E-Book, Deutsch, Band 0112, 384 Seiten
Reihe: Bianca Exklusiv
Field / Cartwright / Greig Bianca Exklusiv Band 112
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-95446-111-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0112, 384 Seiten
Reihe: Bianca Exklusiv
ISBN: 978-3-95446-111-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Wie ein Märchenprinz wirkt Stefan Redwell mit seiner blonden 'Löwenmähne' auf die zarte Ferry. Doch der Unternehmer sieht in ihr nur eine tüchtige Sekretärin. Bis sie sich auf einer Budapest-Reise ein Zimmer teilen müssen. Beide sind sehr erregt. Erleben sie eine Nacht der Lust?
Sandra Field hätte sich nicht träumen lassen, dass sie mal eine erfolgreiche Romance-Autorin sein würde, als sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin für Nahrungsmittelforschung tätig war.
Es begann damit, dass Sandra Fields Mann als Pfarrer zur Army ging und die beiden deshalb insgesamt drei Mal innerhalb von 18 Monaten umzogen. Endlich wurden sie sesshaft auf den Prince Edward Inseln, die Kinder gingen dort zur Schule. Und Sandra fühlte sich tagsüber nicht ausgelastet. Sie wollte etwas tun.
Da Sandra Field schon immer gerne gelesen hatte, kaufte sie sich ein Duzend Liebesromane, las sie, analysierte sie und setzte sich daran, eine eigene Romance zu verfassen. Sie konnte noch nicht mal mit zehn Fingern schreiben, sondern tippte mit vier Fingern. Aber das Ergebnis war gut, und so wurde ihr allererstes Manuskript vom Harlequin Verlag gekauft!
Sandra Field nannte sich damals noch nicht so, weil sie zurecht befürchtete, dass die Kirche nicht ganz damit einverstanden sein würde, dass sie als Frau eines Pfarrers Liebesromane schrieb. Andererseits war der Beruf ihres Mannes die reine Inspirationsquelle: Die vielen Reisen, besonders durch den Norden, taten ihr gut (warmes Klima ist nichts für Sandra Field) und genauso ihren Büchern. Die meisten ihrer Romane spielen in den romantischen Landschaften der nördlichen Gegenden.
Besonders viel Zeit ihres Lebens hat Sandra Field am kanadischen Meer verbracht. Ihre Hobbys sind Kanu und Kajak fahren, Wandertouren machen, im Garten arbeiten, Musik hören und lesen. Das Wichtigste aber sind ihr Freunde und Familie. Mit ihrer Schwiegertochter kommt Sandra bestens aus, und sie hat; wie sollte es auch anders sein; die zwei klügsten, nettesten und schönsten Enkel der Welt.
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1. KAPITEL
Es war ein ausgesprochen schönes Büro mit weißen Wänden und großen Schallschutzfenstern, die den Lärm des Straßenverkehrs schluckten. Die Einrichtung war aus blau und gelb gebeiztem Holz. Auf einer Seite des Raumes befand sich eine blaue Tür – wahrscheinlich führte sie in das Büro ihres neuen Chefs –, auf der anderen Seite stand ein gelber Garderobenständer, an dem sie ihren Regenmantel aufhängte. Danach blieb Ferry ganz ruhig stehen. Angestrengt dachte sie nach. Nachdem sie sich entschieden hatte, setzte sie sich schnell an den Schreibtisch, nahm den Telefonhörer ab und wählte.
“Angela?”
“Hallo, Ferry! Alles in Ordnung? Du gehst doch hin, oder?”
“Ich bin schon da.”
“Es ist doch erst acht Uhr. Ich habe mich noch nicht einmal angezogen.”
“Du weißt doch, wie überrascht sie immer sind, wenn sie merken, wie früh ich mit der Arbeit beginne … Die Busfahrt war auch kürzer als ich dachte. Aber ich bleibe nicht.”
“Aber …”
“Kein Aber. Du hast mir ein Reisebüro versprochen. Wir haben jetzt schon Mitte April. Wenn ich vor der Hauptsaison nach Kreta kommen will, muss ich jetzt da sein, wo es billige Flüge gibt, und mich nicht mit Rechnungen für Pfefferstreuer herumschlagen.”
“Pfefferstreuer?”
“Angela, das ist keine Reiseagentur. Du hast mich angelogen.”
“Habe ich nicht. Ich habe nur gesagt, dass diese Stelle genau das ist, wonach du suchst.”
Ferry seufzte. Es wäre ihr lieber gewesen, wenn sie sich diesen Anruf hätte ersparen können. Jetzt, da es so weit war, wünschte sie sich, Angela würde es ihr nicht noch schwerer machen.
