Ferres Nein, mit Fremden geh ich nicht!
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-641-03949-3
Verlag: cbj
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 32 Seiten
ISBN: 978-3-641-03949-3
Verlag: cbj
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Sexueller Gewalt vorbeugen, lautet das Hauptanliegen von „Power-Child e.V.“ Kinder zu stärken ist das Konzept. Mit vielfältigen Beratungsangeboten tritt die 2002 gegründete Kinderschutzorganisation an die Öffentlichkeit und richtet bundesweit Veranstaltungen in Grundschulen und Kindereinrichtungen aus, um Prävention spielerisch zu üben. Das Bilderbuchprojekt „Nein, mit Fremden geh ich nicht!“ entstand in Kooperation von „Power-Child“ mit cbj. € 1,– pro verkauftem Exemplar fließt in die Arbeit der Kinderschutzorganisation.
Lia ist sauer: Erst sucht Tim Streit, dann ist ihre Kindergartenfreundin krank und nun bringt Moritz’ große Schwester sie nicht bis nach Hause, sondern nur bis zur nächsten Straßenecke. Und so steht Lia ganz alleine da, als der nette Mann mit dem silbernen Auto anbietet, sie ein Stück mitzunehmen.
Für Lia geht die Begegnung gut aus und sie ist stolz, dass sie etwas Wichtiges ganz richtig gemacht hat: Sie sagt „Nein!“, laut und deutlich.
Dafür brauchen Kinder Selbstbewusstsein. Sie müssen wissen, wann eine Situation gefährlich wird und wie sie sich richtig verhalten. Die Geschichte von Lia leistet dazu einen Beitrag und bietet Eltern, Erziehern und Kindern einen sensiblen Einstieg in das brisante Thema „Gewalt gegen Kinder“.
Weitere Infos & Material
(S. 6-7)
Es donnert immer lauter und dann fängt es auch noch zu regnen an. Lia hat keinen Regenmantel dabei. So stellt sie sich in einen Hausgang. Hätte Sofie mich nur nicht allein gelassen, denkt sie. Ist das überhaupt der Weg nach Hause? Plötzlich ist Lia sich gar nicht mehr sicher. Irgendwie ist die Straße an diesem Mittag auch ein bisschen unheimlich. So grau. Und so einsam. Niemand ist unterwegs.
Nur der Mann im silbernen Auto. Das hält jetzt fast neben dem Hauseingang, in dem sie steht. Die Fahrertür geht auf. Der Mann steigt aus. Er kommt auf Lia zu. In der Hand trägt er einen aufgespannten Regenschirm. »Soll ich dich ein Stück mitnehmen?«, fragt er freundlich. »Es regnet ganz schön.« Lia schüttelt den Kopf. Geh niemals mit jemandem, den du nicht kennst, haben ihr Mama und Papa immer und immer wieder gesagt. Aber sie kennt den Mann - vom Sehen.
Er sitzt öfter mal beim Spielplatz auf einer Bank. Und außerdem sieht er ein bisschen aus wie Onkel Florian, Papas Bruder, mit seinem blonden Lockenkopf. Den mag Lia besonders gern. Florian lacht auch genauso nett wie dieser Mann.»Wie heißt du denn?«, fragt der Mann. »Lia«, sagt Lia. »Und wo wohnst du?«, fragt er. »In der Blütenstraße«, antwortet Lia. »Genau um die Ecke wohne ich auch«, sagt der Mann und lächelt Lia an. »Wäre ja wirklich zu dumm, wenn du im Regen heimlaufen würdest.«
»Ich bin nicht dumm«, sagt Lia. »Eben«, antwortet der Mann Es regnet jetzt stärker. Und es wird immer dunkler. Der Mann ist wirklich nett. Netter als alle, die sie heute NICHT abgeholt haben. Lia nickt. »Dann komm mit unter meinen Regenschirm«, sagt der Mann. Als sie zum Auto gehen, sieht Lia auf der andern Seite der Straße einen Schreibwarenladen. Dort hat Mama erst letzte Woche mit ihr eingekauft. Von dort aus ist es wirklich nicht mehr weit nach Hause.




