagiere nach elfeinhalb Stunden Flugzeit in Los Angeles aus dem Flugzeug stiegen. Seit er vor zwei Tagen mit seiner Mutter telefoniert hatte, hatte er kaum ein Auge zugemacht, solche Sorgen machte er sich um sie.

Nach ihrem Anruf hatte er sofort seine Sachen gepackt und seinen Arbeitgeber informiert, dass er wegen einer dringenden Familienangelegenheit nach Hause müsste. Und jetzt, wo er mit den Nerven ohnehin schon am Ende war, musste er auch noch durch die Sicherheitskontrolle und dabei so tun, als sei er ruhig und gefasst.

Wenn er sich seine Nervosität und Ungeduld anmerken ließ, würde man ihn bestimmt eine Ewigkeit festhalten, um ihn und sein Gepäck gründlich zu durchsuchen. Angespannte und nervös wirkende Passagiere wurden grundsätzlich mit Misstrauen betrachtet.

Komm schon, wie lange brauchst du denn noch dafür, ihre Unterwäsche zu durchwühlen? dachte er irritiert, als der junge Zollbeamte vor ihm den Koffer einer jungen Frau durchsuchte. Die Prozedur schien endlos zu dauern, und Sebastian hatte es eilig. Zum ersten Mal in seinen neunundzwanzig Lebensjahren war er mit dem Thema Sterblichkeit konfrontiert worden.

Es war nicht sein eigener Tod, der ihm zu schaffen machte. Er ging davon aus, noch ein Weilchen zu leben, und falls nicht, konnte er auch nichts daran ändern. Aber bei seiner Mutter hatte er sich irgendwie an den Gedanken gewöhnt, dass sie immer da sein würde. Für ihn war sie unsterblich. Natürlich war das unrealistisch, aber die Vorstellung, dass sie eines Tages nicht mehr existierte, war unerträglich.

„Sind Sie beruflich oder zum Vergnügen hier?“, fragte der Taxifahrer, als sie im...



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