“Bis zur Mittagspause. Du hast Zeit bis halb eins, um mir eine Stelle in einem Reisebüro zu verschaffen”, sagte sie und runzelte die Stirn, in der Hoffnung, dass ihre Stimme dadurch bestimmter klang. “Keine Minute später, sonst gehe ich zur nächsten Zeitarbeitsvermittlung und lasse sie in den Genuss meiner unerschütterlichen guten Laune kommen.”
“Aber …”
“Bis zur Mittagspause. Abgemacht?” Sanft legte sie den Hörer auf. Ferry seufzte erleichtert auf. Es musste einfach sein – sie musste diesen Urlaub haben – schon bald. Es war schon alles geplant. Wenn sie eine Woche in Kreta verbringen, in der Sonne liegen, die Sehenswürdigkeiten ohne die üblichen Touristenschwärme besichtigen könnte, würde sich alles fügen. Sie schloss die Augen.
Als sie sie wieder öffnete, stellte sie fest, dass sie von einem großen Mann beobachtet wurde, der auf der Schwelle der jetzt offenen blauen Tür stand. Ein großer, erstaunlich gut aussehender Mann mit honigfarbenen Augenbrauen, der sie finster betrachtete.
“Hallo”, sagte sie freundlich und hoffte, er würde noch nicht allzu lange dastehen. “Ich bin Miss Lyon. Von der High-Temp-Agentur.”
“Und Ihre gute Laune ist durch nichts zu erschüttern?”, fragte er brummig.
Oh nein. Er war schon lang genug da … Ferry bemühte sich, Haltung zu bewahren. Sie lächelte und zeigte ihre schöne weiße Zahnreihe. “Genau. Und Sie sind …?”
“Stefan Redwell. Unheimlich reizbar.” Das war kein Scherz. Irgendetwas in seiner tiefen, vollen Stimme brachte dies ganz deutlich zum Ausdruck.
Sie schluckte. Sie hatte sich in Schwierigkeiten gebracht …
“Ich beglückwünsche Sie, Mr. Redwell”, begann sie vorsichtig, “zur Wahl Ihres Telefons. Es war eine Freude, es zu benutzen. Diese altmodischen Telefone haben genau das richtige Gewicht. Sie rutschen nicht auf dem Tisch herum. Was für eine tolle Idee, sie an das moderne Digitalsystem anzupassen.”
“Miss Lyon …” Seine Stimme bewies, wie reizbar er war. “Sie scheinen mich für einen Narren zu halten. Sie täuschen sich.”
“Ja, Sir.” Sie biss sich auf die Lippe. Im Zweifelsfall immer zustimmen.
“Kennen Sie Angela gut?”
“Ja, Sir. Seit unserer Schulzeit, Sir.”
“Dann können Sie ihr mitteilen, dass ich kein Narr bin und auch nicht dafür gehalten werden möchte. Wenn Sie jetzt gehen, kommen Sie rechtzeitig in die Agentur, um sich bis Mittag eine Stelle im Reisebüro zu suchen.”
Was sollte sie dazu sagen? Ferry schaute ihn demütig an. Sie senkte den Kopf und richtete den Blick ihrer grauen Augen erwartungsvoll auf ihren Chef. Sie konnte nicht leugnen, diese peinliche Situation selbst heraufbeschworen zu haben. Am besten sollte sie jetzt wohl aufstehen und sich unerschütterlich gut gelaunt verabschieden. Jetzt gleich. Theoretisch war es genau das, was sie tun wollte, aber praktisch gefiel ihr diese Vorstellung überhaupt nicht. Merkwürdig.
“Sind private Telefongespräche während der Arbeitszeit nicht erlaubt, Sir?”, fragte sie sanft.
Er sah auf seine Rolex, die von den dichten blonden Härchen auf seinen Armen fast verdeckt wurde. “Sieben nach acht. Sie haben nicht während der Arbeitszeit telefoniert. Sie fangen doch um neun an.”
Verflixt. Das war doch ihr Argument! “Ja.”
Sein frostiger Blick traf sie. “Sicherlich wollten Sie mich beeindrucken, indem Sie an Ihrem ersten Arbeitstag besonders früh erschienen sind?”
“Nicht nur am ersten, an jedem Tag, Sir.”
“Wirklich?”, fragte er ironisch.
“Ja, Sir.”
“Könnten Sie bitte aufhören, mich Sir zu nennen? Es stört mich.”
“Natürlich, Mr. Redwell.”
“Warum kommen Sie so früh? Einmal sollte genug sein, um einen guten Eindruck zu machen, es sei denn, Sie hoffen, eine Dauerstellung zu bekommen.”
Nervös faltete sie die Hände. “Man bietet mir oft eine Dauerstellung an, Mr. Redwell. Ich bin … nun, ich bin eben sehr gut. Allerdings ziehe ich befristete Stellen vor.”
“Warum kommen Sie dann so früh, wenn Sie doch so gut sind?”
“Ich komme nicht zeitig, um dies zu beweisen”, sagte sie aufrichtig. “Ich komme früh, um einen Großteil der Arbeit in aller Ruhe zu erledigen, solange ich frisch bin. Abends gehe ich zeitig nach Hause. Aber natürlich nur, wenn meine Anwesenheit nicht mehr erforderlich ist.”
“Was tun Sie?”
Oh nein! Was sollte sie dem Mann sagen, um alles wieder ins richtige Licht zu rücken? Es war wirklich entmutigend. Ferry hatte schon für unzählige Chefs gearbeitet. Aber noch nie hatte sie derartige Probleme gehabt.
“Ich bestehe wirklich nicht darauf, Mr. Redwell, falls Sie den Eindruck haben, ich wäre ein bisschen dreist für eine Zeitarbeitskraft. Es ist nur so … nun, die meisten meiner Arbeitgeber waren zufrieden mit dieser Einteilung. Am liebsten habe ich alles bis vier Uhr erledigt. Normalerweise sind die Chefs um diese Zeit auch leicht abgespannt, sodass sie dann nicht mehr viel Arbeit für mich haben.”
“Um vier schon abgespannt? Kein Wunder, dass Sie glauben, Sie wären so gut, wenn Sie sonst für Altersschwache arbeiten.”
“Soll das heißen, dass Sie auch später noch geistig frisch sind, Mr. Redwell?”
“Noch viel später. Und hören Sie auf, mich Mr. Redwell zu nennen.”
“Natürlich, Mr…. hm …” Nach kurzem Zögern fügte sie bestimmt hinzu: “Das ist also keine gute Regelung für uns. Ich bleibe so lange, wie Sie mich brauchen.”
“Das wird nicht nötig sein. Ich würde es mir nie verzeihen, einer Reiseagentur Ihre unerschütterliche gute Laune vorzuenthalten.”
Oh nein! Diese Taktik funktionierte nicht. Seltsamerweise wurde Ferry dadurch ermutigt. Je länger sie miteinander sprachen, desto weniger hatte sie zu verlieren – jedenfalls kam es ihr so vor. Vielleicht, weil sie schon verloren hatte, gestand sie sich wehmütig ein. Sie wollte wenigstens nicht kampflos aufgeben.
Ferry schaute ihren Chef so freundlich wie möglich an. Im Grunde war sie ziemlich verwirrt. Die meisten Männer, die eine Position erreichten, in der sie eine Sekretärin benötigten, waren empfänglich für den unterwürfigen, nach oben gerichteten Blick, den Ferry, aufgrund ihrer Größe, nur im Sitzen zustande brachte. Dieser Mann war jedoch alles andere als gewöhnlich. Er war nicht dick, hüllte sich auch nicht in eine Wolke billigen Rasierwassers. Und dafür, dass er es im Vertrieb von Platztellerchen so weit gebracht hatte, war er ziemlich jung – höchstens Mitte dreißig. Kein Wunder, dass er so reizbar war.
“Würde es etwas ändern”, begann sie schließlich, “wenn ich meine gute Laune verbergen würde? Stört es Sie, dass ich glücklich bin? Liegt es daran?”
Seine Nasenflügel zitterten leicht, als ob er belustigt wäre. Er war beeindruckend groß und hatte ausdrucksvolle Gesichtszüge. Seit sie ihn zum ersten Mal im Türrahmen gesehen hatte, stand für sie fest, dass er ausnehmend gut aussah. Sie betrachtete sein dichtes goldbraunes Haar, dessen makelloser Schnitt nicht verbergen konnte, dass es sich lockte, und kam zu dem Schluss, ihren ersten Eindruck berichtigen zu müssen. Seine Gesichtszüge waren zu unregelmäßig, zu ungewöhnlich, um im klassischen Sinn als schön bezeichnet zu werden. Aber irgendwie wirkte sein Gesicht mit den hohen Wangenknochen und der markanten, feinen Nase, die aussah, als hätte er sie sich schon einmal gebrochen, irgendwie unwiderstehlich und beunruhigend attraktiv. Doch obwohl seine goldbraunen Augen unheimlich gelassen wirkten, hatte ihn das leichte Zittern der Nasenflügel verraten.
“Ihre gute Laune wäre sicherlich schwer zu ertragen, wenn Sie blieben. Aber jetzt ist es ja müßig, noch darüber zu reden.”
Da hatte er recht. Er hatte gewonnen. Seufzend stand Ferry auf, ging zur Garderobe und nahm ihren Regenmantel vom Haken.
“Es tut mir leid,...




